Translate

Montag, 27. Mai 2013

Max-Planck-Update (Neuowissenschaften)

Hochbegabungspresse

Ratten besitzen doppelte Weltsicht

26. Mai 2013: Die Nager bewegen ihre Augen in entgegengesetzter Richtung und behalten so immer den Luftraum über sich im Auge

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik in Tübingen haben mithilfe von miniaturisierten Hochgeschwindigkeitskameras entdeckt, dass Ratten ihre Augen waagrecht und senkrecht gegenläufig bewegen. Je nach Position des Tieres blickt jedes Auge in eine unterschiedliche Richtung. Eine Analyse der Sehfelder beider Augen hat ergeben, dass Ratten die Sehinformationen nicht zu einem einzelnen Bild verschmelzen. Stattdessen behalten sie permanent den Luftraum über sich im Blick – vermutlich eine Anpassung an die starke Bedrohung durch Raubvögel, der die Nagetiere in der Natur ausgesetzt sind.
* * * * *
Den gesamten Text der Presseinformationen finden Sie auf unserer Homepage www.mpg.de.

Bund und NRW stärken gemeinsam die Bioökonomieforschung

Hochbegabungspresse


Aachen / Jülich, 27. Mai 2013 - Großer Erfolg für das Bioeconomy Science Center (BioSC), das von der RWTH Aachen, dem Forschungszentrum Jülich und den Universitäten Bonn und Düsseldorf getragene größte Forschungscluster für eine nachhaltige Bioökonomie in NRW: Es erhält mehr als 58 Mio. Euro, um in den nächsten 10 Jahren Wege zur integrierten Bioökonomie zu erforschen. Forschung für eine nachhaltige Bioökonomie und deren Implementierung sind ein gemeinsames Ziel der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Nordrhein-Westfalen. Dazu haben nun NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Thomas Rachel, MdB und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), vereinbart, dass die Jülicher Biotechnologie dauerhaft in die Helmholtz-Gemeinschaft überführt wird und das Land NRW ein europaweit einmaliges Projekt zur Erforschung der integrierten Bioökonomie am BioSC fördern wird.


Weitere Informationen:
BioSC

Institut für Bio- und Geowissenschaften - Biotechnologie (IBG-1) http://www.fz-juelich.de/ibg/ibg-1/DE/Home/home_node.html

Institut für Bio- und Geowissenschaften - Pflanzenwissenschaften (IBG-2) http://www.fz-juelich.de/ibg/ibg-2/DE/Home/home_node.html

Institut für Bio- und Geowissenschaften - Agrosphäre (IBG-3) http://www.fz-juelich.de/ibg/ibg-3/EN/Home/home_node.html

Ansprechpartner:
Dr. Heike Slusarczyk
BioSC Geschäftsstelle
Tel. 02461 61-3003

Darmkrebsvorsorge: Immunologische Tests sind überlegen

Hochbegabungspresse

27. Mai 2013 
Untersuchungen auf verborgenes Blut im Stuhl geben Hinweise auf Darmkrebs oder auf Vorstufen der Erkrankung. Seit über 40 Jahren wird dazu ein enzymatisches Nachweisverfahren eingesetzt, zwischenzeitlich sind aber auch immunologische Tests auf dem Markt. Epidemiologen aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum wiesen nun im direkten Vergleich beider Methoden die Überlegenheit der immunologischen Tests nach: Sie spüren doppelt so viele Krebsfälle und Krebsvorstufen auf und liefern weniger falsch positive Ergebnisse.

Zur Früherkennung von Darmkrebs haben alle gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland von ihrem 50. Geburtstag an Anspruch auf einen Test auf okkultes Blut im Stuhl. Darüber hinaus wird ihnen vom 55. Geburtstag an eine Darmspiegelung angeboten. Bei dieser Untersuchung entdeckt der Arzt eventuelle Krebsvorstufen mit großer Sicherheit, jedoch nehmen nur rund 20 bis 30 Prozent aller Berechtigten das Angebot auch an. "Daher sind die Tests auf verborgenes Blut wichtig, denn mit ihnen erreichen wir mehr Menschen. Die Bereitschaft, einen einfachen Labortest durchführen zu lassen, ist deutlich höher. Umso wichtiger ist es, dass die Nachweisverfahren auch aussagekräftig sind", erklärt Professor Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum.

Der von den Krankenkassen seit Jahrzehnten erstattete Test ist ein enzymatisches Nachweisverfahren für verborgenes Blut (Guaiak-Test). Seit einigen Jahren sind darüber hinaus Testsysteme auf dem Markt, die den Blutfarbstoff Hämoglobin immunologisch über eine Antikörperreaktion nachweisen. Sie gelten als empfindlicher, sollen also mehr Gewebeveränderungen aufspüren. Allerdings wurden beide Verfahren weltweit bislang nur in wenigen kleineren Studien miteinander verglichen.

Hermann Brenner und seine Mitarbeiterin Sha Tao unterzogen nun die beiden Verfahren erstmals einem großangelegten direkten Vergleich. 2235 Probanden, die zwischen 2005 und 2009 an einer Darmspiegelung zur Krebsfrüherkennung teilnahmen, gaben kurz vor der Untersuchung Stuhlproben ab, die mit beiden Verfahren auf verborgenes Blut untersucht wurden. Anschließend glichen die DKFZ-Forscher die Testergebnisse mit den Resultaten der Darmspiegelung ab.

Der enzymatische Test spürte ein Drittel aller Fälle von Darmkrebs auf; etwa neun Prozent der fortgeschrittenen Vorstufen (Adenome) und rund fünf Prozent der frühen Vorstufen. Dabei lag die Spezifität etwas über 95 Prozent, das heißt, bei 95 von 100 Teilnehmern mit negativem Testergebnis fanden die Ärzte auch bei der anschließenden Darmspiegelung keine Gewebeveränderungen.

Mit den drei untersuchten immunologischen Tests* dagegen wurden etwa doppelt so viele der Krebserkrankungen (60.0, 53.3 und 73.3 Prozent) und rund dreimal so viele der fortgeschrittenen Krebsvorstufen gefunden. Dabei lag ihre Spezifität noch etwas höher als beim enzymatischen Test.

Nur einem knappen Drittel (31 Prozent) aller positiven enzymatischen Tests lag tatsächlich eine Gewebeveränderung zugrunde. Unter den positiven Befunden der immunologischen Tests dagegen bestätigte die Darmspiegelung in rund zwei Drittel aller Fälle (57 bis 68 Prozent) eine Veränderung. "So können die immunologischen Tests dazu beitragen, dass Menschen nach einem positiven Ergebnis eine Darmspiegelung wahrnehmen und damit viel gezielter diejenigen Personen an der Untersuchung teilnehmen, bei denen tatsächlich Darmkrebsvorstufen vorliegen", erklärt der Epidemiologe Brenner.

Da der enzymatische Test nur positiv/negativ-Aussagen erlaubt, der immunologische dagegen die Menge des Hämoglobins quantifiziert, mussten die Forscher die Ergebnisse vergleichbar machen. Dazu wählten sie den Schwellenwert der immunologischen Tests so, dass beide Verfahren die gleiche Anzahl an positiven Ergebnissen erbrachten.

"Wir haben hier erstmalig in einem Direktvergleich gezeigt, dass die diagnostische Aussagekraft der immunologischen Stuhltests bei einer gleichen Rate positiver Ergebnisse deutlich höher ist als die des Enzymtests", sagt Hermann Brenner. Er hofft, mit seiner Forschung Überzeugungsarbeit bei den Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen zu leisten: "Die Tests auf verborgenes Blut im Stuhl werden weiterhin einen wichtigen Bestandteil der Früherkennung von Darmkrebs darstellen. Daher wären wir gut beraten, die immunologischen Tests auch in Deutschland in das Krebsfrüherkennungsangebot aufzunehmen. Damit könnten deutlich mehr Menschen einen lebensrettenden Hinweis auf eine verborgene Krebserkrankung erhalten."

In mehreren anderen europäischen Ländern, die Programme zu Krebsfrüherkennung anbieten, sind die immunologischen Tests zwischenzeitlich Standard. Sie haben neben der höheren Empfindlichkeit weitere Vorteile für die Praxis: Sie sind einfacher zu automatisieren und der Proband muss nicht vorab bestimmte Lebensmittel vermeiden, da die Antikörper spezifisch auf menschliches Hämoglobin reagieren. Die etwas höheren Kosten, davon ist Brenner überzeugt, ließen sich senken, sobald die Tests in großem Maßstab produziert werden.

Hermann Brenner und Sha Tao: Superior diagnostic performance of fecal immunochemical tests for hemoglobin in a head-to-head comparison with guaiac based fecal occult blood test among 2235 participants of screening colonoscopy. European Journal of Cancer 2013, http://dx.doi.org/10.1016/j.ejca.2013.04.023


* untersuchte Tests:

Enzymatischer Nachweis:
HemOccult, Beckman Coulter, Krefeld, Germany

Immunologische Nachweise:
RIDASCREEN® Haemoglobin, Biopharm, Darmstadt RIDASCREEN® Haemo-/Haptoglobin-Complex, Biopharm, Darmstadt OC Sensor, Eiken Chemicals, Tokyo, Japan


Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Diese Pressemitteilung ist abrufbar unter www.dkfz.de/pressemitteilungen

Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Deutsches Krebsforschungszentrum Im Neuenheimer Feld 280 D-69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2854
F: +49 6221 42 2968

Dr. Sibylle Kohlstädt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
D-69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2843
F: +49 6221 42 2968

AEI-Wissenschaftler Holger Pletsch erhält den Heinz Maier-Leibnitz-Preis

Hochbegabungspresse


Junger Max-Planck-Forscher mit wichtigstem Preis für Nachwuchswissenschaftler in Deutschland ausgezeichnet

Der Astrophysiker Holger Pletsch, Leiter einer unabhängigen Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut/AEI) und dem Institut für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover, forscht an effizienten Methoden zur Entdeckung unbekannter Neutronensterne anhand ihrer Gravitationswellen- und Gammastrahlenemission. Für seine herausragenden Arbeiten erhält er den renommierten Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Bundesministerium für Bildung und Forschung. Am 3. Juni 2013 wird der mit 20.000 Euro dotierte Preis im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Magnus-Haus in Berlin überreicht.

