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Mittwoch, 28. Januar 2015

Anneliese Maier-Forschungspreis: Die Preisträger 2015 stehen fest



Elf Spitzenkräfte aus den Geistes- und Sozialwissenschaften erhalten jeweils 250.000 Euro für Forschungskooperationen in Deutschland

Presseportal für Hochbegabung Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat zwei Wissenschaftlerinnen und neun Wissenschaftler aus dem Ausland für den diesjährigen Anneliese Maier-Forschungspreis ausgewählt. Der Preis ist mit jeweils 250.000 Euro dotiert und wird jährlich an herausragende Geistes- und Sozialwissenschaftler vergeben. Mit dem Preisgeld werden Forschungskooperationen mit Fachkolleginnen und Fachkollegen für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren in Deutschland finanziert. Der Preis soll die Internationalisierung der Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland voranbringen und wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert.
Die elf Preisträger wurden unter insgesamt 72 Nominierten aus 22 Ländern ausgewählt. Die meisten Nominierten kamen aus den USA (25), Großbritannien (10) und Kanada (7).

Die neu ausgewählten Preisträger, ihre Herkunfts- und letzten Aufenthaltsländer, ihre Fachgebiete sowie ihre Gastinstitute sind:

•             Hans Beck, Deutschland / Kanada, Alte Geschichte, Universität Münster, Seminar für Alte Geschichte
•             Robert B. Brandom, USA, Philosophie, Universität Leipzig, Institut für Philosophie
•             Angelos Chaniotis, Griechenland / USA, Alte Geschichte, LMU München, Historisches Seminar
•             Kristian S. Gleditsch, Norwegen / Großbritannien, Friedens- und Konfliktforschung, Universität Konstanz, Fachbereich für Politik- und Verwaltungswissenschaft
•             Jeffrey F. Hamburger, USA, Kunstgeschichte, Universität Düsseldorf, Institut für Geschichtswissenschaften
•             Susan Irvine, Neuseeland / Großbritannien, Anglistik, Universität Göttingen, Seminar für Englische Philologie
•             Pamela Klassen, Kanada, Religionswissenschaften, Universität Tübingen, Institut für Empirische Kulturwissenschaft
•             Niklaus Largier, Schweiz / USA, Germanistik, Universität zu Köln, Institut für Deutsche Sprache und Literatur I
•             Mark Turner, USA, Kognitionswissenschaften, Universität Osnabrück, Institut für Anglistik und Amerikanistik
•             Paul Julian Weindling, Großbritannien, Wissenschaftsgeschichte, Studienzentrum der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Halle (Saale), gemeinsam mit der Universität Düsseldorf
•             Jean Winand, Belgien, Ägyptologie, Universität Heidelberg, Ägyptologisches Institut

Nähere Informationen zum Anneliese Maier-Forschungspreis finden Sie auf unserer Website.

Nominiert werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Kooperationspartnern an deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Nominierungen für die nächste Vergabe der Preise sind noch bis zum 30. April 2015 möglich.

Bitte vormerken: Die Preisverleihung findet am 15. September 2015 in Leipzig statt. Eine Einladung an die Presse folgt.

Pressekontakt

Sebastian Kraußer
Lena Schnabel
Tel:       +49 228 833-257/-144
Fax:     +49 228 833-441
E-Mail: presse@avh.de

Leiter Referat Presse, Kommunikation und Marketing
Georg Scholl
Tel: +49 228 833-258
Presseportal im Internet

Die Alexander von Humboldt-Stiftung

Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 26.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 51 Nobelpreisträger.




Dienstag, 27. Januar 2015

Zeppelin Universität begrüßt 116 Studienanfänger zum Frühjahrssemester

Semesterstart: Der nunmehr 24. Jahrgang hat sein
Studium an der ZU aufgenommen.


Presseportal für Hochbegabung Friedrichshafen. Die Zeppelin Universität (ZU) ist mit 116 neuen Bachelor-Studierenden ins Frühjahrssemester 2015 gestartet. Es ist der nunmehr 24. Jahrgang, der an der ZU sein Studium in den Bachelor-, Master-, berufsbegleitenden Master- und Promotionsprogrammen aufnimmt.

Offiziell begrüßt wurden die Erstsemester von ZU-Präsident Professor Dr. Dr. h.c. mult. Alfred Kieser: „Ich freue mich sehr, dass Sie den Weg an die ZU gefunden haben, und hoffe, dass Sie die vielfältigen Möglichkeiten unserer Universität, sei es aus dem Bereich der Forschung, der Lehre oder des studentischen Lebens, umfassend wahrnehmen.“ Es folgte die Begrüßung durch Friedrichshafens Erstem Bürgermeister Dr. Stefan Köhler sowie Kanzler Alexander Kübler-Kreß und die studentische Vizepräsidentin Laura Niemann. Darüber hinaus stellten die Akademischen Programmleiter der Studiengänge Professor Dr. Dirk Baecker, Professor Dr. Markus Rhomberg, Professor Dr. Marcel Tyrell und Professor Dr. Eckhard Schröter die Universität und ihre Studienprogramme vor.

Die offizielle Begrüßung ist Teil der Einführungswoche für die Erstsemester. Sie begann mit einem Erkundungstag in Friedrichshafen mit Stationen wie der Zeppelin-Werft und dem Zeppelin Museum. Einen besonderen Höhepunkt stellte der daran anschließende Vortrag vom Häfler Heimat-Historiker Josef Schwarz dar, der die Studienanfänger mit auf eine Reise durch die Geschichte Friedrichshafens nahm. Zum weiteren Programm gehören neben einem ersten Kennenlernen der Strukturen und Angebote der ZU auch eine Wanderung auf den Pfänder bei Bregenz, eine studentisch organisierte Campus-Rallye, eine Führung durch den neuen „ZF Campus der ZU“ im Fallenbrunnen sowie der Besuch des 29. Kunst-Freitags Friedrichshafen.


Kontakt

Zeppelin Universität
zwischen
Wirtschaft Kultur Politik

Sebastian Paul
Volontär Universitätskommunikation
Am Seemooser Horn 20
D-88045 Friedrichshafen | Bodensee

Tel: +49 7541 6009-2193
Fax: +49 7541 6009-1199
E-Mail: sebastian.paul@zu.de 


Home: www.zu.de




Friedenspreis des Deutschen Buchhandels: Karl-Josef Kuschel in Stiftungsrat berufen


Porträtfotovon Karl-Josef Kuschel zum Herunterladen
Nutzung honorarfrei im Rahmen der Berichterstattung über den
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels mit Angabe des
Copyrights: Hajo Schomerus 

Presseportal für Hochbegabung Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels beruft den Theologen und Literaturwissenschaftler Karl-Josef Kuschel in den Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Er folgt auf den Schweizer Germanisten Peter von Matt, der nach sechs Jahren als Stiftungsratsmitglied ausscheidet.

Karl-Josef Kuschel, geboren 1948 in Oberhausen, war von 1995 bis 2013 Professor für „Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs“ an der Universität Tübingen. Sein Forschungsinteresse gilt der Theorie des interreligiösen Dialogs mit Fokus auf Judentum, Christentum und Islam sowie der „Theorie der Kultur“ über die Wechselwirkungen von Literatur und Theologie.

Für seine Forschungen und Veröffentlichungen ist Karl-Josef Kuschel mit zahlreichen Preisen geehrt worden, unter anderem mit dem Integrationspreis für Verdienste um den interkulturellen und interreligiösen Dialog durch die Stiftung „Apfelbaum“ (2011) und mit dem Herbert-Haag-Preis (2010), der an Personen verliehen wird, die sich für Freiheit und Menschlichkeit innerhalb der Kirche einsetzen.

Der Stiftungsrat hat die Aufgabe, den Friedenspreisträger oder die Friedenspreisträgerin des jeweiligen Jahres zu benennen. Zu seinen Mitgliedern gehören neben Karl-Josef Kuschel: Stephan Detjen (Deutschlandradio, Berlin), Prof. Ulrich Khuon (Intendant Deutsches Theater Berlin), Felicitas von Lovenberg (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Prof. Dr. Karl Schlögel (Berlin, Historiker), Janne Teller (New York, Schriftstellerin), Matthias Ulmer (Stuttgart, Vorstandsmitglied des Börsenvereins), Thomas Wrensch (Braunschweig, Vorstandsmitglied des Börsenvereins) sowie Heinrich Riethmüller (Tübingen), der als Vorsteher des Börsenvereins zugleich der Vorsitzende des Stiftungsrates ist.

