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Mittwoch, 20. September 2017

Wache Blicke in die Zukunft. Nachwuchsforscher präsentieren beim „Falling Walls Lab“ ihre Ideen für die Welt von morgen

Jülich, 19. September 2017 – Neues Denken, Ideen, die Mauern – auch die in den Köpfen – zum Einsturz bringen: Darum geht es bei der "Falling Walls Conference", die jährlich am 9. November in Berlin stattfindet. Andrew Paolo Cádiz Bedini (Forschungszentrum Jülich), Anna Degen (DKFZ/Universität Heidelberg) und Sofie Valk (Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig) sind drei junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die gestern im Forschungszentrum Jülich beim "Falling Walls Lab", dem Vorentscheid der Konferenz, mit ihren zukunftsweisenden Ideen überzeugten.
Ihr Preis: Am 8. November können sie und andere Finalisten aus den Vorentscheiden in aller Welt ihre Ideen in Berlin vorstellen. Aus ihren Reihen werden dann drei Sieger gekürt. Sie erhalten die Gelegenheit, ihre Projekte und Ideen tags darauf während der "Falling Walls Conference" zu präsentieren und mit international führenden Innovatoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu diskutieren.
Gruppenbild der GewinnerVon links: Sofie Valk (Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig), Andrew Paolo Cádiz Bedini (Forschungszentrum Jülich) und Anna Degen (DKFZ/Universität Heidelberg)
Copyright: Forschungszentrum Jülich
"Wir freuen uns, dass das 'Falling Walls Lab' auch in diesem Jahr wieder bei uns zu Gast ist. Das Forschungszentrum bietet Raum für neue Herangehensweisen und kreative Köpfe, die die Wissenschaft weiterbringen und mit neuartigen Ideen die großen Herausforderungen unserer Zeit angehen", sagte Prof. Wolfgang Marquardt in seiner Begrüßung. Neben dem Vorstandsvorsitzenden des Forschungszentrums Jülich gehörten der Jury Prof. Ernst Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen, und neun weitere Vertreterinnen und Vertreter von Wissenschaft, Wissenschafts­kommunikation, Wirtschaft und Stiftungen an. "Great Minds, 3 Minutes, 1 Day": Unter diesem Motto hatten die 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Vorentscheid (davon vier aus dem Forschungszentrum) jeweils drei Minuten Zeit, um ihre bahnbrechenden Ideen anschaulich darzustellen Andrew Paolo Cádiz Bedini (Photovoltaik, "Silanes with Sound"), Anna Degen (Biotechnologie, "Bacteria with engineered antibiotics") und Sofie Valk (Hirnforschung, "Breaking the wall between us") überzeugten die Jury und lösten damit ihr Ticket nach Berlin.
Die "Falling Walls Conference" wurde 2009 ins Leben gerufen – 20 Jahre nach dem Mauerfall im November 1989 und zur Erinnerung an dieses historische Ereignis. Seither finden internationale Innovatoren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft bei der zweitägigen Konferenz eine Plattform, um wissenschaftliche Trends, Chancen und Problemlösungen vorzustellen, die nach ihrer Überzeugung die Gesellschaft in Zukunft fordern und gestalten werden. In Deutschland fördern unter anderem das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Helmholtz-Gemeinschaft die "Falling Walls Conference".

Stimmen vom Falling Walls Lab 2017


Weitere Informationen:

Pressekontakt:

Erhard Zeiss, Pressereferent
Tel.: 02461 61-1841
E--Mail: e.zeiss@fz-juelich.de

Dienstag, 19. September 2017

Helmholtz-Gemeinschaft fördert neuen Nachwuchsgruppenleiter am Forschungszentrum

Berlin / Jülich, 19. September – Insgesamt 16 exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sind von der Helmholtz-Gemeinschaft ausgewählt worden, um zu ihren Themen eigene Forschungsgruppen aufzubauen. Am Forschungszentrum wird Dr. Knut Müller-Caspary eine Nachwuchsgruppe einrichten und sein Wissen auch in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen an Studenten und junge Wissenschaftler weitergeben. Über einen Zeitraum von sechs Jahren erhalten die Nachwuchsgruppenleiter jeweils eine jährliche Förderung in Höhe von mindestens 300.000 Euro.

In der aktuellen Ausschreibungsrunde waren aus insgesamt 363 Bewerbungen 60 Kandidatinnen und Kandidaten von den Helmholtz-Zentren vorgeschlagen worden. 26 Bewerberinnen und Bewerber schafften es in die Endausscheidung. Eine interdisziplinäre Jury sprach sich schließlich für 16 hervorragende Nachwuchskräfte aus.
Dr. Müller-Caspary, der für das Forschungszentrum Jülich ausgewählt wurde, entwickelt Methoden für ein neues Zeitalter in der hochauflösenden Elektronenmikroskopie. Während eine atomar auflösende Abbildung von Festkörperstrukturen mit modernen Geräten heute eine etablierte Methode ist, blieb der gleichzeitige Blick ins Innere der Atome, also auf die physikalischen Eigenschaften wie Ladungsdichten oder elektrische Felder bisher verborgen. Auf der Basis von nun erhältlichen ultraschnellen Detektoren will Müller-Caspary nun neue Methoden entwickeln, bei denen parallel zur Aufnahme der atomaren Struktur im Rasterbetrieb auch die lokalen Beugungsintensitäten aufgezeichnet werden. Statt zweidimensionaler Bilder wird ein vierdimensionaler Datensatz erhalten, durch dessen Entschlüsselung man völlig neue Erkenntnisse über die Eigenschaften der Materialien gewinnen kann. Die experimentelle Umsetzung basiert auf den weltweit teilweise einzigartigen Instrumenten am Ernst Ruska-Centrum des Forschungszentrums Jülich.
Das Förderprogramm richtet sich an hoch qualifizierte Nachwuchskräfte, deren Promotion zwei bis sechs Jahre zurückliegt und die nun unter exzellenten Bedingungen eigene Forschungsgruppen aufbauen und sich so als Führungskräfte beweisen können. Ein weiteres Ziel der Nachwuchsgruppen ist es, die Vernetzung von Helmholtz-Zentren und Universitäten zu stärken, so wie es auch bei Knut Müller-Caspary der Fall ist. Nach rund vier Jahren werden alle Gruppen evaluiert. Die Kosten werden zur Hälfte aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft gedeckt, die andere Hälfte steuern die jeweiligen Helmholtz-Zentren bei. Damit können die Nachwuchsgruppenleiter neben ihrer eigenen Stelle in der Regel drei bis vier Mitarbeiter sowie Konferenzreisen und Teile ihrer Ausstattung finanzieren.

Weitere Informationen:

Pressekontakt:
Annette Stettien
Forschungszentrum Jülich
Tel.: 02461 61-2388
E-Mail: a.stettien@fz-juelich.de

Alexander Meneikis: Wie man Vorträge einsetzt, um bekannter zu werden



Alexander Meneikis:
Wie man Vorträge einsetzt, um bekannter zu werden



Bekanntheit – Reichweite – ist seit jeher einer der Schlüssel dazu, zahlende Kunden zu gewinnen.

Aber das genügt nicht mehr.

Das Internet als kritikloser Verteiler von Massen-Nachrichten hat in 2014 ausgedient.

Der Wettbewerbsvorteil der reinen Multiplikation ist dahin. Zu viele Anbieter haben die elektronische Multiplikation für sich entdeckt und benutzt – so viele, dass es in der ursprünglichen Form niemandem mehr nützt.