Einsteins Erbe und endliche Rechenleistung als Flaschenhals
Vor fast 100 Jahren entwickelte Albert Einstein seine Allgemeine Relativitätstheorie, die unser Verständnis des Universums revolutionierte. Viele der Vorhersagen dieser Theorie wurden inzwischen mit zunehmender Präzision experimentell nachgewiesen, doch die direkte Messung eines Effekts – sogenannter Gravitationswellen – steht weiterhin aus. Mit Hilfe dieser winzigen Verzerrungen der Raumzeit wollen Astronomen das Bild vom Kosmos vervollständigen und für die bekannten astronomischen Methoden unsichtbare astrophysikalische Objekte untersuchen.

Ein vielversprechendes Ziel dafür sind Neutronensterne, die extrem dichten und schnell rotierenden Überreste massereicher Sterne. Sie lassen sich anhand ihrer Emission von Gravitationswellen und Gammastrahlung aufspüren. In beiden Fällen begrenzt die verfügbare Rechenleistung die Empfindlichkeit der Datenanalyse. Holger Pletsch entwickelt mit AEI-Kollegen für diese Suchen nach unbekannten Neutronensternen innovative und besonders effiziente Analysemethoden. Für seine wegweisenden Arbeiten auf diesen Gebieten erhält er den Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2013.

Effiziente Methoden für die Gravitationswellen-Datenanalyse
Die Datenanalyse spielt neben der Entwicklung besserer Detektoren die entscheidende Rolle beim direkten Nachweis von Gravitationswellen. Denn die Datenströme existierender Instrumente sind durch Rauschquellen dominiert und mögliche zuvor unbekannte astrophysikalische Signale müssen daher mit großem Rechenaufwand herausgefiltert werden. Das gilt auch für die Suche nach den periodischen Gravitationswellensignalen von schnell rotierenden Neutronensternen.

Die verfügbare Rechenkraft für eine solche Suche zu optimieren, ist Gegenstand von Holger Pletschs Forschung. Die neu entwickelten Analysemethoden erweitern das erfasste Volumen im All um einen Faktor von rund 200. Die Wahrscheinlichkeit, Gravitationswellen von schnell rotierenden Neutronensternen zu entdecken, steigt damit um den gleichen Wert und die erste direkte Messung rückt einen Schritt näher.

Entdeckungen neuer Gammapulsare mittels Technologietransfer
Pletsch hat diese Methoden zudem auf die physikalisch und mathematisch verwandte Suche nach sogenannten Gammapulsaren übertragen und so innerhalb kurzer Zeit mehrere Entdeckungen gemacht. Pulsare sind rotierende Neutronensterne, die sich als kosmische Leuchtfeuer betätigen. Sie senden Gammaphotonen aus, die durch die Eigenrotation des Sternrests wie der Lichtstrahl eines Leuchtturms durchs All geschwenkt werden. Die Schwierigkeit, einen Gammapulsar in einer sogenannten Blindsuche eindeutig nachzuweisen liegt darin, dass a priori keiner der Parameter, die den Pulsar charakterisieren, exakt bekannt ist. Alle denkbaren Parameterkombinationen in mehreren Jahre umfassenden Datensätzen zu überprüfen und ein periodisches Signal aufzuspüren, erfordert daher einen enormen Rechenaufwand.

Holger Pletsch übertrug die ursprünglich für die Gravitationswellen-Datenanalyse entwickelten Methoden auf die Suche nach unbekannten Gammapulsaren. Mit diesen verbesserten, effizienteren Verfahren ließ sich erstmals ein größerer Parameterbereich mit höherer Empfindlichkeit als bislang untersuchen. So gelang Pletsch in Zusammenarbeit mit Kollegen vom Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn die Entdeckung von bislang elf neuen Gammapulsaren in Daten des Weltraumobservatoriums Fermi – mehr als ein Drittel der zuvor mit konventionellen Methoden gefundenen Pulsare. Darunter befinden sich viele außergewöhnliche Exemplare, deren Entdeckung eine Tür zu weiterer Forschungsarbeit geöffnet hat.


Kontakt:
Dr. Holger J. Pletsch
Independent Research Group Leader
Telefon: 0511-762-17171

Pressekontakt:
Dr. Benjamin Knispel
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Albert-Einstein-Institut Hannover
Telefon: 0511-762-19104

Mechtild Freiin v. Münchhausen
Pressesprecherin der Leibniz Universität Hannover
Telefon 0511-762-5355


Weitere Informationen:


Hintergrundinformationen:

International ausgezeichneter Forscher
Nach dem Studium der Physik an der TU Kaiserslautern und der University of Wisconsin-Milwaukee verfasste Holger Pletsch seine Doktorarbeit am AEI und wurde dafür von der Leibniz Universität Hannover im Jahr 2009 mit summa cum laude promoviert. Seine Dissertation wurde mit zwei Wissenschaftspreisen ausgezeichnet: Als jüngster Doktorand mit hervorragender Promotion erhielt Holger Pletsch den Dieter-Rampacher-Preis 2009 der Max-Planck-Gesellschaft. Im selben Jahr verlieh das Gravitational Wave International Committee (GWIC) ihm den internationalen GWIC-Thesis Prize für die beste Dissertation auf dem Gebiet der Gravitationswellenastronomie. Seit 2013 leitet er eine Independent Research Group am AEI Hannover.

Neutronensterne als Instrumente der Grundlagenphysik
Neutronensterne ermöglichen Astronomen die Untersuchung grundlegender physikalischer Phänomene unter Extrembedingungen. Aufgrund der enormen Schwerkraft eignen sich diese Objekte als ideale Testumgebungen für Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie. Ihre hohe Dichte erlaubt es Forschern, Materie unter auf der Erde nicht erreichbaren Bedingungen zu untersuchen. Als Überreste explodierter Sterne beleuchten sie deren teils ungewöhnliche „Lebenswege“ und vertiefen unser Verständnis der Sternentwicklung. Neutronensterne gelten außerdem als vielversprechende Quellen von Gravitationswellen, deren direkte Messung eine neue Ära der Astronomie einläuten wird.

Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis
Der nach dem ehemaligen DFG-Präsidenten benannte Heinz Maier-Leibnitz-Preis wird seit 1977 jährlich an junge Wissenschaftler vergeben. Die DFG sieht den Heinz Maier-Leibnitz-Preis als Anerkennung herausragender Leistungen, der die Ausgezeichneten darin unterstützen soll, ihre wissenschaftliche Laufbahn geradlinig weiterzuverfolgen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt das Preisgeld zur Verfügung. Am 3. Juni 2013 wird der mit 20.000 Euro dotierte Preis im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Magnus-Haus in Berlin überreicht.


Milde Marketing Science  Communication
Merkurstr. 12
D-14482 Potsdam
Tel. : +49 331 583 93 55
Fax : +49 331 583 93 57


Milde Marketing Science  Communication
Merkurstr. 12
D-14482 Potsdam
Tel. : +49 331 583 93 55
Fax : +49 331 583 93 57



Samstag, 25. Mai 2013

42 Millionen für bayerische Spitzenwissenschaftler im DFG-Programm Sonderforschungsbereiche / Transregio

Hochbegabungspresse  


Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat gestern in Bonn zwölf neue Sonderforschungsbereiche (SFB) und Transregio (TRR) für eine erste Förderperiode von vier Jahren eingerichtet. Zusätzlich bewilligte der zuständige Ausschuss die Verlängerung von 20 Sonderforschungsbereichen für jeweils eine weitere Förderperiode. Auf den Freistaat Bayern entfallen dabei drei Neueinrichtungen und zwei erfolgreiche Fortsetzungsanträge mit einem Gesamtfördervolumen von rund 42 Millionen Euro inklusive einer 20-prozentigen Programmpauschale für indirekte Kosten der Projekte.

Von den fünf erfolgreichen Vorhaben mit bayerischer Beteiligung haben in vier Fällen bayerische Wissenschaftler die Sprecherschaft des Gesamtverbundes inne. Wissenschaftsminister Heubisch ist über das erfreuliche Abschneiden in der Frühjahrssitzung des Bewilligungsausschusses der DFG zufrieden: „Das Ergebnis belegt nicht nur erneut die Spitzenstellung der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Technischen Universität München im bundesweiten Vergleich, gleichermaßen konnten sich Anträge der Universitäten Erlangen-Nürnberg, Würzburg und Bayreuth durchsetzen.“

Sonderforschungsbereiche werden nach einem strengen Begutachtungsverfahren mit hohen Qualitätsanforderungen vergeben, müssen international sichtbar sein und bedeuten für die Universitäten einen beträchtlichen Zuwachs an Stellen und Mitteln für den jeweiligen Forschungsbereich. „Besonders freut mich am Ergebnis, dass in Bayern in allen Landesteilen Spitzenforschung stattfindet. Mit der Option auf eine insgesamt zwölfjährige Laufzeit der bewilligten Forschungsvorhaben trägt dieses bewährte und begehrte Förderformat der DFG zu einer nachhaltigen Sicherung von Profilbereichen der jeweiligen Universität bei“, so der Minister weiter.

Thematisch gehören die bewilligten bayerischen Vorhaben diesmal überwiegend in den Bereich der Medizin und reichen von der Bedeutung von Pilzinfektionen über die Erforschung der Rolle von B-Zellen bei der Behandlung zahlreicher Krankheiten über grundlegende Fragen der Flexibilität des Chromosomenmaterials Chromatin bis hin zu Methoden zur bildlichen Darstellung der Tumorbiologie, um damit die Therapie bei Patienten mit Krebserkrankungen individuell anzupassen und zu überwachen. Ein Vorhaben befasst sich mit der Mesotechnologie, in der nach dem Vorbild der Natur Funktionssysteme aus nanoskopischen Bausteinen gezielt zusammengestellt werden, die dann zu neuen technischen Anwendungen führen.

