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Freitag, 8. Januar 2016

Mozartiana - „... gestatten Mozart“


Stargast beim Mozartiana-Benefizkonzert am 11. Januar
im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses ist die
Münchner Pianistin Margarita Höhenrieder.
© M. Höhenrieder






Ein Benefizkonzert des LMZ und der Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg mit Kammermusik des Leopold-Enkels und Wolfgang Amadeus-Sohnes Franz Xaver Mozart und mit der Pianistin Margarita Höhenrieder als Stargast

Augsburg/KPP - Der Eintritt ist frei, Spenden werden gerne angenommen: Dies gilt auch für das zweite Konzert in der Reihe „Mozartiana“, das am kommenden Montag, dem 11. Januar 2016, im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses Kammermusik von Franz Xaver Mozart präsentiert. Es spielen Dozentinnen und Dozenten sowie Studentinnen und Studenten des Leopold-Mozart-Zentrums der Universität Augsburg unter Leitung von Prof. Julius Berger. Stargast des Abends ist Prof. Margarita Höhenrieder am Klavier.

Franz Xaver Mozart war sein Leben lang ein treuer Interpret der Werke seines Vaters Wolfgang, er kann aber auch mit einigen sehr beachtlichen eigenen Werken aufwarten, die auch schon mit Arbeiten Chopins oder Liszts verwechselt wurden. Im Konzert am 11. Januar werden die LMZ-Dozentinnen und -Dozenten Julius und Hyun-Jung Berger (beide Violoncello), Senta Kraemer und Linus Roth (beide Violine) sowie Ludwig Schmalhofer (Viola) und Marie Tremblay-Schmalhofer (Sopran)
Werken Franz Xaver Mozarts neues Leben verleihen.

Stargast Margarita Höhenrieder

Als Stargast wird in diesem Mozartiana-Konzert Margarita Höhenrieder mitwirken. In Fachkreisen hochgeschätzt, ist die herausragende Münchner Pianistin immer wieder von Dirigenten wie Claudio Abbado, Lorin Maazel, James Levine, Riccardo Chailly oder Fabio Luisi und von namhaften Orchestern - u. a. vom BR-Symphonieorchester, von den Münchner und den New Yorker Philharmonikern oder vom Gewandhausorchester Leipzig - zu gemeinsamen Konzerten eingeladen.

Die Benefiz-Konzertreihe „Mozartiana“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Leopold-Mozart-Zentrums und der Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg. Den Besucherinnen und Besucher wird großartige Konzertmusik aus dem Umfeld der Familie Mozart geboten, gespielt von international anerkannten Solistinnen und Solisten gemeinsam mit Studierenden und Dozierenden des LMZ.

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Termin und Programm:

Mozartiana - „... gestatten Mozart“
Ein Benefizkonzert zugunsten der Universität Augsburg mit Kammermusik von Franz Xaver Mozart (1791 - 1844)

Montag, 11. Januar 2016, 19.30 Uhr,
Goldener Saal des Augsburger Rathauses, Rathausplatz 2, 86150 Augsburg

Programm:
• Sonate für Violoncello und Klavier E-Dur op. 19
• Sonate für Violine und Klavier F-Dur op. 15
• Lieder op. 27 Klavierquartett g-Moll op. 1 

Der Eintritt ist frei, Spenden werden sehr gerne angenommen.
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Die Konzertreihe „Mozartiana“ wird gefördert von der Stadtsparkasse Augsburg.


Verantwortlich:
Pressestelle der Universität Augsburg
Klaus P. Prem / Michael Hallermayer
Tel: 0821/598-2094





Weltweites Ranking von Glassdoor. Mitarbeiter zeichnen Bain erneut als Top-Arbeitgeber aus


München, 8. Januar 2016. Im Ranking der weltweit besten Arbeitgeber der Karriereplattform Glassdoor hat Bain & Company das zweite Jahr in Folge Platz zwei belegt. Das Ranking basiert auf den Bewertungen von „Menschen, die diese Firmen am besten kennen – ihren Mitarbeitern“. Die internationale Managementberatung befindet sich dabei in der Gesellschaft anderer einflussreicher Unternehmen wie Airbnb, Google, Facebook und LinkedIn. Seit Beginn des Rankings 2008 ist Bain nicht nur stets unter den Top Vier – war auch schon mehrfach auf Platz eins –, sondern zudem die einzige Beratung unter den Besten.

„Über unsere erneute Spitzenplatzierung im Glassdoor-Ranking freuen wir uns ungemein“, erklärt der für das Recruiting im deutschsprachigen Raum zuständige Bain-Partner Dominik Thielmann. „Sie spornt uns an, für unsere Mitarbeiter weiterhin die bestmöglichen Arbeitsbedingungen zu schaffen. Denn ihr Engagement, ihr Teamgeist und ihre Bodenständigkeit sind die Basis für unseren Erfolg.“

Mitarbeiter von Bain heben in ihren Bewertungen ihr einmaliges Arbeitsumfeld, und dabei vor allem die internationale Ausrichtung, hervor – sei es hinsichtlich der Zusammenarbeit mit Kunden und Kollegen auf der ganzen Welt oder hinsichtlich der internen globalen Trainings und Transfermöglichkeiten. „Mehr als die Hälfte der Bainies war im vergangenen Jahr an internationalen Projekten beteiligt“, betont Thielmann.

Bain investiert in seine Mitarbeiter. Dieses Engagement kommt in den Bewertungen besonders zum Tragen und gilt als wesentlicher Grund für die Zufriedenheit. Auch die Karrieremöglichkeiten im Unternehmen sind vielfältig. Gerade erst hat Bain weltweit 40 neue Partner aus den eigenen Reihen ernannt. Das Unternehmen erzielte auch 2015 wieder ein hohes zweistelliges Wachstum und will weitere Marktanteile hinzugewinnen. 2016 sind deshalb bis zu 185 Neueinstellungen in Deutschland und der Schweiz geplant.

„Die Lernkurve bei Bain ist steil“, stellt Recruiting-Partner Thielmann fest. „Und die Trainings- und Entwicklungsmöglichkeiten für unsere Mitarbeiter tragen maßgeblich zu ihrem persönlichen wie beruflichen Fortkommen bei. Diese Erfahrungen versetzen sie in die Lage, sowohl bei Bain als auch in anderen Unternehmen Karriere zu machen.“ Bain-Alumni sind in vielen Branchen im Top-Management vertreten. Gleichermaßen erfolgreich sind sie in internationalen Non-Profit-Organisationen oder als Start-up-Gründer.

Das jährliche Glassdoor-Ranking basiert auf Befragungen von Mitarbeitern zu ihrer Arbeit und Arbeitsumgebung. Dazu gehören Vergütung, Firmenkultur und -werte, Vorgesetzte und Work-Life-Balance. Die vollständige Liste ist unter „Best Places to Work“ abrufbar.


Bain & Company
Bain & Company ist eine der weltweit führenden Managementberatungen. Wir unterstützen Unternehmen bei wichtigen Entscheidungen zu Strategie, Operations, Technologie, Organisation, Private Equity und M&A – und das industrie- wie länderübergreifend. Gemeinsam mit seinen Kunden arbeitet Bain darauf hin, klare Wettbewerbsvorteile zu erzielen und damit den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Im Zentrum der ergebnisorientierten Beratung stehen das Kerngeschäft des Kunden und Strategien, aus einem starken Kern heraus neue Wachstumsfelder zu erschließen. Seit unserer Gründung im Jahr 1973 lassen wir uns an den Ergebnissen unserer Beratungsarbeit messen. Bain unterhält 53 Büros in 34 Ländern und beschäftigt weltweit 6.000 Mitarbeiter, 700 davon im deutschsprachigen Raum. Weiteres zu Bain unter: www.bain.de.

Pressekontakt:
Leila Kunstmann-Seik, Bain & Company Germany, Inc., Karlspatz 1, 80335 München

E-Mail: leila.kunstmann-seik@bain.com, Tel.: +49 (0)89 5123 1246, Mobil: +49 (0)151 5801 1246





Wintersmog in China – Auf der Suche nach unbekannten Radikalen

Jülich, 8. Januar 2016 Feinstaub und Smog entstehen nicht nur durch Verkehr und Industrie. Ein Großteil der schädlichen Schadstoffe wird in der Luft erst gebildet – durch Hydroxylradikale und weitere, bisher unbekannte Stoffe. Diese Spurenstoffe wollen Atmosphärenchemiker des Forschungszentrums Jülich im Forschungsprojekt "RACE" aufspüren.