Das Publikum hat dazugelernt und schirmt sich mehr und mehr ab gegen die Flut von Botschaften. Nur, was ein Leser subjektiv relevant findet, wird überhaupt beachtet.

Der neue Wettbewerbsvorteil ist, nunmehr wie früher, RELEVANTE Reichweite – und auch fast ebenso schwierig zu erreichen wie in den Zeiten vor dem Weltnetz.

Die Reichweite muss die richtigen Menschen erreichen, nämlich die, die nach meiner Lösung suchen.

Bekanntheit allein genügt nicht mehr. Will ich wahrgenommen werden, brauche ich QUALIFIZIERTE Bekanntheit. Bekanntheit für eine glaubwürdige Lösung zu einem subjektiv empfundenen Problem.

(Abgesehen von Superstars, bei denen genügt Berühmtheit für irgendwas. Aber ein solcher sind Sie nicht und werden Sie wahrscheinlich auch nicht, genauso wenig wie ich. Woher ich das weiß? Andernfalls hätten Sie nicht mal bis hier gelesen.)

Sie müssen in das Sichtfeld der Menschen, die nach Ihrer Lösung suchen.

In deren Sichtfeld sind Sie – wenn Sie denn tatsächlich eine glaubwürdige Lösung anbieten – sehr willkommen. Im Sichtfeld aller anderen sind Sie ein Störfaktor.

Einer der Wege, in dieses Sichtfeld zu gelangen, sind Vorträge.

In diesem Artikel erfahren Sie,

·         welchen Nutzen Sie davon haben, Vorträge zu halten

·         wie Sie gute Themen für Vorträge finden

·         wie Sie Ihre Vorträge sinnvoll betiteln

·         wie und wo Sie Ihre Vorträge bewerben

·         was Sie anschließend mit Ihren Vorträgen (Audio, Video, Skripte) Nutzbringendes tun können


Was nützt es Ihnen, Vorträge zu halten?

·         Sie demonstrieren Kompetenz (oder Inkompetenz, je nachdem) und vergrößern dadurch Ihre Chance auf qualifizierte Bekanntheit (im Positiven oder Negativen)

·         Sie haben eine gute Gelegenheit, Ihren Kontakten auf XING und LinkedIn Nachrichten zu schicken und sich in deren Gedächtnis zu rufen (oder als Kontakt gelöscht zu werden, falls Sie andauernd zu Themen einladen, die Ihren Kontakten wurscht sind)

·         Sie können Ihren Namen und Ihr Thema evtl. in Veranstaltungskalendern platzieren

·         Sie haben Gelegenheit, Pressemitteilungen herauszugeben

·         Durch Veröffentlichungen von Videos / Audios / Skripten zeigen Sie weiterhin Kompetenz

·         Ihr Google-Ranking verbessert sich (wahrscheinlich)

Aufmerksamkeit anziehen – spannende Themen finden

Wie finden Sie Themen, die Ihre Zielgruppe interessieren und zu denen Sie auch einen guten Vortrag hinbekommen?

·         Was Sie aufregt

·         Was Sie großartig finden

·         Aktuelle Themen

·         langfristige Problemthemen

·         „ewige“ Themen


Im Jahre 2004 konnte ich noch einen Raum voll kriegen mit Themen wie

·         Controller: Zahlenneurotiker oder interner Berater?

·         Durchgreifende Unternehmensplanung

·         Preiskalkulation für KMU


Das ist in 2014 längst vorbei.

Die Leute haben nur noch Zeit für Themen, die direkt ihre subjektiv gefühlten Probleme betreffen. Das ist bei keinem meiner obigen Themen der Fall.

Für Einzelkämpfer und Berater dagegen ist Preiskalkulation durchaus ein subjektiv interessantes Thema und hat in 2012 auch einen Raum in Hannover gefüllt. Das Online-Magazin von GULP hat meinen Podcast dazu einmal an seine Abonnenten verteilt.

Sie sollten die subjektiv gefühlten Probleme Ihres Zielpublikums adressieren, wenn Sie wollen, dass jemand zu Ihren Vorträgen erscheint.

Was Sie aufregt

Sofern Sie nicht ein totaler Querulant und Prozesshansel sind (wahrscheinlich nicht), können Sie davon ausgehen: Was Sie aufregt und Ihnen Ärger bereitet, regt auch noch andere auf und bereitet ihnen Ärger.

Zu den Themen dieser Kategorie haben Sie den Vorteil, dass Sie nicht einmal eine Lösung präsentieren müssen. Besser, wenn Sie eine haben, aber alleine die Erfahrung, im gleichen Raum zu sitzen mit anderen, die sich über dasselbe Thema aufregen, finden viele Menschen wertvoll.

Was also in Ihrer Branche ärgert sie? Bei den Controllern werden viele Quadratmeilen Webseiten beschrieben zu dem subjektiven Gefühl der Controller, dass niemand auf sie hört.

Berater grämen sich darüber, dass Leute sich beraten lassen und dann nichts von dem Rat umsetzen, sofern die Umsetzung erfordert, die TV-Fernbedienung aus der Hand zu legen.

Finden Sie heraus, was Ihre Zielgruppe grämt.

Was Sie großartig finden



Wenn Sie eine wirkliche Begeisterung für ein Thema haben und ausreichend Grund zu der Annahme haben, dass dieses Thema auch für andere nutzbringend sein kann, dann sprechen Sie darüber.

Ausreichender Grund ist NICHT, dass SIE Provision dafür kriegen, oder dass SIE das Thema spannend finden. Ausreichend ist, wenn Ihr Publikum einen echten Nutzen von Ihren Anregungen hat.

Ich hatte mal einen Vortrag gehalten zum Thema „Was wir von der Band KISS über Business lernen können“. Hat seinerzeit niemanden interessiert, war aber ein cleverer Versuch.

Deutlich erfolgreicher war ein Podcast zum Thema „Akquise entspannt mit der Sedona-Methode“, eine seltsame kleine Methode, die ich allerdings tatsächlich erstaunlich wirksam finde.

Was begeistert Sie und kann anderen nützen?

Aktuelle Themen

Für mich als Controller war das mal z.B. „Basel II“ oder „Einbindung von Controlling nach dem KonTraG“ oder „IFRS und Controlling“. Derzeit (August 2014) wäre es z.B. „Big Data im Controlling“.

Der Nachteil von aktuellen Themen ist, dass sie meistens nicht lange aktuell bleiben, so dass Sie sehr schnell eine Vorbereitung machen müssen und eine kurze Vorlaufzeit haben für einen Vortrag, den Sie wahrscheinlich nie wieder gebrauchen können, jedenfalls nicht in derselben Form.

Manche aktuelle Themen können allerdings sehr hohen Traffic bringen. Zahlreiche Rechtsanwälte haben sich z.B. aus aktuellem Anlass zum Thema Bildrechte geäußert, da gerade 2013-2014 wieder eine Abmahnwelle zu fehlerhaft beschrifteten online-Bildern durch das Internet schwappte. Ich bin sicher, dass sie hierdurch viele Mandate erhalten haben.

Einige Themen sind nur sehr kurz aktuell und lohnen kaum die Arbeit.

Was sind die aktuellen Themen in Ihrem Bereich? Zu welchen davon können Sie zeitnah genug eine Präsentation zusammenstellen?

Langfristige Problemthemen



Einige Probleme bleiben sehr lange ungelöst, weil sie schwer zu lösen sind, weil sie struktureller oder systemischer Natur sind oder weil sie Maßnahmen erfordern, die unbequem sind.

Bei Controllern wären dies z.B. die häufigen Spannungen zwischen Controlling und anderen Unternehmensbereichen, die teilweise systemisch, teilweise strukturell und teilweise psychologisch begründet sind.

