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Dienstag, 4. Juni 2013

Fokus@Helmholtz: Zeig mir Deine Gene, und ich sag Dir was Du hast

Hochbegabungspresse

Vor wenigen Wochen erst erlangte die personalisierte Medizin große Aufmerksamkeit, als die US-Schauspielerin Angelina Jolie sich ihre Brüste entfernen ließ. Damit reagierte Jolie auf ein stark erhöhtes Brustkrebsrisiko, das Mediziner anhand ihrer persönlichen Erbanlagen ermittelt hatten. Abseits der Schlagzeilen treibt das Thema die Fachleute jedoch schon länger um. „Zeig mir Deine Gene, und ich sag Dir, was Du hast“: Unter diesem bewusst provokanten Titel steht die zweite Folge der neuen Diskussionsreihe Fokus@Helmholtz am 12. Juni in Berlin. Denn was zunächst verlockend und hoffnungsvoll klingt, stellt sich bei näherem Hinsehen als mitunter folgenschwer und verwirrend dar. Vertreter aus Forschung, Pharmaindustrie und Ethik stellen sich im Auditorium Friedrichstraße der Frage: „Was bringt die personalisierte Medizin?“

Zunächst ist es nur eine besonders effektive und neuartige Methode der Vorsorge: Bei der personalisierten – oder auch individualisiert genannten – Medizin untersuchen Ärzte jeden einzelnen Menschen genau nach seinen Erbanlagen und erarbeiten anhand seiner genetischen Merkmale eine maßgeschneiderte Therapie. Das Ziel ist, schwerwiegende Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen früher erkennen, ihnen treffsicher vorbeugen oder sie erfolgreicher behandeln zu können Gleichzeitig jedoch werden die Fragen immer lauter: Ist die personalisierte Medizin überhaupt schon so weit entwickelt, dass sie jedem helfen kann? Wie teuer ist sie und vor allem: Wer trägt die Kosten? Droht am Ende  sogar eine gesellschaftliche Spaltung? Kritiker bemängeln, dass durch die personalisierte Medizin die sozioökonomischen Gräben noch tiefer würden. Lediglich besser verdienende und gut versicherte Patienten könnten sich demnach diese Therapien künftig leisten.

Diese und andere Fragen diskutieren gemeinsam Experten aus Wissenschaft, Gesellschaft und Politik:

  • Prof. Donna Dickenson, Professorin für medizinische Ethik an der University of London
  • Prof. Dr. Thomas Eschenhagen, Vorstandssprecher Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), Direktor des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
  • Dr. Tobias Eichhorn, Geschäftsführer Pfizer Pharma GmbH, Business Unit Onkologie
  • Prof. Dr. Hans Ulrich Häring, Institut für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrums München
  • Jan-Martin Wiarda, Moderation
Fokus@Helmholtz ist eine öffentliche Veranstaltung.
Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 34.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,8 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Ansprechpartner für die Medien:
Janine Tychsen
Stellvertretende Leiterin Kommunikation und Medien
Tel.: 030 206 329-24
janine.tychsen@helmholtz.de
 

Kommunikation und Medien
Büro Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Str. 2
10178 Berlin

Wo lernen Studierende? HIS untersucht Orte des Selbststudiums

Abb.: Aufwand für das Selbststudium nach Ort des Selbststudiums, 
Hochschulart und Fächergruppen, Mittelwerte in Stunden/Woche



Hochbegabungspresse

Gute Rahmenbedingungen sind eine wichtige Voraussetzung für ein erfolgreiches und effizientes Studium. Dies betrifft nicht nur die Bedingungen in der Lehre, sondern gilt auch für das Selbststudium als elementarem Bestandteil des Studiums. Wie Studierende ihr Selbststudium zeitlich und räumlich organisieren und welche Rolle die Hochschule als Lernort spielt, ist empirisch bisher wenig erforscht. Eine neue Studie des HIS-Instituts für Hochschulforschung (HIS-HF) liefert auf der Grundlage einer Befragung von Studierenden erstmals belastbare Erkenntnisse. Wo lernen Studierende? Wo und in welchem Umfang betreiben sie ihr Selbststudium? Wo möchten sie vorzugsweise lernen? Welche Faktoren beeinflussen die Wahl des Lernortes? Die Ergebnisse der Befragung fließen in die Bedarfsplanung für studentische Arbeitsplätze an Hochschulen ein, die der Bereich Bauliche Hochschulentwicklung der HIS GmbH vornimmt. Berechnungsfaktoren für die verschiedenen Studienfächer versetzen die Hochschulen in die Lage, ihren Bedarf an Arbeitsplätzen für die Studierenden realistisch zu kalkulieren.

In einer typischen Vorlesungswoche wenden Studierende durchschnittlich etwa 34,5 Stunden für ihr Studium auf. 16,5 Stunden entfallen auf den Besuch von Lehrveranstaltungen, 18 Stunden investieren Studierende in das Selbststudium, also die Vor- und Nachbereitung der Lehrveranstaltungen, die Lektüre von Fachliteratur, das Verfassen von Studien- und Abschlussarbeiten, die Prüfungsvorbereitung u. Ä. An den Universitäten wenden Studierende deutlich mehr Zeit für das Selbststudium auf als für den Besuch von Lehrveranstaltungen (19,5 Stunden vs. 15 Stunden), an den Fachhochschulen ist das Verhältnis umgekehrt.
Eine bundesweit repräsentative Befragung von rund 7.800 Studierenden im Rahmen des HISBUS-Online-Panels im Frühjahr 2012 ergab, dass die Studierenden etwa ein Drittel der Zeit, die sie für das Selbststudium aufwenden, in der Hochschule und etwa zwei Drittel zu Hause verbringen. Besonders intensiv nutzen Studierende der Rechts- und der Ingenieurwissenschaften an Universitäten die Hochschule als Ort des Selbststudiums. Den größten zeitlichen Aufwand für das Lernen zu Hause ergab die Befragung bei den Studierenden der Medizin.

Hinter den Mittelwerten verbirgt sich eine erhebliche Streuung: Während eine große Gruppe von Studierenden wenig Lernzeit in der Hochschule verbringt, gibt es eine kleine Gruppe, die sehr intensiv an der Hochschule lernt. Innerhalb der Hochschule wird die Bibliothek am intensivsten als Lernort genutzt, vor allem an Universitäten.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen auch, dass ein Großteil der Studierenden (etwa drei Viertel), befragt nach der individuellen Präferenz, vorzugsweise zu Hause lernen möchte. Knapp ein Viertel gibt an, dass der präferierte Ort für das Selbststudium die Hochschule sei.

Studierende, die den heimischen Schreibtisch zum Lernen bevorzugen, tun dies insbesondere aufgrund der Möglichkeit einer flexiblen Zeiteinteilung und ruhigerer Arbeitsbedingungen. Für die Wahl der Hochschule als Lernort sprechen hingegen eher arbeitsorganisatorische Gründe wie die Überbrückung von Pausenzeiten zwischen Lehrveranstaltungen oder die Verfügbarkeit von Fachliteratur sowie technischer Ausstattung/Laboren. Auch für Gruppenarbeit und den fachlichen Austausch scheint die Hochschule der geeignetere Lernort zu sein.

Die empirisch gewonnenen Erkenntnisse zu den Orten des Selbststudiums und ihrer Nutzung durch die Studierenden haben unmittelbare Relevanz für die hochschulinterne Praxis. Sie geben wichtige Hinweise für die Bedarfsplanung der Hochschulen, die bemüht sind, studentische Arbeitsplätze in einem adäquaten, der Nachfrage entsprechenden Umfang zur Verfügung zu stellen. Der HIS-Arbeitsbereich Bauliche Hochschulentwicklung präzisiert auf der Grundlage der Ergebnisse seine Instrumente für die Bedarfsberechnung.

Der quantitative Bedarf an Arbeitsplätzen kann mit Hilfe von drei zentralen Faktoren ermittelt werden. Für die zeitliche Inanspruchnahme der Arbeitsplätze werden die empirisch ermittelten, durchschnittlichen zeitlichen Aufwände für das Selbststudium in der Hochschule, differenziert nach Fächergruppen und Arbeitsplatztypen, angesetzt. Berücksichtigt werden darüber hinaus die zeitliche und räumliche Auslastung der Lernorte.

Die Berechnungsfaktoren beziehen zudem den qualitativen Bedarf nach Arbeitsplatztypen mit ein (Bibliotheksarbeitsplätze und sonstige außerhalb der Bibliotheken eingerichtete theoretische beziehungsweise Rechnerarbeitsplätze). Praktische Arbeitsplätze etwa in Laboren, Praktikumsräumen oder Ateliers sowie sonstige Arbeitsplätze in Mensen oder an anderen Orten werden in die Ermittlung von Platzfaktoren nicht einbezogen. Deren Bedarf wird von HIS über andere Parameter (z. B. Studienpläne) ermittelt.

HIS hat über das Zeitbudget von Studierenden und die Orte des Selbststudiums hinaus auch die Auslastung von Hörsälen und Seminarräumen analysiert. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen wird die HIS GmbH am 5. Juni 2013 in Hannover auf dem Forum „Wo lernen Studierende? Die Anwesenheit der Studierenden in der Hochschule“ vorstellen und mit einem interessierten Fachpublikum diskutieren. In der Veranstaltung werden die Ergebnisse dieser Projekte erstmals gebündelt der Öffentlichkeit präsentiert. Ergänzend werden Gastreferenten weitere Schwerpunkte aus diesem Themenkreis beleuchten. Das Forum richtet sich an Wissenschaftler(innen) und Hochschulangehörige, die sich mit Studierendenforschung befassen bzw. in die Planung von Hochschulressourcen für die Studierenden eingebunden sind. Anmeldungen sind noch möglich unter www.his.de/veranstaltung/abt_3.

