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Freitag, 18. Dezember 2015

Ein prägender Musikhistoriker im Nachkriegsdeutschland



Ein Nachruf von Prof. Dr. Franz Körndle auf den ersten Inhaber des Augsburger Lehrstuhls für Musikwissenschaft, Prof. Dr. Franz Krautwurst

Augsburg - Am 30. November 2015 ist Prof. Dr. Franz Krautwurst, der erste Inhaber des Lehrstuhls für Musikwissenschaft der Universität Augsburg, im hohen Alter von 92 Jahren verstorben. Prof. Dr. Franz Körndle, heute Inhaber der Professur, erinnert im Folgenden an einen Wissenschaftler, der die Musikgeschichte im Nachkriegsdeutschland nachhaltig mitgeprägt hat.

Franz Krautwurst, geboren am 7. August 1923, hatte 1939 an der Akademie der Tonkunst in München seine Ausbildung begonnen, 1942 wurde er bis zum Ende des Krieges in den Wehrdienst einberufen. Nach der Rückkehr nahm er das Studium der Musikwissenschaft in München auf, wo Rudolf von Ficker und Thrasybulos Georgiades seine Lehrer waren. Von München aus wechselte er an die Universität Erlangen. Dort wurde er bei Rudolf Steglich im Jahr 1950 mit seiner „Untersuchung zum Sonaten-Satztypus Beethoven, durchgeführt am 1. Satz der 1. Symphonie“ promoviert. 1956 erfolgte die Habilitation mit einer Schrift über „Die Heilsbronner Chorbücher der Universitätsbibliothek Erlangen, Ms. 473, 1-4“. An der 1970 neu gegründeten Universität Augsburg übernahm er Kurse in Musikgeschichte, 1980 wurde hier ein Lehrstuhl für Musikwissenschaft eingerichtet wurde, auf den er als ersten Stelleninhaber berufen wurde und den er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1988 innehatte.

Franz Krautwurst zählte zu den prägenden Musikhistorikern im Nachkriegsdeutschland. Schon früh erlangte er große Bekanntheit mit Beiträgen, die sich penibel mit den Abhängigkeiten in der musikalischen Quellenüberlieferung - so genannten Stemmata - auseinandersetzten und für weitere einschlägige Forschungen vorbildlich wirkten. Für die erste Auflage der großen Enzyklopädie „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“ verfasste er zahlreiche Artikel. Die Beschäftigung mit den Kleinmeistern und der Regionalforschung prägte Schwerpunkte in seinem Schaffen aus. Ohne seine grundlegenden bibliographischen Werke - darunter „Das Schrifttum zur Musikgeschichte der Stadt Nürnberg“, 1964, und die „Bibliographie des Schrifttums zur Musikgeschichte der Stadt Augsburg“, 1980 - wäre die moderne Forschung zum Musikleben der süddeutschen Reichsstädte oder zu den Komponisten Hans Leo Hassler und Konrad Paumann, zu denen er substantielle Beiträge in der Reihe „Fränkische Lebensbilder“ lieferte, nicht denkbar. Besonders engagierte sich Krautwurst in der Erforschung des Lebens und Werks des fränkischen Benediktiners Valentin Rathgeber (1982-1750), dessen vierbändiges „Ohren-vergnügendes und Gemüth-ergötzendes Tafel-Confect“ in Augsburg erschien. In seiner Augsburger Zeit gab Krautwurst zudem das „Augsburger Jahrbuch für Musikwissenschaft“ und später das „Neue Musikwissenschaftliche Jahrbuch“ heraus. Zuletzt befasste er sich mit der Musikgeschichte des Baltikums.

Franz Krautwurst erhielt für sein Wirken bereits 1961 den Förderpreis der Stadt Nürnberg und 2007 den Wolfram-von Eschenbach-Preis des Bezirks Mittelfranken. Im Jahr 2008 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Die Valentin-Rathgeber-Gesellschaft ernannte ihn zu ihrem Ehrenmitglied.

Wer Franz Krautwurst begegnete, lernte ihn als liebenswerten, bescheidenen und zurückhaltenden Menschen kennen. In Forschung und Lehre verfügte er über eine enorme Breite, die er auch von seinen Studentinnen und Studenten einforderte. Dem leidenschaftlichen Hochschullehrer war es ein echtes Anliegen, stets als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. In seiner gründlichen Arbeitsweise waren ihm Spekulationen ebenso unsympathisch wie sich stets selbst erneuernde Methodendiskussion. Auf Kritik konnte er mit großer Gelassenheit reagieren. Wiederholt unternahm er Versuche, seine reichhaltige Bibliothek aus Platzgründen zu reduzieren. Dafür gab er Exemplare an Studierende ab, freilich immer unter der Bedingung, dass eine knifflige Fachfrage gelöst werden musste, etwa ein Rätselkanon, den er selbst aufgesetzt hatte.

Und nur wenige wissen, dass Franz Krautwurst auch dem Komponieren zugeneigt war und dass er bis in die letzten Jahre hinein noch liturgische Werke schuf.

Diejenigen, die ihn kannten und erlebten, die bei ihm studiert und die mit ihm zusammen Musikwissenschaft gemacht haben, werden Franz Krautwurst ein bleibendes Andenken bewahren.

Franz Körndle



Verantwortlich:
Pressestelle der Universität Augsburg
Klaus P. Prem / Michael Hallermayer
Tel: 0821/598-2094




Projekt „Willkommen im Sport“ für Flüchtlinge gestartet. Unterstützung auch für Ehrenamtliche in den Sportvereinen


Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), die Beauftragte für Migration, Integration und Flüchtlinge, Staatsministerin Aydan Özoğuz, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und das Internationale Olympische Komitee (IOC) unterstützen mit dem Projekt „Willkommen im Sport“ gemeinsam Sport- und Bewegungsangebote für geflüchtete Menschen in Deutschland. „Der DOSB freut sich sehr auf dieses Projekt, das gleich in zweierlei Hinsicht Unterstützung bietet: Erstens heißt es Flüchtlinge in ihrer neuen Heimat willkommen und bietet ihnen die Möglichkeit, im Verein Sport zu treiben. Zweitens unterstützt dieses Projekt die vielen Ehrenamtlichen in den Sportvereinen, die sich so vorbildlich für Flüchtlinge engagieren“, sagte der Präsident des DOSB, Alfons Hörmann.
„Viele Menschen fliehen zu uns, weil sie Krieg, Gewalt und Verfolgung entkommen wollen. Sie haben oftmals unvorstellbares Leid erlebt und brauchen unseren Schutz. Und sie brauchen Unterstützung im Alltag und Kontakt zu den neuen Nachbarn“, sagte Aydan Özoğuz. „Die zahlreichen ehrenamtlichen Initiativen leisten einen enorm wichtigen Beitrag zur Integration der Flüchtlinge. Vor allem sind es menschliche Begegnungen, die sich wohl jeder wünschen würde, der Heim und Land unter so dramatischen Bedingungen verlassen musste.
Gerade der Sport bringt überall Menschen auch über kulturelle Unterschiede hinweg zusammen und kann so den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Der Deutsche Olympische Sportbund steht zu seiner gesellschaftlichen Verantwortung. Seit mehr als 25 Jahren hat der DOSB es sich zur Aufgabe gemacht, die integrative Kraft des Sports nutzen. Ich freue mich, dass sich der DOSB nun auch die Integration der Flüchtlinge in und durch den Sport zur Aufgabe gemacht hat. Dafür bin ich dem DOSB sehr dankbar! Und deshalb fördere ich das Projekt ‚Willkommen im Sport‘.“
Der DOSB setzt das Projekt, das bis Ende 2016 läuft, gemeinsam mit 13 Landessportbünden im Rahmen des Bundesprogrammes „Integration durch Sport“ (IdS) um. Die teilnehmenden Vereine bieten niedrigschwellige Bewegungsangebote in den Gemeinschaftsunterkünften an oder nehmen Geflüchtete in ihre Sportkurse auf. „Die Bandbreite an Projekten, die die Verbände und Vereine durchführen, ist an den sportlichen Bedürfnissen und Erfahrungen der Flüchtlinge orientiert: Cricket, Schwimmen, Boxen, Radfahren, Tanzen und Frauen-Fußball sind nur einige Beispiele. Darüber hinaus werden Übungsleiterinnen und Übungsleiter interkulturell qualifiziert, und so wird eine besonders wertvolle Willkommenskultur im Verein geschaffen und nachhaltig gestärkt“, so DOSB-Präsident Hörmann. Die Erkenntnisse aus „Willkommen im Sport“ werden kontinuierlich in die Integrationsarbeit des IdS-Bundesprogramms einfließen und wertvolle Hinweise für weitere engagierte Vereine liefern.
Die Beauftragte für Migration, Integration und Flüchtlinge fördert das Projekt anteilig mit 400.000 Euro. Weitere Finanzgeber sind das IOC mit 50.000 Euro, Sondermittel des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sowie Eigen- und Drittmittel der beteiligten Verbände.
Deutscher Olympischer Sportbund e.V.
Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
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60528 Frankfurt am Main
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presse@dosb.de


