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Mittwoch, 18. Januar 2017

“Die Heilungschancen von schwer erkrankten Kindern werden weiter verbessert“

“Die Heilungschancen von schwer erkrankten Kindern werden weiter verbessert“ Ministerin Bauer lobt Hopp-Kindertumorzentrum am NCT Heidelberg (KiTZ) als erfolgversprechende Initiative im Bereich Onkologie

Heidelberg, 18.01.2017. Anlässlich der Gründung des Hopp-Kindertumorzentrums am NCT Heidelberg (KiTZ) durch das Universitätsklinikum Heidelberg und das Deutsche Krebsforschungszentrum findet am 19. und 20. Januar 2017 das erste Kinderkrebssymposium in Heidelberg statt. Am Vorabend luden die Direktoren des KiTZ Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zu einem Empfang in die Print Media Academy in Heidelberg ein. Zu den Referenten gehörte die Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer, die das Kindertumorzentrum als großartiges Vorhaben mit hervorragenden Standortvoraussetzungen bezeichnete.

„Ich freue mich, dass durch das Hopp-Kindertumorzentrum die Heilungschancen von schwer erkrankten Kindern weiter verbessert werden. Das Universitätsklinikum und das Deutsche Krebsforschungszentrum knüpfen dabei an eine Heidelberger Erfolgsgeschichte der Onkologie an“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. Dass so großartige Vorhaben wie das KiTZ am Medizin-Standort Heidelberg initiiert würden, bestätige wieder einmal die hohe Dichte an Exzellenz sowie die hervorragenden Standortvoraussetzungen – „und dass wir hier in den letzten Jahren die Weichen richtig gestellt haben“, so Bauer weiter. Großer Dank gebühre denjenigen, die dieses Vorhaben durch ihre großzügigen Spenden möglich machen.

Klinik, Translation, Präklinik – die drei Säulen des KiTZ Mit neuen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten krebskranken Kindern gezielter helfen zu können ist das Ziel des KiTZ. „Wir möchten künftig auch Kindern eine Chance geben, bei denen der Krebs zurückkommt und für die es bisher kaum eine Chance auf Heilung gab“, so die Direktoren des KiTZ, die Professoren Andreas Kulozik, Olaf Witt und Stefan Pfister während ihrer Eröffnungsrede. „Grundlage dafür ist eine gute und umfassende Versorgung unserer Patienten. Darüber hinaus müssen wir aber auch unsere Forschung ausbauen – vor allem im präklinischen und translationalen Bereich.“

„Translation“ bedeutet in der Medizin die Übertragung von Forschungsergebnissen in klinische Anwendungen. Und genau das wird ein Aufgabenschwerpunkt des KiTZ sein. Ebenso wichtig ist der umgekehrte Weg, das Zurückspiegeln von Beobachtungen aus der Klinik in die Forschungslabors. Die KiTZ Direktoren sind zuversichtlich: „Mit diesem Schwerpunkt können wir es schaffen, neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten für Rückfallpatienten zu entwickeln.“

Um die Chancen in der Kinderonkologie weiter zu verbessern, sind neue Konzepte essenziell. Denn auch wenn heute schon vier von fünf an Krebs erkrankte Kinder erfolgreich therapiert werden können  ̶  für 20 Prozent gibt es derzeit kaum Aussicht auf dauerhafte Heilung. Professor Dr. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender und Wissenschaftlicher Vorstand des DKFZ, betont: „Um diesen Kindern und ihren Eltern neue Hoffnung schenken zu können, brauchen wir neue und bessere Diagnose- und Therapieverfahren. Dies erreichen wir nur, wenn wir die hervorragende Krebsforschung speziell für Kinder in Heidelberg in ihrer ganzen Bandbreite im KiTZ zusammenführen.“

Im KiTZ Neubau wachsen Klinik und Forschung weiter zusammen Wie wichtig die enge Verzahnung von Klinik und Forschung hier ist, zeigt der gemeinsame Entschluss vom Universitätsklinikum Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), beides künftig in einem eigenen Gebäude zu vereinen. Damit wollen die beiden Kooperationspartner die Zusammenarbeit aller Akteure der Heidelberger Kinderonkologie erleichtern – ein Ansatz, von dem der gesamte Standort profitieren wird. „Der KiTZ Neubau bündelt medizinische und wissenschaftliche Expertise auf dem Gebiet der Kinderonkologie und stärkt damit gleichzeitig den Medizin-Campus Heidelberg“, sagt Professor Dr. Wolfgang Herzog, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg. Rund 40 Millionen Euro wird die Errichtung des Neubaus kosten. Die Dietmar Hopp Stiftung stellt die Hälfte der Summe zur Verfügung, weitere zehn Millionen Euro werden durch andere Förderer abgedeckt. „Für den Rest der Bausumme suchen wir weitere Spender“, so Herzog mit Blick auf die Finanzierungslücke von derzeit rund zehn Millionen Euro.