Im Frühjahr beginnt der Stiftungsrat mit seinen Beratungen zur Wahl des Friedenspreisträgers 2015. Auch die Öffentlichkeit ist in die Kandidatensuche eingebunden: Noch bis zum 1. März 2015 können Vorschläge für den diesjährigen Preisträger eingereicht werden. Die Verleihung des Friedenspreises findet immer zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse in der Frankfurter Paulskirche statt.

Weitere Informationen zum Friedenspreis gibt es unter http://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de/445651/.

Pressefoto:
Porträtfoto von Karl-Josef Kuschel zum Herunterladen
Nutzung honorarfrei im Rahmen der Berichterstattung über den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels mit Angabe des Copyrights: Hajo Schomerus

Frankfurt am Main, 27. Januar 2015

Kontakt für die Medien:


Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.
Claudia Paul, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon +49 69 1306-293, E-Mail: paul@boev.de
Thomas Koch, Presse-Referent
Telefon +49 69 1306-292, E-Mail: t.koch@boev.de




Montag, 26. Januar 2015

Jugend forscht: Diese Woche starten bundesweit die Wettbewerbe der Jubiläumsrunde 2015



Stiftung Jugend forscht e. V.



Unternehmen und Institutionen aus dem Jugend forscht Netzwerk engagieren sich organisatorisch und finanziell als Ausrichter

Presseportal für Hochbegabung Diese Woche starten die Wettbewerbe der Jubiläumsrunde von Jugend forscht. Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler präsentieren ihre Forschungsprojekte ab Ende Januar 2015 zunächst auf den 84 Regionalwettbewerben im gesamten Bundesgebiet einer Jury und der Öffentlichkeit. Für die 50. Runde von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb haben sich insgesamt 11 502 Jugendliche angemeldet. Auf Regional-, Landes- und Bundesebene werden die Wettbewerbe von Unternehmen sowie von öffentlichen und privaten Institutionen ausgerichtet.

Die Jungforscher zeigen auch in diesem Jahr wieder eine große Bandbreite an spannenden und innovativen Projekten in den sieben Jugend forscht Fachgebieten: So entwickelte ein Nachwuchswissenschaftler eine Tablet-App, die Rettungsdiensten die Optimierung ihrer Einsätze ermöglicht. Untersucht wurde zudem die Auswirkung von E-Zigaretten auf die Lungenfunktion vor dem Hintergrund, dass diese als gesündere Alternative zu herkömmlichen Zigaretten gelten. Drei Jungforscher gingen der Frage nach, ob die in ihrer Region vermehrt in Hauswänden auftretenden Risse auf Schwingungen zurückzuführen sind, die Windkraftanlagen erzeugen. Neu ist auch das präsentierte Konzept, das Minilabor Lab-on-a-Chip mittels eines 3-D-Druckers auf eine Platine zu drucken. Diese und andere Beispiele beweisen, dass die Themenvielfalt der Forschungsprojekte auch im Jubiläumsjahr wieder nahezu grenzenlos ist.

Die Sieger der Regionalebene qualifizieren sich für die Landeswettbewerbe, die Mitte März 2015 beginnen. Den Abschluss der Jubiläumsrunde von Jugend forscht bildet das 50. Bundesfinale vom 26. bis 30. Mai 2015 in Ludwigshafen – gemeinsam ausgerichtet von der Stiftung Jugend forscht e. V. und der BASF als Bundespatenunternehmen.

Die Ausrichtung und Finanzierung der Wettbewerbe vor allem durch Partner aus der Wirtschaft ist seit 50 Jahren eine entscheidende Grundlage für den Erfolg von Jugend forscht. Dieses hierzulande seinerzeit einzigartige Organisationsmodell war eine Idee des Jugend forscht Gründers Henri Nannen. Der damalige stern-Chefredakteur bewies damit Weitblick: Mit seinem innovativen Konzept schuf er nicht nur die größte Public-private-Partnership ihrer Art in Deutschland, sondern zugleich auch eine tragfähige Basis für die stetige Erweiterung des Wettbewerbs in den vergangenen fünf Jahrzehnten.

„Wichtiger Bestandteil des bundesweiten Jugend forscht Netzwerks aus Schulen, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sind die derzeit mehr als 140 Patenunternehmen, die sich als Gastgeber der Wettbewerbe engagieren. Ihre umfassende Unterstützungsleistung geht weit über herkömmliches Sponsoring hinaus“, sagt Dr. Sven Baszio, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Jugend forscht e. V. „Vielmehr finden die Wettbewerbsveranstaltungen in der Regel auf dem Firmengelände der gastgebenden Unternehmen statt. Auf diese Weise verkörpern die Partner Jugend forscht vor Ort.“

Alle Wettbewerbstermine, Patenunternehmen und Ansprechpartner finden Sie im Internet unter www.jugend-forscht.de.

Pressekontakt:
Stiftung Jugend forscht e. V. 
Dr. Daniel Giese 
Baumwall 5 
20459 Hamburg
Tel.: 040 374709-40 
Fax: 040 374709-99 



Prof. Dr. Karen Wiltshire neue Vorsitzende der internationalen Meeresforschungsorganisation POGO


Die neue Leiterin des Partnership of Global Oceans -
POGO: Prof. Dr. Karen Wiltshire. Foto: Alfred-Wegener-Institut


Presseportal für Hochbegabung Bremerhaven, den 26. Januar 2015. Am kommenden Dienstag, den 27. Januar 2015, übernimmt Prof. Dr. Karen Wiltshire den Vorsitz der Meeresforschungsorganisation POGO. Die stellvertretende Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) will in ihrer einjährigen Amtszeit die Bildung von Forschungsschiff-Kooperationen im Atlantik vorantreiben und Langzeitdaten besser vernetzen. Als weiteren inhaltlichen Schwerpunkt nennt sie das vermehrte Engagement der Wissenschaft bei der Einrichtung von Meeresschutzgebieten.

„Ich möchte meinen Vorsitz dazu nutzen, dass sich die in POGO vereinten weltweit führenden Meeresforschungsinstitutionen stärker in politische Prozesse einbringen“, sagt die stellvertretende AWI-Direktorin Prof. Dr. Karen Wiltshire. Als Beispiel nennt sie die Einrichtung von Meeresschutzgebieten. Es sei wichtig, dass die Wissenschaft nicht nur Datengrundlagen für die Ausweisung von Schutzgebieten liefere. „Wenn es um Managementpläne für Meeresschutzgebiete und deren Überwachung geht, ist die Forschung gefragt, Ozeanbeobachtungssysteme auf dem neuesten Stand von Wissenschaft und Technik einzusetzen“, so Wiltshire.

Für dieses Ziel ist die „Partnerschaft zur Untersuchung der weltweiten Ozeane“ – POGO (Partnership for Observation of the Global Oceans) – eine sehr gute Plattform. Sie bringt führende Köpfe von 38 großen Meeresforschungsinstitutionen aus 19 Mitgliedsstaaten zusammen, wie jetzt beim Treffen vom 27. bis 29. Januar 2015 auf Teneriffa (Spanien). Auf der Jahressitzung übernimmt Karen Wiltshire den POGO-Vorsitz turnusgemäß von Prof. Dr. John Field (Marine Research Institute MA-RE, Universität Kapstadt, Südafrika).

Bisher sind in POGO vor allem große Nationen vertreten. Als weiteres Ziel nennt Wiltshire die Vernetzung mit neuen Partnern, wie beispielsweise Irland und Polen aber auch fernere Küstenländer wie Bangladesch. Ein Instrument für die weitere globale Vernetzung ist zum Beispiel das internationale Stipendiatenprogramm Centre of Excellence in Observational Oceanography, das derzeit im zweiten Jahr am Alfred-Wegener-Institut läuft. AWI-Forscher und weitere Experten bilden Stipendiaten aus Schwellen- und Entwicklungsländern zu Meeresexperten aus. Über das zugehörige Alumni-Programm unterstützen POGO und die japanische Nippon-Stiftung außerdem auch Forschungs- und Reiseaktivitäten. So soll das Stipendiatenprogramm nachhaltig in die Heimatländer der Stipendiaten wirken und die Vernetzung fördern. „POGO ist heute schon auf jedem Kontinent vertreten. Persönliche Kontakte bieten eine gute Möglichkeit, zusätzliche Partner zu gewinnen“, sagt Wiltshire.