Die Publikation „Orte des Selbststudiums“ ist in der Reihe HIS:Forum Hochschule erschienen (Nr. 7|2013) und steht Interessierten als PDF-Download kostenlos zur Verfügung. Eine Printversion kann gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro direkt bei der HIS Hochschul-Informations-System GmbH bestellt werden.
Download HIS:Forum Hochschule 07|2013

Nähere Auskünfte:
Andreas Woisch, Tel.: 0511 1220-484, E-Mail: woisch@his.de
Dr. Bernd Vogel, Tel.: 0511 1220-229, E-Mail: vogel@his.de

Pressekontakt:
Tanja Meister, Tel.: 0511 1220-384, E-Mail: meister@his.de
Katharina Seng, Tel.: 0511 1220-382, E-Mail: seng@his.de


HIS Hochschul-Informations-System GmbH
Goseriede 9 | 30159 Hannover | www.his.de

Tanja Meister
HIS-Institut für Hochschulforschung
Referentin der Institutsleitung
stellv. Leiterin Information und Kommunikation

Telefon +49 (0)511 1220-384 | Fax +49 (0)511 1220-431
E-Mail
meister@his.de

Moderne Drachen in Gefahr – Asiatische Riesenechsen werden rücksichtslos ausgebeutet

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von Tilo Arnhold
Bonn/Leipzig. Neue Studie belegt, dass die Warane Südostasiens, die zu den größten lebenden Echsen gehören, trotz bestehender Gesetze in unvorstellbarem Ausmaß wegen ihrer Häute und für den Haustierbedarf gefangen, vermarktet oder getötet werden - allzu oft illegal. Deutschland spielt eine zentrale Rolle im internationalen Handel mit lebenden Reptilien. So findet am 8. Juni in Hamm wieder die weltweit größte Reptilienbörse statt.

In einer jüngst veröffentlichten, umfangreichen Studie hat ein Team aus deutschen und indonesischen Wissenschaftlern erstmals die Bedrohungssituation sowie den Schutzstatus aller Warane aus Südostasien analysiert. Sie kommen zu dem alarmierenden Ergebnis, dass diese faszinierenden Riesenechsen trotz bestehender internationaler Regulierungen und Gesetze in nicht nachhaltiger Art und Weise ausgebeutet werden. Erschienen ist die kritische Untersuchung in der renommierten online-Fachzeitschrift „Herpetological Conservation and Biology".

Die Warane Südostasiens: Vielfach verfolgt und dennoch verkannt
Neben dem großen Bedarf für den Heimtiermarkt (für diesen Zweck werden die meisten Arten gehandelt) stellt der internationale Reptillederhandel eine enorme Bedrohung für einige wenige Arten dar. Denn Warane sind neben Krokodilen und Riesenschlangen diejenigen Echsen, die wegen ihrer schuppigen Häute kommerziell am häufigsten gejagt werden. Pro Jahr werden alleine von Indonesien 450.000 Häute des Bindenwarans (Varanus salvator) legal exportiert, um daraus Handtaschen oder Armbanduhrenbänder herzustellen, die z.B. in Deutschland als „Echsenbändchen" angeboten werden. „Vor allem der intensive und schlecht überwachte Handel mit Inselarten lässt befürchten, dass einige dieser Populationen dem Fangdruck auf Dauer nicht Stand halten können und ausgerottet werden", gibt Dr. André Koch vom Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig (ZFMK) in Bonn zu bedenken. „Diese Inselendemiten sind daher besonders stark bedroht", führt Dr. Koch weiter aus. Wie die anderen Autoren der Studie beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit der Verbreitung, der Verwandtschaft und der unterschätzten Vielfalt der südostasiatischen Warane.
So konnten die Bonner Reptilienspezialisten erst 2010 gleich drei neue Warane von den Philippinen wissenschaftlich beschreiben. „Dieses sind nur die letzten spektakulären Neuentdeckungen von großwüchsigen Waranen aus Asien", erläutert Prof. Dr. Wolfgang Böhme, Senior-Herpetologe und ehemals stellvertretender Direktor am Forschungsmuseum Alexander Koenig. Er führt fort: „Seit den 1990er Jahren konnten wir über ein Dutzend neue Waranarten aus Südostasien beschreiben. Darunter waren so auffällige Arten wie der gelbe Quittenwaran von den Molukken oder der strahlend blaue Baumwaran von Neuguinea." Zuletzt genannte Art kommt nur auf der kleinen indonesischen Insel Batanta nordwestlich von Neuguinea vor. Sie hat eine Größe von ca. 450 km2, das entspricht etwa der Fläche des Bodensees.

Eine Kombination verschiedener Faktoren wird vielen Waranen zum Verhängnis
„Vor allem die Baumwarane von Neuguinea gehören zu den farbenprächtigsten Reptilien!" betont PD Dr. Thomas Ziegler, Leiter des Aquariums am Kölner Zoo, der sich seit vielen Jahren in Vietnam für Arten- und Umweltschutz engagiert. „Als Schautiere in Zoos können sie für den Erhalt ihrer Artgenossen werben und im Rahmen von Nachzuchtprojekten haben Zoos die Chance Reservepopulationen von nur kleinräumig verbreiteten Arten in Menschenhand aufzubauen. So engagiert sich der Kölner Zoo schon seit Jahren, auch unterstützt durch den Weltzooverband WAZA, in der Erforschung und Nachzucht wenig bekannter und bedrohter Waranarten. Erst kürzlich glückte uns auch die erste Nachzucht des Quittenwarans in der zweiten Generation weltweit!" Und Dr. Mark Auliya, Experte für den Reptilienhandel in Südostasien vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig und Senior-Autor der neuen Studie, fügt hinzu: „Gerade ihr oft farbenfrohes Schuppenkleid zusammen mit ihrem Seltenheitswert und hohem Schutzstatus schaffen eine große Nachfrage, so dass nicht selten vierstellige Beträge gezahlt werden, für Paare manchmal sogar fünfstellige. Selbst Komodowarane werden illegal gehandelt, obwohl diese laut dem Washingtoner Artenschutzabkommen (WA) für kommerzielle Zwecke nicht aus der Natur entnommen werden dürfen."

Bestimmungsschlüssel zur Verbesserung der Kontrollen im Handel
Zwar unterliegen alle Warane dem WA-Abkommen, doch wird die Einhaltung der Handelsquoten nicht ausreichend überprüft - und nicht alle Arten werden auf der Basis von jährlich erlassenen Fangquoten gehandelt! Zu schlecht ist oftmals die Artenkenntnis der involvierten Behörden, als dass sie alle Waranarten zuverlässig unterscheiden könnten. „Aus diesem Grund haben wir einen ausführlichen Bestimmungsschlüssel für alle Waranarten der behandelten Region erstellt und sie zusätzlich mit vielen Fotos abgebildet. Dies soll den Verwaltungsbehörden und Zollstellen helfen, bestehende internationale Regularien besser umsetzen zu können, um den nachhaltigen Schutz der Waranvielfalt Indonesiens zu gewährleisten", erklärt Dr. Evy Arida, ebenfalls Co-Autorin der Studie vom indonesischen National-Museum für Naturkunde bei Jakarta.

Südostasien und Neuguinea als Zentrum der globalen Waranvielfalt
Mit 44 bisher beschriebenen Arten sind Südostasien und Neuguinea noch vor Australien das globale Diversitätszentrum der Warane. Zwar gibt es andere Echsengruppen, wie Geckos oder Skinke, die in der Region noch wesentlich artenreicher sind (immerhin ist Indonesien eines von 17 Megadiversitätsländern weltweit und beherbergt über 700 verschiedene Reptilienarten!), doch stehen die großen räuberischen Warane am Ende der Nahrungspyramide. Sie sind vergleichbar mit den fleischfressenden Raubtieren, die ebenfalls eine verhältnismäßig kleine Tiergruppe innerhalb der Säugetiere darstellen.

Gerade die riesige Insel Neuguinea mit ihren meist noch unberührten Regenwäldern beherbergt die größte Diversität an Waranen in Südostasien. Dr. Auliya, der die Insel 2011 für eine TV-Reportage über den illegalen Reptilienhandel bereiste, zitiert eine aktuelle Untersuchung australischer Kollegen, wonach nur etwa ein Drittel der gefangenen Reptilien überhaupt in den Handel gelangt. Die übrigen zwei Drittel verenden bereits auf den ersten Stationen der langen Handelskette unter meist katastrophalen Haltungsbedingungen. „Dieser traurigen Verantwortung muss sich jeder bewusst sein, der so ein wild gefangenes Tier erwirbt. Nachzuchten aus Menschenhand mit verlässlicher Herkunft sind immer vorzuziehen!" so Dr. Auliya.

Neben dem Handel warten in Südostasien jedoch noch weitere Bedrohungen auf die Warane. Die Riesenechsen sind als Hühnerdiebe verschrien und werden oft getötet, wenn sie in der Nähe menschlicher Siedlungen angetroffen werden. Unzählige Warane werden zudem Opfer des zunehmenden Verkehrsaufkommens. Und in manchen Regionen bereichern Warane sogar den Speiseplan der Bevölkerung.
Daher fordern die Autoren der Studie eine überarbeitete Festsetzung der Exportquoten einiger Arten sowie die Schaffung von Quoten für Arten, für die bisher keine Fang und Exportquoten festgelegt wurden. Zusätzlich plädieren die Wissenschaftler für eine strengere Einhaltung aller gesetzlichen Regularien sowie verbesserte und regelmäßige Schulungen für die relevanten Behörden, um dem illegalen Handel Einhalt zu gewähren. Außerdem existieren bisher keinerlei Untersuchungen über die Populationsgröße und -dichte irgendeiner Waranart, die kommerziell ausgebeutet wird! Dies könnte fatale Folgen für einige begehrte Arten haben!

http://www.ufz.de/index.php?de=31668


Publikation:
Koch A, Ziegler T, Böhme W, Arida E, Auliya M. 2013. Pressing Problems: Distribution, Threats, and Conservation Status of the Monitor Lizards (Varanidae: Varanus ssp.) of Southeast Asia and the Indo-Australian Archipelago. Herpetological Conservation and Biology 8(Monograph 3): 1-62. http://www.herpconbio.org/Volume_8/monographs/Koch_etal_2013.pdf
http://www.herpconbio.org/



Weitere Informationen:
Dr. André Koch
Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig
Leibniz-Institut für Biodiversität der Tiere
Telefon: +49(0)228/9122 253
http://www.zfmk.de/web/ZFMK_Mitarbeiter/KochAndr/index.de.html