KMK: Tunesischer Bildungsminister für bildungspolitische Gespräche zu Gast in Dresden

Der Vorsitzende der Amtschefkonferenz der Kultusministerkonferenz und sächsische Staatssekretär, Dr. Frank Pfeil, traf den tunesischen Bildungsminister, Prof. Néji Jalloul, für Gespräche über die deutsch-tunesische Bildungszusammenarbeit. Der tunesische Bildungsminister informierte sich vor Ort über das deutsche Schul- und Bildungssystem.

„Die aktuelle Regierung will die Reformierung des Schulwesens mit Blick auf die Qualität vorantreiben. Deutschland unterstützt diesen Prozess und steht Tunesien dabei zur Seite“, sagte Staatssekretär Dr. Frank Pfeil.

Im Mittelpunkt des Gespräches standen der Austausch über die Maßnahmen der Qualitätssicherung im Bildungswesen sowie die deutsch-tunesischen Partnerschaftsprogramme im Schulbereich.

Die tunesische Delegation kommt im Rahmen eines Projekts des Goethe-Instituts Tunis nach Deutschland. Dieses Projekt wurde nach dem „arabischen Frühling“ mit Blick auf den Reformbedarf des tunesischen Bildungswesens auf den Weg gebracht.

Fast 40.000 tunesische Schüler lernen Deutsch in der Schule. Insgesamt 1.800 tunesische Hochschulstudenten studieren Deutsch. Als Studienfach wird Deutsch an elf tunesischen Universitäten angeboten.

Im Bereich der Partnerschulen (PASCH) gibt es seit 2009 ein Rahmenabkommen mit fünf tunesienweit ausgewählten Schulen inklusive regelmäßiger Fortbildungsmaßnahmen für die PASCH-Lehrer. In den vom Pädagogischen Austauschdienst (PAD) der KMK angebotenen Hospitations- und Fortbildungsprogrammen sowie dem Preisträgerprogramm nehmen 2014 insgesamt 13 Deutschlehrerinnen und -lehrer und vier Deutschschülerinnen und -schüler teil.


Torsten Heil
Pressesprecher / Press Officer

Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Taubenstr. 10
10117 Berlin

Tel. +49 (0) 30 25418-462
Fax +49 (0) 30 25418-455
Mobil: +49 (0) 1721392120




Im Hörsaal vor Gericht: Law Show an der OTH Amberg-Weiden


 Studierende übernehmen die Rollen bei Gericht(Foto: OTH Amberg-Weiden)



Der Hör- wird zum Gerichtssaal, Studierende übernehmen die Rollen des Richters, Staatsanwalts, Verteidigers oder Angeklagten. Und alle sprechen sie Englisch… Was geht da vor an der OTH Amberg-Weiden? Klarer Fall, die Indizien sprechen für sich: Der Studiengang Internationales Technologiemanagement hat zur Law Show geladen – einer Veranstaltung, in der Studierende und Schüler der FOS/BOS Weiden deutsches und angelsächsisches Zivil- und Strafrecht hautnah erlebten.

Rechtsanwältin und Master of Laws Jutta Carrington-Conerly sorgte für juristischen Sachverstand. Die Gastreferentin informierte über die Grundzüge der angelsächsischen Rechtsprechung – jeweils mit Vergleichen zum deutschen Rechtssystem - natürlich in englischer Sprache, so konnten sich die Zuhörer juristischen Wortschatz und Hintergrundwissen für die darauf folgende Gerichtsverhandlung aneignen. Denn die fand auch in Englisch statt.
Jutta Carrington-Conerly verwandelte den Hör- in einen improvisierten Gerichtssaal und castete Richter, Staatsanwalt, Angeklagten, Verteidiger, Gerichtsdiener und mehrere Zeugen aus dem Publikum. Zur Verhandlung kam ein Fall schwerer Körperverletzung: Ein junger Mann soll eine junge Frau in der Diskothek so heftig gestoßen haben, dass diese stürzte und sich den Arm brach. Angeblich – denn, die genaueren Umstände galt es im Laufe des Prozesses zu klären. Und das taten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, mit großem Engagement und viel Begeisterung. So entwickelte das Verfahren bald eine Eigendynamik mit hohem Lern- und Unterhaltungswert.
Deutsches und internationales Recht ist im Studiengang Internationales Technologiemanagement ein Bestandteil des Fachs Englisch im Vorlesungsplan. Die Law Show verbindet die theoretische Vorlesung über das Recht mit der Praxis und mit einer Fremdsprache. „Sprachen sind zum Sprechen da“, sagt Elisabeth Häusler-Loffler, Dozentin an der OTH Amberg-Weiden und Organisatorin der Law Show. „Im Studiengang Internationales Technologiemanagement bieten wir im Laufe des Semesters mehrere Gastvorträge bzw. interaktive Veranstaltungen. So können unsere Studierenden und Gasthörer ihre Fremdsprachenkenntnisse anwenden und erweitern.“
„Diese einzigartige interaktive Vortragsreihe ist so einzigartig wie der Studiengang selbst und spiegelt die drei Hauptsäulen des Studiengangs Kultur-, Wirtschafts- und Technologiekompetenzen wider“, sagt Amy De Vour, M.A., Studiengangsleiterin für Internationales Technologiemanagement und Initiatorin der TEWIKUL Veranstaltungs-und Workshopreihe.
Die Law Show war bereits die zweite Veranstaltung im Rahmen des Technologie-Wirtschaftswissenschafts- und Kulturworkshops TEWIKUL; die erste TEWIKUL Veranstaltung war ein interaktiver Gastvortrag der Firma BBH Products GmbH im November über europäische Unternehmen in Asien und deren Chancen durch Technologievorsprung sowie die Herausforderungen auf Grund der kulturellen Unterschiede. Beide Veranstaltungen wurden im Rahmen des Bachelor-Studiengangs Internationales Technologiemanagement der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen angeboten. Neben Studierenden konnten Gasthörer aus anderen Schulen oder interessierte Bürgerinnen und Bürger teilnehmen. Termine werden auf der Homepage der OTH Amberg-Weiden rechtzeitig bekannt gegeben.


Renate Weidner
Büro der Präsidentin
Ostbayerische Technische Hochschule (OTH)
Amberg-Weiden
Kaiser-Wilhelm-Ring 23
92224 Amberg

Fon. +49(0)9621/482-1002
Fax: +49(0)9621/482-2002




Tanzrausch statt Vollrausch


Quelle: ADTV/ Wiemers

»Tanzrausch statt Vollrausch« ist eine 2009 begonnene Aktion, mit der die ADTV-Tanzschulen dem Trend zum exzessiven Konsum von Rauschmitteln selbstbewusst und aktiv entgegentreten. Hauptzielgruppe sind die 12- bis 16-Jährigen, da in diesem Lebensalter oftmals die ersten Drogenerfahrungen gemacht werden. 

Rausch kann positive aber auch negative Erfahrungen hervorrufen. Dass die Grenze von Genuss zu schädlichem Gebrauch jedoch sehr schnell überschritten wird, zeigt die dramatische Entwicklung, die der Konsum von Alkohol durch Jugendliche in den zurückliegenden zehn Jahren genommen hat. 

Eine Untersuchung der Universität Oldenburg hat jedoch nachgewiesen, dass Tanzen Jugendliche darin stärken kann, mit psychischen Belastungen besser umzugehen und so auf den Griff zu Drogen zu verzichten. Ziel der Kampagne »Tanzrausch statt Vollrausch«, die unter Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundes- regierung steht, ist es, Kinder und Jugendliche so früh wie möglich darin zu bestärken, Tanzen als sinnvolle Freizeitbeschäftigung dem Drogenkonsum vorzuziehen. 