Als kurzfristigere Ziele nennt die Vorsitzende eine engere Zusammenarbeit unter Forschenden, die mit ozeanographischen Langzeitdaten arbeiten. Hier hat Wiltshire langjährige Erfahrung mit den so genannten Helgoland Reede Daten – ein über 50 Jahre reichender Datensatz von physikalischen und biologischen Parametern aus der Nordsee. „Globale Fragen wie die Auswirkung der Erwärmung auf die Ozeane lassen sich nur im Verbund mit internationalen Partnern beantworten“, beschreibt Wiltshire die gesellschaftliche Herausforderung.

Um die Datenlage auf offener See zu verbessern, soll zukünftig ein Netzwerk von Forschungsschiffen im Atlantik aufgebaut werden. Irische Forschungsinstitute waren bereits im Herbst 2014 mit ihrem Schiff Celtic Explorer engagiert und auch die US-amerikanische Woods Hole SEA Semester Training Centre möchte Plätze für ozeanographische Forschungsarbeiten auf ihren Schiffen anbieten. Das Alfred-Wegener-Institut bringt sein Forschungsschiff Polarstern ein: Im kommenden Herbst stehen auf der Expedition von Bremerhaven ins südafrikanische Kapstadt Plätze für das Programm namens POGO Atlantic Partnership zur Verfügung.

Weitere Informationen:

Links:


Hinweise für Redaktionen:

Ihre Ansprechpartnerin ist Prof. Dr. Karen Wiltshire, die allerdings während des Meetings nur eingeschränkt erreichbar ist (Tel.: 04651 956-4112 ; E-Mail: Karen.Wiltshire@awi.de). In der Pressestelle des Alfred-Wegener-Instituts ist Ihre Ansprechpartnerin Dr. Folke Mehrtens, Tel.: 0471 4831-2007 (E-Mail: Folke.Mehrtens@awi.de).


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Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der 18 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.



Wissensallianz „Kompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung“


Freuen sich über den internationalen Erfolg (v.l.):
Detlev Lindau-Bank, Dr. Christoph Schank,
Vizepräsidentin Dr. Marion Rieken,
Prof. Dr. Marco Rieckmann und Lukas Scherak.
(Bild: Daubenspeck)


EU-weites Projekt im Rahmen von „Erasmus+“ – Vechta eine von drei deutschen Hochschulen

Presseportal für Hochbegabung Wie kann unsere Wirtschaft nachhaltig gestaltet werden? Was können Einzelne dafür tun und welche Kompetenzen brauchen sie dafür? Und wie können Universitäten ihre Studierenden darauf vorbereiten? Mit diesen Fragen befasst sich ein neues EU-Projekt, an dem die Universität Vechta beteiligt ist: „Kompetenzen für eine nachhaltige sozio-ökonomische Entwicklung“ (Competencies for A sustainable Socio Economic development – CASE) ist der Titel des Projekts im Rahmen der „Wissensallianzen" von Erasmus+, dem Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union. Aus 230 für den Bereich „Wissensallianzen" eingereichten Anträgen wurden lediglich neun ausgewählt. Die Universität Vechta ist eine von nur drei deutschen Hochschulen, die im Rahmen des Programms gefördert werden. Das Projekt CASE wird für drei Jahre (2015-2017) mit einer Summe von rund 900.000 Euro von der EU gefördert.

Die Vizepräsidentin für Lehre und Studium, Dr. Marion Rieken, zeigte sich überaus erfreut über den Erfolg der Bewerbung: „Die Bewilligung des Projekts als Wissensallianz stärkt den Studienbereich „Nachhaltigkeit“ der Universität. Außerdem zeigt sich darin die Kompetenz unserer WissenschaftlerInnen im Bereich Lehr-Lern-Forschung und Hochschuldidaktik.“

Insgesamt sind zehn Partner aus fünf Ländern an der CASE-Wissensallianz beteiligt; die Leitung übernimmt die Wirtschaftsuniversität Wien. Weitere Partner sind die Freie Universität Bozen (Italien), die Masaryk Universität Brno (Tschechien), die Universität Göteborg (Schweden), die Universität für Bodenkultur (Österreich) sowie die Wiener Stadtwerke (Österreich), die Terra Institute GmbH (Italien), das Environment Center Kapraluv (Tschechien) und das Ekocenter Göteborg (Schweden). Assoziierte Partner des Projekts sind neben der Ulrich Walter GmbH aus Diepholz auch weitere Universitäten u.a. aus Australien, den Niederlanden und den USA.

Ziel des Projekts ist die Förderung von Kompetenzen, die für eine nachhaltige sozio-ökonomische Entwicklung relevant sind. Dazu zählen z.B. vorausschauendes Denken und strategisches Handeln. Das Projekt soll dafür die Grundlagen für ein neues europäisches Masterprogramm „Joint Master Programme of Sustainability Driven Entrepreneurship, Policies and Innovation“ schaffen. Für den Studiengang sollen Module entwickelt und in regionalen Pilot-Vorhaben getestet werden. Darin sollen die Studierenden – im Sinne von Service Learning – die Möglichkeit erhalten, Projekte für regionale Unternehmen durchzuführen. Die entwickelten Module und Materialien sollen über eine Wissensplattform zugänglich gemacht werden, so dass auch andere Universitäten davon profitieren können.

An der Universität Vechta wird das Projekt von Prof. Dr. Marco Rieckmann (Hochschuldidaktik, Schwerpunkt Schlüsselkompetenzen) geleitet. Außerdem werden Dr. Christoph Schank (Wirtschaft und Ethik: Social Business) sowie Detlev Lindau-Bank und Lukas Scherak (Regional Centre of Expertise – Oldenburger Münsterland e.V.) an dem Projekt beteiligt sein.


Vechta, 26. Januar 2014

Pressekontakt:
Sabrina Daubenspeck
Universität Vechta
Geschäftsstelle der Präsidentin
Marketing/Presse
Fon +49 (0) 4441.15 520
Fax +49 (0) 4441.15 523

Freitag, 23. Januar 2015

Lebenszyclen


Schatzkiste






Presseportal für Hochbegabung

Lebenszyclen so ein Theater mit diesen Lebenszyclen.

Schnurgerade mäandern  sich Lebenszyclen durch die Zeit,
verschwenden sich in der Zeitgleichheit der Momente.
Kindheitsgedanken brechen sich durch das Dickicht der gefalteten Wahrnehmung,
schaukelnd wiegen sich stille Glücks dahin.
Versteckt sind all die geträumten Welten.
Verbogen in zementierter Eintracht stehen Klötze im zirkulierenden Wege.
Begegnungen werden laut, schreien sich in vergleichende Formeln fest,
verbergen phantastische Farben und Laute.
Knüppel haltend steht die  Angriffslust,  heimliche Angst verbergend.
Schuld setzt sich nieder und lässt  sie niederschnellen ohne Gefühl das
ausgeblendet unter roten Spuren sich verkriecht.
Stille kehrt ein und wiegt sachte das Weinen,
bis der zarte Teppich aus Blüte den Lebensfluss bedeckt.



Kontakt:
Ursula Witry



Mittwoch, 21. Januar 2015

The path to artificial photosynthesis


Artificial catalysts imitate natural photo-synthesis (HZB).
Image Credit: HZB


HZB researchers describe efficient manganese catalyst capable of converting light to chemical energy

Presseportal für Hochbegabung Scientists at the Helmholtz Center for Materials and Energy (HZB) in collaboration with the School of Chemistry and ARC Centre of Excellence for Electromaterials Science at Monash University, Australia, have precisely characterized a manganese catalyst’s electronic states. The catalyst is capable of converting light to chemical energy. Through their work, Professor Emad Aziz, head of the HZB Institute “Methods for Material Development“, Professor Leone Spiccia from Monash University and their teams have taken an important leap forward in understanding photosynthesis – the method green plants use to obtain energy – in artificial systems. Today findings of the team have been published in the journal ChemSUSChem (DOI: DOI: 10.1002/cssc.201403219) and recently in the renowned Royal Society of Chemistry’s Journal of Materials Chemistry A. (DOI: 10.1039/c4ta04185b).