Dr. Mark Auliya
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Telefon: +49(0)341/235-1646
http://www.ufz.de/index.php?de=19706

oder via
Tilo Arnhold
UFZ-Pressestelle
Tel.: +49-341-235-1635
http://www.ufz.de/index.php?de=640



Links:
UFZ-Artenschutzexperte einer der Hauptprotagonisten in prämierter ZDF-Reportage
http://www.ufz.de/index.php?de=31596
Wiesbadener Filmemacher zeigt Handelswege der „Reptilien-Mafia"
http://www.main-spitze.de/region/kultur/fernsehen/11463405.htm


Im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) erforschen Wissenschaftler die Ursachen und Folgen der weit reichenden Veränderungen der Umwelt. Sie befassen sich mit Wasserressourcen, biologischer Vielfalt, den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmöglichkeiten, Umwelt- und Biotechnologien, Bioenergie, dem Verhalten von Chemikalien in der Umwelt, ihrer Wirkung auf die Gesundheit, Modellierung und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen. Ihr Leitmotiv: Unsere Forschung dient der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und hilft, diese Lebensgrundlagen unter dem Einfluss des globalen Wandels langfristig zu sichern. Das UFZ beschäftigt an den Standorten Leipzig, Halle und Magdeburg 1000 Mitarbeiter. Es wird vom Bund sowie von Sachsen und Sachsen-Anhalt finanziert.
http://www.ufz.de/

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit über 33.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,4 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).
http://www.helmholtz.de

Montag, 3. Juni 2013

„Helmholtz&Uni“ - Universitäten und Außeruniversitäre diskutieren kritisch über die Zukunft der Wissenschaftslandschaft

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Mit ihrer neuen Reihe „Helmholtz&Uni“ diskutiert die Helmholtz-Gemeinschaft gemeinsam mit Universitäten offen über das Zusammenspiel von Universitäten und der außeruniversitären Forschung – und zwar dort, wo seit Jahrhunderten das Herz der Wissenschaft schlägt: an den Universitäten selbst. Die zweite Veranstaltung der Reihe findet am 11. Juni an der Universität zu Köln statt. Helmholtz&Uni  greift aktuelle Fragen zur Entwicklung der deutschen Hochschullandschaft auf und bietet verschiedenen Wissenschaftsinstitutionen ein bisher einzigartiges Forum, sich kritisch mit der Zukunft des deutschen Forschungssystems auseinanderzusetzen.

Wie wird Wissenschaft künftig organisiert sein? Soll in der Forschungsförderung alles so bleiben, wie es ist? Welchen Stellenwert werden die Universitäten haben? Und welche Rolle sollen und können außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie die Helmholtz-Gemeinschaft zukünftig spielen? 
Wenn es um die Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems geht, sind viele Fragen offen. Die Antworten müssen Hand und Fuß haben, denn sie werden die Zukunft unserer Wissenschaftslandschaft prägen. Helmholtz&Uni lädt zum offenen Dialog verschiedenster Standpunkte ein.
Die Helmholtz&Uni-Veranstaltung findet am Dienstag, 11. Juni 2013, um 18.30 Uhr an der Universität Köln statt.

Adresse: 
Hauptgebäude der Universität zu Köln, Neuer Senatssaal, Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln
Es diskutieren:
Prof. Dr. Axel Freimuth, Rektor der Universität zu Köln
Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft
Prof. Dr. Gereon Fink, Institutsleiter Forschungszentrum Jülich/ Universität zu Köln
Dorothee Dzwonnek, Generalsekretärin der Deutschen Forschungsgemeinschaft
Moderation: Manuela Kasper-Claridge (Deutsche Welle)
Helmholtz&Uni ist eine öffentliche Veranstaltung.
 
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Bundesbildungsministerin Wanka kürt Jugend forscht Sieger 2013


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Deutschlands beste Nachwuchswissenschaftler in Leverkusen ausgezeichnet

Die Siegerinnen und Sieger des 48. Bundesfinales von Jugend forscht stehen fest. Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, hat heute in der BayArena Leverkusen Deutschlands beste Jungforscherinnen und Jungforscher ausgezeichnet. In ihrem Grußwort würdigte sie die Spitzenleistungen des talentierten Wissenschaftsnachwuchses in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Der diesjährige Bundeswettbewerb wurde gemeinsam ausgerichtet von der Stiftung Jugend forscht e. V. und der Bayer AG. „Deutschlands wichtigster Nachwuchswettbewerb bringt die Wissenschaftler von morgen hervor. Das ist ein Gewinn für unsere Gesellschaft insgesamt“, betonte Dr. Marijn Dekkers, Vorsitzender des Vorstands der Bayer AG.

Den Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit gewann Lennart Kleinwort (14) aus Bayern. Er programmierte eine spezielle Software, mit der sich auf Smartphones und Tablet-Computern geometrische Figuren darstellen und per Freihandmodus mit den Fingern verändern lassen. Korbinian Urban (18) aus Bayern wurde mit dem Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit ausgezeichnet. Er entwickelte ein neuartiges Verfahren für die Hochgeschwindigkeitsfotografie.

Den Preis der Bundesministerin für Bildung und Forschung für die beste interdisziplinäre Arbeit erhielt Johannes Reinhart aus Baden-Württemberg. Der 17-Jährige erforschte mit dem Rasterkraftmikroskop die Fähigkeit von Pflanzen, Beschädigungen der hauchdünnen Wachsschicht ihrer Blätter und Früchte selbst zu reparieren. Patrick Ziesel (18) und Joshua Rikker (18) aus Baden-Württemberg wurden Bundessieger im Fachgebiet Arbeitswelt. Sie präsentierten ihren innovativen Holzspalter, mit dem Waldarbeiter künftig leichter und vor allem sicherer Bäume fällen können.

David Singer (19) aus Nordrhein-Westfalen überzeugte die Jury im Fachgebiet Biologie. Mit einer aufwendigen Untersuchung belegte er die besondere Bedeutung des Lebensraums Stadt für die heimische Vogelwelt. Den Bundessieg im Fachgebiet Chemie errang Michael Laue (17) aus Sachsen-Anhalt. Mittels der chemischen Umwandlung von Graphenoxid gelang es dem Jungforscher mit einfachen Mitteln, elektrisch leitende Kohlenstoffschichten herzustellen.

Julian Petrasch (21) aus Berlin siegte im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften. Als günstige Alternative zu teuren Satelliten konstruierte er einen neuartigen Stratosphärenballon für die Aufnahme hochaufgelöster Luftbilder oder die Gewinnung von Wetterdaten. Jessica Lackas aus dem Saarland befasste sich mit einem faszinierenden mathematischen Spiel. Mithilfe einer selbst geschriebenen Software gelang es ihr, beim „Game of Life“ die Ausbildung komplexer lebensähnlicher Strukturen auf dem Spielfeld zu analysieren. Die 18-Jährige siegte im Fachgebiet Mathematik/Informatik.

Physik-Bundessieger wurde Daniel Pflüger aus Niedersachsen. Mit Laser und Digitalkamera untersuchte der 18-Jährige die komplexe Wellenentwicklung, die beim Auftreffen eines Tropfens auf eine Wasseroberfläche entsteht. Im Fachgebiet Technik waren Maximilian Reif (18) und Michael Stark (19) aus Bayern erfolgreich. Die beiden siegten mit ihrem selbst gebauten Quadrocopter, dessen Software das Fluggerät eigenständig vor Kollisionen und Pilotenfehlern schützt. 

Der Preis „Jugend forscht Schule 2013“ der Kultusministerkonferenz der Länder ging an das Romain-Rolland-Gymnasium in Berlin für seine vorbildliche Talentförderung im MINT-Bereich.

Eine Liste der Bundessieger finden Sie in der Anlage. Fotos der Teilnehmer gibt es unter „Bundeswettbewerb 2013“ auf www.jugend-forscht.de.

Pressekontakt während des Bundeswettbewerbs (Pressebüro):
Dr. Daniel Giese, Stiftung Jugend forscht e. V.
Dirk Frenzel, Bayer AG
Tel.: 0214 8660-712
Fax: 0214 8660-724
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Jugend forscht – Wir fördern Talente
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Max-Planck-Update (Pflanzenforschung): Blüte im richtigen Alter

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31. Mai 2013: Alpen-Gänsekresse blüht nur, wenn sie das richtige Alter hat und zuvor Kälte ausgesetzt war

Mehrjährige Pflanzen blühen erst ab einem gewissen Alter und nachdem sie der Kälte ausgesetzt waren. Beides verhindert, dass sie schon im Winter Blüten ansetzen. George Coupland und seine Kollegen vom Max-Planck-Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln haben jetzt herausgefunden, dass die Alpen-Gänsekresse ihr Alter über die Menge einer kurzen Ribonukleinsäure bestimmt.

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Den gesamten Text der Presseinformationen finden Sie auf unserer Homepage www.mpg.de.

Sonntag, 2. Juni 2013

"Jugend forscht-Schule 2013": Am 2. Juni 2013 überreicht der Präsident der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh in Leverkusen den Sonderpreis

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Der Präsident der Kultusministerkonferenz, Stephan Dorgerloh, hat die Bedeutung des Wettbewerbs  „Jugend forscht“ für die Entwicklung des Wissenschaftsstandortes Deutschland hervorgehoben. Es sei von besonderem Interesse, die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen junger Menschen anzuerkennen und ihre weitere Entwicklung voranzubringen. „Der Wettbewerb leistet dazu einen unschätzbaren Beitrag“, so der KMK-Präsident.

„Jugend forscht“ ist Deutschlands bekanntester Nachwuchswettbewerb, der von der Kultusministerkonferenz seit 2007 gefördert wird. Ziel ist, Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, Talente zu finden und zu fördern. Den mit 3.142 Euro – analog der Zahl Pi – dotierten Sonderpreis verleiht die Kultusministerkonferenz seit 2007. Die Preisverleihung findet am Sonntag, den 2. Juni 2013 in Leverkusen statt.