Anfang Januar startete das Team des Jülicher Instituts für Energie- und Klimaforschung, Bereich Troposphäre (IEK-8), in China eine neue Messkampagne. Für die Dauer eines Monats wollen die Atmosphärenforscher die chemische Zusammensetzung der Luft im Großraum Peking messen. Die Feldmessungen, die zusammen mit der Peking-Universität als Partner durchgeführt werden, sollen ein quantitatives Gesamtbild der Vorgänge in der Atmosphäre ergeben, um die chemischen Reaktionen gerade im Winter besser zu verstehen. Professor Andreas Wahner leitet das RACE-Projekt (RAdical chemistry in ChinesE megacities): "Wir kennen die Prozesse im Sommer und wollen jetzt wissen, welche Substanzen die Smogbildung im Winter verstärken. Ein großes Ziel ist es, der chinesischen Regierung wie schon bei anderen Kampagnen zuvor konkrete Handlungsempfehlungen zu geben."

Laserinduziertes Fluoreszenzspektroskop (LIF)Die Messungen für das RACE-Projekt werden am nördlichen Stadtrand von Peking durchgeführt. Im Einsatz ist auch ein laserinduziertes Fluoreszenzspektroskop (LIF).
Copyright: Xin Li/Forschungszentrum Jülich

Radikale beschleunigen die Bildung von Smog

Schon mehrfach hat die chinesische Regierung in diesem Winter die höchste Smog-Alarmstufe in Peking ausgerufen. Dabei beschränkt sich das Problem nicht auf Peking-City; die Luftverschmutzung dehnt sich über hunderte von Kilometern in der nordchinesischen Ebene aus. In anderen chinesischen Metropolregionen wie Shanghai oder Guangzhou sieht die Lage ähnlich aus.

Speziell im Pekinger Plateau mischen sich anthropogen erzeugte Schadstoffe wie Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Stickoxide mit biogenen Emissionen aus der Landwirtschaft (Ammoniumnitrate) und aus den umliegenden Wäldern (Isoprene, Terpene). In der Atmosphäre treffen sie auf Hydroxylradikale – sehr reaktive Moleküle, die in der Chemie der Atmosphäre eine sehr wichtige Rolle spielen. Hydroxylradikale sind als "Waschmittel der Atmosphäre" bekannt und wichtig für den Abbau von Luftschadstoffen. "Normalerweise befindet sich nur ein Hydroxylradikal in einer Billion anderer Moleküle in der Luft, eine winzige Menge", sagt Andreas Wahner. "Wenn aber zu viele andere Moleküle und Feinstaub-Partikel in der Luft vorhanden sind, bilden sich nicht nur mehr Abbauprodukte, sondern auch mehr Radikale." Der Kreislauf beschleunigt sich. Weil gleichzeitig aber auch mehr Ozon gebildet wird, entsteht eine sogenannte Smog-Situation mit einer hohen Anzahl an Partikeln und hohen Ozonbelastungen.

Photochemie funktioniert im Sommer anders als im Winter

Seit 2006 haben die Jülicher Troposphärenforscher gemeinsam mit dem College of Environmental Science der Peking University mehrere Messkampagnen im Umfeld der Megacities Guangzhou und Peking durchgeführt. Diese Kampagnen fanden allesamt im Sommer statt, weil das kurzwellige Licht der Sonne die treibende Kraft der Selbstreinigung in der Atmosphäre ist. Viel Licht und höhere Temperaturen beschleunigen hier die chemischen Reaktionen. Doch wie laufen die photochemischen Prozesse im Winter ab? „Wir möchten herausfinden, ob es Prozesse gibt, die ohne Licht auskommen und trotzdem andere Stoffe oxidieren“, sagt Andreas Wahner, denn aus anderen Labor- und Felduntersuchungen weiß er, dass es neben den Hydroxyl- auch Stickstofftrioxidradikale gibt, die eine Rolle spielen könnten. Verstärken sie die Bildung von Wintersmog?

Spezielle Messtechnik für Hydroxylradikale

Hydroxylradikale lassen sich nicht einfach mit einem Gaschromatographen im Labor, sondern mit optischen Verfahren in der Atmosphäre selbst messen. Darum kommt in China ein laserinduziertes Fluoreszenzspektroskop (LIF) zum Einsatz, das die kleinen Moleküle bei 308 Nanometern Wellenlänge anregt. Die Radikale emittieren UV-Licht – diese Intensität wird gemessen und entspricht der Menge der Radikale. LIF-Spektroskopie ist eine Spezialität der Jülicher Forscher, nur sechs Teams weltweit können Hydroxylradikale auf diese Art messen.

Feld- und Atmosphärenkammerdaten verbessern Computersimulationen

"Die Daten werden uns außerdem helfen, unsere numerischen Computersimulationen zu verbessern oder zu überprüfen, ob wir tatsächlich das richtige Verständnis von den Vorgängen in der Atmosphäre haben", hofft Andreas Wahner. Schon in der vergangenen Messkampagne fand die Arbeitsgruppe tatsächlich einen neuen Reaktionsweg zum bekannten atmosphärischen Stoffkreislauf, der dann im Einzelnen in der Atmosphärenkammer SAPHIR in Jülich untersucht werden konnte. Nach dem Abschluss der Messungen in China soll SAPHIR auch diesmal wieder zum Einsatz kommen.

Handlungsempfehlungen für die chinesische Regierung

Aus der ersten Kampagne konnten die Forscher Handlungsempfehlungen ableiten, den Verzicht auf schwefelhaltigen Dieselkraftstoff etwa. Andreas Wahner ist optimistisch, dass es auch diesmal gelingt. Denn er hat die Erfahrung gemacht, dass die chinesische Regierung an den Messungen sehr interessiert ist. Und er weiß, dass einiges auf dem Spiel steht, weil es um die Gesundheit von 30 Millionen Menschen allein im Großraum Peking geht. "Wenn wir die genauen chemischen Prozesse kennen, können wir die wichtigsten Emissionsquellen benennen und empfehlen, welche Emissionen gereinigt oder welche Industrieanlagen ganz abgeschaltet werden sollten. Und das sehe ich als unsere Hauptaufgabe. Die direkte Anwendung ist es, die uns – neben dem wissenschaftlichen Neuland, das wir beschreiten – an unserem Forschungs-Projekt RACE anspornt."

Weitere Informationen:

Ansprechpartner:

Prof. Andreas Wahner
Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Troposphäre (IEK-8)
Tel.: 02461 61-5932
E-Mail: a.wahner@fz-juelich.de
Prof. Astrid Kiendler-Scharr
Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Troposphäre (IEK-8)
Tel.: 02461 61-4185
E-Mail: a.kiendler-scharr@fz-juelich.de

Pressekontakt:

Erhard Zeiss, Pressereferent
Tel.: 02461 61-1841
E-Mail: e.zeiss@fz-juelich.de
Dr. Barbara Schunk, Pressereferentin
Tel.: 02461 61-8031
E-Mail: b.schunk@fz-juelich.de



Ausbau der Wasserkraft bedroht Biodiversität



Wissenschaftler warnen in internationaler Studie vor den ökologischen und sozialen Folgen von 450 geplanten Dämmen an Amazonas, Mekong und Kongo – Umweltsystemwissenschaftlerin der Universität Tübingen beteiligt

Der globale Ausbau der Wasserkraft bedroht die artenreichsten Gewässer der Erde. Darauf weisen Wissenschaftler in einer internationalen Studie hin, in der sie Daten zu den Flüssen Amazonas, Mekong und Kongo auswerten. Der ökonomische Nutzen von Staudämmen werde häufig überschätzt, die langfristigen Konsequenzen für Artenreichtum und Fischerei hingegen unterschätzt, warnen die Autoren. Um die Auswirkungen auf Umwelt und Mensch zu minimieren, fordern sie überregionale Analysen zur Risikoabschätzung bei Dammbauten, die sowohl soziale als auch ökologische Prozesse und ihre Wechselwirkungen berücksichtigen. Die Ergebnisse wurden am Freitag im renommierten Fachjournal Science veröffentlicht. DOI: http://dx.doi.org/10.1126/science.aac7082

Professorin Christiane Zarfl vom Zentrum für Angewandte Geowissenschaften der Universität Tübingen hatte gemeinsam mit dem Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei eine Datenbank von allen großen Wasserkraftanlagen weltweit zusammengestellt, die sich derzeit im Bau befinden oder geplant sind. Ein internationales Wissenschaftlerteam kombinierte nun diese Informationen mit aktuellen Daten zur Verteilung von Fischarten in den drei großen Flusssystemen  und stellte sie in Karten dar.