If sunlight could effortlessly be converted to chemical energy, our energy troubles would be a thing of the past. Green plants have evolved a special kind of mechanism to help them do just that: photosynthesis, the process by which plants take sunlight and, with its help, produce high-energy substances like sugar from water and carbon dioxide. But the molecules located in the so called “oxygen evolution centre” that facilitate this series of steps inside a plant cell are highly complex and sensitive. A current mission of scientists is simulating them in a laboratory setting and optimizing them for commercial energy production.

At his institute, Emad Aziz is doing research on artificial water splitting catalysts with the goal of getting them to perform at the level of the oxygen evolution center of photosynthesis. A while back, the scientists figured out what the chemical nature of these types of energy converters would need to be. Top candidates are manganese complexes embedded in a nafion matrix, a teflon-like polymer. Leone Spiccia´s lab developed and provided the samples. He says: “Under a bias, our manganese complexes produce nanoparticles of manganese oxides within nafion matrix. When exposed to light and biased simultaneously, these oxides promote water oxidation, a key and challenging reaction associated with the splitting water into oxygen and hydrogen. The hydrogen can be stored as an energy carrier.”

“The next step was to figure out which of the potential manganese complexes in nafion yields the best manganese oxides,“ says the scientist in charge of the experiments, Munirah Khan of the Freie Universität Berlin, holder of a DAAD and HEC(Pakistan) scholarship.

She studied the formation of manganese oxides and their catalytic effect using X-ray light at BESSY II, the HZB’s synchrotron radiation source. In her doctorate research work, Khan used the RIXS method, which allowed her to select and further investigate the manganese species involved in catalytic processes with high precision.

Of the various manganese complexes, one in particular – designated Mn(III) by the scientists – turned out to be the one that most efficiently formed manganese oxides. “We are developing our methods to construct multi-dimension catalytic pathways for such novel materials in the energy and time scales. Our goal is to provide synthetic chemists with a full picture of the catalytic process under real test conditions in order to enhance their work on the function of these materials,“ says Emad Aziz, “and figure out if and under what conditions it might be used for technological application in converting light to chemical energy. If we succeed, it could mean we’re well on our way towards a continuous, environmentally-friendly, and cost-effective storage form of solar energy.“

Berlin, 21.1.2015

For additional information:
Prof. Dr. Emad Aziz
Institute “Methods for Material Development”
Ph.: +49 (0)30-8062-15003
emad.aziz@helmholtz-berlin.de

Public Relations
Hannes Schlender
Ph.: +49 (0)30-8062-42414
Fax: +49 (0)30-8062-42998
hannes.schlender@helmholtz-berlin.de




Auf dem Weg zur künstlichen Photosynthese


Künstliche Katalysatoren ahmen das Prinzip der Photosynthese nach.
Grafik: HZB



HZB-Forscher beschreiben effizienten Mangan-Katalysator für die Umwandlung von Licht in chemische Energie

Presseportal für Hochbegabung Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie (HZB) haben die Elektronenzustände eines Mangan-Katalysators exakt beschrieben, der Licht in chemische Energie umwandeln kann. Die Forscher haben damit einen wichtigen Schritt gemacht, um Photosynthese – die Energiegewinnungsmethode grüner Pflanzen – in künstlichen Systemen besser zu verstehen.

Die Arbeiten fanden statt im Rahmen einer Kooperation des HZB mit der School of Chemistry und dem ARC Centre of Excellence for Electromaterials Science an der Monash University in Australien. Die Teams um Professor Emad Aziz, Leiter des HZB-Instituts „Methoden der Materialentwicklung“ und Professor Leone Spiccia von der Monash University haben Ergebnisse ihrer Forschung heute im Journal „ChemSUSChem“ (DOI:  10.1002/cssc.201403219) und vor kurzem im „Journal of Materials Chemistry A“ der renommierten Royal Society of Chemistry veröffentlicht (DOI: 10.1039/c4ta04185b).

Könnte man das Licht der Sonne ohne großen Aufwand direkt in chemische Energie umwandeln – sämtliche Energiesorgen der Menschheit wären Vergangenheit. Grüne Pflanzen haben dafür einen Mechanismus entwickelt, die Photosynthese: Sie nutzen Sonnenlicht, um aus Wasser und Kohlendioxid energiereiche Substanzen wie Zucker aufzubauen. Doch die Moleküle des so genannten „Oxygen Evolution Centre“, wo diese Vorgänge in den Pflanzenzellen stattfinden, sind hochkomplex und sehr empfindlich. Wissenschaftler sind deshalb bestrebt, die katalytischen Vorgänge im Labor in künstlichen Systemen ablaufen zu lassen und diese für den kommerziellen Einsatz zu optimieren.

An seinem Institut erforscht Emad Aziz chemische Katalysatoren zur Wasserspaltung, die zu ähnlicher Leistungsfähigkeit gebracht werden sollen wie die Photosynthese-Enzyme. Vor einiger Zeit haben die Wissenschaftler bereits herausgefunden, welche Beschaffenheit solche Energiewandler haben müssen. Am besten geeignet sind Mangan-Komplexe, die in eine Nafion-Matrix – einem Teflon-ähnlichen Polymer – eingebettet sind. Die Proben dafür hat Leone Spiccias Team entwickelt und zur Verfügung gestellt: „Beim Kontakt mit Nafion bilden die Mangan-Komplexe Nanopartikel aus Manganoxiden“, sagt Spiccia: „Diese Oxide katalysieren bei Lichteinfall die Oxidation von Wasser, also die Reaktion, bei der Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff aufgespalten wird. Der Wasserstoff kann als Energieträger gespeichert werden.“

„Wir wollten nun herausfinden, welcher der zahlreichen möglichen Mangan-Komplexe in Nafion die besten Manganoxide bildet“, beschreibt die bei den Versuchen federführende Wissenschaftlerin Munirah Khan von der Freien Universität Berlin ihre Aufgabe. Gefördert vom DAAD und von der pakistanischen „Higher Education Commission“ hat Frau Khan die Bildung der Manganoxide und ihre katalytische Wirkung mit Röntgenlicht der Synchrotronstrahlungsquelle BESSY II des HZB genau untersucht. Zum Einsatz kam eine als RIXS bezeichnete Methode, mit der sich die an den Katalyseprozessen beteiligten Manganoxide sehr genau untersuchen lassen.

Von den verschiedenen Mangan-Komplexen erwies sich ein von den Wissenschaftlern als Mn(III) bezeichneter Komplex als Bildner der effizientesten Manganoxide. „Wir entwickeln jetzt unsere Methoden so weiter, dass wir katalytische Prozesse mit solchen neuen Materialien in Bezug auf ihr energetisches und zeitliches Verhalten untersuchen können“, sagt Emad Aziz: „Unser Ziel ist es, synthetisch arbeitenden Chemikern ein genaues Bild dieser Vorgänge zu geben, um so ihre Forschung zur Funktion der Materialien zu unterstützen. So muss man zum Beispiel herausfinden, ob und unter welchen Bedingungen die Materialien für technische Anwendungen genutzt werden können, so dass Licht in chemische Energie umgewandelt wird. Wenn dies gelingt, wären wir auf dem Weg zu einer kontinuierlichen, umweltfreundlichen und kostengünstigen Speicherung von Sonnenenergie ein wesentliches Stück weiter gekommen.“ 



Weitere Information:

Prof. Dr. Emad Aziz
Institute “Methods for Material Development”
Tel : +49 (0)30 8062-15003

Pressestelle
Hannes Schlender
Tel.: +49 (0)30-8062-42414

Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

Mitglied der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren e.V.