„Auch Genies und wichtige Führungskräfte haben klein angefangen“, betonte Stephan Dorgerloh. „Apple ist in einer Garage entstanden, die Samwer-Brüder haben aus zündenden Ideen erfolgreiche Internetunternehmen aufgebaut. Ich bewundere unsere Schülerinnen und Schüler, die neben dem alltäglichen Unterricht Kreativität, Zeit und Energie für hervorragende Ideen aufbringen.“ Ihm sei es deshalb besonders wichtig, auch das Engagement von Schulen und Lehrkräften zu würdigen und zu stärken, die diese jungen Talente gezielt und engagiert fördern.

Seit Gründung haben sich mehr als 200.000 Jugendliche beteiligt. Neun von zehn erfolgreichen Teilnehmern studieren später ein Fach im MINT-Bereich. Viele sind anschließend als Wissenschaftler an Hochschulen und in Forschungseinrichtungen oder als Führungskräfte in Unternehmen tätig.

Pro Jahr gibt es bundesweit mehr als 100 Wettbewerbe. Teilnehmen können Jugendliche ab der 4. Klasse bis zum Alter von 21 Jahren. „Deine Idee lässt Dich nicht mehr los?“ ist das Motto des diesjährigen Wettbewerbs. Den Gewinnern winken attraktive Geld- und Sachpreise.
Mehr Informationen zum Wettbewerb unter http://www.jugend-forscht.de.


Sylvia Schill
Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit Sekretariat der Kultusministerkonferenz Berliner Büro Taubenstraße 10
10117 Berlin

Tel. (030) 25 41 84 01
Fax: (030) 25 41 84 52
mobil: (0151) 16 25 21 04

Samstag, 1. Juni 2013

DFG: Ergebnisse des „Global Research Councils“ in Berlin vorgestellt

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Dreitägiges Treffen der Spitzen von 70 Forschungs- und Förderorganisationen aus aller Welt / Aktionsplan zu „Open Access“ und Grundsätze „Guter wissenschaftlicher Praxis“ beschlossen

In Berlin ist am Mittwoch, dem 29. Mai 2013, das zweite Jahrestreffen des Global Research Councils (GRC) zu Ende gegangen. An dem dreitägigen Treffen nahmen Spitzenvertreterinnen und -vertreter von rund 70 Forschungsförder- und Forschungsorganisationen aus aller Welt sowie zahlreiche hochrangige Repräsentanten aus Wissenschaft, Wissenschaftspolitik und Wissenschaftsverwaltung teil. Im Mittelpunkt standen die Beratung und Verabschiedung eines Aktionsplans zur Umsetzung des freien Zugangs (Open Access) zu wissenschaftlichen Publikationen, gemeinsamer Grundsätze „Guter wissenschaftlicher Praxis“ sowie der Statuten für den GRC. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem brasilianischen Nationalen Forschungsrat (CNPq) gemeinsam ausgerichtete Konferenz war die bislang größte ihrer Art und repräsentierte rund 80 Prozent der weltweiten öffentlichen, nicht direkt von Regierungen getragenen Forschung und Forschungsförderung.

Die Ergebnisse sowie die verabschiedeten Dokumente wurden auf einer Pressekonferenz am 29. Mai 2013 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften vorgestellt. Dabei unterstrich der Präsident der DFG, Professor Peter Strohschneider, die Bedeutung von „Open Access“ als einem zentralen Paradigma der wissenschaftlichen Kommunikation in den kommenden Jahren. Die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer waren sich einig, dass der offene Austausch von Forschungsergebnissen auch ein Weg ist, die Qualität von Forschung zu verbessern. Der von ihnen verabschiedete Aktionsplan zeigt Aktivitäten auf, wie GRC-Mitgliedsorganisationen diesen Austausch auf flexible Weise unterstützen können. Dabei stehen drei Prinzipien im Mittelpunkt. „Wir wollen Forscherinnen und Forscher, die ihre Ergebnisse im Open Access miteinander teilen wollen, auf die Möglichkeiten aufmerksam machen, sie ermutigen und unterstützen“, sagte Strohschneider. Die Umsetzung des Aktionsplans erfordere ein Zusammenspiel verschiedenster Akteure, neben den Wissenschaftlern selbst etwa Universitäten, Wissenschaftsorganisationen, Bibliotheken und Verlage. Die gleichfalls beschlossenen Grundsätze „Guter wissenschaftlicher Praxis“ zeigen einerseits die Eigenverantwortung von Forschenden und Forschungseinrichtungen für die Integrität ihrer Arbeit auf. Andererseits stehen aber auch die Förderorganisationen in der Pflicht, dass geförderte Forschung höchsten wissenschaftlichen Kriterien und den Standards Guter wissenschaftlicher Praxis genügt, wie der Präsident des brasilianischen Nationalen Forschungsrates, Professor Glaucius Oliva, auf der Pressekonferenz betonte.

Sowohl der Aktionsplan als auch das Grundsatzpapier wurden in einer Reihe von weltweiten Regionalkonferenzen seit Herbst 2012 vorbereitet. „Die Integrität von Forschung und Open Access sind zwei hochkomplexe Themengebiete mit Auswirkungen für alle Forschungsförderorganisationen. Vor diesem Hintergrund ist der Beschluss der beiden Papiere umso beachtenswerter“, sagte DFG-Präsident Professor Peter Strohschneider.

Im Rückblick wertete Strohschneider die hohe Zahl der hochrangigen Konferenzteilnehmer als Beleg für das Interesse an einer verstärkten Kooperation in der internationalen Wissenschafts-Community: „Es war unser Ziel und eine große Freude, die Welt der Forschung und ihrer organisierten Förderung zusammenzubringen.“ Für die DFG sei das GRC-Jahrestreffen eine herausragende Gelegenheit gewesen, „für unser eigenes Anspruchsniveau und für die allein an wissenschaftlichen Qualitätskriterien orientierte und von Durchgriffen seitens der Politik, der Wirtschaft oder anderer freigehaltene Form der Forschungsförderung zu werben“.

Das Jahrestreffen flankierten Sitzungen des Governing Board und des internationalen Steering Committee des GRC. Am Konferenz-Dinner am 28. Mai im Deutschen Bundestag auf Einladung der DFG nahmen auch Bundesforschungsministerin Professor Johanna Wanka und die Hamburger Forschungssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt teil.

Der GRC ist ein freiwilliger, informeller Zusammenschluss der Spitzen von Forschungs- und Forschungsförderorganisationen (Heads of Research Councils) aus der ganzen Welt. Er will das Gros des globalen Forschungspotenzials repräsentieren und internationale Kooperation in der Wissenschaft ebenso wie zwischen Forschungsförderorganisationen stärken. Durch regelmäßige Treffen in den verschiedenen Weltregionen und das Jahrestreffen wie nun in Berlin will der GRC die Möglichkeit bieten, weltweit interessierende Fragen der Forschung und ihrer Förderung zu erörtern und die Ergebnisse in gemeinsame Empfehlungen und Standards einfließen zu lassen. Dies soll nicht zuletzt neuen oder sich gerade entwickelnden Forschungs- und Förderorganisationen und -systemen Unterstützung beim Aufbau ihrer Strukturen und Verfahren anbieten.

Der GRC wurde im Mai 2012 im Rahmen des „Global Summit on Merit Review“ in Washington, DC, gegründet. Auf Einladung der amerikanischen National Science Foundation (NSF) verabschiedeten dort 47 Spitzen von Forschungs- und Forschungsförderorganisationen aus 44 Ländern ein erstes gemeinsames Papier, das sich mit den Standards des Merit Review befasst. Maßgeblich beteiligt an der Gründung waren der ehemalige NSF-Direktor Dr. Subra Suresh und der damalige DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner, die beide auch an dem Treffen in Berlin teilnahmen.

Das nächste Jahrestreffen 2014 richten die Chinesische Akademie der Wissenschaften (CAS) und der kanadische Natural Sciences and Engineering Research Council (NSERC) aus, für die auf der Pressekonferenz in Berlin CAS-Präsident Professor Bai Schunli und NSERC-Vizepräsidentin Dr. Isabelle Blain die Forscher und Forschungsförderer aus aller Welt nach Peking einluden.


Weiterführende Informationen und Medienhinweise

Medienkontakt:
Marco Finetti, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2230, Marco.Finetti@dfg.de

Zusätzlicher Kontakt für internationale Medien:
Dr. Paulo Sérgio Lacerda Beirão, CNPq, Tel. +55 61 3211-9933, beirao@cnpq.br
Dana Topousis, National Science Foundation (NSF), Tel. +1 703 292-7750, dtopousi@nsf.gov

Ausführliche Informationen zum GRC sowie zum Annual Meeting in Berlin finden sich unter:

www.globalresearchcouncil.org sowie im Internet-Angebot der DFG unter www.dfg.de/grc2013. Dort werden auch ein Mitschnitt der Pressekonferenz sowie die verabschiedeten Dokumente bereitgestellt.

„FLÜGGE“: Wissenschaftsministerium fördert sechs weitere Gründungsvorhaben an Hochschulen

Hochbegabungspresse

Das Wissenschaftsministerium fördert im Rahmen des „Bayerischen Förderprogramms zum leichteren Übergang in eine Gründerexistenz“ (FLÜGGE) sechs neue Gründungsprojekte an bayerischen Hochschulen. Die Gründungsvorhaben der erfolgreichen Teilnehmer der ersten Förderrunde in diesem Jahr sind an der Technischen Universität München, der Universität Passau sowie an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Kempten, Rosenheim und Würzburg-Schweinfurt angesiedelt. Die Vorhaben umfassen die Branchen Elektro, Software und E-Commerce sowie Maschinenbau und Bau. Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch betont: „Mit FLÜGGE wollen wir die Gründerkultur an den Hochschulen fördern, indem wir junge Hochschulabsolventen und Hochschulmitarbeiter mit einer innovativen Unternehmensidee auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit unterstützen.“

Das Förderprogramm FLÜGGE bietet die Chance, für bis zu zwei Jahre in Teilzeit an einer Hochschule zu arbeiten und parallel dazu ein Unternehmen aufzubauen. Bewerbungsvoraussetzung ist eine innovative Unternehmensidee aus den Bereichen Produktion oder Dienstleistungen, die nachhaltiges Wachstumspotenzial verspricht und in einem aussichtsreichen Geschäftsplan ausgearbeitet ist. Das Ende 1997 eingerichtete Programm hat bislang 144 Vorhaben mit knapp neun Millionen Euro gefördert. Von den bisherigen Teams konnten sich über 75 Prozent erfolgreich am Markt etablieren oder an andere Unternehmen verkauft werden. Insgesamt wurden dadurch mehr als 1.350 neue Arbeitsplätze geschaffen.

