Translate

Samstag, 6. Juli 2013

DFG zur Zukunft des deutschen Wissenschaftssystems

Hochbegabungspresse

Jahrespressekonferenz mit Positionspapier: Bessere Grundausstattung für Universitäten, Unterscheidung von Forschungs- und Förderorganisationen, Exzellenz-Mittel in DFG-Etat
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ihre Positionen in der Diskussion um die Zukunft des Wissenschaftssystems in Deutschland formuliert. Die größte Forschungsförderorganisation und zentrale Selbstverwaltungseinrichtung für Wissenschaft in Deutschland stellte am Donnerstag, dem 4. Juli 2013, auf ihrer Jahrespressekonferenz in Berlin dazu ein Positionspapier vor. Dieses war vom Präsidium und Vorstand der DFG erarbeitet und auf der DFG-Jahresversammlung vom 1. bis 3. Juli in Berlin mit Vertreterinnen und Vertretern aus allen Bereichen der Wissenschaft sowie den Geldgebern von Bund und Ländern intensiv diskutiert worden.

In dem Positionspapier unterstreicht die DFG zunächst die besondere Bedeutung der Universitäten und fordert für diese eine deutlich bessere finanzielle Grundausstattung. „Die Universitäten sind das Herzstück des Wissenschaftssystems und werden es auch in Zukunft bleiben. Für die Leistungsfähigkeit und die Entwicklungsmöglichkeiten von Wissenschaft und Forschung insgesamt ist es daher unabdingbar, dass die Universitäten eine solide, ihren Aufgaben und ihrer Bedeutung angemessene Grundfinanzierung erhalten“, betonte DFG-Präsident Professor Peter Strohschneider bei der Vorstellung des Positionspapiers in Berlin. „Hier sind wir in Deutschland jedoch in eine riskante Schieflage geraten. Während die außeruniversitäre Forschung verlässlich, stabil und auskömmlich finanziert ist, stagnieren die von den Ländern getragenen Grundhaushalte der Universitäten oder sinken gar. Dies ist eine systematische Fehlentwicklung, die es dringend zu korrigieren gilt.“

Die „Erosion der Grundfinanzierung der Universitäten“ hat inzwischen auch Auswirkungen auf die Rolle der DFG und ihre Förderarbeit. „Die DFG wird ungewollt immer mehr zum Grundfinanzier universitärer Forschung, ihre Drittmittel werden zunehmend zu einer Art von sekundärer Währung im Wissenschaftssystem. Das führt dazu, dass wir über immer mehr und teurere Förderanträge entscheiden müssen und trotz kontinuierlicher Etatsteigerungen proportional weniger Anträge bewilligen können“, so Strohschneider.

Alleine im vergangenen Jahr, so Strohschneider weiter unter Bezug auf den „Jahresbericht 2012“ der DFG – der ebenfalls auf der Jahrespressekonferenz vorgestellt wurde –, förderte die DFG mit einem Etat von gut 2,52 Milliarden Euro in all ihren Programmen mehr als 30 900 wissenschaftliche Vorhaben. Davon waren rund 15 000 Projekte in der Einzelförderung angesiedelt, für die insgesamt rund 922 Millionen Euro Fördermittel bewilligt wurden. Bei den Koordinierten Programmen wurden in 254 Sonderforschungsbereichen rund 4700 Projekte durchgeführt; das Bewilligungsvolumen lag hier bei rund 551 Millionen Euro. Zudem wurden 233 Graduiertenkollegs mit über 2900 Projekten (Bewilligungssumme: rund 153 Millionen Euro), 111 Schwerpunktprogramme mit über 3400 Projekten (rund 203 Millionen Euro) und 254 Forschergruppen mit über 2500 Projekten (rund 182 Millionen Euro) gefördert. Bei den sieben DFG-Forschungszentren betrug das Bewilligungsvolumen 2012 mehr als 41 Millionen Euro. In der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder wurden rund 404 Millionen Euro bereitgestellt.

Nach Wissenschaftsbereichen verteilte sich die Bewilligungssumme zu knapp 39 Prozent auf die Lebenswissenschaften, zu rund 24 Prozent auf die Naturwissenschaften, zu etwa 22 Prozent auf die Ingenieurwissenschaften und zu rund 16 Prozent auf die Geistes- und Sozialwissenschaften.