Bei allein arbeitenden Selbständigen ist eine häufige langfristige Frage „Wie weit oder eng fasse ich meine Spezialisierung, falls ich überhaupt eine brauche?“

Für alle Nutzer digitaler Medien war lange Zeit Kompatibilität ein Thema – Hardware, Dateiformate, Plugins, die nach hochheiligen Versprechen der Hersteller reibungslos zusammen arbeiten – und in Wirklichkeit dauernd abstürzen oder keinen Pieps machen.

In den Zeiten von Plug&Play sind diese Probleme so gut wie vollständig gelöst. Aber ich erinnere mich noch lebhaft an gut 10 Jahre, in denen vieles nicht funktionierte.

„Langfristig“ heißt also nicht „ewig“.

Welches sind die langfristigen Problemthemen in Ihrem fachlichen Umfeld?

„Ewige“ Themen

Money, Food and Sex. Geld, Essen und Sex.

Wenn Sie mit Ihrem Thema einen glaubwürdigen Bezug zu den ewigen Themen herstellen können, vorzugsweise einen nutzbringenden Bezug oder zumindest etwas, das Ihr Zielpublikum anspricht, dann haben Sie hohe Anziehungskraft.

Vorausgesetzt, das Zielpublikum glaubt subjektiv, dass Sie eine Lösung haben, die funktioniert oder zumindest funktionieren könnte.

Andere ewige Themen sind Kommunikationsprobleme, Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit von Menschen, Gesundheit, Selbstwertgefühl, Paarbeziehungen,…

Es gibt zu den ewigen Themen ein paar billige Tricks, die ich in einem anderen Artikel beschrieben habe, mit denen Sie Anfänger, Unerfahrene und schwache Menschen beeindrucken können. Nach diesen Mustern arbeiten sehr viele Anbieter.

Nachteil dieser billigen Tricks ist, sobald Ihre Zuhörer etwas mehr Erfahrung haben, durchschauen sie Ihre Tricks. Vorteil ist, dass die meisten Leute sowieso nur labern und nichts machen und deshalb auf dem Level von Anfängern bleiben.

Wie verbinde ich meine Themen mit den Ewigen Themen?

Als Controller könnte ich argumentieren: Controlling, wenn es denn produktiv betrieben wird, bringt dem Unternehmer mehr Geld. Unternehmen, die regelmäßig wichtige Aspekte ihrer Performance messen und aus den Messergebnissen produktive Maßnahmen ableiten, machen mehr Gewinn. Das ist ein nachweisbarer Fakt.

GLAUBEN aber die wenigsten, bzw. die wenigsten sind bereit, die Arbeit zu investieren. Das heißt, mein Zielpublikum ist im Verhältnis zu der Masse der Unternehmer sehr klein. Schaffe ich es aber, diese Unternehmer zu finden, werde ich oft von ihnen beauftragt.

Mehr Sex durch Controlling? Eher unglaubwürdig. Obwohl, mit mehr Geld… aber das ist ein anderes Thema.

Wie können Sie Ihre Themen mit den Ewigen Themen verbinden?

Welches Thema wählen Sie nun aus?

Stellen Sie sich zum Beispiel folgende Fragen:

„Wie viele Mitglieder der Zielgruppe empfinden dies subjektiv als Problem?“

„Wie viele kann ich mit meiner Werbung erreichen, mit dem Verteiler, den ich jetzt habe?“

„Wie viele würden tatsächlich zuhören?“

Location und Organisation

Wo sollten Sie vortragen und wie organisieren Sie die Vorträge?

·         Eigenorganisation

·         Großveranstaltungen

·         Vortragsreihen

·         Bestehende Foren

·         online

·         Erstmal: Egal wo

Sofern Sie zur Zielgruppe dieses Artikels gehören – allein arbeitende Selbständige – fangen Sie am besten mit Orten an, wo Sie keine Raumkosten zahlen.

Eigenorganisation

Einen großen Teil meiner Vorträge habe ich besonders am Anfang selbst organisiert, mit Einladungen vorrangig über XING und venyoo. Das hat auch eine Weile gut funktioniert.

Inzwischen (Stand: August 2014) werden die Leute aber mit Einladungen überflutet, vor allem mit Themen, die sie gar nicht interessieren. Ich selbst erhielt eine Weile lang pro Tag 10 Einladungen, die ich nicht mal mehr ansah, weil mich fast nichts davon interessierte.

Nach gezieltem Löschen einiger besonders aufdringlicher Kontakte reduzierte sich das deutlich.

Ich vermute, dass sich das Einladungsverhalten ab 2015 ändern wird, dass zielloses Streuen nachlassen wird (weil es nichts bringt) und dass Einladungen dann nach und nach auch wieder gelesen werden.

Bei einigen Anbietern, zum Beispiel Roswitha Neitzel, Joachim Rumohr oder Cecilia Schelper, schaue ich sogar gezielt nach Veranstaltungen, weil die einfach so gut sind.

Großveranstaltungen

Am einfachsten ist die Organisation natürlich im Rahmen von Messen, Kongressen und anderen Großveranstaltungen, bei denen sowieso eine große Anzahl Menschen erscheint. Wenn Sie dort ins Programm kommen können, tun Sie es.

Vortragsreihen

Manchmal gibt es Vortragsreihen, in die Sie sich einklinken können. Manche Veranstalter suchen gezielt Präsentatoren für interessante Themen oder sind zumindest offen für Vorschläge.

Achten Sie nur darauf, dass Sie an Vortragsreihen teilnehmen, wo auch Ihr Zielpublikum sitzt.



Bestehende Foren

Einige Veranstalter, Verbände und Vereinigungen sind froh, wenn sie Themen und Vortragende bekommen.

Für mich waren dies z.B.

Existenzgründer-Akademien

Unternehmer-Stammtische

Akquise-Konferenzen

Gastronomische Einrichtungen auf der Suche nach Unternehmer-Inhalten

Auch hier ist es natürlich wichtig, dass im Publikum genügend mögliche Kunden sitzen, die auch Budget haben.

Sie meinen, das ist bei Existenzgründer-Akademien nicht der Fall? Teils, teils.

Online

Es gibt mehrere Portale, über die Sie Ihre Vorträge im Netz übertragen können. Eine mögliche Plattform ist edudip. Die dort gehaltenen Vorträge können Sie auch aufzeichnen und als Podcasts auf youtube stellen.

Online-Plattformen haben den Vorteil, dass Sie mehr Menschen gleichzeitig erreichen können, an sehr vielen verschiedenen Orten. Nachteil ist, dass

Erstmal: Egal, wo

Wollen Sie Vorträge zu einem regelmäßigen Bestandteil Ihrer Marketing-Strategie machen?

Dann fangen Sie erstmal an, Vorträge zu halten, ganz egal, wo.

Jeder Vortrag übt. Übt Präsentation, Körpersprache, Stimmführung, Umgang mit dem Publikum und mit „besonderen“ Zuhörern (Sie verstehen schon…).

Auch Vorträge sollen wirtschaftlich lohnen

Natürlich muss der Aufwand des Vortrages in einem gesunden Verhältnis stehen zur Erreichung möglicher Kunden oder Empfehler.



30 Stunden – ein Zeitbudget, das ich in meine ersten Vorträge investiert habe (pro Vortrag), nur in die Inhalte – sollten sich später bezahlt machen.

Für mich führten ein paar Vorträge schließlich zu Seminar-Aufträgen, die sich lohnten. Außerdem führten sie zu einer soliden Bekanntheit.