FLÜGGE-Unternehmen werden immer wieder auch von anderer Seite ausgezeichnet: Beispielsweise wurde kürzlich das Unternehmen ibidi aus Martinsried mit dem Innovationspreis der deutschen Wirtschaft 2012/13 in der Kategorie „Mittelständische Unternehmen“ prämiert.


Folgende Gründer-Teams wurden ausgewählt:
Die Unternehmensidee Kisi ist in der Elektro- sowie Softwarebranche angesiedelt. Das Gründungsteam aus der TU München befasst sich mit der Digitalisierung von Haus- bzw. Wohnungstürschlüsseln. Anwendungsfeld ist vor allem die „Fernöffnung“ von Türen von Hausnotrufdienstpatienten im Notfall. Mit Kisi müssen Schlüssel nicht mehr übergeben werden, sondern können in virtueller Form schnell und sicher per Smartphone verschickt werden.
Das Team NeWaMat ist eine Ausgründung aus der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt im Bereich des Maschinenbaus. NeWaMat entwickelt eine neuartige Armatur mit integriertem Kartuschensystem für die Feuerwehr. Die Armatur wird zwischen Strahlrohr und Schlauchleitung gekoppelt und mischt dem Löschwasser konstant Löschmitteladditive bei. Dabei wird Oberflächenspannung brechendes, hochleistungsfähiges Netzwasser erzeugt, das schneller als herkömmliches Löschwasser in das Brandgut eindringt und zu einer wesentlich verbesserten Löschwirkung führt.
Die Unternehmensidee von Livable Home ist im Bereich des modularen Holzbaus angesiedelt. Durch das neuartige Konstruktionssystem von Livable Home können Gebäude aus Holz in deutscher Qualität vorgefertigt werden und bei Bedarf weltweit verschifft und errichtet werden. Durch innovative Modulverbindungen sind die Häuser zudem wandelbar, das heißt, sie können erweitert, verkleinert oder auch als Ganzes transferiert werden. Bei Livable Home handelt es sich um eine Ausgründung aus der Hochschule für angewandte Wissenschaften Rosenheim.

Das Team EverGuest aus der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten entwickelt eine mobile Tourismuslösung. Mit der Applikation für Smartphones und Tablet-PCs können Gäste zukünftig mit Tourismusverbänden, Beherbergungsbetrieben und Gewerbetreibenden in Urlaubsregionen ortsunabhängig und jederzeit in Kontakt treten. Everguest hilft, Informationsdefizite abzubauen, indem vor allem Einkaufs- und Freizeitgestaltungsmöglichkeiten der Umgebung integriert werden. Der neue mobile Kanal unterstützt die „Gastgeber“, ihre Kapazitäten besser auszulasten, die Gästezufriedenheit zu steigern und aktuelle Informationen wie Spezialangebote und Veranstaltungen zu kommunizieren.

Das Team flissade von der Technischen Universität München entwickelt ein innovatives Fassadensystem für einen variablen Raum im Wohnungsbau. Durch verschiebbare Verglasungselemente kann der Außenraum einer Loggia bei Bedarf zu vollwertigem Innenraum gewandelt werden. Etwa bei schlechtem Wetter kann man im Handumdrehen den Wohnraum vergrößern, gewinnt dadurch mehr Wohnkomfort und spart während der Heizperiode Energie.

Bei unica.to handelt es sich um eine Ausgründung aus der Universität Passau. unica.to ist eine Online-Plattform zur Vermittlung von Sonderanfertigungen und Einzelstücken. Die Plattform schafft „online-Sichtbarkeit“ für mittelständische Hersteller aus dem (Kunst-)Handwerk und bündelt diese auf unica.to. Kunden haben die Möglichkeit, Inspirationen aus bereits gefertigten Produkten zu gewinnen oder eigene Designideen in den Bereichen Schmuck, Möbel, Kunst, Mode und Accessoires in Zusammenarbeit mit den Herstellern umzusetzen.

Für nähere Informationen zum Programm siehe www.fluegge-bayern.de.


Bayerisches Staatsministerium für
Wissenschaft, Forschung und Kunst
Pressestelle
Salvatorstraße 2
80333 München

Tel:  0049-(0)89-2186-2666
Fax: 0049-(0)89-2186-2888
www.stmwfk.bayern.de

Forschungszentrum Jülich. Kurznachrichten Mai 2013: Weltweit neuartige Kombination von Messverfahren


Hochbegabungspresse

Weltweit neuartige Kombination von Messverfahren
Das Leben verstehen
Wirkstoffe leicht gemacht
Deutsch-japanisches Forschungsprojekt zu neuronalem Verständnis des Lernens
Termine
Netz

Weltweit neuartige Kombination von Messverfahren

Grundlagenforschung und medizinische Anwendungen sind untrennbar mit technisch-methodischen Fortschritten verbunden. Dr. Irene Neuner vom Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM) entwickelte gemeinsam mit dessen Direktor Prof. N. Jon Shah eine weltweit neuartige Kombination von Messverfahren, die elektrophysiologische Aufzeichnungen vom Gehirn in einem 9,4 Tesla-Magnetresonanztomografen ermöglicht. Die Ergebnisse wurden unlängst im Fachmagazin „Neuroimage“ publiziert.

Mit dem neuen Algorithmus erhalten die Wissenschaftler hoch aufgelöstes Datenmaterial, das eine viel genauere Visualisierung der Abläufe im Gehirn ermöglicht.
Bildquelle: Forschungszentrum Jülich

„Durch die Kombination beider Messtechniken nutzen wir die hohe räumliche Auflösung der MRT-Aufnahmen im 9,4 Tesla-Gerät und die schnelle zeitliche Response bei EEG-Messungen“, erläutert Irene Neuner. Die verwendete hohe Feldstärke gibt es weltweit nur viermal. Bisher wurden in der Forschung für diese Art der kombinierten Messungen maximal 3 bzw. 7-Tesla-Geräte genutzt. Der Grund: „Je höher die Feldstärke ist, desto größer sind auch die kardio-ballistischen Störsignale“, erläutert die Wissenschaftlerin, die sowohl am Forschungszentrum Jülich als auch in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Aachen als Oberärztin tätig ist.

Die Herausforderung für die Wissenschaftler bestand nun darin, trotz hoher Feldstärke aussagekräftige Daten zu erhalten. Um die Störsignale im 9,4 Tesla-Magnetfeld herausrechnen zu können, verwendete Shah, Leiter der Arbeitsgruppe MR-Physik am INM, zusammen mit Jürgen Dammers und Irene Neuner einen modifizierten Algorithmus der Independent Component Analysis (ICA).

Um seine Relevanz zu überprüfen, wurden bei gesunden Probanden elektrophysiologische Messungen bei der Verarbeitung von Lichtreflexen im Gehirn ohne und im 9,4 Tesla-Magnetfeld vorgenommen. Das Ergebnis: „Mit dem neuen Algorithmus erhielten wir hoch aufgelöstes Datenmaterial, das eine viel genauere Visualisierung der Abläufe im Gehirn ermöglicht“, freut sich Irene Neuner. Die methodischen Erkenntnisse sind auch für weitere Forschungsprojekte – unter anderem zum Thema Resting-State oder zu frühen kognitiven Prozessen – nützlich.

Link zur Originalpublikation:

Informationen zum Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Physik der Medizinischen Bildgebung (INM-4):

Informationen zur Jülich Aachen Research Alliance  JARA-BRAIN:


Das Leben verstehen

Proteine erfüllen lebenswichtige Aufgaben, etwa für die Funktion und die Struktur von Zellen. Um überhaupt aktiv zu werden, müssen sich die meisten Proteine in spezifische dreidimensionale Formen falten. Wie der Prozess genau funktioniert, ist noch nicht komplett entschlüsselt worden. Neue Erkenntnisse verspricht sich die Forschung von Computersimulationen. Jülicher Forschern ist es gelungen, die Faltung eines Proteins mit 92 Aminosäuren mithilfe des Monte Carlo-Verfahrens zu beschreiben. Die Berechnung gilt als bislang größte Proteinfaltungssimulation, die ohne Zuhilfenahme von Daten aus dem gefalteten Zustand auskommt.

Proteine sind lange Ketten von Aminosäuren, die enorm viele verschiedene Formen annehmen können. Erstaunlicherweise benötigen die meisten Proteine nur zwischen einer Mikrosekunde und einer Sekunde, um ihre gewünschte Gestalt anzunehmen. „Um das Leben zu verstehen, muss man diesen Vorgang verstehen“, betont Dr. Sandipan Mohanty vom Jülich Supercomputing Centre (JSC). Dadurch könnte die Forschung auch mehr über Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson oder Creutzfeldt-Jakob herausfinden, bei denen fehlerhafte Proteinfaltungen beobachtet wurden.

Monte-Carlo-Simulationen werden relativ selten zur Berechnung von Proteinfaltungen eingesetzt. Die meisten Forscher verwenden hierfür das Molekulardynamik-Verfahren. „Doch diese Methode kann nur Proteine simulieren, die sich in weniger als einigen Millisekunden falten. Viele Proteine benötigen jedoch mehr Zeit“, erklärt JSC-Forscher Dr. Olav Zimmermann. Monte-Carlo-Simulationen simulieren nicht den zeitlichen Verlauf, sondern modellieren die Wahrscheinlichkeit aller relevanten Zustände eines Moleküls. Daher können damit auch langsamere Faltungen größerer Proteine beschrieben werden, wie die Jülicher Forscher jetzt zeigen konnten.