Der zunehmende „Antragsdruck“ zeigt sich dabei vor allem in der Einzelförderung, die mit mehr als einem Drittel der bewilligten Fördermittel das Fundament der DFG-Forschungsförderung darstellt. Hier ist die Zahl der entschiedenen Förderanträge seit 2009 von gut 10 000 auf mehr als 12 200 im Jahr 2012 angestiegen. Deutlich erhöht haben sich auch die darin beantragten Fördersummen: 2008 wurden 2,3 Milliarden Euro neu beantragt, 2012 bereits 3 Milliarden Euro. Die Förderquoten sind hingegen gesunken: 2009 wurden 47 Prozent aller Neuanträge bewilligt, 2012 gut 32 Prozent. „Dabei geraten wir zunehmend in die Lage, auch wissenschaftlich ausgezeichnete Projekte nicht finanzieren zu können“, erläuterte Strohschneider.

Über die Verbesserung der Grundfinanzierung der Hochschulen hinaus hält die DFG auch künftig ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den verschiedenen Formen der Forschung sowie den Forschungseinrichtungen und -organisationen für unabdingbar. Dies gilt sowohl für das Verhältnis von universitärer und außeruniversitärer Forschung als auch für das von Einzelforschung und Forschungsverbünden und nicht zuletzt für die Komplementarität von erkenntnisgeleiteter Grundlagenforschung und programmorientierter Forschung. Für die erkenntnisgeleitete Grundlagenforschung stehen aus Sicht der DFG vor allem die Universitäten, die Max-Planck-Gesellschaft und die DFG selbst, programmorientierte Forschung steht vor allem bei der Helmholtz-Gemeinschaft und in der Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Vordergrund. Auch an der systematischen Unterscheidung von Forschung und Forschungsförderung und damit an der Trennung von Forschungsorganisationen und Förderorganisationen solle festgehalten werden.

Ihre eigene Rolle und zentrale Aufgabe im Wissenschaftssystem sieht die DFG in der Förderung der erkenntnisgeleiteten wissenschaftlichen Grundlagenforschung an den Universitäten – „auf allen Wissenschaftsgebieten, in allen Phasen des Forschungsprozesses, in allen Größen und Strukturen und in Kooperation mit allen anderen Forschungseinrichtungen“, so Strohschneider. „Auf diese Weise bildet die DFG eine große integrative Kraft im deutschen Wissenschaftssystem.“ Dabei fördere sie die Forschung und deren Entwicklungsprozesse im response mode – und zwar in doppelter Weise sowohl durch direkte Förderung auf Förderanträge hin als auch durch eigene strategische Initiativen zur Unterstützung bestimmter Forschungsfelder, etwa durch die Einrichtung von Schwerpunktprogrammen oder Forschungszentren.

„Entscheidend ist: In beiden Formen geht der inhaltliche Anstoß stets von der Wissenschaft selbst aus, und die Förderentscheidung fällt alleine nach wissenschaftlichen Qualitätskriterien. Eine Förderung von Forschungsthemen nach politischen oder anderen Relevanzannahmen und anderen Qualitätskriterien kommt für uns auch künftig nicht in Betracht“, betonte der DFG-Präsident.

Überdies macht die DFG in ihrem Positionspapier auch Vorschläge zur Fortführung der Förderlinien der Exzellenzinitiative nach dem Auslaufen des Wettbewerbs 2017 und zur künftigen Finanzierung des Wissenschaftssystems. Hinsichtlich der Exzellenzinitiative sollten die bisherigen Mittel für die Graduiertenschulen und Exzellenzcluster dauerhaft in das Programmportfolio und den Haushalt der DFG übergehen. So könne das bisherige DFG-Förderprogramm für die Graduiertenkollegs ausgebaut, weiterentwickelt und noch stärker forschungsorientiert ausgerichtet werden. Bei den Exzellenzclustern, die auch künftig in den Universitäten verortet bleiben müssten, sollten jedenfalls die seit 2012 neu geförderten Einrichtungen bei entsprechender wissenschaftlicher Qualität auch über 2017 hinaus finanziert werden können. Zu diesem Zweck sollten die Exzellenzcluster im Programmportfolio der DFG mit den DFG-Forschungszentren zusammengeführt werden. Sie könnten dort ein thematisch offenes Förderformat bilden, in dem bei herausragender Forschungsqualität eine Förderung auch über zwölf Jahre hinaus nicht ausgeschlossen ist und das zugleich für strategische Initiativen zur Entwicklung bestimmter Forschungsfelder eingesetzt werden könnte.