In den tropischen Einzugsgebieten von Amazonas, Mekong und Kongo leben mit mehr als 4000 Arten knapp ein Drittel aller Süßwasserfischarten der Erde, die meisten davon sogar nur hier. Derzeit sind diese Flüsse noch weitgehend unverbaut, jedoch ist die Errichtung von mehr als 450 großen Dämmen geplant. Dies habe nicht nur soziale Auswirkungen, wie die Umsiedlung der ansässigen Bevölkerung, sagen die Autoren. Die besten Stellen für die Elektrizitätsgewinnung seien zugleich Gebiete, die eine einmalige Artenvielfalt aufwiesen. Es bestehe die akute Gefahr, dass große Dämme den Fischreichtum reduzierten und Hindernisse für wandernde Fische darstellten. „Dies kann Fischpopulationen trennen und deren Lebenszyklen unterbrechen“, sagt Zarfl. „Staudämme schränken die natürliche Dynamik eines Flusses ein und schaffen somit einheitlichere und unproduktivere Lebensräume. Das reduziert nicht nur den Artenreichtum, es beeinträchtigt auch die Fischerei und die von der Dynamik des Gewässers abhängige Landwirtschaft.“

Mit der Studie wolle man zeigen, wie wichtig eine abwägende Auswahl des Staudammstandortes für ein nachhaltiges Gewässermanagement sei, sagt Zarfl. Die Autoren empfehlen daher mit Nachdruck eine integrative Planung des Wasserkraftausbaus, die eine Balance zwischen Ausschöpfung des Wasserkraftpotentials und dem Erhalt natürlicher Ressourcen wahrt. Zur Risikoabschätzung müssten alle verfügbaren Daten genutzt werden. Vor allem Geldgeber seien aufgerufen, Analysen zu fordern, die kumulative Effekte bestehender und geplanter Staudämme berücksichtigen und explizit alternative Standorte miteinbeziehen: „Nur so können soziale Ziele erreicht und die Auswirkungen auf die Umwelt reduziert werden.“


Publikation:
K. O. Winemiller, P. B. McIntyre, L. Castello, E. Fluet-Chouinard, T. Giarrizzo, S. Nam, I. G. Baird, W. Darwall, N. K. Lujan, I. Harrison, M. L. J. Stiassny,  R. A. M. Silvano, D. B. Fitzgerald, F. M. Pelicice, A. A. Agostinho, L. C. Gomes, J. S. Albert, E. Baran, M. Petrere Jr., C. Zarfl, M. Mulligan, J. P. Sullivan, C. C. Arantes,  L. M. Sousa,  A. A. Koning, D. J. Hoeinghaus, M. Sabaj, J. G. Lundberg,  J. Armbruster, M. L. Thieme, P. Petry, J. Zuanon, G. Torrente Vilara, J. Snoeks, C. Ou, W. Rainboth, C. S. Pavanelli, A. Akama, A. van Soesbergen, L. Sáenz: Balancing hydropower and biodiversity in the Amazon, Congo, and Mekong. Science, Vol. 351, no. 6269 pp 8. Januar 2016. http://dx.doi.org/10.1126/science.aac7082


Kontakt:
Prof. Dr. Christiane Zarfl
Universität Tübingen
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Zentrum für Angewandte Geowissenschaften
Telefon +49 7071 29-76076

_____________________________

Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Wilhelmstraße 5 · 72074 Tübingen · Germany
Telefon +49 7071 29-76789
Telefax +49 7071 29-5566



DEUTSCHES INSTITUT FÜR MENSCHENRECHTE fordert erneute Debatte über Kriterien für Genehmigung deutscher Rüstungsexporte


Berlin - Anlässlich der Hinrichtung von 47 Menschen in Saudi-Arabien fordert das Deutsche Institut für Menschenrechte eine grundsätzliche Debatte über die deutsche Rüstungsexportpolitik. "Bundesregierung und Bundestag müssen sich sicherheits- und menschenrechtspolitische Aspekte von Rüstungsexporten erneut vornehmen. Die Kriterien für die Genehmigung von Rüstungsexporten müssen offengelegt und präzisiert, Abwägungsregeln verdeutlicht und Entscheidungsprozesse transparenter gemacht werden. Bei der Klärung der Frage, wann Rüstungsexporte genehmigt werden, müssen wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirkung von Rüstungsexporten zurate gezogen werden", mahnt Wolfgang S. Heinz, der Experte für Sicherheitspolitik und Menschenrechtsschutz des Instituts.

Bislang ist der Entscheidungsprozess bei Rüstungsexporten intransparent, parlamentarische Kontrollmöglichkeiten sind gering. Auch die Anwendung der Kriterien, nach denen Genehmigungen erteilt werden, ist unklar. Die Bundesregierung hat in ihren Grundsätzen zu Rüstungsexporten im Jahr 2000 der Achtung der Menschenrechte im Bestimmungs- und Endverbleibsland zwar ein besonderes Gewicht beigemessen. Auch die Europäische Union einigte sich 2008 in einem Gemeinsamen Standpunkt auf die Achtung der Menschenrechte und des Humanitären Völkerrechts durch das Endbestimmungsland und die Verweigerung eines Exports, wenn die Güter bewaffnete Konflikte auslösen, verlängern oder bestehende Spannungen oder Konflikte verschärfen würden. Doch unklar ist, welches Gewicht diese Kriterien bei konkreten Entscheidungen haben, wann die Achtung der Menschenrechte und des Humanitären Völkerrechts den Export verhindert, wann sicherheitspolitische Aspekte wie Förderung von Stabilität und "Ertüchtigung" von Empfängerstaaten überwiegen.

Exporte von Rüstungsgütern nach Saudi-Arabien genügen den selbst gestellten Ansprüchen der Bundesregierung und der Europäischen Union nicht. Seit Jahren sind schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien bekannt. Das Land beteiligte sich 2011 unter anderem an der gewaltsamen Niederschlagung von Demonstrationen in Bahrain und führt seit
2015 eine kriegerische Auseinandersetzung mit dem Jemen. Aus Saudi-Arabien werden zudem terroristische Gruppen in anderen Ländern unterstützt.

Bei Entscheidungen für Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien hat die Bundesregierung der Achtung der Menschenrechte bislang offensichtlich nicht die gleiche Bedeutung beigemessen wie anderen Kriterien.

Laut Bericht der Bundesregierung über ihre Exportpolitik wurden allein im ersten Halbjahr 2015 66 Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien im Wert von
178,6 Millionen Euro genehmigt.

Pressekontakt:
Ute Sonnenberg
Telefon: 030 25 93 59 - 453




Schwung für Philae


Philaes Heimat: Komet Churyumov-Gerasimenko
Quelle: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team





Das letzte eindeutige Lebenszeichen von Philae kam am 9. Juli 2015 - seitdem ist es still geblieben. Für den Lander wird es nun eng: Mit jedem weiteren Tag entfernt sich Komet Churyumov-Gerasimenko weiter von der Sonne, und die Temperaturen auf der Kometenoberfläche fallen. Voraussichtlich Ende Januar werden die Bedingungen auf Churyumov-Gerasimenko so "Lander-feindlich", dass die Mission mit Philae ihr natürliches Ende finden wird. Die Ingenieure und Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) horchen seit September vergeblich auf ein Zeichen von Philae, deshalb schicken sie am 10. Januar 2016 auch erstmals ein Kommando ins All, das Philaes Drallrad im Inneren des Landers in Bewegung versetzt. "Die Zeit wird knapp, deshalb wollen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen", sagt Philae-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom DLR.

Warten auf ein Lebenszeichen

Während der Landung am 12. November 2014 sorgte Philaes Drallrad dafür, dass sich der Lander beim Abstieg stabilisierte. Nun könnte es dem schweigsamen Lander auf Churyumov-Gerasimenko einen Drehimpuls verleihen. "Im besten Fall rüttelt Philae sich dadurch frei, Staub auf den Solarpaneelen fällt ab, und er steht besser zur Sonne ausgerichtet", erläutert der technische Projektleiter Dr. Koen Geurts. Im schlechtesten Fall empfängt der Lander die Kommandos des DLR-Teams nicht.

In welchem Zustand Philae derzeit auf dem Kometen steht, ist durch die lange Funkstille nicht klar. Die letzten Daten über seinen Gesundheitszustand sendete der Lander im Sommer 2015. Mittlerweile geht das DLR-Team davon aus, dass einer der beiden Sender und einer der beiden Empfänger von Philae ausgefallen sind. Der zweite Sender sowie der zweite Empfänger funktionieren anscheinend nicht mehr reibungslos. Das Team hofft zudem, dass der Lander nicht umgekippt ist oder zu sehr von Staub bedeckt ist. Mit einem aktiven, ausgasenden Kometen unter sich hat Philae keinen komfortablen und sicheren Standort im All. "Die Stille von Philae bedeutet leider nichts Gutes", sagt Philae-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec. In der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 2015 sorgte ein schwaches Signal, das die Empfänger der Rosetta-Sonde aufzeichnete, für Diskussionen in den Missionsteams. Die Analysen zeigten jedoch, dass dies kein Lebenszeichen des Landers war.