Im Einzelnen werden neu eingerichtet:
  • TRR 124 - Pathogene Pilze und ihr menschlicher Wirt: Netzwerke der Interaktion, Jena / Würzburg
  • TRR 130 - B-Zellen: Immunität und Autoimmunität, Erlangen-Nürnberg / Freiburg / Göttingen; Sprecher: Prof. Lars Nitschke
  • SFB 1064 - Chromatindynamik, LMU; Sprecher: Prof. Peter Burkhard Becker

Fortgesetzt werden:
  • SFB 824 - Bildgebung zur Selektion, Überwachung und Individualisierung der Krebstherapie, TUM / LMU; Sprecher: Prof. Markus Schwaiger
  • SFB 840 - Von partikulären Nanosystemen zur Mesotechnologie, Bayreuth; Sprecher: Prof. Josef Breu


Sonderforschungsbereiche (SFB) sind auf die Dauer von bis zu zwölf Jahren (in der Regel drei mal vier Jahre) angelegte Forschungseinrichtungen der Hochschulen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die Grenzen ihrer jeweiligen Fächer, Institute, Fachbereiche und Fakultäten hinweg im Rahmen eines übergreifenden und wissenschaftlich exzellenten Forschungsprogramms zusammenarbeiten. Der klassische Sonderforschungsbereich (SFB) wird in der Regel von einer Hochschule beantragt. Der SFB-Transregio (TRR) wird von mehreren (in der Regel bis zu drei) Hochschulen gemeinsam beantragt. Die Förderung ermöglicht eine enge überregionale Kooperation zwischen Hochschulen und den dort Forschenden sowie eine Vernetzung und gemeinsame Nutzung der Ressourcen. Für SFB/TRR stehen im Haushalt der DFG insgesamt jährlich rund 500 Millionen Euro zur Verfügung. Es finden jährlich zwei Sitzungen des SFB-Bewilligungsausschusses der DFG in Bonn statt. Der Ausschuss fällt seine Entscheidungen auf Grundlage von Voten fachspezifischer Prüfungsgruppen, die im Vorfeld der Sitzung jeweils im Rahmen von Vorort-Begehungen erstellt werden.

Bayerisches Staatsministerium für
Wissenschaft, Forschung und Kunst
Pressestelle
Salvatorstraße 2
80333 München

Tel:  0049-(0)89-2186-2666
Fax: 0049-(0)89-2186-2888


                                   

Willkommenskultur für ausländische Studierende: 690 studentische Tutorinnen und Tutoren in den Studentenwerken


Hochbegabungspresse  



·         Bundestreffen der studentischen Tutorinnen und Tutoren aus den Wohnheimen der Studentenwerke in Bad Bevensen, organisiert vom Deutschen Studentenwerk (DSW)
·         42 Studentenwerke mit Tutorenprogramm
·         690 Tutorinnen und Tutoren bundesweit
·         Rund 65.000 ausländische Studierende in den Wohnheimen der Studentenwerke
·         DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde: „Soziale Integration ist entscheidend für den Studienerfolg ausländischer Studierender“

Bad Bevensen/Berlin, 24. Mai 2013. Studierende integrieren Studierende: In den Wohnheimen der Studentenwerke arbeiten 690 studentische Tutorinnen und Tutoren an der sozialen Integration ausländischer Studierender. 42 der insgesamt 58 Studentenwerke bundesweit setzen diese Tutorinnen und Tutoren ein. Sie treffen sich dieses Wochenende im Gustav Stresemann Institut in Bad Bevensen zum Erfahrungsaustausch, organisiert vom Deutschen Studentenwerk (DSW).

In den Wohnheimen der Studentenwerke, die insgesamt 183.000 Wohnheimplätze bieten, leben rund 65.000 ausländische Studierende – das ist mehr als ein Viertel der insgesamt 250.000 ausländischen Studierenden an den deutschen Hochschulen.

„Und wenn die Studentenwerke noch mehr Wohnheimplätze hätten, könnten sie den Wunsch eines großen Teils internationaler Studierender nach einer Unterbringung im Wohnheim erfüllen. Denn mehr als 50% von ihnen wollen während ihres Studiums gerade dort leben“, erklärt der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde.

Nach den Vorstellungen von Bund und Ländern sowie dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) soll die Zahl der ausländischen Studierenden auf 375.000 und deren Erfolgsquote auf 75% erhöht werden. Derzeit liegt deren Abschlussquote bei knapp 50%.

DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde erklärt angesichts dieser Zielvorgaben: „Ein entscheidender Faktor für den Studienerfolg ausländischer Studierender in Deutschland ist eine gelingende soziale Integration. Hier können die Studentenwerke mit ihren Tutorinnen und Tutoren einen Akzent setzen. Sie schaffen eine echte Willkommenskultur.“

„Allerdings werden Bund und Länder zur erfolgreichen Realisierung ihrer ambitionierten Ziele nicht darum herumkommen, die soziale Infrastruktur - wie seit langem vom Deutschen Studentenwerk gefordert - angemessenen auszubauen“, so Meyer auf der Heyde.

Die Tutorinnen und Tutoren nehmen sehr vielfältige Aufgaben wahr; sie seien „studentische Integrationsbeauftragte, Eventmanager, Übersetzerinnen, Kummerkasten, Teambilder, Wohnheimpolizei, Social Media-Verantwortliche, großer Bruder, große Schwester, Mediator, Vertrauensperson – oft alles zusammen“, so Meyer auf der Heyde.

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) als Verband der 58 Studentenwerke begleitet und unterstützt die Internationalisierung der Studentenwerke mit interkulturellen Trainings und Seminaren. Verantwortlich dafür ist beim DSW die Servicestelle Interkulturelle Kompetenz, die seit 2002 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.


Die Servicestelle Interkulturelle Kompetenz des Deutschen Studentenwerks im Netz:



Stefan Grob
Referatsleiter Presse/Kultur
Stellvertreter des Generalsekretärs
Deutsches Studentenwerk
Monbijouplatz 11
10178 Berlin
Tel: 030-29 77 27-20
Mobil: 0163 29 77 272
Fax: 030-29 77 27-99
PC-Fax: 030-29 77 27-55 20

4.6., Mensa Nord, Berlin: „zu gut für die Tonne!“

Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)



Fortsatz einer Nervenzelle innerhalb des „rostralen“ Teils des Rattenhirns.
 Die Schwellungen werden durch die Ansammlung von Alpha-Synuclein 
hervorgerufen. Quelle: DZNE / A. Ulusoy




Hochbegabungspresse  


Proteine auf Wanderschaft: Neues Tiermodell gibt Einblicke in die Mechanismen der Parkinson-Krankheit

Bonn, 24. Mai 2013 – Bei der Parkinson-Erkrankung sammeln sich Klumpen des Proteins „Alpha-Synuclein“ in Nervenzellen an. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto weiter breiten sich diese schädlichen Proteinansammlungen in bestimmte Bereiche des Gehirns aus. Die Vorgänge, die dieser Ausbreitung zu Grunde liegen, sind bislang kaum verstanden. Sie könnten darauf beruhen, dass sich das Protein – oder abnorme Versionen davon – über Nervenverbindungen zwischen niederen und höheren Hirnregionen ausbreitet. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn haben eine neue experimentelle Methode entwickelt, die das typische Muster dieser Ausbreitung erstmals nachbildet und so wichtige Einblicke in die Mechanismen der Krankheit ermöglicht. Hierzu induzierten die Forscher im Hirnstamm von Ratten die Produktion von menschlichem Alpha-Synuclein und verfolgten die Ausbreitung des Proteins in höher gelegene Hirnbereiche. Das neue Modellverfahren könnte Wege aufzeigen, um den Krankheitsverlauf beim Menschen zu verlangsamen oder zu stoppen. Das Forscherteam um Prof. Donato Di Monte stellt diese Ergebnisse nun im Fachjournal „EMBO Molecular Medicine“ vor.

Parkinson ist eine Erkrankung des Nervensystems, die in der Regel Bewegungsstörungen auslöst, welche beispielsweise mit unkontrollierbaren Zitterbewegungen der Gliedmaßen einhergehen. Überdies verursacht sie auch nicht-motorische Symptome wie Schlafstörungen und Depressionen.

Bislang ist die Parkinson-Krankheit nicht heilbar, auch wenn manche Therapien in der Lage sind, bestimmte Symptome zu lindern. Dazu zählt beispielsweise die Behandlung mit Arzneimitteln, die die Wirkung des körpereigenen Botenstoffes Dopamin nachahmen und die Bewegungsstörungen verringern. Parkinson ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung nach Alzheimer. Es wird geschätzt, dass allein in Deutschland 100.000 bis 300.000 Menschen von Parkinson betroffen sind.

Zu einem kleinen Prozentsatz geht Parkinson auf genetische Faktoren zurück, die familiär vererbt werden. Doch für die überwiegende Mehrheit der Fälle ist die Krankheitsursache unbekannt. Die Entwicklung dieser sporadisch auftretenden Krankheitsform wird wahrscheinlich von Umwelteinflüssen und genetischen Risikofaktoren gefördert. Auffällig ist, dass sich im Gehirn von Patienten mit sporadischem und familiären Parkinson-Syndrom Protein-Ansammlungen in den Nervenzellen bilden und dort ablagern. Diese Ablagerungen wurden erstmals vom deutschen Neurologen Friedrich Lewy beschrieben und werden daher „Lewy-Körperchen“ genannt.

„Es war eine wichtige Entdeckung in den späten 90er-Jahren, dass Lewy-Körperchen entstehen, wenn das Protein Alpha-Synuclein verklumpt“, sagt Di Monte. „Seitdem hat man auch nachweisen können, dass sich im Laufe der Erkrankung Alpha-Synuclein fortschreitend im Gehirn von Patienten mit Parkinson-Syndrom ansammelt.“

Pathologische Untersuchungen von menschlichen Gehirnen zeigen, dass in der Regel die Ablagerungen zunächst im Hirnstamm, in einem Gebiet namens „Medulla oblongata“ entstehen. In späteren Krankheitsstadien werden diese Aggregate jedoch auch zunehmend in höheren  („rostralen“) Hirnregionen beobachtet. Dazu gehören das  Mittelhirn und die Hirnrinde.

„Diese Ausbreitung scheint einem typischen Muster zu folgen, das auf anatomischen Verbindungen zwischen den Hirnregionen beruht“, sagt der Neurowissenschaftler. „So kam die Hypothese auf, dass das Protein Alpha-Synuclein, oder anomale Formen davon, zwischen miteinander verbundenen Nervenzellen übertragen werden kann und dass es auf diese Weise innerhalb des Gehirns wandert. Doch bislang gab es keine Möglichkeit, diese Ausbreitung ausgehend von der Medulla oblongata im Labor nachzubilden. Unklar ist auch, was die Übertragung des Proteins oder seiner Aggregate zwischen den Neuronen auslösen könnte. Wir haben nun ein experimentelles Modell entwickelt, das die Untersuchung dieser grundlegenden Fragen ermöglicht.“

Vom Nacken ins Gehirn

Das Konzept der Forscher beruht darauf, die Ausbreitung von Alpha-Synuclein in Ratten nachzubilden: Dafür schleusten sie den Bauplan der menschlichen Variante von Alpha-Synuclein in das Gehirn der Ratten ein. Als Transportmittel diente ein maßgeschneidertes Virus-Teilchen. Dieses wurde von den Wissenschaftlern in Nervenfasern im Nacken der Tiere injiziert. Über diese Fasern gelangte der genetische Bauplan des Proteins bis in die Medulla oblongata. Dortige Nervenzellen, die das Erbgut aufgenommen hatten, begannen nun damit, menschliches Alpha-Synuclein in großen Mengen herzustellen.