Die moderne Tanzschule bietet ein umfangreiches Angebot, mit dem sie in der Lage ist, der aufgezeigten, negativen Entwicklung entgegenzuwirken. 

Teilnehmer an der Kampagne der Europäischen Union »Europäische Aktion Drogen« (EAD). 
Kontakt:
Heidi Schumacher
Allgemeiner Deutscher Tanzlehrer-Verband e. V. (ADTV)
Hauptstadtbüro – Presse, Kultur und Europa
Heilmannring 59B, 13627 Berlin
Tel.: (0 30) 54 82 65 47 • 
Fax: (0 30) 89 63 49 07 • 
Mobil: (01 72) 6 95 11 61
http://www.adtv.de/angebote/tanzrausch.html





Donnerstag, 17. Dezember 2015

Study Shows Climate Change Rapidly Warming World’s Lakes



Lake Tahoe

A combination of satellite data and ground measurements, such as from instrumented buoys like this one in Lake Tahoe on the California/Nevada border, were used to provide a comprehensive view of changing lake temperatures worldwide. The buoy measures the water temperature from above and below.
Credits: Limnotech
Climate change is rapidly warming lakes around the world, threatening freshwater supplies and ecosystems, according to a new NASA and National Science Foundation-funded study of more than half of the world’s freshwater supply.
 
This image of Lake Tahoe, from the ASTER instrument on Terra, shows the lake’s temperature variations (cold is blue, warm is red).
Credits: NASA
Using more than 25 years of satellite temperature data and ground measurements of 235 lakes on six continents, this study -- the largest of its kind -- found lakes are warming an average of 0.61 degrees Fahrenheit (0.34 degrees Celsius) each decade. The scientists say this is greater than the warming rate of either the ocean or the atmosphere, and it can have profound effects.

The research, published in Geophysical Research Letters, was announced Wednesday at the American Geophysical Union meeting in San Francisco.

As warming rates increase over the next century, algal blooms, which can rob water of oxygen, are projected to increase 20 percent in lakes. Algal blooms that are toxic to fish and animals are expected to increase by 5 percent. Emissions of methane, a greenhouse gas 25 times more powerful than carbon dioxide on 100-year time scales, will increase 4 percent over the next decade, if these rates continue.
“Society depends on surface water for the vast majority of human uses,” said co-author Stephanie Hampton, director of Washington State University’s Center for Environmental Research, Education and Outreach in Pullman. “Not just for drinking water, but manufacturing, for energy production, for irrigation of our crops. Protein from freshwater fish is especially important in the developing world.”

Water temperature influences a host of its other properties critical to the health and viability of ecosystems. When temperatures swing quickly and widely from the norm, life forms in a lake can change dramatically and even disappear.
“These results suggest that large changes in our lakes are not only unavoidable, but are probably already happening,” said lead author Catherine O'Reilly, associate professor of geology at Illinois State University, Normal. Earlier research by O’Reilly has seen declining productivity in lakes with rising temperatures.

Study co-author Simon Hook, science division manager at NASA’s Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena, California, said satellite measurements provide a broad view of lake temperatures over the entire globe. But they only measure surface temperature, while ground measurements can detect temperature changes throughout a lake. Also, while satellite measurements go back 30 years, some lake measurements go back more than a century.
 
Global changes in lake temperatures over the past 25 years. Red shades indicate warming; blue shades indicate cooling. The study found Earth’s lakes are warming about 0.61 degrees Fahrenheit (0.34 degrees Celsius) per decade on average, faster than overall warming rates for the ocean and atmosphere.
Credits: Illinois State University/USGS/California University of Pennsylvania
“Combining the ground and satellite measurements provides the most comprehensive view of how lake temperatures are changing around the world,” he said.

The researchers said various climate factors are associated with the warming trend. In northern climates, lakes are losing their ice cover earlier in the spring and many areas of the world have less cloud cover, exposing their waters more to the sun’s warming rays.

Previous work by Hook, using satellite data, indicated many lake temperatures were warming faster than air temperature and that the greatest warming was observed at high latitudes, as seen in other climate warming studies. This new research confirmed those observations, with average warming rates of 1.3 degrees Fahrenheit (0.72 degrees Celsius) per decade at high latitudes.
Warm-water tropical lakes may be seeing less dramatic temperature increases, but increased warming of these lakes still can have significant negative impacts on fish. That can be particularly important in the African Great Lakes, where fish are a major source of food.

“We want to be careful that we don’t dismiss some of these lower rates of change,” said Hampton. “In warmer lakes, those temperature changes can be really important. They can be just as important as a higher rate of change in a cooler lake.”

In general, the researchers write, “The pervasive and rapid warming observed here signals the urgent need to incorporate climate impacts into vulnerability assessments and adaptation efforts for lakes.”

NASA uses the vantage point of space to increase our understanding of our home planet, improve lives and safeguard our future. NASA develops new ways to observe and study Earth's interconnected natural systems with long-term data records. The agency freely shares this unique knowledge and works with institutions around the world to gain new insights into how our planet is changing.
For more information about NASA's Earth science activities, visit:




Strukturelle Veränderungen im Gehirn bei Depression



Digitaler Hirnatlas JuBrain macht Unterschiede sichtbar

Jülich, 17. Dezember 2015 – Depression ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie stellt nicht nur eine große Herausforderung für Patienten und Angehörige dar, sondern auch für die Sozialsysteme. Die Ursachen der Erkrankung können vielfältig sein: Häufig kommen mehrere Faktoren wie genetische Anlage, Hormonstörungen und belastende Lebenserfahrungen zusammen. Eine aktuelle Studie von Jülicher Neurowissenschaftlern zeigt nun, dass sich die Erkrankung auch organisch durch Veränderungen im Gehirn belegen lässt: Dr. Sebastian Bludau und Prof. Simon Eickhoff wiesen  erstmals nach, dass bei depressiv erkrankten Patientinnen und Patienten die graue Substanz im medialen Frontalpol reduziert ist. Die Ergebnisse haben sie in der Zeitschrift „American Journal of Psychiatry“ veröffentlicht.

Die Wissenschaftler des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin (INM-1) nutzten für ihre Forschungsarbeit den drei-dimensionalen Hirnatlas JuBrain, der ebenfalls am Forschungszentrum Jülich entwickelt wird. Dieser basiert auf Auswertungen von hauchdünnen Gehirnschnitten mit moderner Bildanalyse. Er zeigt unter anderem,  dass das untersuchte Gehirnareal des Frontalpols („Brodmann’s Areal 10“) nicht homogen aufgebaut ist – wie in der klassischen Literatur angenommen –  sondern strukturell und funktionell in ein medial und ein lateral gelegenes Areal unterteilt ist. Die Forscher verglichen bei Gesunden und Depressiven das Volumen der grauen Hirnsubstanz in diesen Arealen. Dabei zeigte sich, dass bei Depressiven das Volumen des medialen Areals verringert ist. Im lateralen Areal war kein Volumenunterschied zu der gesunden Kontrollgruppe messbar. „Der mediale Frontalpol ist in sozial-affektive Prozesse wie Grübeln oder Selbstreflexionen involviert, die bei Depressionen eine Rolle spielen“, erläutert Sebastian Bludau. Darüber hinaus konnten die Neurowissenschaftler einen Zusammenhang zwischen Erkrankungsdauer bzw. -schwere und dem Hirnvolumen nachweisen: „Die graue Substanz im medialen Frontalpol war desto geringer, je schwerer die Erkrankung diagnostiziert war und je länger sie andauerte“, berichtet der Neurowissenschaftler.

Die Forschungsarbeit von Bludau und Eickhoff kann perspektivisch dazu beitragen, die Diagnose von Depressionen zu sichern. Mit Hilfe moderner Bildgebung wie der Magnetresonanztomographie kann in Kombination mit JuBrain ein Volumenverlust festgestellt und als struktureller Hinweis auf die Erkrankung gewertet werden.