Aufsichtsrat: Vorsitzender Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Joachim Treusch, stv. Vorsitzende Dr. Beatrix Vierkorn-Rudolph
Geschäftsführung: Prof. Dr. Anke Rita Kaysser-Pyzalla, Thomas Frederking

Sitz Berlin, AG Charlottenburg, 89 HRB 5583

Postadresse:
Hahn-Meitner-Platz 1
D-14109 Berlin

http://www.helmholtz-berlin.de



Gewaltprävention in Schule und Kindergarten

Kassel/Hamburg, 21. Januar 2015/CU/CMS. PädagogInnen, Eltern, OberstufenschülerInnen und MitarbeiterInnen waren unter dem Titel „Trau Dich“ von einem Thementag zur Gewaltprävention in pädagogischen Einrichtungen angesprochen, zu dem die Verbände der Waldorfpädagogik am Freitag nach Kassel eingeladen hatten. Veranstalter waren der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS), die Vereinigung der Waldorfkindergärten und Anthropoi, der Bundesverband anthroposophisches Sozialwesen.

Presseportal für Hochbegabung Die von Gewalt oder sexuellen Übergriffen Betroffenen sehen sich oft mit Ängsten und Verunsicherungen derjenigen konfrontiert, an die sie sich hilfesuchend wenden. Hier sollte der Thementag Hilfestellung für alle anbieten, die für sich und ihre Einrichtung nach Wegen der Prävention und professionellem Umgang mit verschiedenen Formen der Gewalt suchen. BdFWS-Vorstandsmitglied Henning Kullak-Ublick unterstrich auf dem Plenum der Veranstaltung die Notwendigkeit von Fortbildungen und entsprechenden Handreichungen zum Thema für alle Waldorfschulen und andere pädagogische Einrichtungen. „Die Schulen müssen das Instrumentarium an die Hand bekommen, um im Interesse der Schülerinnen und Schüler professionell handeln zu können, wenn Übergriffe bereits erfolgt oder zu befürchten sind“, betonte Kullak-Ublick und kündigte dazu verstärkte Aktivitäten des Vorstands an.

Anregungen für den pädagogischen Alltag bildeten einen Schwerpunkt der Veranstaltung. Ingrid Ruhrmann, Sonderschullehrerin, Frühförderin und Mitbegründerin des Bernard Lievegoed Instituts Hamburg, erläuterte in ihrem Impulsreferat verschiedene Formen und Stufen der Gewalt, die „viele Gesichter“ haben könne. Sie reichen vom Schlechtmachen eines Elternteils dem Kind gegenüber, das so als Freund missbraucht werde, über zu festes Anfassen bis zu sexuellen Übergriffen. Das Tagungsmotto „Trau Dich“ richtet sich nach den Worten Ruhrmanns an die Erwachsenen, die sich auch alltägliche Grenzüberschreitungen Kindern oder Schutzbefohlenen gegenüber bewusst machen und klärend eingreifen müssen – so ihr Konzept der Prävention. Dazu gehöre oft viel Mut z.B. auch beim Aushalten der Einsicht, dass die Täter zu 99,5 Prozent aus dem unmittelbaren Umfeld kommen. Damit würden Menschen zu Tätern, denen man es „nie und nimmer zugetraut“ hätte.

Oft sei es das Fehlen „klarer Spielregeln“, die die Übergriffe begünstigten. Damit verwies Ruhrmann auf die Verantwortung der Erwachsenen für die Prävention in der Waldorfpädagogik und grenzte sich von Konzepten ab, die Kinder „stark machen“ und zum Nein-Sagen gegenüber potentiellen Missbrauchern ermutigen wollen. Dies entspreche auch nicht den Erkenntnissen der modernen Hirnforschung, nach denen umfassende Wahrnehmung und Einschätzung einer Situation einen Reifezustand des Gehirns voraussetzen, der sich erst zwischen dem 14. und 21. Lebensjahr ausbildet. Ähnlich sehe es auch die Menschenkunde Rudolf Steiners.

Als Auswirkung der Anwendung von Gewalt nannte Ruhrmann den Verlust der Sicherheit des eigenen leiblichen Raumes. „Eine Tür steht immer offen“, meinte sie und begründete damit, warum von Gewalt und Missbrauch Betroffene häufig erneut zum Opfer werden, auch im Erwachsenenalter.
Buchautor und pädagogischer Berater Mathias Wais, der langjährige berufliche Erfahrung mit Opfern und Tätern von sexuellem Missbrauch hat, schilderte die wichtigsten Merkmale der Täterstrategien. Sie basieren immer auf einem bereits länger bestehenden Vertrauensverhältnis zwischen Kind und Missbrauchendem, so dass die Betroffenen zunächst gar keine Opfergefühle empfinden, sondern sich im Gegenteil privilegiert und ausgezeichnet fühlen dafür, dass sie von dem Erwachsenen bevorzugt werden. Der außerfamiliäre Täter sucht sich gezielt ein besonders zuwendungsbedürftiges, evtl. auch ausgegrenztes Kind aus und präsentiert sich diesem als verständnisvoller Helfer. Über das sogenannte „Grooming“ baut er zudem eine vertrauensvolle Beziehung zu dem sozialen Umraum des Kindes, also primär zu den Eltern, auf. „Beim sexuellen Missbrauch handelt es sich um eine Eskalationstat, die harmlos beginnt und sich dann über viele Wochen schleichend immer weiter entwickelt, bis es tatsächlich zu sexuellen Übergriffen kommt“, erläutert Wais. Gleichzeitig werden die Kinder verbal durch das Einweihen in Erwachsenenbelange (z.B. Gespräch über eigene gescheiterte Ehe) oder auch das Erzählen von schmutzigen Witzen, die sie oft nicht verstehen, „befangen“ gemacht, was zur Folge hat, dass sie dieses „Geheimnis“ weder zuhause noch mit ihrer Peer Group teilen wollen.
Da das Kind die im Laufe der Zeit unangenehme oder eklige Erlebnisse nicht in Einklang bringen kann mit den ansonsten positiven Erfahrungen im Umgang mit der „Vertrauensperson“, findet eine Abspaltung der Missbrauchserfahrung und evtl. Abschiebung in die Traumwelt statt (Derealisation). So kommt es, dass im Erwachsenenalter weiterhin Zweifel bestehen bleiben, ob alles je stattgefunden habe oder nur Einbildung sei.

Den Tätern geht es dabei nicht primär um Sexualität, sondern um Manipulation des Opfers und seines Umfeldes. Der besondere Kick entsteht gerade erst dadurch, dass das Kind freiwillig das tut, was der Täter möchte, als sei es hypnotisiert, und aufgrund seines Vertrauensverhältnisses zu den Eltern kann auch keinerlei Verdacht aufkommen.

Deshalb ist die wichtigste Prävention auch aus der Sicht von Wais ein transparenter Umgang mit dem Kind. Dadurch, dass das Kind niemals das manipulative Verhalten eines Erwachsenen erlebe, sei es auch im Ernstfall fähig, ein solches Verhalten zu erkennen.
Bund der Freien Waldorfschulen e.V. 


Die derzeit 234 deutschen Waldorfschulen haben sich zum Bund der Freien Waldorfschulen e.V. mit Sitz in Stuttgart zusammengeschlossen, wo 1919 die erste Waldorfschule eröffnet wurde. Die föderative Vereinigung lässt die Autonomie der einzelnen Waldorfschule unangetastet, nimmt aber gemeinsame Aufgaben und Interessen wahr.
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Celia Schönstedt
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Frauen in Europa

Frauen in Europa
Frauen in Europa by Lilli Cremer-Altgeld. „Frauen in Europa“. Seien Sie dabei! Mit Ihren Gedichten. Mit Ihren Ideen. Mit Ihren Visionen. Mit Ihren Werken. Mit Ihrer Homepage. Bitte schreiben Sie eine Mail an Lilli Cremer-Altgeld frauenineuropa@t-online.de Bitte klicken Sie auf das Bild: So kommen Sie direkt zum Blog „FRAUEN IN EUROPA“.

Was die anderen Hochbegabten anders machen – ein Beispiel aus der Wirtschaft für die Politik


Foto: Ralf Voigt


Man erkennt sie.

Es sind die kleinen Einsteins, die Picassos und die Mozarts. Sie lesen schon mit sechs Jahren „The New York Times“, korrespondieren mit fünf Jahren in Mandarin und spielen mit vier Jahren die Spatzenmesse in C-Dur. Später studieren sie dann bereits mit 14 an einer Uni und werden jüngster Professor oder jüngste Professorin.