Auf der Reise ins All

Spätestens Ende Januar wird es allerdings zunehmend ungemütlich für Philae: Dann wird Churyumov-Gerasimenko über 300 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt sein. Sinkt die Betriebstemperatur von Philae unter minus 51 Grad Celsius, schaltet sich der Lander nicht mehr ein. Das Kommando, das Drallrad zu aktivieren und Philae so in Bewegung zu versetzen, wird deshalb einer der letzten Versuche sein, eine Reaktion des Landers zu erhalten. "Es ist eine kleine Chance", sagt Operations Manager Cinzia Fantinati vom DLR-Kontrollraumteam . "Wir wollen nichts unversucht lassen." Die Kommunikationseinheit wird aber auch noch nach Mitte Januar eingeschaltet bleiben und weiterhin auf ein Zeichen von Philae horchen. Die Rosetta-Sonde der europäischen Weltraumorganisation ESA wird noch bis September 2016 aktiv sein.

Die Mission

Rosetta ist eine Mission der ESA mit Beiträgen von ihren Mitgliedsstaaten und der NASA. Rosettas Lander Philae wird von einem Konsortium unter der Leitung von DLR, MPS, CNES und ASI beigesteuert.

Kontakte:

Manuela Braun
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Kommunikation, Redaktion Raumfahrt
Tel.: +49 2203 601-3882
Fax: +49 2203 601-3249

Dr. Koen Geurts
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC), Raumflugbetrieb und Astronautentraining
Tel.: +49 2203 601-3636

Dr. Stephan Ulamec
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC), Raumflugbetrieb und Astronautentraining
Tel.: +49 2203 601-4567



Donnerstag, 7. Januar 2016

Gastritis-Erreger in Ötzi gefunden. Helicobacter pylori-Genom der Gletschermumie entschlüsselt

07. Januar 2016

Das Bakterium Helicobacter pylori findet sich heute bei der Hälfte aller Menschen im Magen. Unter ungünstigen Bedingungen kann es Magengeschwüre und Krebs verursachen. Einem internationalen Forschungsteam unter Beteiligung von Forschern des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte ist es nun gelungen, ein H. pylori-Genom aus der 5300 Jahre alten Gletschermumie Ötzi zu entschlüsseln. Überraschenderweise ergab der Vergleich mit heutigen H. pylori-Bakterien, dass der Stamm der Gletschermumie asiatischen und nicht europäischen Stämmen ähnelt. Dieses Ergebnis wirft neue Fragen zu den frühen Wanderungsbewegungen der Menschen nach Europa auf.
<p>In der Rekonstruktion hat Ötzi leicht lachen. In der Realität quälten ihn wahrscheinlich Magenprobleme. Das ergab die Genomanalyse seiner Magenbakterien.</p>
In der Rekonstruktion hat Ötzi leicht lachen. In der Realität quälten ihn wahrscheinlich Magenprobleme. Das ergab die Genomanalyse seiner Magenbakterien.
Frühere Studien haben gezeigt, dass Ötzi in Südeuropa, in den östlichen italienischen Alpen lebte und und zu den frühen europäischen Ackerbauern zählte. Vor fast drei Jahren begannen Forscher der Europäischen Akademie in Bozen auch den Magen der Mumie näher zu untersuchen. Zusammen mit Kollegen in Kiel, Wien, Südafrika und Forschern des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena extrahierten sie aus dem 5300 Jahre alten Gewebe genetisches Material und reicherten es spezifisch für die DNA vonHelicobacter pylori an. Es gelang dem Forscherteam genügend altes Erbmaterial zu isolieren um das gesamte Genom dieser alten Bakterien zu rekonstruieren.
Bei der Untersuchung des Bakteriengenoms aus der Kupferzeit stellte sich heraus, dass dieses Merkmale trägt, die für eine hohe Virulenz sprechen und in heutigen Patienten zu Magenschleimhautentzündungen führen können. In den Magenresten von Ötzi fanden sich zudem Eiweiße, die auch heutzutage in Menschen mit H. pylori-Infektionen nachweisbar sind. Ein Zehntel der Infizierten entwickelt zumeist im Alter Magenprobleme. „Ob Ötzi Gastritis oder Magengeschwüre hatte, können wir nicht mit Sicherheit sagen, da seine Magenschleimhaut nicht mehr existiert und sich die Krankheiten dort zuerst manifestieren. Die Voraussetzungen für eine solche Erkrankung waren jedoch gegeben“, schildert Albert Zink, Mikrobiologe in Bozen, die Magenbeschaffenheit des Mannes aus dem Eis.

Bakterienvariante stellt Einwanderungsgeschichte in Frage

Da H. pylori meist innerhalb von Familien auf die folgenden Generationen übertragen wird, eignet sich der Erreger hervorragend um Wanderungsbewegungen von Menschen zu untersuchen. Untersuchungen haben gezeigt, dass es Varianten gibt, die besonders häufig in bestimmten Teilen der Welt auftreten. Ein Vergleich des historischen Helicobacter-Stammes mit heute bekannten Formen aus Europa und Asien überraschte jedoch die Forscher. „Wir sind davon ausgegangen, dass der Stamm der Gletschermumie den heutigen europäischen Stämmen ähnelt, doch verschiedene Analysen lieferten das gleiche Ergebnis – die Verwandtschaft ist zu den asiatischen Stämmen am größten“, erklärt Alexander Herbig vom MPI für Menschheitsgeschichte, einer der Hauptautoren der Studie.
Dieses Ergebnis stellt die bisherigen Annahmen zu den verschiedenen Einwanderungsbewegungen in Europa in Frage. „Bislang ist man davon ausgegangen, dass die neolithischen Bauern bereits die europäische Variante in sich trugen, als sie Europa besiedelten. Da Ötzi als früher Bauer aber die asiatische Variante beherbergte, muss es nach Ötzi eine weitere Einwanderung nach Europa gegeben haben, von Menschen, die die heutige europäische Variante des Erregers mitbrachten“, erläutert Johannes Krause vom MPI und führt weiter aus: „die Besiedlungsgeschichte Europas ist sehr komplex und wird auch in der Zukunft immer wieder mit neuen Erkenntnissen überraschen“. Doch diese Studie liefert bislang nur erste Hinweise auf bisher unbekannte Migrationswellen nach Europa. Weitere Vergleiche mit historischen Funden aus Asien und Afrika aus unterschiedlichen Epochen sind nötig, um die europäischen Wanderungsbewegungen nachvollziehen zu können.

Ansprechpartner

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Dr. Alexander Herbig
Telefon:+49 3641 686-628
Profile_image
Prof. Dr. Johannes Krause
Telefon:+49 3641 686-600
Petra Mader
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon:+49 3641 686-960Fax:+49 3641 686-990

Originalpublikation

Frank Maixner et. al.
The 5,300-year-old Helicobacter pylori genome of the Iceman

Was das Mäuseauge dem Mäusegehirn erzählt


Die Netzhaut leitet über bis zu 40 verschiedene Kanäle
 Informationen an unser Gehirn weiter. 
Abbildung:
CIN/Universität Tübingen



Tübinger Neurowissenschaftler zeigen, wie die Netzhaut Informationen ans Gehirn sendet: Bilder werden bereits im Auge ausführlicher interpretiert als bislang angenommen

Bilder werden im Auge wesentlich umfassender verarbeitet und interpretiert ­als bisher bekannt. Tübinger Wissenschaftler haben in einer Studie die Kanäle untersucht, über die Informationen aus dem Auge ins Gehirn geleitet werden. Dabei identifizierten sie zahlreiche neue Zelltypen und stellten zudem fest, dass die Netzhaut über bis zu 40 verschiedene Kanäle ins Gehirn verfügen dürfte – doppelt so viele wie bislang angenommen. Die Ergebnisse wurden im renommierten Fachjournal „Nature“ veröffentlicht. DOI: 10.1038/nature16468

„Was das Froschauge dem Froschgehirn erzählt“ überschrieb 1959 der Kognitionswissenschaftler Jerome Lettvin einen bahnbrechenden Aufsatz. Seine Annahme: Das Gesehene wird nicht erst im Gehirn, sondern bereits im Auge verarbeitet. Lettvin konnte zeigen, dass das Auge nicht nur wie eine Kamera Bilder aufnimmt und ungefiltert ins Gehirn weiterleitet. Vielmehr werden bereits im Auge wichtige Informationen gewonnen, beispielsweise im Falle des Frosches: „Dort ist etwas Kleines, Dunkles, vielleicht eine Fliege“. Seine Thesen waren so revolutionär, dass Lettvin zunächst ausgelacht wurde. Mittlerweile aber gilt sein vielzitierter Aufsatz als Meilenstein, die damals gestellten Fragen beschäftigen die Wissenschaft noch heute.