Link zur Originalpublikation

Informationen zum Jülich Supercomputing Centre (JSC): http://www.fz-juelich.de/ias/jsc/DE/Home/home_node.html


Wirkstoffe leicht gemacht

Jülicher Wissenschaftler haben ein neuartiges Verfahren entwickelt, das die nachhaltige und umweltfreundliche Herstellung von Norephedrin und Norpseudoephedrin ermöglicht. Die beiden Substanzen gehören zur Gruppe der Aminoalkohole. Sie finden Anwendung als Appetitzügler und werden aufgrund ihrer anregenden Funktion auf das vegetative Nervensystem auch als Herzkreislauf-Medikament und Erkältungsmittel eingesetzt.

Bisher ließen sich die beiden Stoffe in Reinform nur in einem aufwendigen, mehrstufigen Prozess unter Verwendung zahlreicher giftiger Zusätze oder aus teuren Ausgangsstoffen gewinnen. Forscherinnen und Forschern der Helmholtz-Nachwuchsgruppe „Synthetische Enzymkaskaden“ ist es mithilfe des gezielten Einsatzes von Enzymen gelungen, die chemischen Verbindungen in nur zwei Schritten aus günstigen Ausgangsstoffen herzustellen. Auch ohne Zwischenprodukte isolieren zu müssen, konnte eine sehr hohe Produktreinheit erzielt werden.

Der komplette Prozess findet ökoeffizient in einem einzigen Reaktionsgefäß statt. Zudem zeigen die Wissenschaftler vom Jülicher Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG-1) eine Möglichkeit auf, die Effizienz des neuartigen Verfahrens durch eine sogenannte Rezyklierungskaskade weiter zu steigern. Dabei wird ein Nebenprodukt, das ohnehin im zweiten Reaktionsschritt anfällt, als Ausgangsstoff für den ersten Reaktionsschritt wiederverwertet.


Informationen zum Institut für Bio-und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1): http://www.fz-juelich.de/ibg/ibg-1/DE/Home/home_node.html


Deutsch-japanisches Forschungsprojekt zu neuronalem Verständnis des Lernens

Lernen durch gute und schlechte Erfahrungen – dieser Prozess ist essenziell im Gehirn: Eine heiße Herdplatte berührt man meist nur einmal mit Absicht, ebenso verinnerlicht man peinliche oder besonders schöne Situationen im sozialen Miteinander. Wie das Gehirn ein neuronales Signal erstellt, um das Erlebte zu bewerten und das Verhalten anzupassen, untersuchen Jülicher Forscher nun mit Kollegen der Universität of Tokyo in Japan. Dabei steuern die japanischen Wissenschaftler um Kenji Morita ihre Expertise in der detaillierten Modellierung der Signalübertragung an einzelnen Nervenzellen bei. Forscher um Abigail Morrison vom Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM-6) ergänzen das um die Modellierung ganzer Netzwerke von Nervenzellen. Das Forscherteam wird dabei als eines von vier Projekten im Rahmen einer deutsch-japanischen Initiative für die kommenden drei Jahre mit gut 190 000 Euro gefördert. Die Förderung beruht auf einem Abkommen aus dem Jahr 2012 zwischen der Japan Science and Technology Agency (JST), dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), mit dem sie die binationale Zusammenarbeit im Bereich Computational Neuroscience stärken wollen. Bereits 2012 wurden sechs Projekte aus diesem Forschungsgebiet gefördert.


Informationen zum Institute of Neuroscience and Medicine, Bereich Computational and Systems Neuroscience (INM-6): http://www.fz-juelich.de/inm/inm-6/EN/Home/home_node.html



Aktuelle Termine:
Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungs­zentrum Jülich, unter anderem:

„Karriere made in Jülich“

15. Juni, Forschungszentrum Jülich, Seecasino
Bereits zum sechsten Mal findet die Abschlussveranstaltung „JuDocs – Karriere made in Jülich“ mit Doktorandinnen und Doktoranden des Forschungszentrums Jülich statt. Von 18 Uhr lädt der Vorstand gemeinsam mit dem Studium Universale, der Doktorandeninitiative des Forschungszentrums Jülich, zu einem Festakt ein. Präsentiert wird die Nachwuchsarbeit des Forschungszentrums in Kooperation mit seinen Partnern. In diesem Rahmen werden die Doktorandinnen und Doktoranden des aktuellen Jahrgangs offiziell geehrt und verabschiedet.

Weitere Informationen:


Netz

„Tag der Architektur“: Website und neue App

Die Architektenkammern laden in diesem Jahr wieder am letzten Juniwochenende zum „Tag der Architektur“. Auch das Forschungszentrum Jülich ist mit dabei und öffnet eine Reihe von Bauten für interessierte Besucher. Interessenten können sich jetzt auf der Website des Forschungszentrums über die Gebäude informieren und ihren Besuch anmelden.
Zum Auftakt des diesjährigen „Tags der Architektur“ gab es unterdessen einen Relaunch der Website der Aktion; für alle mobilen Endgeräte steht außerdem seit Anfang Mai eine Routen- und Terminplanung über die mobile Website mobil.tag-der-architektur.de zur Verfügung. Anfang Juni steht die App dann auch im App- bzw. Playstore zum kostenlosen Herunterladen bereit.

„Tag der Architektur“ im Forschungszentrum Jülich:

Weitere Informationen unter:


Pressekontakt:
Erhard Zeiss, Tel. 02461 61-1841, e.zeiss@fz-juelich.de
Tobias Schlößer, Tel. 02461 61-4771, t.schloesser@fz-juelich.de

Frauen in Europa

Frauen in Europa
Frauen in Europa by Lilli Cremer-Altgeld. „Frauen in Europa“. Seien Sie dabei! Mit Ihren Gedichten. Mit Ihren Ideen. Mit Ihren Visionen. Mit Ihren Werken. Mit Ihrer Homepage. Bitte schreiben Sie eine Mail an Lilli Cremer-Altgeld frauenineuropa@t-online.de Bitte klicken Sie auf das Bild: So kommen Sie direkt zum Blog „FRAUEN IN EUROPA“.

Was die anderen Hochbegabten anders machen – ein Beispiel aus der Wirtschaft für die Politik


Foto: Ralf Voigt


Man erkennt sie.

Es sind die kleinen Einsteins, die Picassos und die Mozarts. Sie lesen schon mit sechs Jahren „The New York Times“, korrespondieren mit fünf Jahren in Mandarin und spielen mit vier Jahren die Spatzenmesse in C-Dur. Später studieren sie dann bereits mit 14 an einer Uni und werden jüngster Professor oder jüngste Professorin.

Man kennt sie.

Dann gibt es noch die anderen.

Ihre Begabung ist nicht so offensichtlich. Oder: offensichtlich nur für Eingeweihte. Für Kennerinnen und Kenner. Wahrscheinlich stehen sie nicht in einem Labor. Ob sie mit dem Pinsel umgehen können? Seien Sie tapfer: Wohl eher nicht so. Ob sie eine Stradivari zu schätzen wissen? Hm.

Und doch haben sie ihre Begabung. Erkennbar wie gesagt fast nur für Eingeweihte.

Ein Beispiel: Ich war Mitglied in einem Verband, der das Wort „Wirtschaft“ in seinem Namen trägt. Es ging um ein Thema, das alle Menschen bewegt. Wirklich alle. Wirklich jeden. Es ging um Politik. Und um den Anlauf zu einem neuen Gesetz. Man diskutierte. Und fragte sich, wie man denn überzeugend argumentieren könnte.

Ich erwähnte den Gedanken einer Befragung. Sie kennen das: In jeder grösseren Stadt stehen diese Interviewer auf der grossen Einkaufsstrasse und wollen wissen, welche Zahnpasta, welches Waschmittel, welche Automarke Sie bevorzugen. Strasseninterviews nennen wir das. Wir, das sind meine Kolleg*innen aus der Marktforschung und ich. Ich hatte damals ein Institut für Markt- und Kommunikationsforschung. Unsere Klienten aus der Politik und Wirtschaft waren bekannt und angesehen und wir waren stolz darauf, für sie forschen zu dürfen.

In meinem Verband war das bekannt.

Ja. Sagte man: Eine Befragung auf der Strasse ist ein überzeugendes Argument. Wir – wer auch immer „wir“ sein sollte – wir stellen uns auf die Strasse und befragen die Menschen. Und dann geben wir – und das war der Sinn der Sache – das Ergebnis an den OB der Stadt. Einer von meinen Kollegen im Verband meinte dann: Ob wir wohl 50 Menschen dazu bewegen können, mit uns zu reden?

Wie, sagte ich: 50 Menschen?

Ja. Sagten die anderen. 50 Menschen wäre eine tolle Sache.

Klar sind 50 Menschen eine tolle Sache. Aber: Wie wollen wir einen OB mit den Stimmen von 50 Menschen motivieren, ein neues Gesetz in Gang zu bringen? Nach einer halben Stunde hatte man sich auf 100 Menschen geeinigt. Mit dem Zusatz: Ob wir das wohl schaffen werden?

Warum so zaghaft?

Die Jungs und Mädels, die hier zusammen sassen, waren die Menschen, die täglich über Millionen entschieden. Ihre Denkweisen waren nicht 100 oder 1.000. Es waren 1.000.000 und mehr!

Mir war klar, dass ich meine lieben Kolleginnen und Kollegen jetzt schockieren musste. Nicht weil ich Schocks mag – aber ich musste ihnen schon sagen, wie so etwas in der Realität funktioniert. Dass man an den verantwortlichen Stellen – sorry – 100 Menschen als Beweis nicht gelten lassen wird. Man wird schmunzeln und zur Tagesordnung übergehen.

Noch bevor ich den Gedanken: „Wie sag‘ ich es das denn jetzt?“ zu einem Satz modellieren konnte, war es raus:

1.000 INTERVIEWS!
1.000 Interviews?

Das Entsetzen war gross. Nur unser Präsident war begeistert. Und dann ging das los, was zumeist los geht, wenn ein Hochbegabter – eine Hochbegabte – eine Idee und einen Weg vor Augen hat: GEHT NICHT! FUNKTIONIERT NICHT! SCHAFFEN WIR NICHT! WIR SIND DOCH NICHT VERRÜCKT! WER SOLL DAS DENN ALLES ZAHLEN?