JuBrain-Atlas ist Ausgangspunkt für Hirnmodell, das im Rahmen des HBP entwickelt wird

„Neben dieser klinischen Bedeutung zeigt die Arbeit auch die Relevanz der Jülicher Hirnkartierung, die weltweit einmalig ist“ freut sich Prof. Katrin Amunts. So umfasst der JuBrain-Atlas Karten von etwa 200 Hirnarealen, die Unterschiede in der zellulären Architektur widerspiegeln. Die Neurowissenschaftlerin arbeitet seit etwa zwanzig Jahren gemeinsam mit Prof. Karl Zilles an dem gigantischen Kartierungsprojekt. Die beiden Neurowissenschaftler haben unlängst im renommierten Fachmagazin „Neuron“ ihr neues Konzept der Hirnrinde vorgestellt, das über eine einfache Gliederung des Gehirns in Areale hinausgeht. In dem Fachartikel „Architectonic mapping of the Human Brain beyond Brodmann“, betonen die Wissenschaftler, dass die Hirnrinde mindestens drei Gliederungsstufen umfasst – von den Zellsäulen bis hin zu Hirnarealen. Erst das Zusammenspiel aller Stufen lässt komplexe Hirnleistungen und Verhaltensweisen entstehen.

Die Karten von Hirnarealen sind Grundlage für ein multimodales Hirnmodell, in das auch Erkenntnisse über die genetischen Merkmale der Regionen und Zellen, die Signalmoleküle des Gehirns (sog. Transmitterrezeptoren) und seine Verbindungen einfließen. Einen Hirn-Atlas zu entwickeln, der all diese Aspekte integrieren wird, ist ein Ziel des europäischen „Human Brain Projects“ (HBP), an dem Jülicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mitwirken. Das HBP ist eines von zwei durch die EU geförderten Flagship-Projekten. Es hat zur Aufgabe, eine Forschungsinfrastruktur in Europa zu schaffen, die dazu beiträgt, das menschliche Gehirn und seine Erkrankungen besser zu analysieren und zu verstehen. Moderne Informationstechnologien, Simulation und Modellbildung spielen dabei eine wichtige Rolle. Der zukünftige  HBP-Atlas wird Forschern in- und außerhalb des HBP Zugriff auf die verschiedensten Daten und Erkenntnisse über das Gehirn ermöglichen.

Originalveröffentlichungen:
Medial prefrontal aberrations in major depressive disorder revealed by cytoarchitectonically informed Voxel-Based Morphometry. Bludau, S., Bzdok, D., Gruber, O., Kohn, N., Riedl, V., Sorg, C., Palomero-Gallagher, N., Muller, V.I., Hoffstaedter, F., Amunts, K., Eickhoff, S.B.
Am J Psychiatry 2015, appi ajp 201515030349

Architectonic mapping of the Human Brain beyond Brodmann. Amunts, K., Zilles K.
Neuron 2015,

Cytoarchitecture, probability maps and functions of the human frontal pole. Bludau, S., Eickhoff, S.B., Mohlberg, H., Caspers, S., Laird, A.R., Fox, P.T., Schleicher, A., Zilles, K., Amunts, K. Neuroimage 2014, 93: 260-275.

Weitere Informationen:
Human Brain Project:


JuBrain:

Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM-1): Strukturelle und funktionelle Organisation des Gehirns:

Ansprechpartner:
Dr. Sebastian Bludau,
Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM-1),
Tel.: 0 2461 61-1966, E-Mail: s.bludau@fz-juelich.de

Prof. Katrin Amunts,
Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM-1),
Tel.:  02461 61-4300, E-Mail: k.amunts@fz-juelich.de

Pressekontakt:
Annette Stettien, Unternehmenskommunikation
Tel. 02461 61-2388, E-Mail: a.stettien@fz-juelich.de



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Forschungszentrum Juelich GmbH
52425 Juelich
Sitz der Gesellschaft: Juelich
Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Dueren Nr. HR B 3498
Vorsitzender des Aufsichtsrats: MinDir Dr. Karl Eugen Huthmacher
Geschaeftsfuehrung: Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt (Vorsitzender),
Karsten Beneke (stellv. Vorsitzender), Prof. Dr.-Ing. Harald Bolt,
Prof. Dr. Sebastian M. Schmidt
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Universität steht zur Freiheit von Forschung und Lehre


 Seit über drei Jahren wird an der Universität Augsburg über eine Zivilklausel diskutiert. Nun hat sich die Erweiterte Universitätsleitung dagegen ausgesprochen.

Augsburg – Die Erweiterte Universitätsleitung der Universität Augsburg hat den Antrag auf Einführung einer Zivilklausel mit 18 Nein-Stimmen, 2 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen abgelehnt.
Die Zivilklausel sollte Forschung untersagen, die nicht rein zivilen Zwecken dient.

„Über drei Jahre lang wurde das Thema auf allen Ebenen der Universität ausführlich diskutiert. Nun ist die Debatte beendet, da die Erweiterte Universitätsleitung die Einführung einer Zivilklausel abgelehnt hat“, sagte Präsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel. In der Erweiterten Universitätsleitung sind die Fakultäten, die Beschäftigen sowie die Studierenden vertreten und haben über die Zivilklausel diskutiert.

Die Universitätsleitung hatte sich gegen eine Zivilklausel ausgesprochen, da Aufgabe und Folge der Hochschulautonomie für die Hochschulen darin bestünden, die Freiheit von Forschung und Lehre zu sichern. Die Fragen nach den Grenzen dessen, was Wissenschaftsfreiheit ist, habe Verfassungsrang und obliege dem Gesetzgeber.

Die Hochschulleitung sowie Vertreter der Fakultäten dankten den Studierenden und unterstrichen, dass ihre Initiative zu intensiven Diskussionen auf allen Ebenen der Universität geführt habe. Dieser Prozess, so Prof. Dr. Bernhard Hofmann, Dekan der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät, habe Problembewusstsein und Selbstvergewisserung bewirkt. Alle Fakultäten der Universität Augsburg stünden zu ihrer Verantwortung für Forschung und Lehre und zu ihrer Verpflichtung gegenüber Staat und Gesellschaft.  Diese Haltung komme in der Formel „Scientia et Conscientia" zum Ausdruck, die in der Grundordnung der Universität verankert sei.

„Es geht darum geht, einen vernünftigen sowie praktikablen Weg zu finden,  wie Universitäten sich mit Drittmittel- bzw. Auftragsforschung, die primär militärischem Interesse dienen, jeweils individuell unter dem Aspekte der daraus möglichen Konsequenzen gewissenhaft auseinandersetzen. Wir sind der Meinung, dass man auf die Verantwortung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler selbst sowie – wenn dies in einem konkreten Fall geboten sein sollte – auf den Dialog mit diesen setzen sollte“, meinte Vizepräsident Prof. Dr. Werner Schneider. Aktuell gibt an der Universität keine Drittmittelprojekte, die für rein militärische Zwecke forschen.

Die Studierendenvertretung beabsichtigt mit einer Zivil- und Transparenzklausel eine Stärkung des inneruniversitären Diskurses über Folgen und nicht intendierte Nebenfolgen von Forschung sowie über die ethische Verantwortung von Wissenschaft. Als Antragsteller bedauerten es die studentischen Mitglieder der Erweiterten Universitätsleitung in der gestrigen Sitzung, dass ihr Antrag, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf rein zivile Forschung zu verpflichten,  nicht angenommen wurde. Die angeregte Gesprächskultur im Vorfeld dieser Entscheidung sei aber erfreulich und ermutigend gewesen. Ihnen sei wichtig, dass die Thematik auch weiterhin an der Universität im allgemeinen Bewusstsein und im Gespräch bleibe.

Als Fazit zieht Präsidentin Doering-Manteuffel, dass „die Universität für die Wissenschaftsfreiheit stehe. Gesellschaftspolitische Diskussionen sind davon unbenommen und sollen auch geführt werden.  Eine Eingrenzungen von Forschungsfreiheit und Forschungsthemen an einer einzelnen Universität hat damit aber nichts zu tun“.


Die Universität Augsburg

Die Universität Augsburg ist 1970 vom Freistaat Bayern als Reformuniversität gegründet worden. Ihrem Wahlspruch „Scientia et Conscientia“ entsprechend will sie Wissen durch Forschung, Lehre und Studium gewissenhaft mehren und das Wissen gesellschaftlich verantworten. Die uneingeschränkte Freiheit Aller zu Wissensmehrung, Wissenserwerb und Wissensbewahrung ist ihr Verpflichtung. In Wahrnehmung ihrer Autonomie versteht sie sich als kooperative Stätte der Kultur und Wissenschaft.