„Wir haben gute Gründe davon auszugehen, dass die Medulla oblongata ein primärer Entstehungsort der frühen Krankheitsentwicklung ist. Deshalb wollten wir die Produktion von menschlichem Alpha-Synuclein gezielt in diesem Teil des Gehirns induzieren. Die Medulla oblongata ist über chirurgische Eingriffe schwierig zu erreichen. Aus diesem Grund haben wir die Viruspartikel in den Nervus Vagus injiziert. Das ist ein langer Nerv, der sich vom Bauchraum über den Nacken bis zur Medulla oblongata ausdehnt. Der Nerv diente als Zugang zum Gehirn und insbesondere zur Medulla oblongata“, erläutert Di Monte.

Ein wanderndes Protein

Die Forscher verfolgten die Produktion und Ausbreitung des menschlichen Alpha-Synucleins im Rattenhirn über einen Zeitraum von viereinhalb Monaten nach Verabreichung der Viruspartikel. Wie vorhergesagt, wurde das fremde Protein nur in solchen Nervenzellen der Medulla oblongata hergestellt, die mit dem Nervus Vagus verbunden waren. Nach zwei Monaten jedoch fanden die Forscher das menschliche Protein auch in Hirnregionen, die von der Medulla oblongata mehr und mehr entfernt lagen. Diese „caudo-rostrale“ Ausbreitung von niederen in höhere Hirnregionen geschah von Nervenzelle zu Nervenzelle und entlang bestimmter Nervenbahnen. In den  Fortsätzen jener Nervenzellen, die menschliches Alpha-Synuclein aufgenommen hatten, stellten die Wissenschaftler morphologische Veränderungen (zum Beispiel Schwellungen) fest.

Die Studie, die zum Teil durch die Blanche A. Paul Foundation finanziert wurde, liefert eine Reihe wichtiger Befunde: Sie reproduziert ein Muster der Protein-Verteilung, dass die fortschreitenden Ausbreitung von krankhaftem Alpha-Synuclein, wie sie beim Parkinson-Syndrom auftritt, simuliert. Ein ebenso wichtiges Ergebnis ist, dass die Ausbreitung durch Überproduktion von Alpha-Synuclein im Hirnstamm ausgelöst wurde.

„Die Überproduktion von Alpha-Synuclein ist einer der Faktoren, die maßgeblich die Entwicklung von Parkinson fördern können. Weitere Faktoren sind z.B. der Alterungsprozess, neuronale Verletzungen oder genetische Polymorphismen“, so Di Monte. „Unsere Ergebnisse deuten daraufhin, dass es eine mechanistische Verbindung zwischen den Risikofaktoren der Erkrankung, einem erhöhtem Alpha-Synuclein-Spiegel, der Verbreitung des Proteins und seiner krankhaften Anhäufung gibt.“

Einblick in Anfangsstadium von Parkinson

Das neue Modell ahmt Ereignisse nach, die wahrscheinlich in den frühen Stadien dieser Erkrankung auftreten – in Abwesenheit von Verhaltensauffälligkeiten (bei Ratten) oder klinischen Anzeichen (bei Patienten). „Es wird daher ein wertvolles Werkzeug sein, um Mechanismen der frühen Krankheitsentwicklung zu untersuchen. Mechanismen, die man therapeutisch gezielt ansprechen könnte. Ein frühzeitiger Eingriff hat eine größere Wahrscheinlichkeit, die Ausbreitung der Pathologie und das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern oder zu stoppen“, sagt Di Monte.

Originalveröffentlichung
„Caudo-rostral Brain Spreading of α-Synuclein through Vagal Connections“, Ayse Ulusoy, Raffaella Rusconi, Blanca I. Pérez-Revuelta, Ruth E. Musgrove, Michael Helwig, Bettina Winzen-Reichert, Donato A. Di Monte EMBO Molecular Medicine (2013), DOI: 10.1002/emmm.201302475 - http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/emmm.201302475/abstract

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) erforscht die Ursachen von Erkrankungen des Nervensystems und entwickelt Strategien zur Prävention, Therapie und Pflege. Es ist eine Einrichtung in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren mit Standorten in Berlin, Bonn, Dresden, Göttingen, Magdeburg, München, Rostock/Greifswald, Tübingen und Witten. Das DZNE kooperiert eng mit Universitäten, deren Kliniken und außeruniversitären Einrichtungen. Website: www.dzne.de

Kontakt

Prof. Dr. Donato Di Monte
Gruppenleiter
DZNE, Bonn
Tel.: 0228/43302-650

Dr. Marcus Neitzert
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
DZNE, Bonn
Tel.: 0228/43302-271

DFG richtet zwölf neue Sonderforschungsbereiche ein


Hochbegabungspresse  



Themen von natürlichen Ressourcen in alten Kulturen und Moderne über CO2-Abscheidung bis zu Energiewandlung und Tumortherapie / Insgesamt 94 Millionen Euro für erste Förderperiode

24. Mai 2013

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zwölf weitere Sonderforschungsbereiche (SFB) ein. Dies beschloss jetzt der zuständige Bewilligungsausschuss der DFG auf seiner Frühjahrssitzung in Bonn. Die neuen SFB werden mit insgesamt 94 Millionen Euro für zunächst drei Jahre und neun Monate gefördert. Hinzu kommt eine jeweils 20-prozentige Programmpauschale für indirekte Kosten, die sich aus den Forschungsprojekten ergeben.

Themen der neu bewilligten SFB sind unter anderem der soziokulturelle Umgang mit Öl, Metallen, Nahrung und anderen natürlichen Ressourcen in alten Kulturen und der modernen Gesellschaft, pathogene Pilze und durch sie ausgelöste Infektionen oder die elementaren Schritte der Energiewandlung in Materialien. Weitere Einrichtungen wollen die wissenschaftlichen Grundlagen für neue Technologien zur CO2-Abscheidung oder neue Wege der Tumortherapie legen.

Drei der zwölf neuen Verbünde sind SFB/Transregio (TRR), die sich auf mehrere Forschungsstandorte verteilen. Zusätzlich zu diesen Einrichtungen stimmte der Bewilligungsausschuss für die Verlängerung von 20 SFB für jeweils eine weitere Förderperiode. Die DFG fördert damit ab Oktober 2013 insgesamt 232 Sonderforschungsbereiche.

Neben seinen Förderentscheidungen diskutierte der Bewilligungsausschuss auch intensiv über finanzielle Rahmenbedingungen. Angesichts der vor allem in der Einzelförderung stark steigenden Antragsvolumina sieht sich die DFG in der Verantwortung, die Balance zwischen ihren Förderprogrammen im Blick zu behalten, ohne die Funktionsfähigkeit einzelner Programme und Projekte zu gefährden. Der Bewilligungsausschuss folgte daher einem Vorschlag von DFG-Präsident Strohschneider als Ausschussvorsitzendem, der zwei finanztechnische Maßnahmen vorsieht: ein Moratorium für zusätzliche Anträge im Rahmen laufender SFB („Nachanträge“) bis Ende 2014 und eine Verkürzung der ersten Förderperiode für alle bis einschließlich Mai 2014 neu bewilligten SFB um drei Monate. Die durch diese Maßnahmen bis Ende 2014 frei werdenden Mittel in Höhe von etwa 35 Millionen Euro sollen in die Einzelförderung fließen.


Die neuen Sonderforschungsbereiche im Einzelnen
(in alphabetischer Reihenfolge ihrer Sprecherhochschulen)

Trotz der mit der Energiewende verbundenen Umstellung auf regenerative Energien wird weiterhin auch der Rückgriff auf fossile Brennstoffe wie Kohle und Erdgas unverzichtbar bleiben. Das dabei freigesetzte CO2 gilt es im Interesse der Umwelt aber zu reduzieren. Hier setzen „Carbon Capture and Storage“-Methoden an, etwa die sogenannte Oxyfuel-Verbrennung. Sie ist eine der vielversprechendsten Technologien zur CO2-Abscheidung: Der Brennstoff wird dabei anstelle von Luft mit einem Gemisch aus Sauerstoff und Rauchgas verbrannt. Der SFB/Transregio „Oxyflame – Entwicklung von Methoden und Modellen zur Beschreibung der Reaktion fester Brennstoffe in einer Oxyfuel-Atmosphäre“ will diese Technologie grundlegend erforschen.
(Sprecherhochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Sprecher: Professor Dr.-Ing. Reinhold Kneer; außerdem beteiligt: Ruhr-Universität Bochum, Technische Universität Darmstadt)

Der SFB „Nanocarrier: Architektur, Transport und zielgerichtete Applikation von Wirkstoffen für therapeutische Anwendungen“ legt seinen Schwerpunkt auf die Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen durch wirkstoffbeladene Trägersysteme aus dem Nanogrößenbereich: den sogenannten Nanocarriern. Für eine erfolgreiche topische, also örtliche, äußerliche Therapie ist die Aufnahme von Wirkstoffen bedeutsam – ihre Konzentration am Wirkort bei gleichzeitiger Reduktion systemischer Wirkungen erscheint dabei am effizientesten. Das erklärte Forschungsziel des SFB ist es, die nanoskopischen Trägersysteme ebenso zu optimieren wie die Konzepte der topischen Therapie insgesamt.
(Sprecherhochschule: Freie Universität Berlin, Sprecher: Professor Dr. Eckart Rühl; außerdem beteiligt: Charité Berlin, Helmholtz-Zentrum Geesthacht: Institut für Polymerforschung Teltow)

Ein neurowissenschaftliches Themenfeld greift der SFB „Funktion synaptischer Mikronetzwerke und deren Störungen bei Erkrankungen des Zentralnervensystems“ auf: Er verfolgt das Ziel, (patho-)physiologische Eigenschaften und Funktionsweisen synaptischer Mikronetzwerke zu analysieren. Aus diesen Netzwerken bauen sich die komplexen Eigenschaften des Gehirns auf. Bislang ungeklärt ist jedoch, wie die unterschiedlichen zellulären und synaptischen Elemente eines solch neuronalen Netzwerkes interagieren. An den beteiligten Institutionen in Bonn und in Israel will man insbesondere Mikronetzwerke im gesunden Organismus mit Zuständen bei neuronalen Erkrankungen wie der Epilepsie und der Alzheimerkrankheit vergleichen.
(Sprecherhochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Sprecher: Professor Dr. Heinz Beck; außerdem beteiligt: Technion – Israel Institute of Technology Haifa, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen Bonn, Forschungszentrum caesar Bonn, Weizmann Institute of Science Rehovot, Israel)