So auch das Tübinger Forscherteam um Professor Thomas Euler und Professor Matthias Bethge vom Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften der Universität Tübingen, dem Bernstein Center for Computational Neuroscience und dem Forschungsinstitut für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Tübingen: Die Neurowissenschaftler wollten wissen, welche Informationen über die Welt die Retina (Netzhaut) vom Auge ins Gehirn sendet. Dazu untersuchten sie in einer großangelegten Studie über 11.000 einzelne Netzhaut-Zellen in Mäusen. Die bisher größte Studie dieser Art hatte ca. 450 Zellen umfasst.

Durch eine Kombination modernster experimenteller Methoden untersuchten die Forscher sogenannte retinale Ganglienzellen (retinal ganglion cells, RGCs): Sie nutzten Elektroporation, eine Färbetechnik, durch die man ganze Populationen von Nervenzellen unter dem Mikroskop sichtbar machen und dann einzelnen Zellen in Echtzeit „bei der Arbeit“ zusehen kann. Dazu kamen neue Verfahren zur Analyse der großen Datenmengen. Die Wissenschaftler interessierten sich dabei vor allem für die verschiedenen Funktionen der Zellen: Unterschiedliche Ganglienzellen reagieren auf unterschiedliche Eigenschaften der gesehenen Bilder und schicken diese Informationen über getrennte Kanäle ans Gehirn, die jeweils für Kontrast, Farbe, Bewegungsrichtung, die Lage von Kanten und ihrer Orientierung etc. zuständig sind. Aus diesen Informationskanälen baut das Gehirn dann unser Bild von der Welt. Die Wissenschaftler testeten Nervenzellreaktionen auf verschiedene einfache Bilder und bewegte optische Reize.

Das Forscherteam konnte anhand dieser funktionalen Unterscheidung bis zu 40 verschiedene Typen von Ganglienzellen in der Netzhaut zuordnen, die sehr wahrscheinlich ebenso viele Informationskanäle repräsentieren. Bislang war man von maximal 20 Typen ausgegangen. Die Ergebnisse aus dem Mausmodell lassen sich zwar nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen – die Retina ist aber bei allen Säugetieren sehr ähnlich aufgebaut.

Die Vielzahl an Informationskanälen weist darauf hin, dass die Netzhaut die aufgenommenen Lichtsignale nicht nur in Nervenzellsignale umwandelt, sondern bereits wichtige Interpretationsarbeit leistet. Mit ihrer grundlegenden Arbeit sind die Tübinger Wissenschaftler dem Verständnis, wie die Interpretation von Bildern im Gehirn erfolgt, einen Schritt näher gekommen. Da viele Erkrankungen, die den Sehsinn einschränken, nur bestimmte Zelltypen in der Retina oder bestimmte Informationskanäle betreffen, können die Erkenntnisse auch dazu beitragen, gezielte Therapien zu entwickeln. Auch die – gerade in Tübingen – seit einigen Jahren voranschreitende Forschung an prothetischer Implantattechnologie (Retina-Implantat), die eines Tages Blinde sehend machen könnte, kann derartige Beobachtungen nutzen. Bisherige Modelle stimulieren die Netzhaut relativ unspezifisch, mit Hilfe der neuen Erkenntnisse könnten künftige Versionen gezielt visuelle Informationen in die passenden Kanäle einspeisen.

Publikation:
Tom Baden, Philipp Berens, Katrin Franke, Miroslav Román Rosón, Matthias Bethge, Thomas Euler: “The Functional Diversity of Retinal Ganglion Cells in the Mouse.” Nature (im Druck). Januar 2016. DOI: 10.1038/nature16468

Kontakt:
Prof. Thomas Euler
Universität Tübingen
Werner-Reichardt-Centrum für Integrative Neurowissenschaften (CIN)
Telefon +49 7071 29-85028


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Dr. Paul Töbelmann
Universität Tübingen
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Neue Ausgabe der Helmholtz Perspektiven: Das Sandvorkommen wird knapp

Sand ist nach Wasser der weltweit meistverbrauchte Rohstoff. Der anhaltende Bauboom, aber auch die Verwendung in Glas, Hygiene- oder Kosmetikprodukten lassen die Nachfrage steigen. Das Problem: Besonders gut für die Verarbeitung eignet sich Meeressand, und der ist nicht nur begrenzt verfügbar, seine Förderung zerstört auch ganze Ökosysteme. Leergebaggerte Strände oder Rutschungen führen zudem zu einer stärkeren Erosion der Küste. Die Titelstrecke der neuen „Helmholtz Perspektiven“ berichtet über die fatalen Folgen des ungebremsten Sandabbaus und über eine vielversprechende Alternative, das Recycling von Bauschutt. Das Forschungsmagazin der Helmholtz-Gemeinschaft gibt in Reportagen, Interviews und Kommentaren Einblicke in Themen aus der Wissenschaft und Bildung – und stellt auch die Menschen vor, die dahinter stehen.

Weitere Themen dieser Ausgabe:

• Selbstfahrende Autos:
Inzwischen sind die ersten autonomen Fahrzeuge auf Teststrecken unterwegs. Sie versprechen höchsten Komfort für die Insassen und sollen deutlich sicherer sein als von Menschen gesteuerte Fahrzeuge. Doch selbstfahrende Autos werfen auch rechtliche und ethische Fragen auf. Handlungsweisen für sie zu programmieren, stellt uns vor viele Probleme: Wie sollen sie zum Beispiel reagieren, wenn sie bei einem Unfall ein oder mehrere Leben gefährden würden? Zwei Blickwinkel von Karsten Lemmer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Eric Hilgendorf von der Universität Würzburg.

• Was ist der beste Schlaf?
Studien belegen, dass es bei erholsamem Schlaf nicht auf die Dauer ankommt, sondern auf die Qualität. Störungen unserer Nachtruhe lassen uns am Morgen wie gerädert aufstehen. Das ist nicht nur schlecht für das persönliche Wohlbefinden, sondern auch für die Gesundheit. So steigt etwa das Risiko für Diabetes, Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Was also brauchen wir für den bestmöglichen Schlaf?

• Die Endlagersuche geht weiter:
Radioaktiver Abfall muss für mindesten eine Million Jahre sicher von der Außenwelt und damit von allen äußeren Einflüssen abgeschottet werden. Einen Ort zu finden, der diese Bedingungen erfüllt, ist denkbar schwierig. Nach einem 2013 verabschiedeten Gesetz beginnt die Suche nach einem Endlager in Deutschland ab 2016 wieder aufs Neue. Thorsten Stumpf vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf und Michael Sailer vom Öko-Institut erklären, was es dabei alles zu beachten gilt und wie Wissenschaftler eine Million Jahre in die Zukunft forschen.

Die Helmholtz Perspektiven erscheinen alle zwei Monate und können kostenlos als Druckausgabe im Abo bezogen werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Helmholtz-Gemeinschaft unter www.helmholtz.de/perspektiven.


Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit rund 38.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von vier Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).






Scheitert der Euro? Der Berliner Politikwissenschaftler und Soziologe Claus Offe am 12. Januar 2016 über Schuldfragen in der Schuldenkrise

Augsburg/PK/KPP - Prof. Dr. Claus Offe ist einer der international renommiertesten deutschen Sozialwissenschaftler. Am 12. Januar 2016 referiert er auf Einladung von Prof. Dr. Peter A. Kraus (Vergleichende Politikwissenschaft) in der Reihe „Sozialwissenschaftliche Gastvorträge“ zum Thema „Scheitert der Euro? Schuldfragen in der Schuldenkrise“. Der Vortrag beginnt um 18:15 Uhr im Hörsaal 2110 der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät, Universitätsstraße 10 (Gebäude D), 86159 Augsburg. Der Eintritt ist frei.

Wie steht es um die Zukunft des Euro und der Europäischen Union? Claus Offe geht bei der Beantwortung dieser Frage von dem Befund aus, dass sich die innereuropäischen Spaltungen − zwischen dem von Deutschland dominierten „Kern“ und der südlichen „Peripherie“ der EU, zwischen den Gewinnern und den Verlierern der Währungsunion, zwischen den Befürwortern von mehr Integration und den Antieuropäern, zwischen den Technokraten und den Populisten – zunehmend vertiefen. Europa scheint in diesen Gegensätzen gefangen und kaum mehr in der Lage, eine Krise zu bewältigen, die in den Ländern der europäischen Peripherie bereits zu massiven sozialen Verwerfungen geführt hat und die Legitimität des Integrationsprojekts damit nachhaltig belastet. Offe wird in seinem Vortrag die zentralen politischen Probleme im Management der Euro-Krise herausarbeiten.