Am Anfang der Vortrags-Karriere ist es, wie im Business generell, schwierig, eine gescheite Prognose abzugeben, wie sich die Dinge entwickeln werden.

Sehr wahrscheinlich werden Sie, wie ich auch, einige Abende erstmal hauptsächlich zu Möbeln sprechen, dann nach und nach, wenn Ihre Themen relevant gefunden werden, immer mehr zu Menschen auf den Möbeln.

Je bekannter Sie sind, desto leichter wird es, Ihre Vorträge zu platzieren. Wenn Sie einen sehr guten Ruf haben, wird man Ihnen sogar Honorare anbieten (ist mir auch schon passiert).

Eine lineare Rechenvorschrift, ob ein einzelner Vortrag sich lohnt, habe ich nicht. Mittelfristig rechnen Sie Ihren Zeitverbrauch um auf das Mehrgeschäft, das Sie durch Vorträge gewonnen haben.

Wie sollten Sie auftreten?

So wie Sie zum Kunden gehen.

Müssen Sie inhaltlich großartig sein?

Was heißt „großartig“? Langweilen Sie das Publikum nicht und sorgen Sie dafür, dass so viele Teilnehmer wie möglich etwas von Wert mitnehmen.

Wollen Sie kompetent wirken? Trainieren Sie Ihre Körpersprache

Wenn Ihr Zielpublikum Ahnung vom Thema hat (in meinem Fall: Mittelmanager verstehen einiges von Controlling), sollten Sie sachlich fit sein – in dem Bereich, aus dem Sie vortragen, und Sie sollten etwas über die angrenzenden Gebiete wissen.

Mindestens ebenso wichtig, eventuell wichtiger, ist Ihre Körpersprache und Stimmführung. Trainieren Sie diese und lassen Sie sich ggf. coachen.


Warum offline? Erreiche ich online nicht viel mehr Publikum? Ja, Sie erreichen etwas mehr Menschen, vor allem spielen räumliche Entfernungen keine Rolle. Aber Networking ist vor Ort verbindlicher.

Erwarten Sie nicht, dass Sie durch einen einzigen Vortrag berühmt werden. Sie bauen Reputation auf durch eine Reihe von Kompetenzbeweisen.


Alexander Meneikis macht Unternehmer und Selbständige kaufmännisch kompetenter, mit Konzentration auf das, was in der Praxis wesentlich ist.
Finde zahleiche kostenlose Informationen und Tutorials auf seinen Blogs vertriebscontroller.com und rechnungswesenlehrer.de










Montag, 18. September 2017

Erwin-Schrödinger-Preis 2017 an Zellforscher-Team vergeben




Erwin Schrödinger. Bild: akg-images

 
Der Erwin-Schrödinger-Preis 2017 geht an Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München, der ETH Zürich und des EMBL-EBI Hinxton. Das interdisziplinäre Forscherteam hat gezeigt, wie sich aus Daten einzelner Blutzellen deren weitere Entwicklung berechnen lässt. Der Erwin-Schrödinger-Preis ist der Wissenschaftspreis des Stifterverbandes und mit 50.000 Euro dotiert.

Berlin, 15.09.2017. Die Preisträger sind Prof. Dr. Dr. Fabian Theis (Direktor des Institute of Computational Biology [ICB] am Helmholtz Zentrum München und Professor an der Technischen Universität München), Prof. Dr. Timm Schroeder (Department für Biosysteme der ETH Zürich in Basel, ehemals Helmholtz Zentrum München), Dr. Carsten Marr (ebenfalls ICB) und Dr. Laleh Haghverdi (EMBL-EBI Hinxton, ehemals ICB).

Das Forscherteam hat mehrere Methoden entwickelt, um Zellpopulationen differenzierter zu beschreiben. Damit können sie unter anderem vorhersagen, wie sich einzelne Blutzellen entwickeln und erklären, warum sie das tun. Diese Erkenntnisse der grundlegenden Zellforschung erleichtern es beispielsweise, Autoimmunerkrankungen oder Leukämien besser zu verstehen und künftig optimal behandeln zu können.

Dafür arbeitete das Team mit großen Datenmengen aus der zeitaufgelösten Einzelzellmikroskopie, mit genomischen oder proteomischen Daten einzelner Zellen sowie mit Algorithmen und Methoden aus der Mathematik und dem maschinellen Lernen.

Für diesen interdisziplinären Ansatz erhielten Haghverdi, Marr, Schroeder und Theis auf der Jahrestagung der Helmholtz-Gemeinschaft den Erwin-Schrödinger-Preis 2017: „Mit dem Wissenschaftspreis des Stifterverbandes zeichnen wir jedes Jahr ein Forscherteam aus, das unterschiedliche Fachdisziplinen verbindet“, sagt Andreas Barner, Präsident des Stifterverbandes. „Den diesjährigen Preisträgern ist mit ihrem großartigen Ansatz der Einzelzell-Datenanalyse ein Durchbruch in der Stammzellenforschung gelungen.“

„Ich gratuliere den vier Preisträgern herzlich. Ihr interdisziplinärer Ansatz ermöglicht dank der Analyse enormer Datenmengen faszinierende Einblicke in den Aufbau und die Funktionsweise von Zellen“, sagt Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Diese exzellente Grundlagenforschung wird viele konkrete Anwendungsmöglichkeiten in der Medizin finden, etwa für Diabetespatienten. Genau das ist es, was systemisch ausgerichtete Helmholtz-Forschung auszeichnet.“

Bereits jetzt geben die Erkenntnisse des ausgezeichneten Forscherteams spektakuläre Einblicke in die dynamische Heterogenität von einzelnen Blutzellen. „Unsere Arbeit liefert auch wichtige Grundlagen für den Human Cell Atlas“, ergänzt Theis. Bei diesem internationalen Projekt sollen Informationen über alle menschlichen Zellen zusammengestellt werden.

Mit dem Erwin-Schrödinger-Preis – dem Wissenschaftspreis des Stifterverbandes würdigen die Helmholtz-Gemeinschaft und der Stifterverband herausragende wissenschaftliche oder technisch innovative Leistungen, die in Grenzgebieten zwischen verschiedenen Fächern der Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaften erzielt worden sind und an denen Vertreter mindestens zweier Fachrichtungen mitgewirkt haben.


Pressekontakte:
Peggy Groß
Stifterverband
T 030 322982-530

Roland Koch
Helmholtz Gemeinschaft
T 030 206329-56



Engagement für Menschenrechte: Universität Tübingen zeichnet Heiner Bielefeldt aus



Professor Heiner Bielefeldt; 
Foto: Harald Sippel


Katholisch-Theologische Fakultät ehrt Menschenrechtler Heiner Bielefeldt mit dem „Alfons Auer Ethik-Preis“

Der Theologe, Philosoph und Historiker Professor Heiner Bielefeldt wird für seine Verdienste um Menschenrechte und Religionsfreiheit mit dem „Alfons Auer Ethik-Preis“ der Universität Tübingen ausgezeichnet. Die Katholisch-Theologische Fakultät verleiht den Preis alle zwei Jahre an eine Persönlichkeit, die sich durch besonderes ethisches Engagement im religiösen, wissenschaftlichen und/oder gesellschaftlichen Bereich ausgezeichnet hat. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wurde 2015 vom Unternehmer Siegfried Weishaupt zum Gedenken an den Moraltheologen Alfons Auer gestiftet; am 14. November 2017 wird der Preis zum zweiten Mal verliehen.