Ich hörte mir das eine Stunde an, während ich das Konzept schrieb, die Umsetzung des Konzepts plante und einen Entwurf für den Fragebogen entwarf. Unser Präsident hatte mich aus den Augenwinkeln beobachtet und rief mich auf – nach vorne zu kommen und die Einzelheiten zu präsentieren. Gesagt. Getan.
Wir fanden über 50 Mitglieder aus dem Wirtschafts-Verband, die mitmachten. Manager*innen, die ich mit meinem Team für diesen Einsatz schulte. Es waren wohl die Interviewer*innen mit den höchsten Stundenlöhnen, die hier und heute ehrenamtlich auf die Strasse gingen und sehr mutig die Menschen nach ihrer Meinung befragten.

Um Mitternacht hatten wir 1.037 Interviews geschafft. Alle von meinen Forscherkollegen und mir kontrolliert. Alle perfekt. Es war ein harter Job – aber selten habe ich ein Team von fast 100 „Mitarbeiter*innen“ so begeistert arbeiten gesehen.

Am nächsten Morgen wurde noch einmal kontrolliert. Und dann gingen die Fragebögen ins Rechenzentrum zur Uni. Ich schrieb dazu einen Bericht für die Präsentation. Mein Team zeigte einen bewundernswerten Einsatz. Und so konnte ich meiner Assistentin auch nicht die Bitte abschlagen, die Ergebnisse beim OB präsentieren zu dürfen.

Der OB schien sehr zufrieden. Und so wanderten unsere Ergebnisse weiter „nach oben“. Und so wurde aus unserer Idee der Beweis, dass die Menschen diese Verbesserung ihres Alltags wirklich wollten.

Schliesslich wurde aus dem Beweis ein Gesetz in Deutschland, das jedem Menschen den Alltag etwas besser macht. Zur Freude der Menschen.
Nein, so faszinierend wie ein Picasso ist dieses Gesetz nicht.

Aber es erleichtert seitdem allen Menschen ihr Leben. Und das Tag für Tag in Deutschland.

Wenn Sie Unternehmer*in sind: Gründen Sie einen Think Tank mit Ihren Hochbegabten und allen, die mutig sind und gross denken und handeln können. Dann sind Sie nicht nur Ihre Probleme los. Sie haben auch die Chance, die Welt ein bisschen besser machen zu können.

Was sagte John F. Kennedy in seiner Antrittsrede am 20. Januar 1961 in Washington, D.C.:

„Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt (…) fragt, was wir gemeinsam tun können für die Freiheit des Menschen.“ [1]

Lilli Cremer-Altgeld
Mobil 0049 1575 5167 001





Meine persönliche Einführung in die Hochbegabung

Wenn Sie sich die Frage stellen: „Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?“ – dann werden Sie hier Antworten finden. Ich habe die Informationen davon abhängig gemacht, wie gesichert Sie wissen wollen, ob Sie hochbegabt sind. Deshalb meine Frage an Sie: „Wie GESICHERT wollen Sie wissen, ob Sie hochbegabt sind?“

Meine Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen:

❤ Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier können Sie mal schnuppern, wie Hochbegabte so ticken.

❤ Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier bekommen Sie Tipps, was Sie tun können, um herauszufinden, ob Sie tendenziell hochbegabt sind.

❤ Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – Adressen. Hier können Sie sich zum IQ-Test anmelden. Das Ergebnis des IQ-Test sagt Ihnen, wie hoch Ihr IQ ist. Ist er über 130 Punkte, sind Sie hochbegabt. Über 145 Punkte sind Sie höchstbegabt.

Aber was ist überhaupt Hochbegabung?

Die Antwort ist einfach. Treffend hat sie einmal der Psychologe Dr. Jürgen vom Scheidt so beantwortet: „Es ist das intellektuelle Potenzial von jemandem, der in einem der gängigen und anerkannten Intelligenztest einen IQ-Wert von 130 Punkten und mehr erzielt. Dies betrifft, streng genommen, 2,27 Prozent der Bevölkerung.“ http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 20.09.2015

Und was ist HÖCHSTBEGABUNG?

Ganz einfach. Dr. Sylvia Zinser schreibt: „Ist der IQ über 145 so spricht man von Höchstbegabung.“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

Allen Hochbegabten und Höchstbegabten empfehle ich das informative, spannende und vergnügliche „Sylvia Zinser's Sammelsurium“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/ Stand: 19.09.2015 Hier erfahren Sie nicht nur etwas über den IQ, sondern auch über „Brot, Schwaebische Traeubleskuchen sowie über diverse Weihnachtsplätzchen“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/backen.htmlx Stand: 19.09.2015

❤ Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Man sagt oft von Hochbegabten: „Die haben eine 1 (Bestnote) in Mathe – können aber ihre Schuhe nicht richtig zubinden“. Soll heissen: das Denken funktioniert (in bestimmten Bereichen) ausgezeichnet – aber im Alltäglichen kommen sie mit bestimmten Situationen nicht gut zurecht. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aussage für einige Hochbegabte wirklich sehr zutreffend – für andere weniger bis gar nicht.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Bei meinem Mathelehrer hatte ich so gut wie immer eine 1. Allerdings hatte ich auch eine Mathelehrerin. Sie war eher der Typ „Geschichtenerzählerin“. Sie sprach gerne über ihre Lieblingsrezepte, ihre Backkunst und ihren Hund. Ich war so damit beschäftigt, herauszufinden, was das mit Arithmetik zu tun hatte, dass ich ihr, wenn es denn mal was zu rechnen gab, kaum noch folgen konnte.

Meine Noten in Mathe lagen bei ihr im Mittelfeld. Und ich war richtig dankbar als der in meinen Augen „richtige“ Lehrer kam. Der mir Mathe so erklärte, dass ich es verstanden habe. Ich machte Überstunden in Mathe und liess mir extra Hausaufgaben geben. Nein, ich war keine Streberin. Ich hatte einfach Spass an Problemlösungen. Aber wenn ich meine Strickjacke zuknöpfen sollte – da gab es Stress für mich. Jedenfalls dieser Lehrer schickte mich zum Schulpsychologen, der mich positiv auf Hochbegabung testete. Da er sagte: „Du darfst mit niemandem darüber reden, dass Du diesen IQ von … hast.“ – dachte ich: vielleicht ist es eine Krankheit oder sonst wie ansteckend. Ich habe nie darüber gesprochen. Erst vor gut zehn Jahren habe ich mich in meiner Familie geoutet.

Meine Kollegin Alexandra in unserem Markt- und Sozialforschungs-Institut war da ähnlich unterschiedlich in ihrer Mathe-Begabung. Obwohl sie ein echtes Mathe-Genie ist, gab es auch für sie Grauzonen. Normalerweise hörte sie von einer Aufgabe oder schaute auf das Papier. Und schwupp – schon hatte sie die Lösung. Manchmal trat sie einen Wettstreit mit unserem Computer an. Nicht immer war unser PC der Gewinner. Doch dann gab es für sie echte Herausforderungen: Wenn sie ohne Hilfsmittel Prozent rechnen sollte, versagte sie fast jedes Mal. Nicht mal 10 Prozent von 100 konnte sie richtig errechnen. Allein bei dem Wort „Prozentrechnen“ driftete sie immer ab. Im Laufe der Zeit wurde es allerdings besser.

Ich will damit sagen: Nicht alle Hochbegabte sind Mathe-Genies. Nicht alle Mathe-Genies sind fehlerlos. Tröstlich ist, was Albert Einstein einmal über Mathe gesagt hat: „Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“

Mit anderen Worten: Nicht jeder Hochbegabte glänzt in Mathe. Eine Klientin von mir war die Vorgesetzte der ehemaligen Lehrerin eines Fußballnationalspielers (Weltmeister!). Er hatte wenig Interesse an Zahlen und sagte bereits in jungen Jahren zu der Lehrerin: „Warum soll ich Rechnen lernen? Ich werde mal ein berühmter Fußballspieler. Und dann kann ich mir so viele Rechenkünstler leisten wie will.“ Die Lehrerin staunte. Doch der Junge hatte Recht. Er ist hochbegabt UND hochsensitiv.

Hochbegabte können sehr gut oder gut rechnen – oder auch gar nicht. Was sind nun die die typischen Eigenschaften von Hochbegabten?

Gehen wir noch einen Schritt zurück. Genauso wie nicht alle Kölner lustig sind, nicht alle Münchner Lederhosen tragen und nicht alle Hamburger einen Segelschein haben – so sind auch nicht alle überdurchschnittlich intelligenten Menschen so oder so.

Nehmen wir einmal eine Einteilung der Hochbegabten vor, die Jürgen vom Scheidt heraus gearbeitet hat. Er unterteilt fünf (drei plus zwei) Gruppen. Selbstredend gibt es noch andere Kategorien – dazu komme ich noch.

Scheidt zufolge gibt es – vereinfacht ausgedrückt – bei den Hochbegabten, abhängig von dem Kriterium „Erfolg in der Schule, im Beruf“ folgende Trias:

O Ein Drittel, die ihre „Begabung erfolgreich verwirklicht“ haben. Sie sind Topmanager/innen, Spitzensportler/innen, Unternehmer/innen, Künstler/innen, Wissenschaftler/innen usw. Sie wurden z.B. von der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ oder anderen Institutionen erkannt und gefördert.

O Ein Drittel sind sogenannte „Latente“: Sie spüren, ahnen oder wissen um ihre Begabung, kommen aber nicht so einfach aus dem Quark. Die Psychologin und Expertin für Hochbegabung, Andrea Brackmann, schreibt in ihrem zweiten Buch, dass „Hochbegabung Mut erfordere“ http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015. Bei dieser Gruppe verstehen wir, warum das so ist.

O Ein Drittel sind nach Scheidt die „Underachiever“ („Minderleister“). Sie könnten schon – wollen aber (noch?) nicht erfolgreich sein. Speziell zu Minderleister/innen in der Schule noch einmal Sylvia Zinser: Ihr Geheimtipp J: MOTIVIEREN! http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

So, das sind unsere drei Gruppen – zwei kleine Gruppen fehlen noch:

O Es sind die „Entgleisten“: sie sind erfolgreich – aber auf kriminelle oder soziopathische Weise.

O Dies sind die Höchstbegabten wie etwa Einstein und Freud.