Prof. Dr. Claus Offe ist Professor für Politische Soziologie an der Hertie School of Governance. Offe erlangte seinen Doktortitel in Frankfurt und habilitierte an der Universität Konstanz. Von 1975 bis 1989 lehrte er an der Universität Bielefeld. Bis 1995 leitete er das Zentrum für Sozialpolitik an der Universität Bremen. Von 1995 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2005 lehrte er an der Humboldt-Universität zu Berlin Politische Soziologie und Sozialpolitik. Darüber hinaus war Claus Offe unter anderem am Institute for Advanced Study in Princeton, dem Institute for Advanced Studies in Wien, an der Harvard University und an der University of California in Berkeley tätig. (Mehr zum Referenten unter http://de.wikipedia.org/wiki/Claus_Offe)

Kontakt:
Prof. Dr. Peter A. Kraus
Telefon 0821/598-5263


Verantwortlich:
Pressestelle der Universität Augsburg
Klaus P. Prem / Michael Hallermayer
Tel: 0821/598-2094






Frauen in Europa

Frauen in Europa
Frauen in Europa by Lilli Cremer-Altgeld. „Frauen in Europa“. Seien Sie dabei! Mit Ihren Gedichten. Mit Ihren Ideen. Mit Ihren Visionen. Mit Ihren Werken. Mit Ihrer Homepage. Bitte schreiben Sie eine Mail an Lilli Cremer-Altgeld frauenineuropa@t-online.de Bitte klicken Sie auf das Bild: So kommen Sie direkt zum Blog „FRAUEN IN EUROPA“.

Was die anderen Hochbegabten anders machen – ein Beispiel aus der Wirtschaft für die Politik


Foto: Ralf Voigt


Man erkennt sie.

Es sind die kleinen Einsteins, die Picassos und die Mozarts. Sie lesen schon mit sechs Jahren „The New York Times“, korrespondieren mit fünf Jahren in Mandarin und spielen mit vier Jahren die Spatzenmesse in C-Dur. Später studieren sie dann bereits mit 14 an einer Uni und werden jüngster Professor oder jüngste Professorin.

Man kennt sie.

Dann gibt es noch die anderen.

Ihre Begabung ist nicht so offensichtlich. Oder: offensichtlich nur für Eingeweihte. Für Kennerinnen und Kenner. Wahrscheinlich stehen sie nicht in einem Labor. Ob sie mit dem Pinsel umgehen können? Seien Sie tapfer: Wohl eher nicht so. Ob sie eine Stradivari zu schätzen wissen? Hm.

Und doch haben sie ihre Begabung. Erkennbar wie gesagt fast nur für Eingeweihte.

Ein Beispiel: Ich war Mitglied in einem Verband, der das Wort „Wirtschaft“ in seinem Namen trägt. Es ging um ein Thema, das alle Menschen bewegt. Wirklich alle. Wirklich jeden. Es ging um Politik. Und um den Anlauf zu einem neuen Gesetz. Man diskutierte. Und fragte sich, wie man denn überzeugend argumentieren könnte.

Ich erwähnte den Gedanken einer Befragung. Sie kennen das: In jeder grösseren Stadt stehen diese Interviewer auf der grossen Einkaufsstrasse und wollen wissen, welche Zahnpasta, welches Waschmittel, welche Automarke Sie bevorzugen. Strasseninterviews nennen wir das. Wir, das sind meine Kolleg*innen aus der Marktforschung und ich. Ich hatte damals ein Institut für Markt- und Kommunikationsforschung. Unsere Klienten aus der Politik und Wirtschaft waren bekannt und angesehen und wir waren stolz darauf, für sie forschen zu dürfen.

In meinem Verband war das bekannt.

Ja. Sagte man: Eine Befragung auf der Strasse ist ein überzeugendes Argument. Wir – wer auch immer „wir“ sein sollte – wir stellen uns auf die Strasse und befragen die Menschen. Und dann geben wir – und das war der Sinn der Sache – das Ergebnis an den OB der Stadt. Einer von meinen Kollegen im Verband meinte dann: Ob wir wohl 50 Menschen dazu bewegen können, mit uns zu reden?

Wie, sagte ich: 50 Menschen?

Ja. Sagten die anderen. 50 Menschen wäre eine tolle Sache.

Klar sind 50 Menschen eine tolle Sache. Aber: Wie wollen wir einen OB mit den Stimmen von 50 Menschen motivieren, ein neues Gesetz in Gang zu bringen? Nach einer halben Stunde hatte man sich auf 100 Menschen geeinigt. Mit dem Zusatz: Ob wir das wohl schaffen werden?

Warum so zaghaft?

Die Jungs und Mädels, die hier zusammen sassen, waren die Menschen, die täglich über Millionen entschieden. Ihre Denkweisen waren nicht 100 oder 1.000. Es waren 1.000.000 und mehr!

Mir war klar, dass ich meine lieben Kolleginnen und Kollegen jetzt schockieren musste. Nicht weil ich Schocks mag – aber ich musste ihnen schon sagen, wie so etwas in der Realität funktioniert. Dass man an den verantwortlichen Stellen – sorry – 100 Menschen als Beweis nicht gelten lassen wird. Man wird schmunzeln und zur Tagesordnung übergehen.

Noch bevor ich den Gedanken: „Wie sag‘ ich es das denn jetzt?“ zu einem Satz modellieren konnte, war es raus:

1.000 INTERVIEWS!
1.000 Interviews?

Das Entsetzen war gross. Nur unser Präsident war begeistert. Und dann ging das los, was zumeist los geht, wenn ein Hochbegabter – eine Hochbegabte – eine Idee und einen Weg vor Augen hat: GEHT NICHT! FUNKTIONIERT NICHT! SCHAFFEN WIR NICHT! WIR SIND DOCH NICHT VERRÜCKT! WER SOLL DAS DENN ALLES ZAHLEN?

Ich hörte mir das eine Stunde an, während ich das Konzept schrieb, die Umsetzung des Konzepts plante und einen Entwurf für den Fragebogen entwarf. Unser Präsident hatte mich aus den Augenwinkeln beobachtet und rief mich auf – nach vorne zu kommen und die Einzelheiten zu präsentieren. Gesagt. Getan.
Wir fanden über 50 Mitglieder aus dem Wirtschafts-Verband, die mitmachten. Manager*innen, die ich mit meinem Team für diesen Einsatz schulte. Es waren wohl die Interviewer*innen mit den höchsten Stundenlöhnen, die hier und heute ehrenamtlich auf die Strasse gingen und sehr mutig die Menschen nach ihrer Meinung befragten.

Um Mitternacht hatten wir 1.037 Interviews geschafft. Alle von meinen Forscherkollegen und mir kontrolliert. Alle perfekt. Es war ein harter Job – aber selten habe ich ein Team von fast 100 „Mitarbeiter*innen“ so begeistert arbeiten gesehen.

Am nächsten Morgen wurde noch einmal kontrolliert. Und dann gingen die Fragebögen ins Rechenzentrum zur Uni. Ich schrieb dazu einen Bericht für die Präsentation. Mein Team zeigte einen bewundernswerten Einsatz. Und so konnte ich meiner Assistentin auch nicht die Bitte abschlagen, die Ergebnisse beim OB präsentieren zu dürfen.

Der OB schien sehr zufrieden. Und so wanderten unsere Ergebnisse weiter „nach oben“. Und so wurde aus unserer Idee der Beweis, dass die Menschen diese Verbesserung ihres Alltags wirklich wollten.

Schliesslich wurde aus dem Beweis ein Gesetz in Deutschland, das jedem Menschen den Alltag etwas besser macht. Zur Freude der Menschen.
Nein, so faszinierend wie ein Picasso ist dieses Gesetz nicht.

Aber es erleichtert seitdem allen Menschen ihr Leben. Und das Tag für Tag in Deutschland.

Wenn Sie Unternehmer*in sind: Gründen Sie einen Think Tank mit Ihren Hochbegabten und allen, die mutig sind und gross denken und handeln können. Dann sind Sie nicht nur Ihre Probleme los. Sie haben auch die Chance, die Welt ein bisschen besser machen zu können.

Was sagte John F. Kennedy in seiner Antrittsrede am 20. Januar 1961 in Washington, D.C.:

„Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt (…) fragt, was wir gemeinsam tun können für die Freiheit des Menschen.“ [1]

Lilli Cremer-Altgeld
Mobil 0049 1575 5167 001





Meine persönliche Einführung in die Hochbegabung

Wenn Sie sich die Frage stellen: „Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?“ – dann werden Sie hier Antworten finden. Ich habe die Informationen davon abhängig gemacht, wie gesichert Sie wissen wollen, ob Sie hochbegabt sind. Deshalb meine Frage an Sie: „Wie GESICHERT wollen Sie wissen, ob Sie hochbegabt sind?“

Meine Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen:

Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier können Sie mal schnuppern, wie Hochbegabte so ticken.

Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier bekommen Sie Tipps, was Sie tun können, um herauszufinden, ob Sie tendenziell hochbegabt sind.

Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – Adressen. Hier können Sie sich zum IQ-Test anmelden. Das Ergebnis des IQ-Test sagt Ihnen, wie hoch Ihr IQ ist. Ist er über 130 Punkte, sind Sie hochbegabt. Über 145 Punkte sind Sie höchstbegabt.

Aber was ist überhaupt Hochbegabung?

Die Antwort ist einfach. Treffend hat sie einmal der Psychologe Dr. Jürgen vom Scheidt so beantwortet: „Es ist das intellektuelle Potenzial von jemandem, der in einem der gängigen und anerkannten Intelligenztest einen IQ-Wert von 130 Punkten und mehr erzielt. Dies betrifft, streng genommen, 2,27 Prozent der Bevölkerung.“ http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 20.09.2015

Und was ist HÖCHSTBEGABUNG?

Ganz einfach. Dr. Sylvia Zinser schreibt: „Ist der IQ über 145 so spricht man von Höchstbegabung.“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

Allen Hochbegabten und Höchstbegabten empfehle ich das informative, spannende und vergnügliche „Sylvia Zinser's Sammelsurium“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/ Stand: 19.09.2015 Hier erfahren Sie nicht nur etwas über den IQ, sondern auch über „Brot, Schwaebische Traeubleskuchen sowie über diverse Weihnachtsplätzchen“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/backen.htmlx Stand: 19.09.2015

Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Man sagt oft von Hochbegabten: „Die haben eine 1 (Bestnote) in Mathe – können aber ihre Schuhe nicht richtig zubinden“. Soll heissen: das Denken funktioniert (in bestimmten Bereichen) ausgezeichnet – aber im Alltäglichen kommen sie mit bestimmten Situationen nicht gut zurecht. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aussage für einige Hochbegabte wirklich sehr zutreffend – für andere weniger bis gar nicht.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Bei meinem Mathelehrer hatte ich so gut wie immer eine 1. Allerdings hatte ich auch eine Mathelehrerin. Sie war eher der Typ „Geschichtenerzählerin“. Sie sprach gerne über ihre Lieblingsrezepte, ihre Backkunst und ihren Hund. Ich war so damit beschäftigt, herauszufinden, was das mit Arithmetik zu tun hatte, dass ich ihr, wenn es denn mal was zu rechnen gab, kaum noch folgen konnte.

Meine Noten in Mathe lagen bei ihr im Mittelfeld. Und ich war richtig dankbar als der in meinen Augen „richtige“ Lehrer kam. Der mir Mathe so erklärte, dass ich es verstanden habe. Ich machte Überstunden in Mathe und liess mir extra Hausaufgaben geben. Nein, ich war keine Streberin. Ich hatte einfach Spass an Problemlösungen. Aber wenn ich meine Strickjacke zuknöpfen sollte – da gab es Stress für mich. Jedenfalls dieser Lehrer schickte mich zum Schulpsychologen, der mich positiv auf Hochbegabung testete. Da er sagte: „Du darfst mit niemandem darüber reden, dass Du diesen IQ von … hast.“ – dachte ich: vielleicht ist es eine Krankheit oder sonst wie ansteckend. Ich habe nie darüber gesprochen. Erst vor gut zehn Jahren habe ich mich in meiner Familie geoutet.

Meine Kollegin Alexandra in unserem Markt- und Sozialforschungs-Institut war da ähnlich unterschiedlich in ihrer Mathe-Begabung. Obwohl sie ein echtes Mathe-Genie ist, gab es auch für sie Grauzonen. Normalerweise hörte sie von einer Aufgabe oder schaute auf das Papier. Und schwupp – schon hatte sie die Lösung. Manchmal trat sie einen Wettstreit mit unserem Computer an. Nicht immer war unser PC der Gewinner. Doch dann gab es für sie echte Herausforderungen: Wenn sie ohne Hilfsmittel Prozent rechnen sollte, versagte sie fast jedes Mal. Nicht mal 10 Prozent von 100 konnte sie richtig errechnen. Allein bei dem Wort „Prozentrechnen“ driftete sie immer ab. Im Laufe der Zeit wurde es allerdings besser.

Ich will damit sagen: Nicht alle Hochbegabte sind Mathe-Genies. Nicht alle Mathe-Genies sind fehlerlos. Tröstlich ist, was Albert Einstein einmal über Mathe gesagt hat: „Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“

Mit anderen Worten: Nicht jeder Hochbegabte glänzt in Mathe. Eine Klientin von mir war die Vorgesetzte der ehemaligen Lehrerin eines Fußballnationalspielers (Weltmeister!). Er hatte wenig Interesse an Zahlen und sagte bereits in jungen Jahren zu der Lehrerin: „Warum soll ich Rechnen lernen? Ich werde mal ein berühmter Fußballspieler. Und dann kann ich mir so viele Rechenkünstler leisten wie will.“ Die Lehrerin staunte. Doch der Junge hatte Recht. Er ist hochbegabt UND hochsensitiv.

Hochbegabte können sehr gut oder gut rechnen – oder auch gar nicht. Was sind nun die die typischen Eigenschaften von Hochbegabten?

Gehen wir noch einen Schritt zurück. Genauso wie nicht alle Kölner lustig sind, nicht alle Münchner Lederhosen tragen und nicht alle Hamburger einen Segelschein haben – so sind auch nicht alle überdurchschnittlich intelligenten Menschen so oder so.

Nehmen wir einmal eine Einteilung der Hochbegabten vor, die Jürgen vom Scheidt heraus gearbeitet hat. Er unterteilt fünf (drei plus zwei) Gruppen. Selbstredend gibt es noch andere Kategorien – dazu komme ich noch.

Scheidt zufolge gibt es – vereinfacht ausgedrückt – bei den Hochbegabten, abhängig von dem Kriterium „Erfolg in der Schule, im Beruf“ folgende Trias:

O Ein Drittel, die ihre „Begabung erfolgreich verwirklicht“ haben. Sie sind Topmanager/innen, Spitzensportler/innen, Unternehmer/innen, Künstler/innen, Wissenschaftler/innen usw. Sie wurden z.B. von der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ oder anderen Institutionen erkannt und gefördert.

O Ein Drittel sind sogenannte „Latente“: Sie spüren, ahnen oder wissen um ihre Begabung, kommen aber nicht so einfach aus dem Quark. Die Psychologin und Expertin für Hochbegabung, Andrea Brackmann, schreibt in ihrem zweiten Buch, dass „Hochbegabung Mut erfordere“ http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015. Bei dieser Gruppe verstehen wir, warum das so ist.

O Ein Drittel sind nach Scheidt die „Underachiever“ („Minderleister“). Sie könnten schon – wollen aber (noch?) nicht erfolgreich sein. Speziell zu Minderleister/innen in der Schule noch einmal Sylvia Zinser: Ihr Geheimtipp J: MOTIVIEREN! http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

So, das sind unsere drei Gruppen – zwei kleine Gruppen fehlen noch:

O Es sind die „Entgleisten“: sie sind erfolgreich – aber auf kriminelle oder soziopathische Weise.

O Dies sind die Höchstbegabten wie etwa Einstein und Freud.

Alle Infos zu dieser Einteilung in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt: http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015

Wer bis hierher tapfer durchgehalten hat – wird jetzt belohnt. Jeder Mensch, der denkt: Analyse? Mathe? Logik? Das sind jetzt nicht so meine Stärken. Ich bin eher der Musiker, die Malerin, der Tänzer, die Fotografin, der Praktiker. Gut so. Es gibt insgesamt sieben Felder der Hochbegabung: mein Bruder Helmut glänzt z.B. durch „Praktische Intelligenz“: Er erkennt sofort im realen Leben wie man es richtig zumindest aber besser machen kann. Mir bleibt diese Art zu denken verborgen. Zumindest müsste ich viele Bücher lesen, um diese Dinge verstehen zu können. Mir fällt es schon schwer genug, meine Jacke richtig zuzuknöpfen.

Prof. Werner Stangl zitiert Prof. Kurt Heller auf seinen Seiten zu den Themen „Intelligenz und Hochbegabung“ wie folgt:

„Nach Heller (2000) gibt es folgende Begabungsfaktoren:

O Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)

O Sozial-emotionale Fähigkeiten

O Musisch-künstlerische Fähigkeiten

O Musikalische Fähigkeiten

O Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische, etc. Kreativität)

O Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)

O Praktische Intelligenz“

http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testintelligenzhochbegabt.html Stand: 19.09.2015

Wir sehen: Hochbegabung ist spannend. Und es wird noch spannender.