B-Zellen sind ein wesentlicher Bestandteil des Immunsystems und spielen daher eine große Rolle bei der Behandlung zahlreicher Krankheiten, die auf Autoimmunreaktionen basieren, wie Multiple Sklerose, rheumatoide Arthritis oder Allergien. Der SFB/Transregio „B-Zellen: Immunität und Autoimmunität“ rückt die B-Zell-Aktivierung, B-Zell-induzierte Antikörper-Antworten sowie ihre Dysregulation in Autoimmunkrankheiten in das Zentrum seiner Forschung. Damit will er einen Beitrag zu dem grundlegenden Verständnis von Autoimmunerkrankungen leisten. Im Idealfall kann dies zu verbesserten Therapiemöglichkeiten wie auch zu Immunisierungen durch gezielte Impfungen führen. Der Forschungsansatz des SFB sieht eine Kombination von Grundlagenforschung, etwa in Mausmodellen, mit Studien von menschlichen Patienten vor.
(Sprecherhochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Sprecher: Professor Dr. Lars Nitschke; außerdem beteiligt: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Charité Berlin, Georg-August-Universität Göttingen, Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin (DRFZ), Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie Berlin)

Fette und Fettsäuren gehören zur Gruppe der Lipide, deren wichtige, aber eher „inaktive“ Funktion etwa als Bestandteile von Zellmembranen schon lange bekannt ist. Erst seit Kurzem jedoch wird klar, dass Lipide auch eine aktive Rolle als Signalmoleküle für die inter- und intrazelluläre Kommunikation spielen und ihnen bei Entzündung und Schmerz sowie der Entstehung und dem Verlauf von Krankheiten wie Arteriosklerose, Diabetes oder Krebs eine wichtige Rolle zukommt. Der SFB „Krankheitsrelevante Signaltransduktion durch Fettsäurederivate und Sphingolipide“ verfolgt das Ziel, lipidvermittelte Signalnetzwerke umfassend von der molekularen und zellulären Ebene bis hin zur systemischen Ebene bei der Steuerung der Organfunktion und des Gesamtorganismus zu verstehen. Die einzelnen Komponenten dieser Signalwege stellen vielversprechende Zielstrukturen für Arzneimittel dar, sodass die neuen Erkenntnisse auch konsequent zur Entwicklung neuer Therapeutika genutzt werden sollen.
(Sprecherhochschule: Goethe-Universität Frankfurt/Main, Sprecher: Professor Dr. Josef M. Pfeilschifter; außerdem beteiligt: Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung Bad Nauheim)

Um die Energiewandlung in komplexen Materialien geht es beim Forschungsvorhaben des SFB „Kontrolle von Energiewandlung auf atomaren Skalen“. Angestrebt wird hier ein verbessertes mikroskopisches Verständnis der elementaren Schritte der Energiewandlung in Materialien mit einstellbaren Anregungen und Wechselwirkungen. Modellhaft wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Teilschritte der Energiekonversion analysieren; dabei sollen auch neuartige Ansätze zur Beeinflussung und Steuerung von Energieübergängen erprobt werden.
(Sprecherhochschule: Georg-August-Universität Göttingen, Sprecher: Professor Dr. Christian Jooß; außerdem beteiligt: Technische Universität Clausthal, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie Göttingen)

Die Bedeutung von Pilzinfektionen wurde lange unterschätzt. Sie zählen heute zu den häufigsten Todesursachen in der industrialisierten Welt. Die starke Zunahme an schweren Erkrankungen mit pathogenen Pilzen in den letzten zwei Jahrzehnten sowie die immer noch weitgehende therapeutische Ohnmacht gegenüber diesen Krankheiten machen die Thematik des SFB/Transregio „Pathogene Pilze und ihr menschlicher Wirt: Netzwerke der Interaktion“ aktuell und drängend. Am Beispiel des Hefepilzes Candida albicans und des Schimmelpilzes Aspergillus fumigatus sollen die Infektionsprozesse ergründet werden, um neue anti-infektive Strategien zu entwickeln.
(Sprecherhochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena, Sprecher: Professor Dr. Axel Brakhage; außerdem beteiligt: Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V., Hans-Knöll-Institut (HKI) Jena)

Die Wechselwirkungen zwischen der Oberflächenbiosphäre und der Rolle von Organismen in den tieferen Erdschichten sind wissenschaftlich bislang kaum ergründet worden. Der neue SFB „AquaDiva: Forschungsverbund zum Verständnis der Verknüpfungen zwischen der oberirdischen und unterirdischen Biogeosphäre“ will diesem Forschungsdefizit begegnen. Er konzentriert sich auf den Bereich der „Kritischen Zone“, der unterhalb der intensiv durchwurzelten Bodenschicht beginnt. Dabei werden sowohl das Wasser (Aqua) als auch die Biodiversität (Diva) untersucht, um zu beantworten, welche Organismen dort leben und wie sie mit ihrem Lebensraum interagieren.
(Sprecherhochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena, Sprecherin: Professor Dr. Kirsten Küsel; außerdem beteiligt: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig, Institut für Photonische Technologien Jena, Max-Planck-Institut für Biogeochemie Jena)

Eine nanopartikelbasierte Tumortherapie soll innerhalb des SFB „Nanodimensionale polymere Therapeutika für die Tumortherapie“ entwickelt werden. Die Forscherinnen und Forscher wollen sich dabei auf die Tumorimmuntherapie fokussieren, da sie besonders geeignet erscheint, auch minimale Resterkrankungen, etwa versteckte Metastasen, dauerhaft eliminieren zu können. Der SFB nähert sich dem Forschungsgegenstand von zwei Seiten: Die Chemikerinnen und Chemiker befassen sich sowohl mit der synthetischen Machbarkeit als auch mit den Struktur-Eigenschaftsbeziehungen der Trägermaterialien. Ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Biomedizin wollen Konzepte zur optimalen Einsetzung solch neuer Träger im Sinne einer Kombinationstherapie zur Aktivierung des Immunsystems gegen den Tumor entwickeln.
(Sprecherhochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Sprecher: Professor Dr. Rudolf Zentel; außerdem beteiligt: Max-Planck-Institut für Polymerforschung Mainz)

In den modernen Materialwissenschaften und ihren technischen Anwendungen spielen die inneren Grenzflächen zwischen Festkörpern eine maßgebliche Rolle, etwa in Halbleiterbauelementen. Der SFB „Struktur und Dynamik innerer Grenzflächen“ will deshalb ein mikroskopisches Verständnis der Struktur und der Dynamik vergrabener, innerer Grenzflächen in Materialien erlangen. Die Bedeutung innerer Grenzflächen wird sogar noch zunehmen, insbesondere in Bezug auf Hybridmaterialien aus anorganischen und organischen Stoffen. Solche Hybridmaterialien werden zum Beispiel zur Herstellung neuartiger Solarzellen und anderer elektronischer Bauelemente verwendet.
(Sprecherhochschule: Philipps-Universität Marburg, Sprecher: Professor Dr. Ulrich Höfer; außerdem beteiligt: Donostia International Physics Center San Sebastián, Spanien)

Der SFB „Chromatindynamik“ erforscht grundlegende Prinzipien dynamischer Struktureigenschaften des Chromatins, also des Materials, aus dem Chromosomen bestehen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler widmen sich den Mechanismen, die die Vielgestaltigkeit und Flexibilität des Chromatins bedingen und ihm die notwendige Plastizität verleihen, um auf Signale des Stoffwechsels, der Umwelt oder im Zuge von Entwicklungsprozessen zu reagieren. Bislang nahm man an, dass die in Proteine verpackte DNA – das Chromatin – die meiste Zeit in stabilen Zuständen im Zellkern vorliege. Neue Erkenntnisse gehen jedoch von einer wesentlich größeren Dynamik aus. Genau hier setzt die Grundlagenforschung des SFB an.
(Sprecherhochschule: Ludwig-Maximilians-Universität München, Sprecher: Professor Dr. Peter Burkhard Becker; außerdem beteiligt: Helmholtz Zentrum München: Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt Oberschleißheim, Max-Planck-Institut für Biochemie Planegg)

Was bedeuten Ressourcen für Dynamiken des menschlichen Zusammenlebens? Diese Frage ist angesichts endlicher natürlicher Ressourcen wie Erdöl, Metalle oder Nahrungsmittel von enormer Bedeutung und wird nicht nur in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, sondern auch in den archäologischen Disziplinen diskutiert. Der SFB „RessourcenKulturen. Soziokulturelle Dynamiken im Umgang mit Ressourcen“ unternimmt nun den Versuch, den Ressourcenbegriff alter Kulturen mit der aktuellen Diskussion zu verknüpfen. Dazu vertreten die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Hypothese, dass Ressourcen in der Regel nicht isoliert auftreten, sondern als Teil von „Ressourcenkomplexen“, also Kombinationen von Dingen, Personen, Wissen und Praktiken.
(Sprecherhochschule: Eberhard Karls Universität Tübingen, Sprecher: Professor Dr. Martin Bartelheim; außerdem beteiligt: Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie Mannheim, Landesamt für Denkmalpflege Konstanz)



Weiterführende Informationen

Weitere Informationen erteilen die Sprecherinnen und Sprecher der Sonderforschungsbereiche.

Ansprechpartner in der DFG-Geschäftsstelle:
Dr. Klaus Wehrberger, Leiter der Gruppe Sonderforschungsbereiche, Forschungszentren, Exzellenzcluster,
Tel. +49 228 885-2355, Klaus.Wehrberger@dfg.de

Ausführliche Informationen zum Förderprogramm und den geförderten Sonderforschungsbereichen auch unter: www.dfg.de/sfb/

Erstes großes DAAD Korea-Alumni-Treffen in Görlitz


Hochbegabungspresse  


DAAD feiert an der Hochschule Zittau/Görlitz 130 Jahre diplomatische
Beziehungen mit Korea

Bonn/Görlitz, 24.5.2013. Unter dem Motto ''Auf dem Weg zu neuen
Horizonten'' kommen anlässlich des 130. Jubiläums der diplomatischen
Beziehungen mit Korea vom 24.-26. Mai 2013 mehr als hundert Alumni
zusammen, die in den letzten drei Jahrzehnten mit einem Stipendium des
Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) einen Studien- oder
Forschungsaufenhalt in Korea absolviert haben. An der Hochschule
Zittau/Görlitz diskutieren sie mit koreanischen Stipendiaten und
Wissenschaftlern gesellschaftswissenschaftliche Fragen beider Länder,
Zukunftsthemen wie die Erforschung regenerativer Energien und
zukünftige Kooperationsmöglichkeiten in Wissenschaft und Forschung.