„Auf diese Weise lassen sich die sehr positiven, aber noch keineswegs abgeschlossenen Effekte der Exzellenzinitiative verstetigen“, betonte DFG-Präsident Strohschneider auf der Jahrespressekonferenz. „Zudem kann die DFG die Universitäten so noch effektiver bei ihrer Profilbildung und Schwerpunktsetzung in der strukturierten Graduiertenausbildung und bei der Bündelung wissenschaftlicher Expertise über Fächergrenzen und Organisationsformen hinweg unterstützen.“

Im Hinblick auf die künftige Wissenschaftsfinanzierung plädiert die DFG schließlich dafür, die durch die drei großen Sonderprogramme des Bundes und der Länder – Exzellenzinitiative, Hochschulpakt und Pakt für Forschung und Innovation – ausgelöste Entwicklungsdynamik fortzusetzen und weiterzuentwickeln, allerdings in neuer Form. „Wir schlagen statt dreier Pakte mit unterschiedlichen Zielsetzungen und Laufzeiten für die Zukunft eine ‚Rahmenvereinbarung kooperative Wissenschaftsfinanzierung‘ zwischen Bund und Ländern vor. In ihr würden sich Finanzierungsströme und die verschiedenen Wissenschaftsfunktionen sachlich wie zeitlich besser aufeinander abstimmen lassen“, sagte Strohschneider. Dabei solle auch die bislang vom Bund finanzierte Programmpauschale (20 Prozent zusätzlich für indirekte Kosten eines DFG-Förderprojekts) in den regulären DFG-Förderhaushalt überführt, verstetigt und nach Möglichkeit erhöht werden.



Weiterführende Informationen
Medienkontakt:
Marco Finetti, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2230, Marco.Finetti@dfg.de

Diese Pressemitteilung zur Jahrespressekonferenz sowie die Pressemitteilungen zur DFG-Jahresversammlung finden sich auch in einer elektronischen Pressemappe unter: http://www.dfg.de/dfg_profil/reden_stellungnahmen/2013/130704_jahrespressekonferenz/index.html


Das DFG-Positionspapier zur Zukunft des Wissenschaftssystems im Wortlaut findet sich ebenfalls unter:

Der „Jahresbericht 2012“ ist unter www.dfg.de/jahresbericht/ zugänglich. Dort findet sich auch der Berichtsteil „Programme und Projekte“ mit einer Übersicht zu den bewilligten Fördermaßnahmen sowie zahlreichen weiteren Informationen. Zusätzlich kann der Jahresbericht in gedruckter Form beim Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG bestellt werden. Ansprechpartner: Michael Hönscheid, Tel. +49 228 885-2109, Michael.Hoenscheid@dfg.de


Frauen in Europa

Frauen in Europa
Frauen in Europa by Lilli Cremer-Altgeld. „Frauen in Europa“. Seien Sie dabei! Mit Ihren Gedichten. Mit Ihren Ideen. Mit Ihren Visionen. Mit Ihren Werken. Mit Ihrer Homepage. Bitte schreiben Sie eine Mail an Lilli Cremer-Altgeld frauenineuropa@t-online.de Bitte klicken Sie auf das Bild: So kommen Sie direkt zum Blog „FRAUEN IN EUROPA“.

Meine persönliche Einführung in die Hochbegabung

Wenn Sie sich die Frage stellen: „Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?“ – dann werden Sie hier Antworten finden. Ich habe die Informationen davon abhängig gemacht, wie gesichert Sie wissen wollen, ob Sie hochbegabt sind. Deshalb meine Frage an Sie: „Wie GESICHERT wollen Sie wissen, ob Sie hochbegabt sind?“

Meine Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen:

Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier können Sie mal schnuppern, wie Hochbegabte so ticken.

Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier bekommen Sie Tipps, was Sie tun können, um herauszufinden, ob Sie tendenziell hochbegabt sind.

Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – Adressen. Hier können Sie sich zum IQ-Test anmelden. Das Ergebnis des IQ-Test sagt Ihnen, wie hoch Ihr IQ ist. Ist er über 130 Punkte, sind Sie hochbegabt. Über 145 Punkte sind Sie höchstbegabt.