Alle Infos zu dieser Einteilung in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt: http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015

Wer bis hierher tapfer durchgehalten hat – wird jetzt belohnt. Jeder Mensch, der denkt: Analyse? Mathe? Logik? Das sind jetzt nicht so meine Stärken. Ich bin eher der Musiker, die Malerin, der Tänzer, die Fotografin, der Praktiker. Gut so. Es gibt insgesamt sieben Felder der Hochbegabung: mein Bruder Helmut glänzt z.B. durch „Praktische Intelligenz“: Er erkennt sofort im realen Leben wie man es richtig zumindest aber besser machen kann. Mir bleibt diese Art zu denken verborgen. Zumindest müsste ich viele Bücher lesen, um diese Dinge verstehen zu können. Mir fällt es schon schwer genug, meine Jacke richtig zuzuknöpfen.

Prof. Werner Stangl zitiert Prof. Kurt Heller auf seinen Seiten zu den Themen „Intelligenz und Hochbegabung“ wie folgt:

„Nach Heller (2000) gibt es folgende Begabungsfaktoren:

O Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)

O Sozial-emotionale Fähigkeiten

O Musisch-künstlerische Fähigkeiten

O Musikalische Fähigkeiten

O Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische, etc. Kreativität)

O Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)

O Praktische Intelligenz“

http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testintelligenzhochbegabt.html Stand: 19.09.2015

Wir sehen: Hochbegabung ist spannend. Und es wird noch spannender.

Nehmen wir noch eine weitere Differenzierung vor: Hochbegabte sind oft auch hochsensibel und/oder hochsensitiv. Ihre Sinne sind stärker ausgeprägt. Zum einen (hochsensibel) sind ihre normalen Sinne (hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen) intensiver (Künstler/innen, Star-Köch/innen, Parfümeur/innen – einige haben auch ein begnadetes „Fingerspitzengefühl“ wie etwa Handerker/innen und Chirurg/innen u.a.m.). Und/oder andererseits ist ihre Wahrnehmung (hochsensitiv) tiefer: Diese Hochbegabten haben den sechsten (hellhörig), siebten (hellfühlig) und achten (hellsichtig) Sinn wie etwa Goethe, Einstein und Leonardo da Vinci. Wie sagte Albert Einstein?: „Was wirklich zählt, ist Intuition.“

Bei einer solchen Differenzierung: Wo gibt es da noch Gemeinsamkeiten?

Ich fange mal mit den Tendenzen an: Diejenigen, die in der ‚Flüchtlingszeit im Sommer 2015‘ kreativ, beherzt und schnell helfen – können hochbegabt sein. Denn diese Merkmale findet man oft unter den hohen IQ’lern. Der eine organisiert geschickt, die andere übersetzt, der nächste weiss, wer wo wie helfen kann. Schnelligkeit ist für Hochbegabte so natürlich wie das Atmen. Klar, dass nicht jede/r in allen Bereichen gleich schnell ist. Wenn Sie wüssten, wie lange ich brauche, um meine Jacke zuzuknöpfen …

Doch weiter: Gerechtigkeit für jedermann ist stark vorhanden bei den Begabten ebenso so wie vernetztes Denken und Handeln. Nach Andrea Brackmann gehört das „Mehr von allem“ oft zum Repertoire. Wie etwa das „Erfassen kompletter Zusammenhänge“, „Auffinden vielfältiger Lösungswege“ sowie „hohes Einfühlungsvermögen“. Wie gut, dass Hochbegabte oft nur wenig Schlaf brauchen (4 bis 6 Stunden).

Selbstredend gibt es nicht nur diese sonnigen Seiten der hochtalentierten Menschen. Ihre Schattenseiten sind nicht nur für die Beteiligten selbst unangenehm: Oftmals übersteigerte Konzentration bei den SPEZIALISTEN auf ein Spezialthema (Musik oder Sport oder Politik oder Finanzen oder Sprachen oder oder oder). Bei den Generalisten ist es etwas anders: Hier überwiegt die Vielseitigkeit, die sich in mehreren Berufen und Hobbies zeigt. Bei beiden wird die Familie, werden Freund/innen und Kolleg/innen schon mal etwas vernachlässigt. Denn Hochbegabte sind oft Perfektionist/innen. Und es kann mal etwas länger dauern bis sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

Routine ist ihnen oft ein Gräuel. Manche finden kreativ alternative Wege um dieser Routine immer wieder auszuweichen. Andere plagen Zweifel und Gewissensbisse. Geduld ist ebenfalls keine Stärke der Hochbegabten. Auch nicht begabt sind diese Menschen, wenn es um „einfache Aufgaben“ geht. Die Hochtalentierten sind zumeist empfindlich. Empfindlich gegenüber Lärm, Licht und manche auch gegenüber Berührungen.

So ist es zu verstehen, dass Hochbegabte an bestimmten „Allergien“ leiden, die Andrea Brackmann in ihrem Buch so schlüssig schreibt. Es sind die „hässlichen Worte“ für Hochbegabte wie etwa „Betriebsausflug“, „Stammtisch“, „Schützenfest“, „Höflichkeitsfloskeln“, „Grossraumbüro“. http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015

Hingegen lieben Hochbegabte oft „Querdenker/innen“, „Nobelpreisträger/innen“, „Verarbeitungsgeschwindigkeit“, „Freiheit“, „Endlos-Fragen“, „Monologe“ sowie „Spezielle Themen wie etwa die frühkindliche Entwicklungsphase des Kaiserschnurrbarttamarins, die Pflege der Araukarie oder den „Compte rendu au Roi“ des Finanzminister Jacques Neckers in der Zeit der Französischen Revolution.

Für Hochbegabte ist das alles „normal“ – während das „Normale“ schon sehr schwierig sein kann. Viele habe da ein Selbstverständnis wie Albert Einstein: "Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."

Wenn Sie das alles gelesen haben, sind Sie an Hochbegabung interessiert. Die anderen haben eh längst das Weite gesucht. Vielleicht wollen Sie genauer wissen, ob Sie hb sind – „hb“ ist das Kürzel bei den „HB“ (Hochbegabten) für „hochbegabt“. Und deshalb gehen wir jetzt auf die nächste Stufe über.

❤ Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Ich habe hier IQ-Informationen zusammen gestellt, die Ihnen eine Tendenz Ihrer Begabung aufzeigen können.

O Den ersten IQ-Test habe ich 2005 in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt gefunden http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015. Obwohl ich mit einiger Skepsis an diese Fragen heranging – mein Test beim Schulpsychologen hat damals mehr als eine Stunde gedauert, wie soll man in wenigen Minuten ein ähnliches Ergebnis erzielen können? – war die Antwort jedoch fast exakt dieselbe, die ich Jahre zuvor vom Psychologen in meiner Schule erhalten habe. Chapeau! Für den Autor.

O Auch wenn mir die Headline sehr plakativ erscheint – diese Information verdient ebenfalls Ihr Interesse: „IQ-Test: Gehören Sie zur Grips-Elite?“ http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/iq-test-gehoeren-sie-zur-grips-elite-a-505427.html Stand: 19.09.2015

O Ein weiterer Test, der Ihnen tendenziell Informationen über Ihre Begabung geben wird, ist von der „Süddeutsche Zeitung“: „Der kostenlose IQ-Test online mit Sofortergebnis http://iqtest.sueddeutsche.de/ Stand: 19.09.2015

O “MENSA” ist das grösste Netzwerk für Hochbegabte. Der Mensa Online-Test ist jedoch eher ein „Spiel“ als ein zuverlässiges Instrument der Begabungsanalyse. Wenn Sie Lust haben: Spielen Sie mal. Mensa weist ausdrücklich darauf hin: „Sie sollten die Ergebnisse dementsprechend nicht allzu ernst nehmen.“ https://www.mensa.de/online-iq-test-raetsel/mensa-online-test/ Stand: 20.09.2015

O Und hier ist die englische Variante von Mensa International: „Mensa Workout“ https://www.mensa.org/workout/quiz/1 Stand: 20.09.2015

❤ Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Wenn Sie jetzt bereit sind und der Stunde der Wahrheit – dem wirklich und wahrhaftigen IQ-Test – ins Auge blicken wollen… Dann melden Sie sich an – zum anerkannten IQ-Test.

Meine Empfehlungen:

O Mensa. Der Test dauert 90 Minuten, kostet 49 Euro und wird in 80 Städten in Deutschland durchgeführt. Getestet werden Menschen ab 14 Jahre. https://www.mensa.de/intelligenztest Stand: 20.09.2015

O Bei einer Psychologin – einem Psychologen – aus dem Expertenkreis Hochbegabung/Potentiale der Sektion "Freiberufliche Psychologen" im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) e.V. den IQ-Test machen http://www.die-hochbegabung.de/german/index.html Stand: 20.09.2015

O Sie fragen im Familienkreis, bei Freund/innen oder in der Schule/Universität nach einer Empfehlung für den IQ-Test.

Ich drücke schon mal die Daumen!

Für das Campus-Radio Bonn interviewte ich einmal die höchstbegabte „First“ Lady – Gründungsmitglied – von Mensa Deutschland, Dr. Ida Fleiß. Dabei lernte ich eine kluge, warmherzige und höchst kreative Dame kennen, der es „zu simpel“ war, ihren „Doktor“ in Europa zu machen. Kurz entschlossen reiste sie nach Asien, lernte die Sprache und schaffte auf Anhieb ihre Promotion. Sie konnte schon immer weit und um die Ecke denken.

Als ich sie jedoch fragte: Haben wir schon für jede Intelligenz ein angemessenes Messverfahren – will sagen: Können wir schon jede Begabung testen – sagte sie traurig: Nein. Daran müssen wir noch arbeiten.

Ich möchte diese Erkenntnis all denen mit auf den Weg geben, die sich zwar für hochbegabt halten, aber in einem der IQ-Tests nicht die Schallgrenze von 130 durchbrechen konnten.

Allen Menschen, die Spass an Mathe haben – ja, die speziell eine Vorliebe für das Kopfrechnen hegen, empfehle ich die Seite eines Freundes von Ida Fleiss: Dr. Dr. Gert Mittring http://www.gertmittring.de Gert Mittring ist der amtierende Weltmeister im Kopfrechnen.

© Lilli Cremer-Altgeld, 2015