Man kennt sie.

Dann gibt es noch die anderen.

Ihre Begabung ist nicht so offensichtlich. Oder: offensichtlich nur für Eingeweihte. Für Kennerinnen und Kenner. Wahrscheinlich stehen sie nicht in einem Labor. Ob sie mit dem Pinsel umgehen können? Seien Sie tapfer: Wohl eher nicht so. Ob sie eine Stradivari zu schätzen wissen? Hm.

Und doch haben sie ihre Begabung. Erkennbar wie gesagt fast nur für Eingeweihte.

Ein Beispiel: Ich war Mitglied in einem Verband, der das Wort „Wirtschaft“ in seinem Namen trägt. Es ging um ein Thema, das alle Menschen bewegt. Wirklich alle. Wirklich jeden. Es ging um Politik. Und um den Anlauf zu einem neuen Gesetz. Man diskutierte. Und fragte sich, wie man denn überzeugend argumentieren könnte.

Ich erwähnte den Gedanken einer Befragung. Sie kennen das: In jeder grösseren Stadt stehen diese Interviewer auf der grossen Einkaufsstrasse und wollen wissen, welche Zahnpasta, welches Waschmittel, welche Automarke Sie bevorzugen. Strasseninterviews nennen wir das. Wir, das sind meine Kolleg*innen aus der Marktforschung und ich. Ich hatte damals ein Institut für Markt- und Kommunikationsforschung. Unsere Klienten aus der Politik und Wirtschaft waren bekannt und angesehen und wir waren stolz darauf, für sie forschen zu dürfen.

In meinem Verband war das bekannt.

Ja. Sagte man: Eine Befragung auf der Strasse ist ein überzeugendes Argument. Wir – wer auch immer „wir“ sein sollte – wir stellen uns auf die Strasse und befragen die Menschen. Und dann geben wir – und das war der Sinn der Sache – das Ergebnis an den OB der Stadt. Einer von meinen Kollegen im Verband meinte dann: Ob wir wohl 50 Menschen dazu bewegen können, mit uns zu reden?

Wie, sagte ich: 50 Menschen?

Ja. Sagten die anderen. 50 Menschen wäre eine tolle Sache.

Klar sind 50 Menschen eine tolle Sache. Aber: Wie wollen wir einen OB mit den Stimmen von 50 Menschen motivieren, ein neues Gesetz in Gang zu bringen? Nach einer halben Stunde hatte man sich auf 100 Menschen geeinigt. Mit dem Zusatz: Ob wir das wohl schaffen werden?

Warum so zaghaft?

Die Jungs und Mädels, die hier zusammen sassen, waren die Menschen, die täglich über Millionen entschieden. Ihre Denkweisen waren nicht 100 oder 1.000. Es waren 1.000.000 und mehr!

Mir war klar, dass ich meine lieben Kolleginnen und Kollegen jetzt schockieren musste. Nicht weil ich Schocks mag – aber ich musste ihnen schon sagen, wie so etwas in der Realität funktioniert. Dass man an den verantwortlichen Stellen – sorry – 100 Menschen als Beweis nicht gelten lassen wird. Man wird schmunzeln und zur Tagesordnung übergehen.

Noch bevor ich den Gedanken: „Wie sag‘ ich es das denn jetzt?“ zu einem Satz modellieren konnte, war es raus:

1.000 INTERVIEWS!
1.000 Interviews?

Das Entsetzen war gross. Nur unser Präsident war begeistert. Und dann ging das los, was zumeist los geht, wenn ein Hochbegabter – eine Hochbegabte – eine Idee und einen Weg vor Augen hat: GEHT NICHT! FUNKTIONIERT NICHT! SCHAFFEN WIR NICHT! WIR SIND DOCH NICHT VERRÜCKT! WER SOLL DAS DENN ALLES ZAHLEN?

Ich hörte mir das eine Stunde an, während ich das Konzept schrieb, die Umsetzung des Konzepts plante und einen Entwurf für den Fragebogen entwarf. Unser Präsident hatte mich aus den Augenwinkeln beobachtet und rief mich auf – nach vorne zu kommen und die Einzelheiten zu präsentieren. Gesagt. Getan.
Wir fanden über 50 Mitglieder aus dem Wirtschafts-Verband, die mitmachten. Manager*innen, die ich mit meinem Team für diesen Einsatz schulte. Es waren wohl die Interviewer*innen mit den höchsten Stundenlöhnen, die hier und heute ehrenamtlich auf die Strasse gingen und sehr mutig die Menschen nach ihrer Meinung befragten.

Um Mitternacht hatten wir 1.037 Interviews geschafft. Alle von meinen Forscherkollegen und mir kontrolliert. Alle perfekt. Es war ein harter Job – aber selten habe ich ein Team von fast 100 „Mitarbeiter*innen“ so begeistert arbeiten gesehen.

Am nächsten Morgen wurde noch einmal kontrolliert. Und dann gingen die Fragebögen ins Rechenzentrum zur Uni. Ich schrieb dazu einen Bericht für die Präsentation. Mein Team zeigte einen bewundernswerten Einsatz. Und so konnte ich meiner Assistentin auch nicht die Bitte abschlagen, die Ergebnisse beim OB präsentieren zu dürfen.

Der OB schien sehr zufrieden. Und so wanderten unsere Ergebnisse weiter „nach oben“. Und so wurde aus unserer Idee der Beweis, dass die Menschen diese Verbesserung ihres Alltags wirklich wollten.

Schliesslich wurde aus dem Beweis ein Gesetz in Deutschland, das jedem Menschen den Alltag etwas besser macht. Zur Freude der Menschen.
Nein, so faszinierend wie ein Picasso ist dieses Gesetz nicht.

Aber es erleichtert seitdem allen Menschen ihr Leben. Und das Tag für Tag in Deutschland.

Wenn Sie Unternehmer*in sind: Gründen Sie einen Think Tank mit Ihren Hochbegabten und allen, die mutig sind und gross denken und handeln können. Dann sind Sie nicht nur Ihre Probleme los. Sie haben auch die Chance, die Welt ein bisschen besser machen zu können.

Was sagte John F. Kennedy in seiner Antrittsrede am 20. Januar 1961 in Washington, D.C.:

„Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt (…) fragt, was wir gemeinsam tun können für die Freiheit des Menschen.“ [1]

Lilli Cremer-Altgeld
Mobil 0049 1575 5167 001





Meine persönliche Einführung in die Hochbegabung

Wenn Sie sich die Frage stellen: „Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?“ – dann werden Sie hier Antworten finden. Ich habe die Informationen davon abhängig gemacht, wie gesichert Sie wissen wollen, ob Sie hochbegabt sind. Deshalb meine Frage an Sie: „Wie GESICHERT wollen Sie wissen, ob Sie hochbegabt sind?“

Meine Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen:

❤ Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier können Sie mal schnuppern, wie Hochbegabte so ticken.

❤ Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier bekommen Sie Tipps, was Sie tun können, um herauszufinden, ob Sie tendenziell hochbegabt sind.

❤ Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – Adressen. Hier können Sie sich zum IQ-Test anmelden. Das Ergebnis des IQ-Test sagt Ihnen, wie hoch Ihr IQ ist. Ist er über 130 Punkte, sind Sie hochbegabt. Über 145 Punkte sind Sie höchstbegabt.

Aber was ist überhaupt Hochbegabung?

Die Antwort ist einfach. Treffend hat sie einmal der Psychologe Dr. Jürgen vom Scheidt so beantwortet: „Es ist das intellektuelle Potenzial von jemandem, der in einem der gängigen und anerkannten Intelligenztest einen IQ-Wert von 130 Punkten und mehr erzielt. Dies betrifft, streng genommen, 2,27 Prozent der Bevölkerung.“ http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 20.09.2015

Und was ist HÖCHSTBEGABUNG?