Heiner Bielefeldt erhält die Auszeichnung „für sein Engagement für Menschenwürde und die Menschenrechte sowohl auf theoretischer wie auf praktischer Ebene. Er tritt ein für die Religionsfreiheit als Freiheitsrecht der einzelnen und fördert aktiv interkulturelle und interreligiöse Verständigung“, so die Begründung der Jury. In seinen Forschungen vereine er verschiedene Wissenschaftsdisziplinen, die für Menschenrechte relevant seien, wie Philosophie, Theologie, Rechtswissenschaft, Geschichte und Politikwissenschaft. Bemerkenswert sei außerdem sein Einsatz für die praktische Umsetzung von Menschenrechten und interkulturelle Verständigung, beispielsweise als UN-Sonderberichterstatter über Religions- und Weltanschauungsfreiheit.

Die Universität Tübingen und Alfons Auer spielten in der Vergangenheit bereits eine Rolle für Heiner Bielefeldt: für die Preisverleihung kehrt er an seine Alma Mater zurück, wo er Anfang der 1980er Jahre noch persönlich bei Alfons Auer Vorlesungen über die autonome Moral hörte. 1981 erwarb Bielefeldt sein Diplom in katholischer Theologie; 1989 promovierte er im Fach Philosophie über Freiheitsrechte und politische Gerechtigkeit in der Neuzeit. Sein Doktorvater, der Tübinger Professor Johannes Schwartländer, inspirierte ihn zu seinem Lebensthema: die Menschenrechte als interdisziplinärer Forschungsbereich.

In seiner Habilitationsschrift über „Die Philosophie der Menschenrechte. Grundlagen eines weltweiten Freiheitsethos“ suchte er nach einer Begründung der Menschenwürde und Menschenrechte, die theoretisch fundiert und praktisch anwendbar ist. Anregungen dafür erhielt er aus seinem Engagement bei der Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“. 2003 wurde er Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte in Berlin. In dieser Position setzte er sich für die Einhaltung der Menschenrechte ein und war beratend und forschend als Vermittler zwischen Staat, Gesellschaft, Wissenschaft, sowie zwischen nationalen und internationalen Akteuren tätig. 2009 wurde er auf den Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik an der Universität Erlangen-Nürnberg berufen. Parallel zu seiner Lehrtätigkeit war er von 2010 bis 2016 UN-Sonderberichterstatter über Religions- und Weltanschauungsfreiheit. In dieser ehrenamtlichen Tätigkeit sprach er mit Vertretern von Regierungen, Organisationen und Kirchen sowie mit Gläubigen in der ganzen Welt und berichtete den Vereinten Nationen seine Einschätzungen in Sachen Religionsfreiheit.

Der Alfons Auer Ethik-Preis
Der Alfons Auer Ethik-Preis wurde 2015 erstmals von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen an den kanadischen Sozialphilosophen Professor Charles Taylor vergeben. Die Auszeichnung ist dem Tübinger Theologen Alfons Auer gewidmet und mit 25.000 Euro dotiert. Alfons Auer (1915-2005), geboren in Schwendi-Schönebürg, war Gründungsdirektor der Katholischen Akademie des Bistums Rottenburg-Stuttgart (1951-53), bevor er 1955 auf den Lehrstuhl für Moraltheologie an der Universität Würzburg berufen wurde. Von 1966 bis zu seiner Emeritierung 1981 war er Ordinarius für Moraltheologie an der Universität Tübingen.

Auer gilt als einer der wichtigsten deutschsprachigen Moraltheologen des 20. Jahrhunderts, der sich um einen Dialog von Kirche und Welt im Geiste des Zweiten Vatikanischen Konzils bemüht hat. Kennzeichnend für seinen ethischen Ansatz war die zentrale Stellung der menschlichen Vernunft in Fragen der christlichen Sittenlehre, die er in einer positiven Sicht von Mensch und Schöpfung verankerte.

Zum 100. Geburtstag von Alfons Auer im Jahr 2015 stiftete der Unternehmer Siegfried Weishaupt einen Preis. Weishaupt ist geschäftsführender Gesellschafter der Max Weishaupt GmbH. Das weltweit tätige Unternehmen mit 3000 Mitarbeitern und Hauptsitz im schwäbischen Schwendi wurde von seinem Vater Max Weishaupt, Ehrensenator der Universität Tübingen, gegründet. Seit mehr als 50 Jahren ist Siegfried Weishaupt zudem leidenschaftlicher Kunstsammler, die „Sammlung Siegfried und Jutta Weishaupt“ ist seit 2007 in der Kunsthalle Weishaupt in Ulm zu sehen.

Kontakt:
Prof. Dr. Matthias Möhring-Hesse
Universität Tübingen
Katholisch-Theologische Fakultät
Theologische Ethik/Sozialethik
Telefon: +49 7071 29-76976
matthias.moehring-hesse[at]uni-tuebingen.de

Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Wilhelmstraße 5 · 72074 Tübingen · Germany
Telefon +49 7071 29-76789
Telefax +49 7071 29-5566

Frauen in Europa

Frauen in Europa
Frauen in Europa by Lilli Cremer-Altgeld. „Frauen in Europa“. Seien Sie dabei! Mit Ihren Gedichten. Mit Ihren Ideen. Mit Ihren Visionen. Mit Ihren Werken. Mit Ihrer Homepage. Bitte schreiben Sie eine Mail an Lilli Cremer-Altgeld frauenineuropa@t-online.de Bitte klicken Sie auf das Bild: So kommen Sie direkt zum Blog „FRAUEN IN EUROPA“.

Was die anderen Hochbegabten anders machen – ein Beispiel aus der Wirtschaft für die Politik


Foto: Ralf Voigt


Man erkennt sie.

Es sind die kleinen Einsteins, die Picassos und die Mozarts. Sie lesen schon mit sechs Jahren „The New York Times“, korrespondieren mit fünf Jahren in Mandarin und spielen mit vier Jahren die Spatzenmesse in C-Dur. Später studieren sie dann bereits mit 14 an einer Uni und werden jüngster Professor oder jüngste Professorin.

Man kennt sie.

Dann gibt es noch die anderen.

Ihre Begabung ist nicht so offensichtlich. Oder: offensichtlich nur für Eingeweihte. Für Kennerinnen und Kenner. Wahrscheinlich stehen sie nicht in einem Labor. Ob sie mit dem Pinsel umgehen können? Seien Sie tapfer: Wohl eher nicht so. Ob sie eine Stradivari zu schätzen wissen? Hm.

Und doch haben sie ihre Begabung. Erkennbar wie gesagt fast nur für Eingeweihte.

Ein Beispiel: Ich war Mitglied in einem Verband, der das Wort „Wirtschaft“ in seinem Namen trägt. Es ging um ein Thema, das alle Menschen bewegt. Wirklich alle. Wirklich jeden. Es ging um Politik. Und um den Anlauf zu einem neuen Gesetz. Man diskutierte. Und fragte sich, wie man denn überzeugend argumentieren könnte.

Ich erwähnte den Gedanken einer Befragung. Sie kennen das: In jeder grösseren Stadt stehen diese Interviewer auf der grossen Einkaufsstrasse und wollen wissen, welche Zahnpasta, welches Waschmittel, welche Automarke Sie bevorzugen. Strasseninterviews nennen wir das. Wir, das sind meine Kolleg*innen aus der Marktforschung und ich. Ich hatte damals ein Institut für Markt- und Kommunikationsforschung. Unsere Klienten aus der Politik und Wirtschaft waren bekannt und angesehen und wir waren stolz darauf, für sie forschen zu dürfen.

In meinem Verband war das bekannt.