Symposium fördert Vernetzung unter Kinderonkologen Mit einem Symposium, das am 19. und 20. Januar 2017 in der Print Media Academy Heidelberg stattfindet, will das KiTZ die Vernetzung von Forschern und Klinikern auf internationaler Ebene fördern: Auf dem „1st KiTZ Symposium on Pediatric Oncology and Hematology” präsentieren renommierte Referenten aus der ganzen Welt ihre Forschungsarbeiten und medizinischen Anwendungen im Bereich der Kinderonkologie in den Themengebieten Genom- und Epigenomforschung, Tumorheterogenität und Resistenzmechanismen, Krankheitsmodelle, Präzisionsonkologie, Hämatologie, Immuntherapie und Strahlentherapie. Journalisten sind herzlich eingeladen, am Symposium teilzunehmen.

*Das NCT wurde 2004 in Heidelberg als erstes „Comprehensive Cancer Center“ Deutschlands in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Universitätsklinikum Heidelberg gegründet.


Über uns

Das Hopp-Kindertumorzentrum am NCT Heidelberg (KiTZ) Das Hopp-Kindertumorzentrum am NCT Heidelberg (KiTZ) ist eine gemeinsame Einrichtung des Universitätsklinikums Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Als Therapie- und Forschungszentrum für Onkologie und Hämatologie im Kindes- und Jugendalter verfolgt das KiTZ das Ziel, vielversprechende Forschungsansätze eng mit der Patientenversorgung zu verknüpfen – von der Diagnose über die Behandlung bis hin zur Nachsorge. An Krebs erkrankte Kinder, gerade auch diejenigen, für die keine etablierten Therapieoptionen mehr zur Verfügung stehen, erhalten im KiTZ einen individuellen Therapieplan, den interdisziplinäre Expertenrunden in so genannten Tumorboards erstellen. Die Teilnahme der jungen Patienten an klinischen Studien stellt den Zugang zu neuen Therapieoptionen sicher. Damit ist das KiTZ eine richtungsweisende Plattform zur Übertragung von Forschungserkenntnissen aus dem Labor in die Klinik.

Spendenkonto des Hopp-Kindertumorzentrums am NCT Heidelberg:
Universitätsklinikum Heidelberg / Baden-Württemberg Bank Stuttgart /
Konto: 7421 500 429 / BLZ: 600 501 01 / SWIFT: SOLADEST / IBAN: DE64 6005 0101 7421 5004 29
Verwendungszweck: D.10071390 – (bitte immer angeben!)

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg:
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 12.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 1.900 Betten werden jährlich rund 66.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und mehr als 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. 


Ansprechpartner für die Presse:

Dr. Elke Matuschek
Hopp-Kindertumorzentrum am NCT Heidelberg (KiTZ) Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Im Neuenheimer Feld 350 69120 Heidelberg
T: +49 (0) 6221 56 36434

Dr. Stefanie Seltmann
Deutsches Krebsforschungszentrum
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Im Neuenheimer Feld 280 69120 Heidelberg
T: +49 6221 42-2854  F: +49 6221 42-2968

Doris Rübsam-Brodkorb
Universitätsklinikum Heidelberg und Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Im Neuenheimer Feld 672 69120 Heidelberg
T: +49 6221 56-5052 F: +49 6221 56-4544



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Wissenschaftler entdecken Sensor, der Synapsen beschleunigt


 Synaptotagmin 2 ist ein Kalziumsensor im präsynaptischen Neuron. In der Studie verglichen die Autoren Signale in Synapsen, die Synaptotagmin 2 enthalten, mit solchen, in denen sie Synaptotagmin 2 entfernt hatten. Synaptotagmin 2 löst eine schnellere Ausschüttung des Neurotransmitter GABA in die Synapse aus.