Ganz einfach. Dr. Sylvia Zinser schreibt: „Ist der IQ über 145 so spricht man von Höchstbegabung.“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

Allen Hochbegabten und Höchstbegabten empfehle ich das informative, spannende und vergnügliche „Sylvia Zinser's Sammelsurium“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/ Stand: 19.09.2015 Hier erfahren Sie nicht nur etwas über den IQ, sondern auch über „Brot, Schwaebische Traeubleskuchen sowie über diverse Weihnachtsplätzchen“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/backen.htmlx Stand: 19.09.2015

❤ Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Man sagt oft von Hochbegabten: „Die haben eine 1 (Bestnote) in Mathe – können aber ihre Schuhe nicht richtig zubinden“. Soll heissen: das Denken funktioniert (in bestimmten Bereichen) ausgezeichnet – aber im Alltäglichen kommen sie mit bestimmten Situationen nicht gut zurecht. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aussage für einige Hochbegabte wirklich sehr zutreffend – für andere weniger bis gar nicht.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Bei meinem Mathelehrer hatte ich so gut wie immer eine 1. Allerdings hatte ich auch eine Mathelehrerin. Sie war eher der Typ „Geschichtenerzählerin“. Sie sprach gerne über ihre Lieblingsrezepte, ihre Backkunst und ihren Hund. Ich war so damit beschäftigt, herauszufinden, was das mit Arithmetik zu tun hatte, dass ich ihr, wenn es denn mal was zu rechnen gab, kaum noch folgen konnte.

Meine Noten in Mathe lagen bei ihr im Mittelfeld. Und ich war richtig dankbar als der in meinen Augen „richtige“ Lehrer kam. Der mir Mathe so erklärte, dass ich es verstanden habe. Ich machte Überstunden in Mathe und liess mir extra Hausaufgaben geben. Nein, ich war keine Streberin. Ich hatte einfach Spass an Problemlösungen. Aber wenn ich meine Strickjacke zuknöpfen sollte – da gab es Stress für mich. Jedenfalls dieser Lehrer schickte mich zum Schulpsychologen, der mich positiv auf Hochbegabung testete. Da er sagte: „Du darfst mit niemandem darüber reden, dass Du diesen IQ von … hast.“ – dachte ich: vielleicht ist es eine Krankheit oder sonst wie ansteckend. Ich habe nie darüber gesprochen. Erst vor gut zehn Jahren habe ich mich in meiner Familie geoutet.

Meine Kollegin Alexandra in unserem Markt- und Sozialforschungs-Institut war da ähnlich unterschiedlich in ihrer Mathe-Begabung. Obwohl sie ein echtes Mathe-Genie ist, gab es auch für sie Grauzonen. Normalerweise hörte sie von einer Aufgabe oder schaute auf das Papier. Und schwupp – schon hatte sie die Lösung. Manchmal trat sie einen Wettstreit mit unserem Computer an. Nicht immer war unser PC der Gewinner. Doch dann gab es für sie echte Herausforderungen: Wenn sie ohne Hilfsmittel Prozent rechnen sollte, versagte sie fast jedes Mal. Nicht mal 10 Prozent von 100 konnte sie richtig errechnen. Allein bei dem Wort „Prozentrechnen“ driftete sie immer ab. Im Laufe der Zeit wurde es allerdings besser.

Ich will damit sagen: Nicht alle Hochbegabte sind Mathe-Genies. Nicht alle Mathe-Genies sind fehlerlos. Tröstlich ist, was Albert Einstein einmal über Mathe gesagt hat: „Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“

Mit anderen Worten: Nicht jeder Hochbegabte glänzt in Mathe. Eine Klientin von mir war die Vorgesetzte der ehemaligen Lehrerin eines Fußballnationalspielers (Weltmeister!). Er hatte wenig Interesse an Zahlen und sagte bereits in jungen Jahren zu der Lehrerin: „Warum soll ich Rechnen lernen? Ich werde mal ein berühmter Fußballspieler. Und dann kann ich mir so viele Rechenkünstler leisten wie will.“ Die Lehrerin staunte. Doch der Junge hatte Recht. Er ist hochbegabt UND hochsensitiv.

Hochbegabte können sehr gut oder gut rechnen – oder auch gar nicht. Was sind nun die die typischen Eigenschaften von Hochbegabten?

Gehen wir noch einen Schritt zurück. Genauso wie nicht alle Kölner lustig sind, nicht alle Münchner Lederhosen tragen und nicht alle Hamburger einen Segelschein haben – so sind auch nicht alle überdurchschnittlich intelligenten Menschen so oder so.

Nehmen wir einmal eine Einteilung der Hochbegabten vor, die Jürgen vom Scheidt heraus gearbeitet hat. Er unterteilt fünf (drei plus zwei) Gruppen. Selbstredend gibt es noch andere Kategorien – dazu komme ich noch.

Scheidt zufolge gibt es – vereinfacht ausgedrückt – bei den Hochbegabten, abhängig von dem Kriterium „Erfolg in der Schule, im Beruf“ folgende Trias:

O Ein Drittel, die ihre „Begabung erfolgreich verwirklicht“ haben. Sie sind Topmanager/innen, Spitzensportler/innen, Unternehmer/innen, Künstler/innen, Wissenschaftler/innen usw. Sie wurden z.B. von der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ oder anderen Institutionen erkannt und gefördert.

O Ein Drittel sind sogenannte „Latente“: Sie spüren, ahnen oder wissen um ihre Begabung, kommen aber nicht so einfach aus dem Quark. Die Psychologin und Expertin für Hochbegabung, Andrea Brackmann, schreibt in ihrem zweiten Buch, dass „Hochbegabung Mut erfordere“ http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015. Bei dieser Gruppe verstehen wir, warum das so ist.

O Ein Drittel sind nach Scheidt die „Underachiever“ („Minderleister“). Sie könnten schon – wollen aber (noch?) nicht erfolgreich sein. Speziell zu Minderleister/innen in der Schule noch einmal Sylvia Zinser: Ihr Geheimtipp J: MOTIVIEREN! http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

So, das sind unsere drei Gruppen – zwei kleine Gruppen fehlen noch:

O Es sind die „Entgleisten“: sie sind erfolgreich – aber auf kriminelle oder soziopathische Weise.

O Dies sind die Höchstbegabten wie etwa Einstein und Freud.

Alle Infos zu dieser Einteilung in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt: http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015

Wer bis hierher tapfer durchgehalten hat – wird jetzt belohnt. Jeder Mensch, der denkt: Analyse? Mathe? Logik? Das sind jetzt nicht so meine Stärken. Ich bin eher der Musiker, die Malerin, der Tänzer, die Fotografin, der Praktiker. Gut so. Es gibt insgesamt sieben Felder der Hochbegabung: mein Bruder Helmut glänzt z.B. durch „Praktische Intelligenz“: Er erkennt sofort im realen Leben wie man es richtig zumindest aber besser machen kann. Mir bleibt diese Art zu denken verborgen. Zumindest müsste ich viele Bücher lesen, um diese Dinge verstehen zu können. Mir fällt es schon schwer genug, meine Jacke richtig zuzuknöpfen.

Prof. Werner Stangl zitiert Prof. Kurt Heller auf seinen Seiten zu den Themen „Intelligenz und Hochbegabung“ wie folgt:

„Nach Heller (2000) gibt es folgende Begabungsfaktoren:

O Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)

O Sozial-emotionale Fähigkeiten

O Musisch-künstlerische Fähigkeiten

O Musikalische Fähigkeiten

O Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische, etc. Kreativität)

O Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)

O Praktische Intelligenz“

http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testintelligenzhochbegabt.html Stand: 19.09.2015

Wir sehen: Hochbegabung ist spannend. Und es wird noch spannender.

Nehmen wir noch eine weitere Differenzierung vor: Hochbegabte sind oft auch hochsensibel und/oder hochsensitiv. Ihre Sinne sind stärker ausgeprägt. Zum einen (hochsensibel) sind ihre normalen Sinne (hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen) intensiver (Künstler/innen, Star-Köch/innen, Parfümeur/innen – einige haben auch ein begnadetes „Fingerspitzengefühl“ wie etwa Handerker/innen und Chirurg/innen u.a.m.). Und/oder andererseits ist ihre Wahrnehmung (hochsensitiv) tiefer: Diese Hochbegabten haben den sechsten (hellhörig), siebten (hellfühlig) und achten (hellsichtig) Sinn wie etwa Goethe, Einstein und Leonardo da Vinci. Wie sagte Albert Einstein?: „Was wirklich zählt, ist Intuition.“

Bei einer solchen Differenzierung: Wo gibt es da noch Gemeinsamkeiten?