Verantwortlich:
Pressestelle der Universität Augsburg
Klaus P. Prem / Michael Hallermayer
Tel: 0821/598-2094





Göttingen: Neue Einblicke in molekulare Grundlagen des Gedächtnisses


Neue Einblicke in die molekularen Grundlagen des Gedächtnisses Laborstudie unterstützt die These, dass Erinnerungen mit der Hilfe chemischer Markierungen auf der DNA codiert werden

Göttingen, 17. Dezember 2015. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankung (DZNE) aus Göttingen und München haben neue Erkenntnisse über die molekularen Grundlagen des Gedächtnisses gewonnen. Ihre Studie bestätigt, dass die Entstehung von Erinnerungen mit einer veränderten Aktivität spezieller Gene einhergeht. Darüber hinaus fanden sie in bisher nicht erreichtem Umfang Belege dafür, dass chemische Markierungen am Rückgrat der DNA (sogenannte DNA-Methylierung) möglicherweise die molekulare Grundlage des Langzeitgedächtnisses bilden. Das Forscherteam berichtet darüber im  Fachjournal "Nature Neuroscience".

Das Gehirn birgt noch viele Unbekannte. Grundsätzlich geht man davon aus, dass es Erlebnisse abspeichert, indem Verbindungen zwischen Hirnzellen verändert werden. Auf dieser Wandlungsfähigkeit - auch "Plastizität" genannt - beruhen demnach das Gedächtnis und die Gabe zum Lernen, also die Gabe aus Erinnerungen, Schlüsse zu ziehen. Auf molekularer Skala werden diese Veränderungen durch Anpassungen in der Expression spezieller Gene vermittelt, die je nach Bedarf die Kopplung zwischen den Hirnzellen verstärken oder abschwächen.

Für die aktuelle Studie untersuchte ein Forscherteam um Dr. Stefan Bonn und Prof. André Fischer aus Göttingen, gemeinsam mit Kollegen des DZNE-Standorts München, wie die Aktivität solcher Gene reguliert wird. Die Wissenschaftler stimulierten das Langzeitgedächtnis von Mäusen, indem sie die Tiere darauf trainierten, eine bestimmte Versuchsumgebung wiederzuerkennen. Anhand von Gewebeproben konnten die Forscher nachvollziehen, wie sich durch diese Lernaufgabe die Aktivität der Gene in den Hirnzellen der Mäuse veränderte. Der Fokus richtete sich dabei auf sogenannte epigenetische Modifikationen. Diese betreffen die DNA und spezielle Proteine, die in Verbindung mit der DNA vorliegen.

Epigenetische Veränderungen

"Die Zelle nutzt verschiedene Mechanismen, um Gene an- oder auszuschalten, ohne dass sich die DNA-Sequenz dabei verändert. Das nennt am ,Epigenetik'", erläutert Dr. Magali Hennion, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team von Stefan Bonn.

Prinzipiell kann die Genregulation über eine sogenannte Methylierung geschehen, wodurch das Rückgrat der DNA an spezifischen Stellen chemisch markiert wird. Ebenfalls möglich sind Veränderungen an den "Histonen": Hierbei handelt sich um Proteine, die die DNA verpacken.

Hennion: "In Hinblick auf das Gedächtnis steht die Erforschung epigenetischer Veränderungen erst am Anfang. Wir schauen uns solche Merkmale an, nicht nur um das Gedächtnis besser zu verstehen. Wir suchen auch nach möglichen Ansatzpunkten für Medikamente, die einem Gedächtnisverfall entgegenwirken könnten. Letztlich geht es also um Therapien gegen Alzheimer und ähnliche Hirnerkrankungen."

Ein Code für Gedächtnisinhalte?

Im Rahmen der aktuellen Studie konnten die Forscher sowohl Modifikationen an den Histonen als auch an der Methylierung der DNA feststellen. Veränderungen der Histone hatten jedoch nur geringe Auswirkung auf die Aktivität für die Neuroplastizität wichtiger Gene. Des Weiteren entdeckten Bonn und seine Kollegen epigenetische Modifikationen nicht nur an Nervenzellen, sondern auch in nicht-neuronalen Zellen des Gehirns.

"Welche Bedeutung nicht-neuronale Zellen für das Gedächtnis haben, ist eine spannende Frage, die wir weiter verfolgen werden", sagt André Fischer, Standortsprecher des DZNE in Göttingen und Professor an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). "Des Weiteren deuten unsere Beobachtungen darauf hin, dass die Neuroplastizität maßgeblich von der Methylierung der DNA gesteuert wird. Das ist zwar keine neue These, doch unsere Studie hat in bislang unerreichtem Umfang dafür Belege gefunden. Demnach ist die Methylierung möglicherweise ein wichtiger molekularer Baustein des Langzeitgedächtnisses. Sie wäre dann eine Art Code für Gedächtnisinhalte und könnte somit neue Ansatzpunkte für Therapieverfahren gegen Alzheimerdemenz liefern. Diesen Aspekt wollen wir in weiteren Studien gezielt untersuchen."

Originalveröffentlichung
"DNA methylation changes in plasticity genes accompany the formation and maintenance of memory", Rashi Halder, Magali Hennion, Ramon O. Vidal, Orr Shomroni, Raza-Ur Rahman, Ashish Rajput, Tonatiuh Pena Centeno, Frauke van Bebber, Vincenzo Capece, Julio C. Garcia Vizcaino, Anna-Lena Schuetz, Susanne Burkhardt, Eva Benito, Magdalena Navarro Sala, Sanaz Bahari Javan, Christian Haass, Bettina Schmid, Andre Fischer, Stefan Bonn, Nature Neuroscience, DOI: 10.1038/nn.4194

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) erforscht die Ursachen von Erkrankungen des Nervensystems und entwickelt Strategien zur Prävention, Therapie und Pflege. Es ist eine Einrichtung in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren mit Standorten in Berlin, Bonn, Dresden, Göttingen, Magdeburg, München, Rostock/Greifswald, Tübingen und Witten. Das DZNE kooperiert eng mit Universitäten, deren Kliniken und außeruniversitären Einrichtungen.

Web: www.dzne.de | Twitter: @dzne_de | Facebook: www.dzne.de/facebook

Pressekontakt
Dr. Marcus Neitzert
DZNE, Wissenschaftsredakteur
Tel.: +49 (0) 228 / 43302-271




Andrea Schwiebert: Kluge Köpfe, krumme Wege?




Andrea Schwiebert


Wie Hochbegabte den passenden Berufsweg finden
Je mehr Begabung, desto steiler die Karriere? Viele (oft unwissentlich)
hochbegabte oder vielseitig talentierte Menschen
erleben genau das Gegenteil. Sie sind mit ihrer Arbeit unzufrieden
und suchen immer wieder nach dem passenden Platz
im (Berufs-)Leben. In diesem Buch wird deutlich, wie sich
Hochbegabung bei Erwachsenen zeigen kann und welche
Stolpersteine damit verbunden sind. Lassen Sie sich durch
anschauliche Beispiele und wirkungsvolle Arbeitsanregungen
zu einem Prozess der Selbsterkenntnis und inneren Befreiung
inspirieren. Und verwandeln Sie Stolpersteine in Grundsteine
für einen erfüllten Berufsweg.

„Gerade hochbegabte Menschen, die so viele Möglichkeiten
haben, sehen oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Es fällt
ihnen schwer, ihre Berufung zu fi nden. Das muss nicht so
bleiben, denn dieses Buch bietet praktikable Lösungsansätze,
die individuell auf das eigene Leben übertragen werden
können.“ – Anne Heintze, Autorin des Buches Außergewöhnlich
normal und Coach für Hochbegabte)

Andrea Schwiebert
Berufungsberatung
Freiburger Weg 12
48151 Münster
Tel. 0251 3804957
schwiebert@die-berufungsberatung.de
www.die-berufungsberatung.de




Frauen in Europa

Frauen in Europa
Frauen in Europa by Lilli Cremer-Altgeld. „Frauen in Europa“. Seien Sie dabei! Mit Ihren Gedichten. Mit Ihren Ideen. Mit Ihren Visionen. Mit Ihren Werken. Mit Ihrer Homepage. Bitte schreiben Sie eine Mail an Lilli Cremer-Altgeld frauenineuropa@t-online.de Bitte klicken Sie auf das Bild: So kommen Sie direkt zum Blog „FRAUEN IN EUROPA“.