''Korea gilt als Modellbeispiel für dynamische nationale Entwicklung
in Asien, die sich sehr positiv auf die Hochschulbeziehungen mit
Deutschland auswirkt'', erläuterte DAAD-Präsidentin Prof. Margret
Wintermantel vor der Eröffnung.

Das Treffen wird von koreanischer Seite von Prof. Dr. Seung Jong Lee,
dem Präsidenten der National Research Foundation Korea und dem
ehemaligen koreanischen Premierminister Kim Hwang Sik eröffnet, der
als DAAD-Alumnus mit Wiedereinladung des DAAD zu einem längeren
Forschungsaufenthalt in Deutschland ist. ''Wir freuen uns sehr,
Gastgeber und Mitorganisator dieses Treffens und so prominenter Gäste
zu sein'', erklärt Prof. Dr. Friedrich Albrecht, Rektor der Hochschule
Zittau/Görlitz.

In Korea fördert der DAAD aus Sondermitteln des BMBF den Aufbau eines
''Deutsch-koreanischen Alumninetzwerkes'' (ADeKO), das heute als
eingetragener Verein bereits über 5.000 Mitglieder aus 49
Einzelverbänden verzeichnet. Auf beiden Seiten ist der Wunsch groß, in
Deutschland ein Partnernetzwerk aufzubauen, um die Alumni beider
Länder besser miteinander in Verbindung zu bringen und die
deutsch-koreanischen Beziehungen in Zukunft noch effektiver zu
gestalten.

Deutschland ist jährlich für rund 5.000 koreanische Jung-Akademiker
und Musiker das beliebteste Gastland Europas - doch wagen sich
jährlich nur 100 bis 200 Deutsche an koreanische Universitäten, obwohl
einige von diesen längst einen internationalen Ruf erlangt haben. Der
DAAD unterstützt den Austausch in beide Richtungen mit verschiedenen
Förderprogrammen, von denen im Individualbereich vor allem Programme
für anwendungsbezogene Fachgebiete sowie strukturierte
Kooperationsprogramme gut angenommen werden.

Kontakt:
Dr. Ursula Toyka-Fuong, DAAD, Referat Japan, Korea, Australien,
Neuseeland, Ozeanien,
Tel.: 0228 / 882-334, E-Mail: toyka-fuong@daad.de

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an
Anke Sobieraj
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 0228 / 882-454, Fax: 0228 / 882-659
Kennedyallee 50, D - 53175 Bonn

Freitag, 24. Mai 2013

Weltspieltag: Spielen auf dem Spielplatz bildet




Hochbegabungspresse  

Am 28. Mai 2013 ist Weltspieltag. Unter dem Motto „Spielen bildet“ wird an diesem Tag mit über 200 Aktionen auf das Thema Spiel aufmerksam gemacht. Auch Eltern sind aufgerufen, sich bewusst Zeit für ihre Kinder zu nehmen und mit ihnen zu spielen – denn spielen macht nicht nur Spaß, sondern „Spielen bildet“.

Für Holger Hofmann, Initiator des Weltspieltages und Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerks, sind Spiel und Bildung nicht voneinander zu trennen und das soll das diesjährige Motto des Weltspieltages noch einmal bewusst zu Ausdruck bringen. Kinder „sind motiviert, Dinge zu erforschen. Und die kindliche Neugier sowie der kindliche Spieltrieb führen zu Lernergebnissen, die zwar beiläufig entstehen, die aber ganz wesentlich sind“, betont Hofmann.

Kinder spielen zwar überall, aber auch oft auf Spielplätzen. Deshalb sind Spielplätze wichtige Lernorte. Wie stark der Bildungseffekt auf einem Spielplatz ist, hängt allerdings auch von der Qualität des Spielplatzes ab. Kommen die Kinder auf dem Spielplatz mit Natur in Berührung? Regt der Spielplatz die Kinder an, miteinander zu agieren? Bietet der Spielplatz vielfältige Bewegungsmöglichkeiten? Lädt der Spielplatz zum längeren Verweilen ein? Das sind Fragen, die man sich, ginge es nach Hofmann, bei der Konzeption eines Spielplatzes unbedingt stellen sollte.

Noch werden diese Fragen, auch von den Spielplatzverantwortlichen in den Kommunen, zu selten gestellt. Hofmann kritisiert: „Es fehlt eine Kernkompetenz, die in den Kommunen und auf Landes- und Bundesebene dafür sorgt, dass das Thema Spiel zentrale Beachtung findet und weiterentwickelt wird.“ Und so trägt auch der Weltspieltag wesentlich dazu bei, das Bewusstsein bei allen Beteiligten dafür zu schaffen, nicht nur sichere, sondern auch qualitative hochwertige Spielplätze zu schaffen, damit „Spielen bildet“.

Das Interview mit Holger Hofmann zum Weltspieltag unter:

Spielplatztreff.de feiert am Weltspieltag sein 4. Online-Jubiläum. Deshalb lohnt sich ein Spielplatzbesuch für Eltern und Kinder gleich doppelt. Denn wer bis zum 03. Juni 2013 einen Spielplatz auf spielplatztreff.de bewertet oder einträgt, gewinnt mit ein bisschen Losglück tolle Preise von Playmobil, Jako-o, D-Toy, limango, tausendkind und meinLiLaLu.

Alle Infos zur Aktion: 
Spielplatztreff.de ist die bundesweite Bewertungsplattform für Spielplätze. Hier können Eltern und alle anderen Kinderspielbegeisterten selbst aktiv werden, indem sie Spielplätze eintragen, beschreiben, bewerten, Fotos von Spielplätzen hoch laden, nach Spielplätzen in der Nähe suchen und sich mit anderen Spielplatzfans austauschen. Im Spielplatztreff-Blog gibt es aktuelle Informationen rund ums Thema Spielplätze.

Kontakt:
Spielplatztreff GbR, Bettina Schilling, Josef-Bayer-Str. 10, 50733 Köln

Frauen in Europa

Frauen in Europa
Frauen in Europa by Lilli Cremer-Altgeld. „Frauen in Europa“. Seien Sie dabei! Mit Ihren Gedichten. Mit Ihren Ideen. Mit Ihren Visionen. Mit Ihren Werken. Mit Ihrer Homepage. Bitte schreiben Sie eine Mail an Lilli Cremer-Altgeld frauenineuropa@t-online.de Bitte klicken Sie auf das Bild: So kommen Sie direkt zum Blog „FRAUEN IN EUROPA“.

Was die anderen Hochbegabten anders machen – ein Beispiel aus der Wirtschaft für die Politik


Foto: Ralf Voigt


Man erkennt sie.

Es sind die kleinen Einsteins, die Picassos und die Mozarts. Sie lesen schon mit sechs Jahren „The New York Times“, korrespondieren mit fünf Jahren in Mandarin und spielen mit vier Jahren die Spatzenmesse in C-Dur. Später studieren sie dann bereits mit 14 an einer Uni und werden jüngster Professor oder jüngste Professorin.

Man kennt sie.

Dann gibt es noch die anderen.

Ihre Begabung ist nicht so offensichtlich. Oder: offensichtlich nur für Eingeweihte. Für Kennerinnen und Kenner. Wahrscheinlich stehen sie nicht in einem Labor. Ob sie mit dem Pinsel umgehen können? Seien Sie tapfer: Wohl eher nicht so. Ob sie eine Stradivari zu schätzen wissen? Hm.

Und doch haben sie ihre Begabung. Erkennbar wie gesagt fast nur für Eingeweihte.

Ein Beispiel: Ich war Mitglied in einem Verband, der das Wort „Wirtschaft“ in seinem Namen trägt. Es ging um ein Thema, das alle Menschen bewegt. Wirklich alle. Wirklich jeden. Es ging um Politik. Und um den Anlauf zu einem neuen Gesetz. Man diskutierte. Und fragte sich, wie man denn überzeugend argumentieren könnte.

Ich erwähnte den Gedanken einer Befragung. Sie kennen das: In jeder grösseren Stadt stehen diese Interviewer auf der grossen Einkaufsstrasse und wollen wissen, welche Zahnpasta, welches Waschmittel, welche Automarke Sie bevorzugen. Strasseninterviews nennen wir das. Wir, das sind meine Kolleg*innen aus der Marktforschung und ich. Ich hatte damals ein Institut für Markt- und Kommunikationsforschung. Unsere Klienten aus der Politik und Wirtschaft waren bekannt und angesehen und wir waren stolz darauf, für sie forschen zu dürfen.

In meinem Verband war das bekannt.

Ja. Sagte man: Eine Befragung auf der Strasse ist ein überzeugendes Argument. Wir – wer auch immer „wir“ sein sollte – wir stellen uns auf die Strasse und befragen die Menschen. Und dann geben wir – und das war der Sinn der Sache – das Ergebnis an den OB der Stadt. Einer von meinen Kollegen im Verband meinte dann: Ob wir wohl 50 Menschen dazu bewegen können, mit uns zu reden?

Wie, sagte ich: 50 Menschen?

Ja. Sagten die anderen. 50 Menschen wäre eine tolle Sache.

Klar sind 50 Menschen eine tolle Sache. Aber: Wie wollen wir einen OB mit den Stimmen von 50 Menschen motivieren, ein neues Gesetz in Gang zu bringen? Nach einer halben Stunde hatte man sich auf 100 Menschen geeinigt. Mit dem Zusatz: Ob wir das wohl schaffen werden?

Warum so zaghaft?

Die Jungs und Mädels, die hier zusammen sassen, waren die Menschen, die täglich über Millionen entschieden. Ihre Denkweisen waren nicht 100 oder 1.000. Es waren 1.000.000 und mehr!

Mir war klar, dass ich meine lieben Kolleginnen und Kollegen jetzt schockieren musste. Nicht weil ich Schocks mag – aber ich musste ihnen schon sagen, wie so etwas in der Realität funktioniert. Dass man an den verantwortlichen Stellen – sorry – 100 Menschen als Beweis nicht gelten lassen wird. Man wird schmunzeln und zur Tagesordnung übergehen.