Ich fange mal mit den Tendenzen an: Diejenigen, die in der ‚Flüchtlingszeit im Sommer 2015‘ kreativ, beherzt und schnell helfen – können hochbegabt sein. Denn diese Merkmale findet man oft unter den hohen IQ’lern. Der eine organisiert geschickt, die andere übersetzt, der nächste weiss, wer wo wie helfen kann. Schnelligkeit ist für Hochbegabte so natürlich wie das Atmen. Klar, dass nicht jede/r in allen Bereichen gleich schnell ist. Wenn Sie wüssten, wie lange ich brauche, um meine Jacke zuzuknöpfen …

Doch weiter: Gerechtigkeit für jedermann ist stark vorhanden bei den Begabten ebenso so wie vernetztes Denken und Handeln. Nach Andrea Brackmann gehört das „Mehr von allem“ oft zum Repertoire. Wie etwa das „Erfassen kompletter Zusammenhänge“, „Auffinden vielfältiger Lösungswege“ sowie „hohes Einfühlungsvermögen“. Wie gut, dass Hochbegabte oft nur wenig Schlaf brauchen (4 bis 6 Stunden).

Selbstredend gibt es nicht nur diese sonnigen Seiten der hochtalentierten Menschen. Ihre Schattenseiten sind nicht nur für die Beteiligten selbst unangenehm: Oftmals übersteigerte Konzentration bei den SPEZIALISTEN auf ein Spezialthema (Musik oder Sport oder Politik oder Finanzen oder Sprachen oder oder oder). Bei den Generalisten ist es etwas anders: Hier überwiegt die Vielseitigkeit, die sich in mehreren Berufen und Hobbies zeigt. Bei beiden wird die Familie, werden Freund/innen und Kolleg/innen schon mal etwas vernachlässigt. Denn Hochbegabte sind oft Perfektionist/innen. Und es kann mal etwas länger dauern bis sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

Routine ist ihnen oft ein Gräuel. Manche finden kreativ alternative Wege um dieser Routine immer wieder auszuweichen. Andere plagen Zweifel und Gewissensbisse. Geduld ist ebenfalls keine Stärke der Hochbegabten. Auch nicht begabt sind diese Menschen, wenn es um „einfache Aufgaben“ geht. Die Hochtalentierten sind zumeist empfindlich. Empfindlich gegenüber Lärm, Licht und manche auch gegenüber Berührungen.

So ist es zu verstehen, dass Hochbegabte an bestimmten „Allergien“ leiden, die Andrea Brackmann in ihrem Buch so schlüssig schreibt. Es sind die „hässlichen Worte“ für Hochbegabte wie etwa „Betriebsausflug“, „Stammtisch“, „Schützenfest“, „Höflichkeitsfloskeln“, „Grossraumbüro“. http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015

Hingegen lieben Hochbegabte oft „Querdenker/innen“, „Nobelpreisträger/innen“, „Verarbeitungsgeschwindigkeit“, „Freiheit“, „Endlos-Fragen“, „Monologe“ sowie „Spezielle Themen wie etwa die frühkindliche Entwicklungsphase des Kaiserschnurrbarttamarins, die Pflege der Araukarie oder den „Compte rendu au Roi“ des Finanzminister Jacques Neckers in der Zeit der Französischen Revolution.

Für Hochbegabte ist das alles „normal“ – während das „Normale“ schon sehr schwierig sein kann. Viele habe da ein Selbstverständnis wie Albert Einstein: "Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."

Wenn Sie das alles gelesen haben, sind Sie an Hochbegabung interessiert. Die anderen haben eh längst das Weite gesucht. Vielleicht wollen Sie genauer wissen, ob Sie hb sind – „hb“ ist das Kürzel bei den „HB“ (Hochbegabten) für „hochbegabt“. Und deshalb gehen wir jetzt auf die nächste Stufe über.

❤ Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Ich habe hier IQ-Informationen zusammen gestellt, die Ihnen eine Tendenz Ihrer Begabung aufzeigen können.

O Den ersten IQ-Test habe ich 2005 in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt gefunden http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015. Obwohl ich mit einiger Skepsis an diese Fragen heranging – mein Test beim Schulpsychologen hat damals mehr als eine Stunde gedauert, wie soll man in wenigen Minuten ein ähnliches Ergebnis erzielen können? – war die Antwort jedoch fast exakt dieselbe, die ich Jahre zuvor vom Psychologen in meiner Schule erhalten habe. Chapeau! Für den Autor.

O Auch wenn mir die Headline sehr plakativ erscheint – diese Information verdient ebenfalls Ihr Interesse: „IQ-Test: Gehören Sie zur Grips-Elite?“ http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/iq-test-gehoeren-sie-zur-grips-elite-a-505427.html Stand: 19.09.2015

O Ein weiterer Test, der Ihnen tendenziell Informationen über Ihre Begabung geben wird, ist von der „Süddeutsche Zeitung“: „Der kostenlose IQ-Test online mit Sofortergebnis http://iqtest.sueddeutsche.de/ Stand: 19.09.2015

O “MENSA” ist das grösste Netzwerk für Hochbegabte. Der Mensa Online-Test ist jedoch eher ein „Spiel“ als ein zuverlässiges Instrument der Begabungsanalyse. Wenn Sie Lust haben: Spielen Sie mal. Mensa weist ausdrücklich darauf hin: „Sie sollten die Ergebnisse dementsprechend nicht allzu ernst nehmen.“ https://www.mensa.de/online-iq-test-raetsel/mensa-online-test/ Stand: 20.09.2015

O Und hier ist die englische Variante von Mensa International: „Mensa Workout“ https://www.mensa.org/workout/quiz/1 Stand: 20.09.2015

❤ Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Wenn Sie jetzt bereit sind und der Stunde der Wahrheit – dem wirklich und wahrhaftigen IQ-Test – ins Auge blicken wollen… Dann melden Sie sich an – zum anerkannten IQ-Test.

Meine Empfehlungen:

O Mensa. Der Test dauert 90 Minuten, kostet 49 Euro und wird in 80 Städten in Deutschland durchgeführt. Getestet werden Menschen ab 14 Jahre. https://www.mensa.de/intelligenztest Stand: 20.09.2015

O Bei einer Psychologin – einem Psychologen – aus dem Expertenkreis Hochbegabung/Potentiale der Sektion "Freiberufliche Psychologen" im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) e.V. den IQ-Test machen http://www.die-hochbegabung.de/german/index.html Stand: 20.09.2015

O Sie fragen im Familienkreis, bei Freund/innen oder in der Schule/Universität nach einer Empfehlung für den IQ-Test.

Ich drücke schon mal die Daumen!

Für das Campus-Radio Bonn interviewte ich einmal die höchstbegabte „First“ Lady – Gründungsmitglied – von Mensa Deutschland, Dr. Ida Fleiß. Dabei lernte ich eine kluge, warmherzige und höchst kreative Dame kennen, der es „zu simpel“ war, ihren „Doktor“ in Europa zu machen. Kurz entschlossen reiste sie nach Asien, lernte die Sprache und schaffte auf Anhieb ihre Promotion. Sie konnte schon immer weit und um die Ecke denken.

Als ich sie jedoch fragte: Haben wir schon für jede Intelligenz ein angemessenes Messverfahren – will sagen: Können wir schon jede Begabung testen – sagte sie traurig: Nein. Daran müssen wir noch arbeiten.

Ich möchte diese Erkenntnis all denen mit auf den Weg geben, die sich zwar für hochbegabt halten, aber in einem der IQ-Tests nicht die Schallgrenze von 130 durchbrechen konnten.

Allen Menschen, die Spass an Mathe haben – ja, die speziell eine Vorliebe für das Kopfrechnen hegen, empfehle ich die Seite eines Freundes von Ida Fleiss: Dr. Dr. Gert Mittring http://www.gertmittring.de Gert Mittring ist der amtierende Weltmeister im Kopfrechnen.

© Lilli Cremer-Altgeld, 2015