Was die anderen Hochbegabten anders machen – ein Beispiel aus der Wirtschaft für die Politik


Foto: Ralf Voigt


Man erkennt sie.

Es sind die kleinen Einsteins, die Picassos und die Mozarts. Sie lesen schon mit sechs Jahren „The New York Times“, korrespondieren mit fünf Jahren in Mandarin und spielen mit vier Jahren die Spatzenmesse in C-Dur. Später studieren sie dann bereits mit 14 an einer Uni und werden jüngster Professor oder jüngste Professorin.

Man kennt sie.

Dann gibt es noch die anderen.

Ihre Begabung ist nicht so offensichtlich. Oder: offensichtlich nur für Eingeweihte. Für Kennerinnen und Kenner. Wahrscheinlich stehen sie nicht in einem Labor. Ob sie mit dem Pinsel umgehen können? Seien Sie tapfer: Wohl eher nicht so. Ob sie eine Stradivari zu schätzen wissen? Hm.

Und doch haben sie ihre Begabung. Erkennbar wie gesagt fast nur für Eingeweihte.

Ein Beispiel: Ich war Mitglied in einem Verband, der das Wort „Wirtschaft“ in seinem Namen trägt. Es ging um ein Thema, das alle Menschen bewegt. Wirklich alle. Wirklich jeden. Es ging um Politik. Und um den Anlauf zu einem neuen Gesetz. Man diskutierte. Und fragte sich, wie man denn überzeugend argumentieren könnte.

Ich erwähnte den Gedanken einer Befragung. Sie kennen das: In jeder grösseren Stadt stehen diese Interviewer auf der grossen Einkaufsstrasse und wollen wissen, welche Zahnpasta, welches Waschmittel, welche Automarke Sie bevorzugen. Strasseninterviews nennen wir das. Wir, das sind meine Kolleg*innen aus der Marktforschung und ich. Ich hatte damals ein Institut für Markt- und Kommunikationsforschung. Unsere Klienten aus der Politik und Wirtschaft waren bekannt und angesehen und wir waren stolz darauf, für sie forschen zu dürfen.

In meinem Verband war das bekannt.

Ja. Sagte man: Eine Befragung auf der Strasse ist ein überzeugendes Argument. Wir – wer auch immer „wir“ sein sollte – wir stellen uns auf die Strasse und befragen die Menschen. Und dann geben wir – und das war der Sinn der Sache – das Ergebnis an den OB der Stadt. Einer von meinen Kollegen im Verband meinte dann: Ob wir wohl 50 Menschen dazu bewegen können, mit uns zu reden?

Wie, sagte ich: 50 Menschen?

Ja. Sagten die anderen. 50 Menschen wäre eine tolle Sache.

Klar sind 50 Menschen eine tolle Sache. Aber: Wie wollen wir einen OB mit den Stimmen von 50 Menschen motivieren, ein neues Gesetz in Gang zu bringen? Nach einer halben Stunde hatte man sich auf 100 Menschen geeinigt. Mit dem Zusatz: Ob wir das wohl schaffen werden?

Warum so zaghaft?

Die Jungs und Mädels, die hier zusammen sassen, waren die Menschen, die täglich über Millionen entschieden. Ihre Denkweisen waren nicht 100 oder 1.000. Es waren 1.000.000 und mehr!

Mir war klar, dass ich meine lieben Kolleginnen und Kollegen jetzt schockieren musste. Nicht weil ich Schocks mag – aber ich musste ihnen schon sagen, wie so etwas in der Realität funktioniert. Dass man an den verantwortlichen Stellen – sorry – 100 Menschen als Beweis nicht gelten lassen wird. Man wird schmunzeln und zur Tagesordnung übergehen.

Noch bevor ich den Gedanken: „Wie sag‘ ich es das denn jetzt?“ zu einem Satz modellieren konnte, war es raus:

1.000 INTERVIEWS!
1.000 Interviews?

Das Entsetzen war gross. Nur unser Präsident war begeistert. Und dann ging das los, was zumeist los geht, wenn ein Hochbegabter – eine Hochbegabte – eine Idee und einen Weg vor Augen hat: GEHT NICHT! FUNKTIONIERT NICHT! SCHAFFEN WIR NICHT! WIR SIND DOCH NICHT VERRÜCKT! WER SOLL DAS DENN ALLES ZAHLEN?

Ich hörte mir das eine Stunde an, während ich das Konzept schrieb, die Umsetzung des Konzepts plante und einen Entwurf für den Fragebogen entwarf. Unser Präsident hatte mich aus den Augenwinkeln beobachtet und rief mich auf – nach vorne zu kommen und die Einzelheiten zu präsentieren. Gesagt. Getan.
Wir fanden über 50 Mitglieder aus dem Wirtschafts-Verband, die mitmachten. Manager*innen, die ich mit meinem Team für diesen Einsatz schulte. Es waren wohl die Interviewer*innen mit den höchsten Stundenlöhnen, die hier und heute ehrenamtlich auf die Strasse gingen und sehr mutig die Menschen nach ihrer Meinung befragten.

Um Mitternacht hatten wir 1.037 Interviews geschafft. Alle von meinen Forscherkollegen und mir kontrolliert. Alle perfekt. Es war ein harter Job – aber selten habe ich ein Team von fast 100 „Mitarbeiter*innen“ so begeistert arbeiten gesehen.

Am nächsten Morgen wurde noch einmal kontrolliert. Und dann gingen die Fragebögen ins Rechenzentrum zur Uni. Ich schrieb dazu einen Bericht für die Präsentation. Mein Team zeigte einen bewundernswerten Einsatz. Und so konnte ich meiner Assistentin auch nicht die Bitte abschlagen, die Ergebnisse beim OB präsentieren zu dürfen.

Der OB schien sehr zufrieden. Und so wanderten unsere Ergebnisse weiter „nach oben“. Und so wurde aus unserer Idee der Beweis, dass die Menschen diese Verbesserung ihres Alltags wirklich wollten.

Schliesslich wurde aus dem Beweis ein Gesetz in Deutschland, das jedem Menschen den Alltag etwas besser macht. Zur Freude der Menschen.
Nein, so faszinierend wie ein Picasso ist dieses Gesetz nicht.

Aber es erleichtert seitdem allen Menschen ihr Leben. Und das Tag für Tag in Deutschland.

Wenn Sie Unternehmer*in sind: Gründen Sie einen Think Tank mit Ihren Hochbegabten und allen, die mutig sind und gross denken und handeln können. Dann sind Sie nicht nur Ihre Probleme los. Sie haben auch die Chance, die Welt ein bisschen besser machen zu können.

Was sagte John F. Kennedy in seiner Antrittsrede am 20. Januar 1961 in Washington, D.C.:

„Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt (…) fragt, was wir gemeinsam tun können für die Freiheit des Menschen.“ [1]

Lilli Cremer-Altgeld
Mobil 0049 1575 5167 001





Meine persönliche Einführung in die Hochbegabung

Wenn Sie sich die Frage stellen: „Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?“ – dann werden Sie hier Antworten finden. Ich habe die Informationen davon abhängig gemacht, wie gesichert Sie wissen wollen, ob Sie hochbegabt sind. Deshalb meine Frage an Sie: „Wie GESICHERT wollen Sie wissen, ob Sie hochbegabt sind?“

Meine Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen:

❤ Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier können Sie mal schnuppern, wie Hochbegabte so ticken.

❤ Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier bekommen Sie Tipps, was Sie tun können, um herauszufinden, ob Sie tendenziell hochbegabt sind.

❤ Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – Adressen. Hier können Sie sich zum IQ-Test anmelden. Das Ergebnis des IQ-Test sagt Ihnen, wie hoch Ihr IQ ist. Ist er über 130 Punkte, sind Sie hochbegabt. Über 145 Punkte sind Sie höchstbegabt.

Aber was ist überhaupt Hochbegabung?

Die Antwort ist einfach. Treffend hat sie einmal der Psychologe Dr. Jürgen vom Scheidt so beantwortet: „Es ist das intellektuelle Potenzial von jemandem, der in einem der gängigen und anerkannten Intelligenztest einen IQ-Wert von 130 Punkten und mehr erzielt. Dies betrifft, streng genommen, 2,27 Prozent der Bevölkerung.“ http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 20.09.2015

Und was ist HÖCHSTBEGABUNG?