Ja. Sagte man: Eine Befragung auf der Strasse ist ein überzeugendes Argument. Wir – wer auch immer „wir“ sein sollte – wir stellen uns auf die Strasse und befragen die Menschen. Und dann geben wir – und das war der Sinn der Sache – das Ergebnis an den OB der Stadt. Einer von meinen Kollegen im Verband meinte dann: Ob wir wohl 50 Menschen dazu bewegen können, mit uns zu reden?

Wie, sagte ich: 50 Menschen?

Ja. Sagten die anderen. 50 Menschen wäre eine tolle Sache.

Klar sind 50 Menschen eine tolle Sache. Aber: Wie wollen wir einen OB mit den Stimmen von 50 Menschen motivieren, ein neues Gesetz in Gang zu bringen? Nach einer halben Stunde hatte man sich auf 100 Menschen geeinigt. Mit dem Zusatz: Ob wir das wohl schaffen werden?

Warum so zaghaft?

Die Jungs und Mädels, die hier zusammen sassen, waren die Menschen, die täglich über Millionen entschieden. Ihre Denkweisen waren nicht 100 oder 1.000. Es waren 1.000.000 und mehr!

Mir war klar, dass ich meine lieben Kolleginnen und Kollegen jetzt schockieren musste. Nicht weil ich Schocks mag – aber ich musste ihnen schon sagen, wie so etwas in der Realität funktioniert. Dass man an den verantwortlichen Stellen – sorry – 100 Menschen als Beweis nicht gelten lassen wird. Man wird schmunzeln und zur Tagesordnung übergehen.

Noch bevor ich den Gedanken: „Wie sag‘ ich es das denn jetzt?“ zu einem Satz modellieren konnte, war es raus:

1.000 INTERVIEWS!
1.000 Interviews?

Das Entsetzen war gross. Nur unser Präsident war begeistert. Und dann ging das los, was zumeist los geht, wenn ein Hochbegabter – eine Hochbegabte – eine Idee und einen Weg vor Augen hat: GEHT NICHT! FUNKTIONIERT NICHT! SCHAFFEN WIR NICHT! WIR SIND DOCH NICHT VERRÜCKT! WER SOLL DAS DENN ALLES ZAHLEN?

Ich hörte mir das eine Stunde an, während ich das Konzept schrieb, die Umsetzung des Konzepts plante und einen Entwurf für den Fragebogen entwarf. Unser Präsident hatte mich aus den Augenwinkeln beobachtet und rief mich auf – nach vorne zu kommen und die Einzelheiten zu präsentieren. Gesagt. Getan.
Wir fanden über 50 Mitglieder aus dem Wirtschafts-Verband, die mitmachten. Manager*innen, die ich mit meinem Team für diesen Einsatz schulte. Es waren wohl die Interviewer*innen mit den höchsten Stundenlöhnen, die hier und heute ehrenamtlich auf die Strasse gingen und sehr mutig die Menschen nach ihrer Meinung befragten.

Um Mitternacht hatten wir 1.037 Interviews geschafft. Alle von meinen Forscherkollegen und mir kontrolliert. Alle perfekt. Es war ein harter Job – aber selten habe ich ein Team von fast 100 „Mitarbeiter*innen“ so begeistert arbeiten gesehen.

Am nächsten Morgen wurde noch einmal kontrolliert. Und dann gingen die Fragebögen ins Rechenzentrum zur Uni. Ich schrieb dazu einen Bericht für die Präsentation. Mein Team zeigte einen bewundernswerten Einsatz. Und so konnte ich meiner Assistentin auch nicht die Bitte abschlagen, die Ergebnisse beim OB präsentieren zu dürfen.

Der OB schien sehr zufrieden. Und so wanderten unsere Ergebnisse weiter „nach oben“. Und so wurde aus unserer Idee der Beweis, dass die Menschen diese Verbesserung ihres Alltags wirklich wollten.

Schliesslich wurde aus dem Beweis ein Gesetz in Deutschland, das jedem Menschen den Alltag etwas besser macht. Zur Freude der Menschen.
Nein, so faszinierend wie ein Picasso ist dieses Gesetz nicht.

Aber es erleichtert seitdem allen Menschen ihr Leben. Und das Tag für Tag in Deutschland.

Wenn Sie Unternehmer*in sind: Gründen Sie einen Think Tank mit Ihren Hochbegabten und allen, die mutig sind und gross denken und handeln können. Dann sind Sie nicht nur Ihre Probleme los. Sie haben auch die Chance, die Welt ein bisschen besser machen zu können.

Was sagte John F. Kennedy in seiner Antrittsrede am 20. Januar 1961 in Washington, D.C.:

„Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt (…) fragt, was wir gemeinsam tun können für die Freiheit des Menschen.“ [1]

Lilli Cremer-Altgeld
Mobil 0049 1575 5167 001





Meine persönliche Einführung in die Hochbegabung

Wenn Sie sich die Frage stellen: „Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?“ – dann werden Sie hier Antworten finden. Ich habe die Informationen davon abhängig gemacht, wie gesichert Sie wissen wollen, ob Sie hochbegabt sind. Deshalb meine Frage an Sie: „Wie GESICHERT wollen Sie wissen, ob Sie hochbegabt sind?“

Meine Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen:

❤ Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier können Sie mal schnuppern, wie Hochbegabte so ticken.

❤ Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier bekommen Sie Tipps, was Sie tun können, um herauszufinden, ob Sie tendenziell hochbegabt sind.

❤ Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – Adressen. Hier können Sie sich zum IQ-Test anmelden. Das Ergebnis des IQ-Test sagt Ihnen, wie hoch Ihr IQ ist. Ist er über 130 Punkte, sind Sie hochbegabt. Über 145 Punkte sind Sie höchstbegabt.

Aber was ist überhaupt Hochbegabung?

Die Antwort ist einfach. Treffend hat sie einmal der Psychologe Dr. Jürgen vom Scheidt so beantwortet: „Es ist das intellektuelle Potenzial von jemandem, der in einem der gängigen und anerkannten Intelligenztest einen IQ-Wert von 130 Punkten und mehr erzielt. Dies betrifft, streng genommen, 2,27 Prozent der Bevölkerung.“ http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 20.09.2015

Und was ist HÖCHSTBEGABUNG?

Ganz einfach. Dr. Sylvia Zinser schreibt: „Ist der IQ über 145 so spricht man von Höchstbegabung.“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

Allen Hochbegabten und Höchstbegabten empfehle ich das informative, spannende und vergnügliche „Sylvia Zinser's Sammelsurium“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/ Stand: 19.09.2015 Hier erfahren Sie nicht nur etwas über den IQ, sondern auch über „Brot, Schwaebische Traeubleskuchen sowie über diverse Weihnachtsplätzchen“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/backen.htmlx Stand: 19.09.2015

❤ Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Man sagt oft von Hochbegabten: „Die haben eine 1 (Bestnote) in Mathe – können aber ihre Schuhe nicht richtig zubinden“. Soll heissen: das Denken funktioniert (in bestimmten Bereichen) ausgezeichnet – aber im Alltäglichen kommen sie mit bestimmten Situationen nicht gut zurecht. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aussage für einige Hochbegabte wirklich sehr zutreffend – für andere weniger bis gar nicht.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Bei meinem Mathelehrer hatte ich so gut wie immer eine 1. Allerdings hatte ich auch eine Mathelehrerin. Sie war eher der Typ „Geschichtenerzählerin“. Sie sprach gerne über ihre Lieblingsrezepte, ihre Backkunst und ihren Hund. Ich war so damit beschäftigt, herauszufinden, was das mit Arithmetik zu tun hatte, dass ich ihr, wenn es denn mal was zu rechnen gab, kaum noch folgen konnte.