Nehmen wir noch eine weitere Differenzierung vor: Hochbegabte sind oft auch hochsensibel und/oder hochsensitiv. Ihre Sinne sind stärker ausgeprägt. Zum einen (hochsensibel) sind ihre normalen Sinne (hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen) intensiver (Künstler/innen, Star-Köch/innen, Parfümeur/innen – einige haben auch ein begnadetes „Fingerspitzengefühl“ wie etwa Handerker/innen und Chirurg/innen u.a.m.). Und/oder andererseits ist ihre Wahrnehmung (hochsensitiv) tiefer: Diese Hochbegabten haben den sechsten (hellhörig), siebten (hellfühlig) und achten (hellsichtig) Sinn wie etwa Goethe, Einstein und Leonardo da Vinci. Wie sagte Albert Einstein?: „Was wirklich zählt, ist Intuition.“

Bei einer solchen Differenzierung: Wo gibt es da noch Gemeinsamkeiten?

Ich fange mal mit den Tendenzen an: Diejenigen, die in der ‚Flüchtlingszeit im Sommer 2015‘ kreativ, beherzt und schnell helfen – können hochbegabt sein. Denn diese Merkmale findet man oft unter den hohen IQ’lern. Der eine organisiert geschickt, die andere übersetzt, der nächste weiss, wer wo wie helfen kann. Schnelligkeit ist für Hochbegabte so natürlich wie das Atmen. Klar, dass nicht jede/r in allen Bereichen gleich schnell ist. Wenn Sie wüssten, wie lange ich brauche, um meine Jacke zuzuknöpfen …

Doch weiter: Gerechtigkeit für jedermann ist stark vorhanden bei den Begabten ebenso so wie vernetztes Denken und Handeln. Nach Andrea Brackmann gehört das „Mehr von allem“ oft zum Repertoire. Wie etwa das „Erfassen kompletter Zusammenhänge“, „Auffinden vielfältiger Lösungswege“ sowie „hohes Einfühlungsvermögen“. Wie gut, dass Hochbegabte oft nur wenig Schlaf brauchen (4 bis 6 Stunden).

Selbstredend gibt es nicht nur diese sonnigen Seiten der hochtalentierten Menschen. Ihre Schattenseiten sind nicht nur für die Beteiligten selbst unangenehm: Oftmals übersteigerte Konzentration bei den SPEZIALISTEN auf ein Spezialthema (Musik oder Sport oder Politik oder Finanzen oder Sprachen oder oder oder). Bei den Generalisten ist es etwas anders: Hier überwiegt die Vielseitigkeit, die sich in mehreren Berufen und Hobbies zeigt. Bei beiden wird die Familie, werden Freund/innen und Kolleg/innen schon mal etwas vernachlässigt. Denn Hochbegabte sind oft Perfektionist/innen. Und es kann mal etwas länger dauern bis sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

Routine ist ihnen oft ein Gräuel. Manche finden kreativ alternative Wege um dieser Routine immer wieder auszuweichen. Andere plagen Zweifel und Gewissensbisse. Geduld ist ebenfalls keine Stärke der Hochbegabten. Auch nicht begabt sind diese Menschen, wenn es um „einfache Aufgaben“ geht. Die Hochtalentierten sind zumeist empfindlich. Empfindlich gegenüber Lärm, Licht und manche auch gegenüber Berührungen.

So ist es zu verstehen, dass Hochbegabte an bestimmten „Allergien“ leiden, die Andrea Brackmann in ihrem Buch so schlüssig schreibt. Es sind die „hässlichen Worte“ für Hochbegabte wie etwa „Betriebsausflug“, „Stammtisch“, „Schützenfest“, „Höflichkeitsfloskeln“, „Grossraumbüro“. http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015

Hingegen lieben Hochbegabte oft „Querdenker/innen“, „Nobelpreisträger/innen“, „Verarbeitungsgeschwindigkeit“, „Freiheit“, „Endlos-Fragen“, „Monologe“ sowie „Spezielle Themen wie etwa die frühkindliche Entwicklungsphase des Kaiserschnurrbarttamarins, die Pflege der Araukarie oder den „Compte rendu au Roi“ des Finanzminister Jacques Neckers in der Zeit der Französischen Revolution.

Für Hochbegabte ist das alles „normal“ – während das „Normale“ schon sehr schwierig sein kann. Viele habe da ein Selbstverständnis wie Albert Einstein: "Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."

Wenn Sie das alles gelesen haben, sind Sie an Hochbegabung interessiert. Die anderen haben eh längst das Weite gesucht. Vielleicht wollen Sie genauer wissen, ob Sie hb sind – „hb“ ist das Kürzel bei den „HB“ (Hochbegabten) für „hochbegabt“. Und deshalb gehen wir jetzt auf die nächste Stufe über.

Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Ich habe hier IQ-Informationen zusammen gestellt, die Ihnen eine Tendenz Ihrer Begabung aufzeigen können.

O Den ersten IQ-Test habe ich 2005 in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt gefunden http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015. Obwohl ich mit einiger Skepsis an diese Fragen heranging – mein Test beim Schulpsychologen hat damals mehr als eine Stunde gedauert, wie soll man in wenigen Minuten ein ähnliches Ergebnis erzielen können? – war die Antwort jedoch fast exakt dieselbe, die ich Jahre zuvor vom Psychologen in meiner Schule erhalten habe. Chapeau! Für den Autor.

O Auch wenn mir die Headline sehr plakativ erscheint – diese Information verdient ebenfalls Ihr Interesse: „IQ-Test: Gehören Sie zur Grips-Elite?“ http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/iq-test-gehoeren-sie-zur-grips-elite-a-505427.html Stand: 19.09.2015

O Ein weiterer Test, der Ihnen tendenziell Informationen über Ihre Begabung geben wird, ist von der „Süddeutsche Zeitung“: „Der kostenlose IQ-Test online mit Sofortergebnis http://iqtest.sueddeutsche.de/ Stand: 19.09.2015

O “MENSA” ist das grösste Netzwerk für Hochbegabte. Der Mensa Online-Test ist jedoch eher ein „Spiel“ als ein zuverlässiges Instrument der Begabungsanalyse. Wenn Sie Lust haben: Spielen Sie mal. Mensa weist ausdrücklich darauf hin: „Sie sollten die Ergebnisse dementsprechend nicht allzu ernst nehmen.“ https://www.mensa.de/online-iq-test-raetsel/mensa-online-test/ Stand: 20.09.2015

O Und hier ist die englische Variante von Mensa International: „Mensa Workout“ https://www.mensa.org/workout/quiz/1 Stand: 20.09.2015

Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Wenn Sie jetzt bereit sind und der Stunde der Wahrheit – dem wirklich und wahrhaftigen IQ-Test – ins Auge blicken wollen… Dann melden Sie sich an – zum anerkannten IQ-Test.

Meine Empfehlungen:

O Mensa. Der Test dauert 90 Minuten, kostet 49 Euro und wird in 80 Städten in Deutschland durchgeführt. Getestet werden Menschen ab 14 Jahre. https://www.mensa.de/intelligenztest Stand: 20.09.2015

O Bei einer Psychologin – einem Psychologen – aus dem Expertenkreis Hochbegabung/Potentiale der Sektion "Freiberufliche Psychologen" im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) e.V. den IQ-Test machen http://www.die-hochbegabung.de/german/index.html Stand: 20.09.2015

O Sie fragen im Familienkreis, bei Freund/innen oder in der Schule/Universität nach einer Empfehlung für den IQ-Test.

Ich drücke schon mal die Daumen!

Für das Campus-Radio Bonn interviewte ich einmal die höchstbegabte „First“ Lady – Gründungsmitglied – von Mensa Deutschland, Dr. Ida Fleiß. Dabei lernte ich eine kluge, warmherzige und höchst kreative Dame kennen, der es „zu simpel“ war, ihren „Doktor“ in Europa zu machen. Kurz entschlossen reiste sie nach Asien, lernte die Sprache und schaffte auf Anhieb ihre Promotion. Sie konnte schon immer weit und um die Ecke denken.

Als ich sie jedoch fragte: Haben wir schon für jede Intelligenz ein angemessenes Messverfahren – will sagen: Können wir schon jede Begabung testen – sagte sie traurig: Nein. Daran müssen wir noch arbeiten.

Ich möchte diese Erkenntnis all denen mit auf den Weg geben, die sich zwar für hochbegabt halten, aber in einem der IQ-Tests nicht die Schallgrenze von 130 durchbrechen konnten.

Allen Menschen, die Spass an Mathe haben – ja, die speziell eine Vorliebe für das Kopfrechnen hegen, empfehle ich die Seite eines Freundes von Ida Fleiss: Dr. Dr. Gert Mittring http://www.gertmittring.de Gert Mittring ist der amtierende Weltmeister im Kopfrechnen.

© Lilli Cremer-Altgeld, 2015