Ganz einfach. Dr. Sylvia Zinser schreibt: „Ist der IQ über 145 so spricht man von Höchstbegabung.“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

Allen Hochbegabten und Höchstbegabten empfehle ich das informative, spannende und vergnügliche „Sylvia Zinser's Sammelsurium“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/ Stand: 19.09.2015 Hier erfahren Sie nicht nur etwas über den IQ, sondern auch über „Brot, Schwaebische Traeubleskuchen sowie über diverse Weihnachtsplätzchen“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/backen.htmlx Stand: 19.09.2015

❤ Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Man sagt oft von Hochbegabten: „Die haben eine 1 (Bestnote) in Mathe – können aber ihre Schuhe nicht richtig zubinden“. Soll heissen: das Denken funktioniert (in bestimmten Bereichen) ausgezeichnet – aber im Alltäglichen kommen sie mit bestimmten Situationen nicht gut zurecht. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aussage für einige Hochbegabte wirklich sehr zutreffend – für andere weniger bis gar nicht.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Bei meinem Mathelehrer hatte ich so gut wie immer eine 1. Allerdings hatte ich auch eine Mathelehrerin. Sie war eher der Typ „Geschichtenerzählerin“. Sie sprach gerne über ihre Lieblingsrezepte, ihre Backkunst und ihren Hund. Ich war so damit beschäftigt, herauszufinden, was das mit Arithmetik zu tun hatte, dass ich ihr, wenn es denn mal was zu rechnen gab, kaum noch folgen konnte.

Meine Noten in Mathe lagen bei ihr im Mittelfeld. Und ich war richtig dankbar als der in meinen Augen „richtige“ Lehrer kam. Der mir Mathe so erklärte, dass ich es verstanden habe. Ich machte Überstunden in Mathe und liess mir extra Hausaufgaben geben. Nein, ich war keine Streberin. Ich hatte einfach Spass an Problemlösungen. Aber wenn ich meine Strickjacke zuknöpfen sollte – da gab es Stress für mich. Jedenfalls dieser Lehrer schickte mich zum Schulpsychologen, der mich positiv auf Hochbegabung testete. Da er sagte: „Du darfst mit niemandem darüber reden, dass Du diesen IQ von … hast.“ – dachte ich: vielleicht ist es eine Krankheit oder sonst wie ansteckend. Ich habe nie darüber gesprochen. Erst vor gut zehn Jahren habe ich mich in meiner Familie geoutet.

Meine Kollegin Alexandra in unserem Markt- und Sozialforschungs-Institut war da ähnlich unterschiedlich in ihrer Mathe-Begabung. Obwohl sie ein echtes Mathe-Genie ist, gab es auch für sie Grauzonen. Normalerweise hörte sie von einer Aufgabe oder schaute auf das Papier. Und schwupp – schon hatte sie die Lösung. Manchmal trat sie einen Wettstreit mit unserem Computer an. Nicht immer war unser PC der Gewinner. Doch dann gab es für sie echte Herausforderungen: Wenn sie ohne Hilfsmittel Prozent rechnen sollte, versagte sie fast jedes Mal. Nicht mal 10 Prozent von 100 konnte sie richtig errechnen. Allein bei dem Wort „Prozentrechnen“ driftete sie immer ab. Im Laufe der Zeit wurde es allerdings besser.

Ich will damit sagen: Nicht alle Hochbegabte sind Mathe-Genies. Nicht alle Mathe-Genies sind fehlerlos. Tröstlich ist, was Albert Einstein einmal über Mathe gesagt hat: „Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“

Mit anderen Worten: Nicht jeder Hochbegabte glänzt in Mathe. Eine Klientin von mir war die Vorgesetzte der ehemaligen Lehrerin eines Fußballnationalspielers (Weltmeister!). Er hatte wenig Interesse an Zahlen und sagte bereits in jungen Jahren zu der Lehrerin: „Warum soll ich Rechnen lernen? Ich werde mal ein berühmter Fußballspieler. Und dann kann ich mir so viele Rechenkünstler leisten wie will.“ Die Lehrerin staunte. Doch der Junge hatte Recht. Er ist hochbegabt UND hochsensitiv.

Hochbegabte können sehr gut oder gut rechnen – oder auch gar nicht. Was sind nun die die typischen Eigenschaften von Hochbegabten?

Gehen wir noch einen Schritt zurück. Genauso wie nicht alle Kölner lustig sind, nicht alle Münchner Lederhosen tragen und nicht alle Hamburger einen Segelschein haben – so sind auch nicht alle überdurchschnittlich intelligenten Menschen so oder so.

Nehmen wir einmal eine Einteilung der Hochbegabten vor, die Jürgen vom Scheidt heraus gearbeitet hat. Er unterteilt fünf (drei plus zwei) Gruppen. Selbstredend gibt es noch andere Kategorien – dazu komme ich noch.

Scheidt zufolge gibt es – vereinfacht ausgedrückt – bei den Hochbegabten, abhängig von dem Kriterium „Erfolg in der Schule, im Beruf“ folgende Trias:

O Ein Drittel, die ihre „Begabung erfolgreich verwirklicht“ haben. Sie sind Topmanager/innen, Spitzensportler/innen, Unternehmer/innen, Künstler/innen, Wissenschaftler/innen usw. Sie wurden z.B. von der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ oder anderen Institutionen erkannt und gefördert.

O Ein Drittel sind sogenannte „Latente“: Sie spüren, ahnen oder wissen um ihre Begabung, kommen aber nicht so einfach aus dem Quark. Die Psychologin und Expertin für Hochbegabung, Andrea Brackmann, schreibt in ihrem zweiten Buch, dass „Hochbegabung Mut erfordere“ http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015. Bei dieser Gruppe verstehen wir, warum das so ist.

O Ein Drittel sind nach Scheidt die „Underachiever“ („Minderleister“). Sie könnten schon – wollen aber (noch?) nicht erfolgreich sein. Speziell zu Minderleister/innen in der Schule noch einmal Sylvia Zinser: Ihr Geheimtipp J: MOTIVIEREN! http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

So, das sind unsere drei Gruppen – zwei kleine Gruppen fehlen noch:

O Es sind die „Entgleisten“: sie sind erfolgreich – aber auf kriminelle oder soziopathische Weise.

O Dies sind die Höchstbegabten wie etwa Einstein und Freud.

Alle Infos zu dieser Einteilung in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt: http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015

Wer bis hierher tapfer durchgehalten hat – wird jetzt belohnt. Jeder Mensch, der denkt: Analyse? Mathe? Logik? Das sind jetzt nicht so meine Stärken. Ich bin eher der Musiker, die Malerin, der Tänzer, die Fotografin, der Praktiker. Gut so. Es gibt insgesamt sieben Felder der Hochbegabung: mein Bruder Helmut glänzt z.B. durch „Praktische Intelligenz“: Er erkennt sofort im realen Leben wie man es richtig zumindest aber besser machen kann. Mir bleibt diese Art zu denken verborgen. Zumindest müsste ich viele Bücher lesen, um diese Dinge verstehen zu können. Mir fällt es schon schwer genug, meine Jacke richtig zuzuknöpfen.

Prof. Werner Stangl zitiert Prof. Kurt Heller auf seinen Seiten zu den Themen „Intelligenz und Hochbegabung“ wie folgt:

„Nach Heller (2000) gibt es folgende Begabungsfaktoren:

O Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)

O Sozial-emotionale Fähigkeiten

O Musisch-künstlerische Fähigkeiten

O Musikalische Fähigkeiten

O Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische, etc. Kreativität)

O Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)

O Praktische Intelligenz“

http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testintelligenzhochbegabt.html Stand: 19.09.2015

Wir sehen: Hochbegabung ist spannend. Und es wird noch spannender.

Nehmen wir noch eine weitere Differenzierung vor: Hochbegabte sind oft auch hochsensibel und/oder hochsensitiv. Ihre Sinne sind stärker ausgeprägt. Zum einen (hochsensibel) sind ihre normalen Sinne (hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen) intensiver (Künstler/innen, Star-Köch/innen, Parfümeur/innen – einige haben auch ein begnadetes „Fingerspitzengefühl“ wie etwa Handerker/innen und Chirurg/innen u.a.m.). Und/oder andererseits ist ihre Wahrnehmung (hochsensitiv) tiefer: Diese Hochbegabten haben den sechsten (hellhörig), siebten (hellfühlig) und achten (hellsichtig) Sinn wie etwa Goethe, Einstein und Leonardo da Vinci. Wie sagte Albert Einstein?: „Was wirklich zählt, ist Intuition.“

Bei einer solchen Differenzierung: Wo gibt es da noch Gemeinsamkeiten?