Aber was ist überhaupt Hochbegabung?

Die Antwort ist einfach. Treffend hat sie einmal der Psychologe Dr. Jürgen vom Scheidt so beantwortet: „Es ist das intellektuelle Potenzial von jemandem, der in einem der gängigen und anerkannten Intelligenztest einen IQ-Wert von 130 Punkten und mehr erzielt. Dies betrifft, streng genommen, 2,27 Prozent der Bevölkerung.“ http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 20.09.2015

Und was ist HÖCHSTBEGABUNG?

Ganz einfach. Dr. Sylvia Zinser schreibt: „Ist der IQ über 145 so spricht man von Höchstbegabung.“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

Allen Hochbegabten und Höchstbegabten empfehle ich das informative, spannende und vergnügliche „Sylvia Zinser's Sammelsurium“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/ Stand: 19.09.2015 Hier erfahren Sie nicht nur etwas über den IQ, sondern auch über „Brot, Schwaebische Traeubleskuchen sowie über diverse Weihnachtsplätzchen“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/backen.htmlx Stand: 19.09.2015

Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Man sagt oft von Hochbegabten: „Die haben eine 1 (Bestnote) in Mathe – können aber ihre Schuhe nicht richtig zubinden“. Soll heissen: das Denken funktioniert (in bestimmten Bereichen) ausgezeichnet – aber im Alltäglichen kommen sie mit bestimmten Situationen nicht gut zurecht. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aussage für einige Hochbegabte wirklich sehr zutreffend – für andere weniger bis gar nicht.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Bei meinem Mathelehrer hatte ich so gut wie immer eine 1. Allerdings hatte ich auch eine Mathelehrerin. Sie war eher der Typ „Geschichtenerzählerin“. Sie sprach gerne über ihre Lieblingsrezepte, ihre Backkunst und ihren Hund. Ich war so damit beschäftigt, herauszufinden, was das mit Arithmetik zu tun hatte, dass ich ihr, wenn es denn mal was zu rechnen gab, kaum noch folgen konnte.

Meine Noten in Mathe lagen bei ihr im Mittelfeld. Und ich war richtig dankbar als der in meinen Augen „richtige“ Lehrer kam. Der mir Mathe so erklärte, dass ich es verstanden habe. Ich machte Überstunden in Mathe und liess mir extra Hausaufgaben geben. Nein, ich war keine Streberin. Ich hatte einfach Spass an Problemlösungen. Aber wenn ich meine Strickjacke zuknöpfen sollte – da gab es Stress für mich. Jedenfalls dieser Lehrer schickte mich zum Schulpsychologen, der mich positiv auf Hochbegabung testete. Da er sagte: „Du darfst mit niemandem darüber reden, dass Du diesen IQ von … hast.“ – dachte ich: vielleicht ist es eine Krankheit oder sonst wie ansteckend. Ich habe nie darüber gesprochen. Erst vor gut zehn Jahren habe ich mich in meiner Familie geoutet.

Meine Kollegin Alexandra in unserem Markt- und Sozialforschungs-Institut war da ähnlich unterschiedlich in ihrer Mathe-Begabung. Obwohl sie ein echtes Mathe-Genie ist, gab es auch für sie Grauzonen. Normalerweise hörte sie von einer Aufgabe oder schaute auf das Papier. Und schwupp – schon hatte sie die Lösung. Manchmal trat sie einen Wettstreit mit unserem Computer an. Nicht immer war unser PC der Gewinner. Doch dann gab es für sie echte Herausforderungen: Wenn sie ohne Hilfsmittel Prozent rechnen sollte, versagte sie fast jedes Mal. Nicht mal 10 Prozent von 100 konnte sie richtig errechnen. Allein bei dem Wort „Prozentrechnen“ driftete sie immer ab. Im Laufe der Zeit wurde es allerdings besser.

Ich will damit sagen: Nicht alle Hochbegabte sind Mathe-Genies. Nicht alle Mathe-Genies sind fehlerlos. Tröstlich ist, was Albert Einstein einmal über Mathe gesagt hat: „Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“

Mit anderen Worten: Nicht jeder Hochbegabte glänzt in Mathe. Eine Klientin von mir war die Vorgesetzte der ehemaligen Lehrerin eines Fußballnationalspielers (Weltmeister!). Er hatte wenig Interesse an Zahlen und sagte bereits in jungen Jahren zu der Lehrerin: „Warum soll ich Rechnen lernen? Ich werde mal ein berühmter Fußballspieler. Und dann kann ich mir so viele Rechenkünstler leisten wie will.“ Die Lehrerin staunte. Doch der Junge hatte Recht. Er ist hochbegabt UND hochsensitiv.