Noch bevor ich den Gedanken: „Wie sag‘ ich es das denn jetzt?“ zu einem Satz modellieren konnte, war es raus:

1.000 INTERVIEWS!
1.000 Interviews?

Das Entsetzen war gross. Nur unser Präsident war begeistert. Und dann ging das los, was zumeist los geht, wenn ein Hochbegabter – eine Hochbegabte – eine Idee und einen Weg vor Augen hat: GEHT NICHT! FUNKTIONIERT NICHT! SCHAFFEN WIR NICHT! WIR SIND DOCH NICHT VERRÜCKT! WER SOLL DAS DENN ALLES ZAHLEN?

Ich hörte mir das eine Stunde an, während ich das Konzept schrieb, die Umsetzung des Konzepts plante und einen Entwurf für den Fragebogen entwarf. Unser Präsident hatte mich aus den Augenwinkeln beobachtet und rief mich auf – nach vorne zu kommen und die Einzelheiten zu präsentieren. Gesagt. Getan.
Wir fanden über 50 Mitglieder aus dem Wirtschafts-Verband, die mitmachten. Manager*innen, die ich mit meinem Team für diesen Einsatz schulte. Es waren wohl die Interviewer*innen mit den höchsten Stundenlöhnen, die hier und heute ehrenamtlich auf die Strasse gingen und sehr mutig die Menschen nach ihrer Meinung befragten.

Um Mitternacht hatten wir 1.037 Interviews geschafft. Alle von meinen Forscherkollegen und mir kontrolliert. Alle perfekt. Es war ein harter Job – aber selten habe ich ein Team von fast 100 „Mitarbeiter*innen“ so begeistert arbeiten gesehen.

Am nächsten Morgen wurde noch einmal kontrolliert. Und dann gingen die Fragebögen ins Rechenzentrum zur Uni. Ich schrieb dazu einen Bericht für die Präsentation. Mein Team zeigte einen bewundernswerten Einsatz. Und so konnte ich meiner Assistentin auch nicht die Bitte abschlagen, die Ergebnisse beim OB präsentieren zu dürfen.

Der OB schien sehr zufrieden. Und so wanderten unsere Ergebnisse weiter „nach oben“. Und so wurde aus unserer Idee der Beweis, dass die Menschen diese Verbesserung ihres Alltags wirklich wollten.

Schliesslich wurde aus dem Beweis ein Gesetz in Deutschland, das jedem Menschen den Alltag etwas besser macht. Zur Freude der Menschen.
Nein, so faszinierend wie ein Picasso ist dieses Gesetz nicht.

Aber es erleichtert seitdem allen Menschen ihr Leben. Und das Tag für Tag in Deutschland.

Wenn Sie Unternehmer*in sind: Gründen Sie einen Think Tank mit Ihren Hochbegabten und allen, die mutig sind und gross denken und handeln können. Dann sind Sie nicht nur Ihre Probleme los. Sie haben auch die Chance, die Welt ein bisschen besser machen zu können.

Was sagte John F. Kennedy in seiner Antrittsrede am 20. Januar 1961 in Washington, D.C.:

„Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt (…) fragt, was wir gemeinsam tun können für die Freiheit des Menschen.“ [1]

Lilli Cremer-Altgeld
Mobil 0049 1575 5167 001





Meine persönliche Einführung in die Hochbegabung

Wenn Sie sich die Frage stellen: „Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?“ – dann werden Sie hier Antworten finden. Ich habe die Informationen davon abhängig gemacht, wie gesichert Sie wissen wollen, ob Sie hochbegabt sind. Deshalb meine Frage an Sie: „Wie GESICHERT wollen Sie wissen, ob Sie hochbegabt sind?“

Meine Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen:

❤ Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier können Sie mal schnuppern, wie Hochbegabte so ticken.

❤ Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier bekommen Sie Tipps, was Sie tun können, um herauszufinden, ob Sie tendenziell hochbegabt sind.

❤ Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – Adressen. Hier können Sie sich zum IQ-Test anmelden. Das Ergebnis des IQ-Test sagt Ihnen, wie hoch Ihr IQ ist. Ist er über 130 Punkte, sind Sie hochbegabt. Über 145 Punkte sind Sie höchstbegabt.

Aber was ist überhaupt Hochbegabung?

Die Antwort ist einfach. Treffend hat sie einmal der Psychologe Dr. Jürgen vom Scheidt so beantwortet: „Es ist das intellektuelle Potenzial von jemandem, der in einem der gängigen und anerkannten Intelligenztest einen IQ-Wert von 130 Punkten und mehr erzielt. Dies betrifft, streng genommen, 2,27 Prozent der Bevölkerung.“ http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 20.09.2015

Und was ist HÖCHSTBEGABUNG?

Ganz einfach. Dr. Sylvia Zinser schreibt: „Ist der IQ über 145 so spricht man von Höchstbegabung.“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

Allen Hochbegabten und Höchstbegabten empfehle ich das informative, spannende und vergnügliche „Sylvia Zinser's Sammelsurium“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/ Stand: 19.09.2015 Hier erfahren Sie nicht nur etwas über den IQ, sondern auch über „Brot, Schwaebische Traeubleskuchen sowie über diverse Weihnachtsplätzchen“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/backen.htmlx Stand: 19.09.2015

❤ Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Man sagt oft von Hochbegabten: „Die haben eine 1 (Bestnote) in Mathe – können aber ihre Schuhe nicht richtig zubinden“. Soll heissen: das Denken funktioniert (in bestimmten Bereichen) ausgezeichnet – aber im Alltäglichen kommen sie mit bestimmten Situationen nicht gut zurecht. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aussage für einige Hochbegabte wirklich sehr zutreffend – für andere weniger bis gar nicht.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Bei meinem Mathelehrer hatte ich so gut wie immer eine 1. Allerdings hatte ich auch eine Mathelehrerin. Sie war eher der Typ „Geschichtenerzählerin“. Sie sprach gerne über ihre Lieblingsrezepte, ihre Backkunst und ihren Hund. Ich war so damit beschäftigt, herauszufinden, was das mit Arithmetik zu tun hatte, dass ich ihr, wenn es denn mal was zu rechnen gab, kaum noch folgen konnte.

Meine Noten in Mathe lagen bei ihr im Mittelfeld. Und ich war richtig dankbar als der in meinen Augen „richtige“ Lehrer kam. Der mir Mathe so erklärte, dass ich es verstanden habe. Ich machte Überstunden in Mathe und liess mir extra Hausaufgaben geben. Nein, ich war keine Streberin. Ich hatte einfach Spass an Problemlösungen. Aber wenn ich meine Strickjacke zuknöpfen sollte – da gab es Stress für mich. Jedenfalls dieser Lehrer schickte mich zum Schulpsychologen, der mich positiv auf Hochbegabung testete. Da er sagte: „Du darfst mit niemandem darüber reden, dass Du diesen IQ von … hast.“ – dachte ich: vielleicht ist es eine Krankheit oder sonst wie ansteckend. Ich habe nie darüber gesprochen. Erst vor gut zehn Jahren habe ich mich in meiner Familie geoutet.

Meine Kollegin Alexandra in unserem Markt- und Sozialforschungs-Institut war da ähnlich unterschiedlich in ihrer Mathe-Begabung. Obwohl sie ein echtes Mathe-Genie ist, gab es auch für sie Grauzonen. Normalerweise hörte sie von einer Aufgabe oder schaute auf das Papier. Und schwupp – schon hatte sie die Lösung. Manchmal trat sie einen Wettstreit mit unserem Computer an. Nicht immer war unser PC der Gewinner. Doch dann gab es für sie echte Herausforderungen: Wenn sie ohne Hilfsmittel Prozent rechnen sollte, versagte sie fast jedes Mal. Nicht mal 10 Prozent von 100 konnte sie richtig errechnen. Allein bei dem Wort „Prozentrechnen“ driftete sie immer ab. Im Laufe der Zeit wurde es allerdings besser.

Ich will damit sagen: Nicht alle Hochbegabte sind Mathe-Genies. Nicht alle Mathe-Genies sind fehlerlos. Tröstlich ist, was Albert Einstein einmal über Mathe gesagt hat: „Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“

Mit anderen Worten: Nicht jeder Hochbegabte glänzt in Mathe. Eine Klientin von mir war die Vorgesetzte der ehemaligen Lehrerin eines Fußballnationalspielers (Weltmeister!). Er hatte wenig Interesse an Zahlen und sagte bereits in jungen Jahren zu der Lehrerin: „Warum soll ich Rechnen lernen? Ich werde mal ein berühmter Fußballspieler. Und dann kann ich mir so viele Rechenkünstler leisten wie will.“ Die Lehrerin staunte. Doch der Junge hatte Recht. Er ist hochbegabt UND hochsensitiv.

Hochbegabte können sehr gut oder gut rechnen – oder auch gar nicht. Was sind nun die die typischen Eigenschaften von Hochbegabten?

Gehen wir noch einen Schritt zurück. Genauso wie nicht alle Kölner lustig sind, nicht alle Münchner Lederhosen tragen und nicht alle Hamburger einen Segelschein haben – so sind auch nicht alle überdurchschnittlich intelligenten Menschen so oder so.

Nehmen wir einmal eine Einteilung der Hochbegabten vor, die Jürgen vom Scheidt heraus gearbeitet hat. Er unterteilt fünf (drei plus zwei) Gruppen. Selbstredend gibt es noch andere Kategorien – dazu komme ich noch.

Scheidt zufolge gibt es – vereinfacht ausgedrückt – bei den Hochbegabten, abhängig von dem Kriterium „Erfolg in der Schule, im Beruf“ folgende Trias:

O Ein Drittel, die ihre „Begabung erfolgreich verwirklicht“ haben. Sie sind Topmanager/innen, Spitzensportler/innen, Unternehmer/innen, Künstler/innen, Wissenschaftler/innen usw. Sie wurden z.B. von der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ oder anderen Institutionen erkannt und gefördert.

O Ein Drittel sind sogenannte „Latente“: Sie spüren, ahnen oder wissen um ihre Begabung, kommen aber nicht so einfach aus dem Quark. Die Psychologin und Expertin für Hochbegabung, Andrea Brackmann, schreibt in ihrem zweiten Buch, dass „Hochbegabung Mut erfordere“ http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015. Bei dieser Gruppe verstehen wir, warum das so ist.

O Ein Drittel sind nach Scheidt die „Underachiever“ („Minderleister“). Sie könnten schon – wollen aber (noch?) nicht erfolgreich sein. Speziell zu Minderleister/innen in der Schule noch einmal Sylvia Zinser: Ihr Geheimtipp J: MOTIVIEREN! http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

So, das sind unsere drei Gruppen – zwei kleine Gruppen fehlen noch:

O Es sind die „Entgleisten“: sie sind erfolgreich – aber auf kriminelle oder soziopathische Weise.