Ich fange mal mit den Tendenzen an: Diejenigen, die in der ‚Flüchtlingszeit im Sommer 2015‘ kreativ, beherzt und schnell helfen – können hochbegabt sein. Denn diese Merkmale findet man oft unter den hohen IQ’lern. Der eine organisiert geschickt, die andere übersetzt, der nächste weiss, wer wo wie helfen kann. Schnelligkeit ist für Hochbegabte so natürlich wie das Atmen. Klar, dass nicht jede/r in allen Bereichen gleich schnell ist. Wenn Sie wüssten, wie lange ich brauche, um meine Jacke zuzuknöpfen …

Doch weiter: Gerechtigkeit für jedermann ist stark vorhanden bei den Begabten ebenso so wie vernetztes Denken und Handeln. Nach Andrea Brackmann gehört das „Mehr von allem“ oft zum Repertoire. Wie etwa das „Erfassen kompletter Zusammenhänge“, „Auffinden vielfältiger Lösungswege“ sowie „hohes Einfühlungsvermögen“. Wie gut, dass Hochbegabte oft nur wenig Schlaf brauchen (4 bis 6 Stunden).

Selbstredend gibt es nicht nur diese sonnigen Seiten der hochtalentierten Menschen. Ihre Schattenseiten sind nicht nur für die Beteiligten selbst unangenehm: Oftmals übersteigerte Konzentration bei den SPEZIALISTEN auf ein Spezialthema (Musik oder Sport oder Politik oder Finanzen oder Sprachen oder oder oder). Bei den Generalisten ist es etwas anders: Hier überwiegt die Vielseitigkeit, die sich in mehreren Berufen und Hobbies zeigt. Bei beiden wird die Familie, werden Freund/innen und Kolleg/innen schon mal etwas vernachlässigt. Denn Hochbegabte sind oft Perfektionist/innen. Und es kann mal etwas länger dauern bis sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

Routine ist ihnen oft ein Gräuel. Manche finden kreativ alternative Wege um dieser Routine immer wieder auszuweichen. Andere plagen Zweifel und Gewissensbisse. Geduld ist ebenfalls keine Stärke der Hochbegabten. Auch nicht begabt sind diese Menschen, wenn es um „einfache Aufgaben“ geht. Die Hochtalentierten sind zumeist empfindlich. Empfindlich gegenüber Lärm, Licht und manche auch gegenüber Berührungen.

So ist es zu verstehen, dass Hochbegabte an bestimmten „Allergien“ leiden, die Andrea Brackmann in ihrem Buch so schlüssig schreibt. Es sind die „hässlichen Worte“ für Hochbegabte wie etwa „Betriebsausflug“, „Stammtisch“, „Schützenfest“, „Höflichkeitsfloskeln“, „Grossraumbüro“. http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015

Hingegen lieben Hochbegabte oft „Querdenker/innen“, „Nobelpreisträger/innen“, „Verarbeitungsgeschwindigkeit“, „Freiheit“, „Endlos-Fragen“, „Monologe“ sowie „Spezielle Themen wie etwa die frühkindliche Entwicklungsphase des Kaiserschnurrbarttamarins, die Pflege der Araukarie oder den „Compte rendu au Roi“ des Finanzminister Jacques Neckers in der Zeit der Französischen Revolution.

Für Hochbegabte ist das alles „normal“ – während das „Normale“ schon sehr schwierig sein kann. Viele habe da ein Selbstverständnis wie Albert Einstein: "Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."

Wenn Sie das alles gelesen haben, sind Sie an Hochbegabung interessiert. Die anderen haben eh längst das Weite gesucht. Vielleicht wollen Sie genauer wissen, ob Sie hb sind – „hb“ ist das Kürzel bei den „HB“ (Hochbegabten) für „hochbegabt“. Und deshalb gehen wir jetzt auf die nächste Stufe über.

❤ Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Ich habe hier IQ-Informationen zusammen gestellt, die Ihnen eine Tendenz Ihrer Begabung aufzeigen können.

O Den ersten IQ-Test habe ich 2005 in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt gefunden http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015. Obwohl ich mit einiger Skepsis an diese Fragen heranging – mein Test beim Schulpsychologen hat damals mehr als eine Stunde gedauert, wie soll man in wenigen Minuten ein ähnliches Ergebnis erzielen können? – war die Antwort jedoch fast exakt dieselbe, die ich Jahre zuvor vom Psychologen in meiner Schule erhalten habe. Chapeau! Für den Autor.

O Auch wenn mir die Headline sehr plakativ erscheint – diese Information verdient ebenfalls Ihr Interesse: „IQ-Test: Gehören Sie zur Grips-Elite?“ http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/iq-test-gehoeren-sie-zur-grips-elite-a-505427.html Stand: 19.09.2015

O Ein weiterer Test, der Ihnen tendenziell Informationen über Ihre Begabung geben wird, ist von der „Süddeutsche Zeitung“: „Der kostenlose IQ-Test online mit Sofortergebnis http://iqtest.sueddeutsche.de/ Stand: 19.09.2015

O “MENSA” ist das grösste Netzwerk für Hochbegabte. Der Mensa Online-Test ist jedoch eher ein „Spiel“ als ein zuverlässiges Instrument der Begabungsanalyse. Wenn Sie Lust haben: Spielen Sie mal. Mensa weist ausdrücklich darauf hin: „Sie sollten die Ergebnisse dementsprechend nicht allzu ernst nehmen.“ https://www.mensa.de/online-iq-test-raetsel/mensa-online-test/ Stand: 20.09.2015

O Und hier ist die englische Variante von Mensa International: „Mensa Workout“ https://www.mensa.org/workout/quiz/1 Stand: 20.09.2015

❤ Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Wenn Sie jetzt bereit sind und der Stunde der Wahrheit – dem wirklich und wahrhaftigen IQ-Test – ins Auge blicken wollen… Dann melden Sie sich an – zum anerkannten IQ-Test.

Meine Empfehlungen:

O Mensa. Der Test dauert 90 Minuten, kostet 49 Euro und wird in 80 Städten in Deutschland durchgeführt. Getestet werden Menschen ab 14 Jahre. https://www.mensa.de/intelligenztest Stand: 20.09.2015

O Bei einer Psychologin – einem Psychologen – aus dem Expertenkreis Hochbegabung/Potentiale der Sektion "Freiberufliche Psychologen" im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) e.V. den IQ-Test machen http://www.die-hochbegabung.de/german/index.html Stand: 20.09.2015

O Sie fragen im Familienkreis, bei Freund/innen oder in der Schule/Universität nach einer Empfehlung für den IQ-Test.

Ich drücke schon mal die Daumen!

Für das Campus-Radio Bonn interviewte ich einmal die höchstbegabte „First“ Lady – Gründungsmitglied – von Mensa Deutschland, Dr. Ida Fleiß. Dabei lernte ich eine kluge, warmherzige und höchst kreative Dame kennen, der es „zu simpel“ war, ihren „Doktor“ in Europa zu machen. Kurz entschlossen reiste sie nach Asien, lernte die Sprache und schaffte auf Anhieb ihre Promotion. Sie konnte schon immer weit und um die Ecke denken.

Als ich sie jedoch fragte: Haben wir schon für jede Intelligenz ein angemessenes Messverfahren – will sagen: Können wir schon jede Begabung testen – sagte sie traurig: Nein. Daran müssen wir noch arbeiten.

Ich möchte diese Erkenntnis all denen mit auf den Weg geben, die sich zwar für hochbegabt halten, aber in einem der IQ-Tests nicht die Schallgrenze von 130 durchbrechen konnten.

Allen Menschen, die Spass an Mathe haben – ja, die speziell eine Vorliebe für das Kopfrechnen hegen, empfehle ich die Seite eines Freundes von Ida Fleiss: Dr. Dr. Gert Mittring http://www.gertmittring.de Gert Mittring ist der amtierende Weltmeister im Kopfrechnen.

© Lilli Cremer-Altgeld, 2015