Hochbegabte können sehr gut oder gut rechnen – oder auch gar nicht. Was sind nun die die typischen Eigenschaften von Hochbegabten?

Gehen wir noch einen Schritt zurück. Genauso wie nicht alle Kölner lustig sind, nicht alle Münchner Lederhosen tragen und nicht alle Hamburger einen Segelschein haben – so sind auch nicht alle überdurchschnittlich intelligenten Menschen so oder so.

Nehmen wir einmal eine Einteilung der Hochbegabten vor, die Jürgen vom Scheidt heraus gearbeitet hat. Er unterteilt fünf (drei plus zwei) Gruppen. Selbstredend gibt es noch andere Kategorien – dazu komme ich noch.

Scheidt zufolge gibt es – vereinfacht ausgedrückt – bei den Hochbegabten, abhängig von dem Kriterium „Erfolg in der Schule, im Beruf“ folgende Trias:

O Ein Drittel, die ihre „Begabung erfolgreich verwirklicht“ haben. Sie sind Topmanager/innen, Spitzensportler/innen, Unternehmer/innen, Künstler/innen, Wissenschaftler/innen usw. Sie wurden z.B. von der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ oder anderen Institutionen erkannt und gefördert.

O Ein Drittel sind sogenannte „Latente“: Sie spüren, ahnen oder wissen um ihre Begabung, kommen aber nicht so einfach aus dem Quark. Die Psychologin und Expertin für Hochbegabung, Andrea Brackmann, schreibt in ihrem zweiten Buch, dass „Hochbegabung Mut erfordere“ http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015. Bei dieser Gruppe verstehen wir, warum das so ist.

O Ein Drittel sind nach Scheidt die „Underachiever“ („Minderleister“). Sie könnten schon – wollen aber (noch?) nicht erfolgreich sein. Speziell zu Minderleister/innen in der Schule noch einmal Sylvia Zinser: Ihr Geheimtipp J: MOTIVIEREN! http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

So, das sind unsere drei Gruppen – zwei kleine Gruppen fehlen noch:

O Es sind die „Entgleisten“: sie sind erfolgreich – aber auf kriminelle oder soziopathische Weise.

O Dies sind die Höchstbegabten wie etwa Einstein und Freud.

Alle Infos zu dieser Einteilung in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt: http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015

Wer bis hierher tapfer durchgehalten hat – wird jetzt belohnt. Jeder Mensch, der denkt: Analyse? Mathe? Logik? Das sind jetzt nicht so meine Stärken. Ich bin eher der Musiker, die Malerin, der Tänzer, die Fotografin, der Praktiker. Gut so. Es gibt insgesamt sieben Felder der Hochbegabung: mein Bruder Helmut glänzt z.B. durch „Praktische Intelligenz“: Er erkennt sofort im realen Leben wie man es richtig zumindest aber besser machen kann. Mir bleibt diese Art zu denken verborgen. Zumindest müsste ich viele Bücher lesen, um diese Dinge verstehen zu können. Mir fällt es schon schwer genug, meine Jacke richtig zuzuknöpfen.

Prof. Werner Stangl zitiert Prof. Kurt Heller auf seinen Seiten zu den Themen „Intelligenz und Hochbegabung“ wie folgt:

„Nach Heller (2000) gibt es folgende Begabungsfaktoren:

O Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)

O Sozial-emotionale Fähigkeiten

O Musisch-künstlerische Fähigkeiten

O Musikalische Fähigkeiten

O Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische, etc. Kreativität)

O Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)

O Praktische Intelligenz“

http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testintelligenzhochbegabt.html Stand: 19.09.2015

Wir sehen: Hochbegabung ist spannend. Und es wird noch spannender.