O Dies sind die Höchstbegabten wie etwa Einstein und Freud.

Alle Infos zu dieser Einteilung in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt: http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015

Wer bis hierher tapfer durchgehalten hat – wird jetzt belohnt. Jeder Mensch, der denkt: Analyse? Mathe? Logik? Das sind jetzt nicht so meine Stärken. Ich bin eher der Musiker, die Malerin, der Tänzer, die Fotografin, der Praktiker. Gut so. Es gibt insgesamt sieben Felder der Hochbegabung: mein Bruder Helmut glänzt z.B. durch „Praktische Intelligenz“: Er erkennt sofort im realen Leben wie man es richtig zumindest aber besser machen kann. Mir bleibt diese Art zu denken verborgen. Zumindest müsste ich viele Bücher lesen, um diese Dinge verstehen zu können. Mir fällt es schon schwer genug, meine Jacke richtig zuzuknöpfen.

Prof. Werner Stangl zitiert Prof. Kurt Heller auf seinen Seiten zu den Themen „Intelligenz und Hochbegabung“ wie folgt:

„Nach Heller (2000) gibt es folgende Begabungsfaktoren:

O Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)

O Sozial-emotionale Fähigkeiten

O Musisch-künstlerische Fähigkeiten

O Musikalische Fähigkeiten

O Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische, etc. Kreativität)

O Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)

O Praktische Intelligenz“

http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testintelligenzhochbegabt.html Stand: 19.09.2015

Wir sehen: Hochbegabung ist spannend. Und es wird noch spannender.

Nehmen wir noch eine weitere Differenzierung vor: Hochbegabte sind oft auch hochsensibel und/oder hochsensitiv. Ihre Sinne sind stärker ausgeprägt. Zum einen (hochsensibel) sind ihre normalen Sinne (hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen) intensiver (Künstler/innen, Star-Köch/innen, Parfümeur/innen – einige haben auch ein begnadetes „Fingerspitzengefühl“ wie etwa Handerker/innen und Chirurg/innen u.a.m.). Und/oder andererseits ist ihre Wahrnehmung (hochsensitiv) tiefer: Diese Hochbegabten haben den sechsten (hellhörig), siebten (hellfühlig) und achten (hellsichtig) Sinn wie etwa Goethe, Einstein und Leonardo da Vinci. Wie sagte Albert Einstein?: „Was wirklich zählt, ist Intuition.“

Bei einer solchen Differenzierung: Wo gibt es da noch Gemeinsamkeiten?

Ich fange mal mit den Tendenzen an: Diejenigen, die in der ‚Flüchtlingszeit im Sommer 2015‘ kreativ, beherzt und schnell helfen – können hochbegabt sein. Denn diese Merkmale findet man oft unter den hohen IQ’lern. Der eine organisiert geschickt, die andere übersetzt, der nächste weiss, wer wo wie helfen kann. Schnelligkeit ist für Hochbegabte so natürlich wie das Atmen. Klar, dass nicht jede/r in allen Bereichen gleich schnell ist. Wenn Sie wüssten, wie lange ich brauche, um meine Jacke zuzuknöpfen …

Doch weiter: Gerechtigkeit für jedermann ist stark vorhanden bei den Begabten ebenso so wie vernetztes Denken und Handeln. Nach Andrea Brackmann gehört das „Mehr von allem“ oft zum Repertoire. Wie etwa das „Erfassen kompletter Zusammenhänge“, „Auffinden vielfältiger Lösungswege“ sowie „hohes Einfühlungsvermögen“. Wie gut, dass Hochbegabte oft nur wenig Schlaf brauchen (4 bis 6 Stunden).

Selbstredend gibt es nicht nur diese sonnigen Seiten der hochtalentierten Menschen. Ihre Schattenseiten sind nicht nur für die Beteiligten selbst unangenehm: Oftmals übersteigerte Konzentration bei den SPEZIALISTEN auf ein Spezialthema (Musik oder Sport oder Politik oder Finanzen oder Sprachen oder oder oder). Bei den Generalisten ist es etwas anders: Hier überwiegt die Vielseitigkeit, die sich in mehreren Berufen und Hobbies zeigt. Bei beiden wird die Familie, werden Freund/innen und Kolleg/innen schon mal etwas vernachlässigt. Denn Hochbegabte sind oft Perfektionist/innen. Und es kann mal etwas länger dauern bis sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

Routine ist ihnen oft ein Gräuel. Manche finden kreativ alternative Wege um dieser Routine immer wieder auszuweichen. Andere plagen Zweifel und Gewissensbisse. Geduld ist ebenfalls keine Stärke der Hochbegabten. Auch nicht begabt sind diese Menschen, wenn es um „einfache Aufgaben“ geht. Die Hochtalentierten sind zumeist empfindlich. Empfindlich gegenüber Lärm, Licht und manche auch gegenüber Berührungen.

So ist es zu verstehen, dass Hochbegabte an bestimmten „Allergien“ leiden, die Andrea Brackmann in ihrem Buch so schlüssig schreibt. Es sind die „hässlichen Worte“ für Hochbegabte wie etwa „Betriebsausflug“, „Stammtisch“, „Schützenfest“, „Höflichkeitsfloskeln“, „Grossraumbüro“. http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015

Hingegen lieben Hochbegabte oft „Querdenker/innen“, „Nobelpreisträger/innen“, „Verarbeitungsgeschwindigkeit“, „Freiheit“, „Endlos-Fragen“, „Monologe“ sowie „Spezielle Themen wie etwa die frühkindliche Entwicklungsphase des Kaiserschnurrbarttamarins, die Pflege der Araukarie oder den „Compte rendu au Roi“ des Finanzminister Jacques Neckers in der Zeit der Französischen Revolution.

Für Hochbegabte ist das alles „normal“ – während das „Normale“ schon sehr schwierig sein kann. Viele habe da ein Selbstverständnis wie Albert Einstein: "Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."

Wenn Sie das alles gelesen haben, sind Sie an Hochbegabung interessiert. Die anderen haben eh längst das Weite gesucht. Vielleicht wollen Sie genauer wissen, ob Sie hb sind – „hb“ ist das Kürzel bei den „HB“ (Hochbegabten) für „hochbegabt“. Und deshalb gehen wir jetzt auf die nächste Stufe über.

❤ Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Ich habe hier IQ-Informationen zusammen gestellt, die Ihnen eine Tendenz Ihrer Begabung aufzeigen können.

O Den ersten IQ-Test habe ich 2005 in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt gefunden http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015. Obwohl ich mit einiger Skepsis an diese Fragen heranging – mein Test beim Schulpsychologen hat damals mehr als eine Stunde gedauert, wie soll man in wenigen Minuten ein ähnliches Ergebnis erzielen können? – war die Antwort jedoch fast exakt dieselbe, die ich Jahre zuvor vom Psychologen in meiner Schule erhalten habe. Chapeau! Für den Autor.

O Auch wenn mir die Headline sehr plakativ erscheint – diese Information verdient ebenfalls Ihr Interesse: „IQ-Test: Gehören Sie zur Grips-Elite?“ http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/iq-test-gehoeren-sie-zur-grips-elite-a-505427.html Stand: 19.09.2015

O Ein weiterer Test, der Ihnen tendenziell Informationen über Ihre Begabung geben wird, ist von der „Süddeutsche Zeitung“: „Der kostenlose IQ-Test online mit Sofortergebnis http://iqtest.sueddeutsche.de/ Stand: 19.09.2015

O “MENSA” ist das grösste Netzwerk für Hochbegabte. Der Mensa Online-Test ist jedoch eher ein „Spiel“ als ein zuverlässiges Instrument der Begabungsanalyse. Wenn Sie Lust haben: Spielen Sie mal. Mensa weist ausdrücklich darauf hin: „Sie sollten die Ergebnisse dementsprechend nicht allzu ernst nehmen.“ https://www.mensa.de/online-iq-test-raetsel/mensa-online-test/ Stand: 20.09.2015

O Und hier ist die englische Variante von Mensa International: „Mensa Workout“ https://www.mensa.org/workout/quiz/1 Stand: 20.09.2015

❤ Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Wenn Sie jetzt bereit sind und der Stunde der Wahrheit – dem wirklich und wahrhaftigen IQ-Test – ins Auge blicken wollen… Dann melden Sie sich an – zum anerkannten IQ-Test.

Meine Empfehlungen:

O Mensa. Der Test dauert 90 Minuten, kostet 49 Euro und wird in 80 Städten in Deutschland durchgeführt. Getestet werden Menschen ab 14 Jahre. https://www.mensa.de/intelligenztest Stand: 20.09.2015

O Bei einer Psychologin – einem Psychologen – aus dem Expertenkreis Hochbegabung/Potentiale der Sektion "Freiberufliche Psychologen" im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) e.V. den IQ-Test machen http://www.die-hochbegabung.de/german/index.html Stand: 20.09.2015

O Sie fragen im Familienkreis, bei Freund/innen oder in der Schule/Universität nach einer Empfehlung für den IQ-Test.

Ich drücke schon mal die Daumen!

Für das Campus-Radio Bonn interviewte ich einmal die höchstbegabte „First“ Lady – Gründungsmitglied – von Mensa Deutschland, Dr. Ida Fleiß. Dabei lernte ich eine kluge, warmherzige und höchst kreative Dame kennen, der es „zu simpel“ war, ihren „Doktor“ in Europa zu machen. Kurz entschlossen reiste sie nach Asien, lernte die Sprache und schaffte auf Anhieb ihre Promotion. Sie konnte schon immer weit und um die Ecke denken.

Als ich sie jedoch fragte: Haben wir schon für jede Intelligenz ein angemessenes Messverfahren – will sagen: Können wir schon jede Begabung testen – sagte sie traurig: Nein. Daran müssen wir noch arbeiten.

Ich möchte diese Erkenntnis all denen mit auf den Weg geben, die sich zwar für hochbegabt halten, aber in einem der IQ-Tests nicht die Schallgrenze von 130 durchbrechen konnten.

Allen Menschen, die Spass an Mathe haben – ja, die speziell eine Vorliebe für das Kopfrechnen hegen, empfehle ich die Seite eines Freundes von Ida Fleiss: Dr. Dr. Gert Mittring http://www.gertmittring.de Gert Mittring ist der amtierende Weltmeister im Kopfrechnen.

© Lilli Cremer-Altgeld, 2015