Meine Noten in Mathe lagen bei ihr im Mittelfeld. Und ich war richtig dankbar als der in meinen Augen „richtige“ Lehrer kam. Der mir Mathe so erklärte, dass ich es verstanden habe. Ich machte Überstunden in Mathe und liess mir extra Hausaufgaben geben. Nein, ich war keine Streberin. Ich hatte einfach Spass an Problemlösungen. Aber wenn ich meine Strickjacke zuknöpfen sollte – da gab es Stress für mich. Jedenfalls dieser Lehrer schickte mich zum Schulpsychologen, der mich positiv auf Hochbegabung testete. Da er sagte: „Du darfst mit niemandem darüber reden, dass Du diesen IQ von … hast.“ – dachte ich: vielleicht ist es eine Krankheit oder sonst wie ansteckend. Ich habe nie darüber gesprochen. Erst vor gut zehn Jahren habe ich mich in meiner Familie geoutet.

Meine Kollegin Alexandra in unserem Markt- und Sozialforschungs-Institut war da ähnlich unterschiedlich in ihrer Mathe-Begabung. Obwohl sie ein echtes Mathe-Genie ist, gab es auch für sie Grauzonen. Normalerweise hörte sie von einer Aufgabe oder schaute auf das Papier. Und schwupp – schon hatte sie die Lösung. Manchmal trat sie einen Wettstreit mit unserem Computer an. Nicht immer war unser PC der Gewinner. Doch dann gab es für sie echte Herausforderungen: Wenn sie ohne Hilfsmittel Prozent rechnen sollte, versagte sie fast jedes Mal. Nicht mal 10 Prozent von 100 konnte sie richtig errechnen. Allein bei dem Wort „Prozentrechnen“ driftete sie immer ab. Im Laufe der Zeit wurde es allerdings besser.

Ich will damit sagen: Nicht alle Hochbegabte sind Mathe-Genies. Nicht alle Mathe-Genies sind fehlerlos. Tröstlich ist, was Albert Einstein einmal über Mathe gesagt hat: „Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“

Mit anderen Worten: Nicht jeder Hochbegabte glänzt in Mathe. Eine Klientin von mir war die Vorgesetzte der ehemaligen Lehrerin eines Fußballnationalspielers (Weltmeister!). Er hatte wenig Interesse an Zahlen und sagte bereits in jungen Jahren zu der Lehrerin: „Warum soll ich Rechnen lernen? Ich werde mal ein berühmter Fußballspieler. Und dann kann ich mir so viele Rechenkünstler leisten wie will.“ Die Lehrerin staunte. Doch der Junge hatte Recht. Er ist hochbegabt UND hochsensitiv.

Hochbegabte können sehr gut oder gut rechnen – oder auch gar nicht. Was sind nun die die typischen Eigenschaften von Hochbegabten?

Gehen wir noch einen Schritt zurück. Genauso wie nicht alle Kölner lustig sind, nicht alle Münchner Lederhosen tragen und nicht alle Hamburger einen Segelschein haben – so sind auch nicht alle überdurchschnittlich intelligenten Menschen so oder so.

Nehmen wir einmal eine Einteilung der Hochbegabten vor, die Jürgen vom Scheidt heraus gearbeitet hat. Er unterteilt fünf (drei plus zwei) Gruppen. Selbstredend gibt es noch andere Kategorien – dazu komme ich noch.

Scheidt zufolge gibt es – vereinfacht ausgedrückt – bei den Hochbegabten, abhängig von dem Kriterium „Erfolg in der Schule, im Beruf“ folgende Trias:

O Ein Drittel, die ihre „Begabung erfolgreich verwirklicht“ haben. Sie sind Topmanager/innen, Spitzensportler/innen, Unternehmer/innen, Künstler/innen, Wissenschaftler/innen usw. Sie wurden z.B. von der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ oder anderen Institutionen erkannt und gefördert.

O Ein Drittel sind sogenannte „Latente“: Sie spüren, ahnen oder wissen um ihre Begabung, kommen aber nicht so einfach aus dem Quark. Die Psychologin und Expertin für Hochbegabung, Andrea Brackmann, schreibt in ihrem zweiten Buch, dass „Hochbegabung Mut erfordere“ http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015. Bei dieser Gruppe verstehen wir, warum das so ist.

O Ein Drittel sind nach Scheidt die „Underachiever“ („Minderleister“). Sie könnten schon – wollen aber (noch?) nicht erfolgreich sein. Speziell zu Minderleister/innen in der Schule noch einmal Sylvia Zinser: Ihr Geheimtipp J: MOTIVIEREN! http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

So, das sind unsere drei Gruppen – zwei kleine Gruppen fehlen noch:

O Es sind die „Entgleisten“: sie sind erfolgreich – aber auf kriminelle oder soziopathische Weise.

O Dies sind die Höchstbegabten wie etwa Einstein und Freud.

Alle Infos zu dieser Einteilung in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt: http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015

Wer bis hierher tapfer durchgehalten hat – wird jetzt belohnt. Jeder Mensch, der denkt: Analyse? Mathe? Logik? Das sind jetzt nicht so meine Stärken. Ich bin eher der Musiker, die Malerin, der Tänzer, die Fotografin, der Praktiker. Gut so. Es gibt insgesamt sieben Felder der Hochbegabung: mein Bruder Helmut glänzt z.B. durch „Praktische Intelligenz“: Er erkennt sofort im realen Leben wie man es richtig zumindest aber besser machen kann. Mir bleibt diese Art zu denken verborgen. Zumindest müsste ich viele Bücher lesen, um diese Dinge verstehen zu können. Mir fällt es schon schwer genug, meine Jacke richtig zuzuknöpfen.

Prof. Werner Stangl zitiert Prof. Kurt Heller auf seinen Seiten zu den Themen „Intelligenz und Hochbegabung“ wie folgt:

„Nach Heller (2000) gibt es folgende Begabungsfaktoren:

O Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)

O Sozial-emotionale Fähigkeiten

O Musisch-künstlerische Fähigkeiten

O Musikalische Fähigkeiten

O Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische, etc. Kreativität)

O Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)

O Praktische Intelligenz“

http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testintelligenzhochbegabt.html Stand: 19.09.2015

Wir sehen: Hochbegabung ist spannend. Und es wird noch spannender.

Nehmen wir noch eine weitere Differenzierung vor: Hochbegabte sind oft auch hochsensibel und/oder hochsensitiv. Ihre Sinne sind stärker ausgeprägt. Zum einen (hochsensibel) sind ihre normalen Sinne (hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen) intensiver (Künstler/innen, Star-Köch/innen, Parfümeur/innen – einige haben auch ein begnadetes „Fingerspitzengefühl“ wie etwa Handerker/innen und Chirurg/innen u.a.m.). Und/oder andererseits ist ihre Wahrnehmung (hochsensitiv) tiefer: Diese Hochbegabten haben den sechsten (hellhörig), siebten (hellfühlig) und achten (hellsichtig) Sinn wie etwa Goethe, Einstein und Leonardo da Vinci. Wie sagte Albert Einstein?: „Was wirklich zählt, ist Intuition.“

Bei einer solchen Differenzierung: Wo gibt es da noch Gemeinsamkeiten?