Nehmen wir noch eine weitere Differenzierung vor: Hochbegabte sind oft auch hochsensibel und/oder hochsensitiv. Ihre Sinne sind stärker ausgeprägt. Zum einen (hochsensibel) sind ihre normalen Sinne (hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen) intensiver (Künstler/innen, Star-Köch/innen, Parfümeur/innen – einige haben auch ein begnadetes „Fingerspitzengefühl“ wie etwa Handerker/innen und Chirurg/innen u.a.m.). Und/oder andererseits ist ihre Wahrnehmung (hochsensitiv) tiefer: Diese Hochbegabten haben den sechsten (hellhörig), siebten (hellfühlig) und achten (hellsichtig) Sinn wie etwa Goethe, Einstein und Leonardo da Vinci. Wie sagte Albert Einstein?: „Was wirklich zählt, ist Intuition.“

Bei einer solchen Differenzierung: Wo gibt es da noch Gemeinsamkeiten?

Ich fange mal mit den Tendenzen an: Diejenigen, die in der ‚Flüchtlingszeit im Sommer 2015‘ kreativ, beherzt und schnell helfen – können hochbegabt sein. Denn diese Merkmale findet man oft unter den hohen IQ’lern. Der eine organisiert geschickt, die andere übersetzt, der nächste weiss, wer wo wie helfen kann. Schnelligkeit ist für Hochbegabte so natürlich wie das Atmen. Klar, dass nicht jede/r in allen Bereichen gleich schnell ist. Wenn Sie wüssten, wie lange ich brauche, um meine Jacke zuzuknöpfen …

Doch weiter: Gerechtigkeit für jedermann ist stark vorhanden bei den Begabten ebenso so wie vernetztes Denken und Handeln. Nach Andrea Brackmann gehört das „Mehr von allem“ oft zum Repertoire. Wie etwa das „Erfassen kompletter Zusammenhänge“, „Auffinden vielfältiger Lösungswege“ sowie „hohes Einfühlungsvermögen“. Wie gut, dass Hochbegabte oft nur wenig Schlaf brauchen (4 bis 6 Stunden).

Selbstredend gibt es nicht nur diese sonnigen Seiten der hochtalentierten Menschen. Ihre Schattenseiten sind nicht nur für die Beteiligten selbst unangenehm: Oftmals übersteigerte Konzentration bei den SPEZIALISTEN auf ein Spezialthema (Musik oder Sport oder Politik oder Finanzen oder Sprachen oder oder oder). Bei den Generalisten ist es etwas anders: Hier überwiegt die Vielseitigkeit, die sich in mehreren Berufen und Hobbies zeigt. Bei beiden wird die Familie, werden Freund/innen und Kolleg/innen schon mal etwas vernachlässigt. Denn Hochbegabte sind oft Perfektionist/innen. Und es kann mal etwas länger dauern bis sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

Routine ist ihnen oft ein Gräuel. Manche finden kreativ alternative Wege um dieser Routine immer wieder auszuweichen. Andere plagen Zweifel und Gewissensbisse. Geduld ist ebenfalls keine Stärke der Hochbegabten. Auch nicht begabt sind diese Menschen, wenn es um „einfache Aufgaben“ geht. Die Hochtalentierten sind zumeist empfindlich. Empfindlich gegenüber Lärm, Licht und manche auch gegenüber Berührungen.

So ist es zu verstehen, dass Hochbegabte an bestimmten „Allergien“ leiden, die Andrea Brackmann in ihrem Buch so schlüssig schreibt. Es sind die „hässlichen Worte“ für Hochbegabte wie etwa „Betriebsausflug“, „Stammtisch“, „Schützenfest“, „Höflichkeitsfloskeln“, „Grossraumbüro“. http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015

Hingegen lieben Hochbegabte oft „Querdenker/innen“, „Nobelpreisträger/innen“, „Verarbeitungsgeschwindigkeit“, „Freiheit“, „Endlos-Fragen“, „Monologe“ sowie „Spezielle Themen wie etwa die frühkindliche Entwicklungsphase des Kaiserschnurrbarttamarins, die Pflege der Araukarie oder den „Compte rendu au Roi“ des Finanzminister Jacques Neckers in der Zeit der Französischen Revolution.

Für Hochbegabte ist das alles „normal“ – während das „Normale“ schon sehr schwierig sein kann. Viele habe da ein Selbstverständnis wie Albert Einstein: "Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."

Wenn Sie das alles gelesen haben, sind Sie an Hochbegabung interessiert. Die anderen haben eh längst das Weite gesucht. Vielleicht wollen Sie genauer wissen, ob Sie hb sind – „hb“ ist das Kürzel bei den „HB“ (Hochbegabten) für „hochbegabt“. Und deshalb gehen wir jetzt auf die nächste Stufe über.

Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Ich habe hier IQ-Informationen zusammen gestellt, die Ihnen eine Tendenz Ihrer Begabung aufzeigen können.

O Den ersten IQ-Test habe ich 2005 in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt gefunden http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015. Obwohl ich mit einiger Skepsis an diese Fragen heranging – mein Test beim Schulpsychologen hat damals mehr als eine Stunde gedauert, wie soll man in wenigen Minuten ein ähnliches Ergebnis erzielen können? – war die Antwort jedoch fast exakt dieselbe, die ich Jahre zuvor vom Psychologen in meiner Schule erhalten habe. Chapeau! Für den Autor.

O Auch wenn mir die Headline sehr plakativ erscheint – diese Information verdient ebenfalls Ihr Interesse: „IQ-Test: Gehören Sie zur Grips-Elite?“ http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/iq-test-gehoeren-sie-zur-grips-elite-a-505427.html Stand: 19.09.2015

O Ein weiterer Test, der Ihnen tendenziell Informationen über Ihre Begabung geben wird, ist von der „Süddeutsche Zeitung“: „Der kostenlose IQ-Test online mit Sofortergebnis http://iqtest.sueddeutsche.de/ Stand: 19.09.2015

O “MENSA” ist das grösste Netzwerk für Hochbegabte. Der Mensa Online-Test ist jedoch eher ein „Spiel“ als ein zuverlässiges Instrument der Begabungsanalyse. Wenn Sie Lust haben: Spielen Sie mal. Mensa weist ausdrücklich darauf hin: „Sie sollten die Ergebnisse dementsprechend nicht allzu ernst nehmen.“ https://www.mensa.de/online-iq-test-raetsel/mensa-online-test/ Stand: 20.09.2015

O Und hier ist die englische Variante von Mensa International: „Mensa Workout“ https://www.mensa.org/workout/quiz/1 Stand: 20.09.2015

Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Wenn Sie jetzt bereit sind und der Stunde der Wahrheit – dem wirklich und wahrhaftigen IQ-Test – ins Auge blicken wollen… Dann melden Sie sich an – zum anerkannten IQ-Test.

Meine Empfehlungen:

O Mensa. Der Test dauert 90 Minuten, kostet 49 Euro und wird in 80 Städten in Deutschland durchgeführt. Getestet werden Menschen ab 14 Jahre. https://www.mensa.de/intelligenztest Stand: 20.09.2015

O Bei einer Psychologin – einem Psychologen – aus dem Expertenkreis Hochbegabung/Potentiale der Sektion "Freiberufliche Psychologen" im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) e.V. den IQ-Test machen http://www.die-hochbegabung.de/german/index.html Stand: 20.09.2015

O Sie fragen im Familienkreis, bei Freund/innen oder in der Schule/Universität nach einer Empfehlung für den IQ-Test.

Ich drücke schon mal die Daumen!

Für das Campus-Radio Bonn interviewte ich einmal die höchstbegabte „First“ Lady – Gründungsmitglied – von Mensa Deutschland, Dr. Ida Fleiß. Dabei lernte ich eine kluge, warmherzige und höchst kreative Dame kennen, der es „zu simpel“ war, ihren „Doktor“ in Europa zu machen. Kurz entschlossen reiste sie nach Asien, lernte die Sprache und schaffte auf Anhieb ihre Promotion. Sie konnte schon immer weit und um die Ecke denken.

Als ich sie jedoch fragte: Haben wir schon für jede Intelligenz ein angemessenes Messverfahren – will sagen: Können wir schon jede Begabung testen – sagte sie traurig: Nein. Daran müssen wir noch arbeiten.

Ich möchte diese Erkenntnis all denen mit auf den Weg geben, die sich zwar für hochbegabt halten, aber in einem der IQ-Tests nicht die Schallgrenze von 130 durchbrechen konnten.

Allen Menschen, die Spass an Mathe haben – ja, die speziell eine Vorliebe für das Kopfrechnen hegen, empfehle ich die Seite eines Freundes von Ida Fleiss: Dr. Dr. Gert Mittring http://www.gertmittring.de Gert Mittring ist der amtierende Weltmeister im Kopfrechnen.

© Lilli Cremer-Altgeld, 2015