Ich fange mal mit den Tendenzen an: Diejenigen, die in der ‚Flüchtlingszeit im Sommer 2015‘ kreativ, beherzt und schnell helfen – können hochbegabt sein. Denn diese Merkmale findet man oft unter den hohen IQ’lern. Der eine organisiert geschickt, die andere übersetzt, der nächste weiss, wer wo wie helfen kann. Schnelligkeit ist für Hochbegabte so natürlich wie das Atmen. Klar, dass nicht jede/r in allen Bereichen gleich schnell ist. Wenn Sie wüssten, wie lange ich brauche, um meine Jacke zuzuknöpfen …

Doch weiter: Gerechtigkeit für jedermann ist stark vorhanden bei den Begabten ebenso so wie vernetztes Denken und Handeln. Nach Andrea Brackmann gehört das „Mehr von allem“ oft zum Repertoire. Wie etwa das „Erfassen kompletter Zusammenhänge“, „Auffinden vielfältiger Lösungswege“ sowie „hohes Einfühlungsvermögen“. Wie gut, dass Hochbegabte oft nur wenig Schlaf brauchen (4 bis 6 Stunden).

Selbstredend gibt es nicht nur diese sonnigen Seiten der hochtalentierten Menschen. Ihre Schattenseiten sind nicht nur für die Beteiligten selbst unangenehm: Oftmals übersteigerte Konzentration bei den SPEZIALISTEN auf ein Spezialthema (Musik oder Sport oder Politik oder Finanzen oder Sprachen oder oder oder). Bei den Generalisten ist es etwas anders: Hier überwiegt die Vielseitigkeit, die sich in mehreren Berufen und Hobbies zeigt. Bei beiden wird die Familie, werden Freund/innen und Kolleg/innen schon mal etwas vernachlässigt. Denn Hochbegabte sind oft Perfektionist/innen. Und es kann mal etwas länger dauern bis sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

Routine ist ihnen oft ein Gräuel. Manche finden kreativ alternative Wege um dieser Routine immer wieder auszuweichen. Andere plagen Zweifel und Gewissensbisse. Geduld ist ebenfalls keine Stärke der Hochbegabten. Auch nicht begabt sind diese Menschen, wenn es um „einfache Aufgaben“ geht. Die Hochtalentierten sind zumeist empfindlich. Empfindlich gegenüber Lärm, Licht und manche auch gegenüber Berührungen.

So ist es zu verstehen, dass Hochbegabte an bestimmten „Allergien“ leiden, die Andrea Brackmann in ihrem Buch so schlüssig schreibt. Es sind die „hässlichen Worte“ für Hochbegabte wie etwa „Betriebsausflug“, „Stammtisch“, „Schützenfest“, „Höflichkeitsfloskeln“, „Grossraumbüro“. http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015

Hingegen lieben Hochbegabte oft „Querdenker/innen“, „Nobelpreisträger/innen“, „Verarbeitungsgeschwindigkeit“, „Freiheit“, „Endlos-Fragen“, „Monologe“ sowie „Spezielle Themen wie etwa die frühkindliche Entwicklungsphase des Kaiserschnurrbarttamarins, die Pflege der Araukarie oder den „Compte rendu au Roi“ des Finanzminister Jacques Neckers in der Zeit der Französischen Revolution.

Für Hochbegabte ist das alles „normal“ – während das „Normale“ schon sehr schwierig sein kann. Viele habe da ein Selbstverständnis wie Albert Einstein: "Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."

Wenn Sie das alles gelesen haben, sind Sie an Hochbegabung interessiert. Die anderen haben eh längst das Weite gesucht. Vielleicht wollen Sie genauer wissen, ob Sie hb sind – „hb“ ist das Kürzel bei den „HB“ (Hochbegabten) für „hochbegabt“. Und deshalb gehen wir jetzt auf die nächste Stufe über.

❤ Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Ich habe hier IQ-Informationen zusammen gestellt, die Ihnen eine Tendenz Ihrer Begabung aufzeigen können.

O Den ersten IQ-Test habe ich 2005 in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt gefunden http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015. Obwohl ich mit einiger Skepsis an diese Fragen heranging – mein Test beim Schulpsychologen hat damals mehr als eine Stunde gedauert, wie soll man in wenigen Minuten ein ähnliches Ergebnis erzielen können? – war die Antwort jedoch fast exakt dieselbe, die ich Jahre zuvor vom Psychologen in meiner Schule erhalten habe. Chapeau! Für den Autor.

O Auch wenn mir die Headline sehr plakativ erscheint – diese Information verdient ebenfalls Ihr Interesse: „IQ-Test: Gehören Sie zur Grips-Elite?“ http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/iq-test-gehoeren-sie-zur-grips-elite-a-505427.html Stand: 19.09.2015

O Ein weiterer Test, der Ihnen tendenziell Informationen über Ihre Begabung geben wird, ist von der „Süddeutsche Zeitung“: „Der kostenlose IQ-Test online mit Sofortergebnis http://iqtest.sueddeutsche.de/ Stand: 19.09.2015

O “MENSA” ist das grösste Netzwerk für Hochbegabte. Der Mensa Online-Test ist jedoch eher ein „Spiel“ als ein zuverlässiges Instrument der Begabungsanalyse. Wenn Sie Lust haben: Spielen Sie mal. Mensa weist ausdrücklich darauf hin: „Sie sollten die Ergebnisse dementsprechend nicht allzu ernst nehmen.“ https://www.mensa.de/online-iq-test-raetsel/mensa-online-test/ Stand: 20.09.2015

O Und hier ist die englische Variante von Mensa International: „Mensa Workout“ https://www.mensa.org/workout/quiz/1 Stand: 20.09.2015

❤ Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Wenn Sie jetzt bereit sind und der Stunde der Wahrheit – dem wirklich und wahrhaftigen IQ-Test – ins Auge blicken wollen… Dann melden Sie sich an – zum anerkannten IQ-Test.

Meine Empfehlungen:

O Mensa. Der Test dauert 90 Minuten, kostet 49 Euro und wird in 80 Städten in Deutschland durchgeführt. Getestet werden Menschen ab 14 Jahre. https://www.mensa.de/intelligenztest Stand: 20.09.2015

O Bei einer Psychologin – einem Psychologen – aus dem Expertenkreis Hochbegabung/Potentiale der Sektion "Freiberufliche Psychologen" im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) e.V. den IQ-Test machen http://www.die-hochbegabung.de/german/index.html Stand: 20.09.2015

O Sie fragen im Familienkreis, bei Freund/innen oder in der Schule/Universität nach einer Empfehlung für den IQ-Test.

Ich drücke schon mal die Daumen!

Für das Campus-Radio Bonn interviewte ich einmal die höchstbegabte „First“ Lady – Gründungsmitglied – von Mensa Deutschland, Dr. Ida Fleiß. Dabei lernte ich eine kluge, warmherzige und höchst kreative Dame kennen, der es „zu simpel“ war, ihren „Doktor“ in Europa zu machen. Kurz entschlossen reiste sie nach Asien, lernte die Sprache und schaffte auf Anhieb ihre Promotion. Sie konnte schon immer weit und um die Ecke denken.

Als ich sie jedoch fragte: Haben wir schon für jede Intelligenz ein angemessenes Messverfahren – will sagen: Können wir schon jede Begabung testen – sagte sie traurig: Nein. Daran müssen wir noch arbeiten.

Ich möchte diese Erkenntnis all denen mit auf den Weg geben, die sich zwar für hochbegabt halten, aber in einem der IQ-Tests nicht die Schallgrenze von 130 durchbrechen konnten.

Allen Menschen, die Spass an Mathe haben – ja, die speziell eine Vorliebe für das Kopfrechnen hegen, empfehle ich die Seite eines Freundes von Ida Fleiss: Dr. Dr. Gert Mittring http://www.gertmittring.de Gert Mittring ist der amtierende Weltmeister im Kopfrechnen.

© Lilli Cremer-Altgeld, 2015