Kalziumsensor an inhibitorischer Synapse identifiziert – Studie geleitet von Peter Jonas erscheint in Cell Reports

Synapsen, die Verbindungen zwischen Neuronen, gibt es in verschiedenen Varianten. Sie unterscheiden sich durch die Chemikalie, die sie als Botenstoff verwenden. Botenstoffe, oder Neurotransmitter, werden an der Synapse freigesetzt nachdem Kalziumionen in das Neuron einströmen. Synapsen, die einen Botenstoff namens GABA verwenden – die GABAergen Synapsen – zeichnen sich durch ihre Geschwindigkeit und Präzision aus. Das Geheimnis hinter ihrer Geschwindigkeit war jedoch bis jetzt nicht vollständig bekannt, eben so wenig wie der Sensor, mit dem sie das Einströmen des Kalziums messen. Beide Fragen beantwortet nun eine Studie, die heute in Cell Reports erscheint. Sie wurde von Peter Jonas, Professor am Institute of Science and Technology Austria (IST Austria), gemeinsam mit seiner Gruppe sowie Forschern am Max Planck Florida Institute for Neuroscience durchgeführt. Sie fanden heraus, dass GABAerge Synapsen ihre Signale zum Teil aufgrund ihres Kalziumsensors so schnell und präzise senden können, und dass Synaptotagmin 2 in dieser Art von Synapse der wichtigste Sensor für die Kalziummenge im Neuron ist. „Wir haben zum ersten Mal den Kalziumsensor identifiziert, der das Ausschütten von Neurotransmitter an einer inhibitorischen Synapse auslöst“, fasst Peter Jonas zusammen.

Interneuronen, die GABA als Neurotransmitter verwenden, sind wichtig um die Aktivität in neuronalen Mikroschaltkreisen zu kontrollieren. In allen Gehirnregionen und Spezies ist das Kennzeichen dieser GABAergen Interneuronen die Geschwindigkeit, mit der sie Signale senden: die Verzögerung zwischen Stimulation und Antwort liegt im Bereich von Submillisekunden. Peter Jonas und sein Team fragten sich, ob der Kalziumsensor, der das Freisetzen von Neurotransmitter auslöst, zu dieser Geschwindigkeit beiträgt. In ihrer Studie untersuchen sie die Synapse zwischen Korbzellen und Purkinje Zellen. Diese wichtige inhibitorische Synapse befindet sich im Kleinhirn, einer  Gehirnregion, die wichtige Aufgaben bei der Steuerung der Motorik erfüllt.

Während Synaptotagmin 1 als Kalziumsensor an exzitatorischen Synapsen verwendet wird, identifizieren Peter Jonas und Kollegen Synaptotagmin 2 als den wichtigsten Sensor in inhibitorischen GABAergen Interneuronen im Kleinhirn. Sie zeigen, dass Synaptotagmin 2 eine schnellere Ausschüttung von Neurotransmittern auslöst als Synaptotagmin 1. Gleichzeitig bewirkt Synaptotagmin 2 auch ein schnelleres Wiederbefüllen von Vesikeln mit Neurotransmittern. So ist das Neuron schneller wieder bereit, ein erneutes Signal auszuschicken. Das hat wichtige Auswirkungen für die Funktion GABAerger Interneuronen, erklärt Peter Jonas: „Dass GABAerge Synapsen Synaptotagmin 2 verwenden ist ein Grund dafür, dass sie Signale so schnell senden können. Synaptotagmin 2 könnte die Geschwindigkeit der Hemmung in Mikroschaltkreisen kontrollieren, und GABAergen Synapsen ermöglichen, ihren Output zu erhalten, indem es den Pool an Neurotransmittern rasch wieder befüllt.“ 
Kontakt:
Prof. Peter Jonas
Tel: +43 (0)2243 9000-3701
peter.jonas@ist.ac.at

Dr. Elisabeth Guggenberger
Media Relations Manager

Institute of Science and Technology Austria (IST Austria)
Phone: +43 (0)2243 9000 1199
Mobile: +43 (0)664 88326170
Am Campus 1, 3400 Klosterneuburg



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Studie: Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

Jülich, 18. Januar 2017 – Wie wirken sich Entwicklungen in der Kindheit auf das Nervengewebe im Gehirn aus? Anders als bisher angenommen, wächst in bestimmten Bereichen des Gehirns das Gewebe bis ins Erwachsenenalter. Das zeigte eine in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie. "Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Gewebestruktur und unserer Fähigkeit, Gesichter zu erkennen", erklärt Prof. Katrin Amunts, Direktorin des Jülicher Instituts für Neurowissenschaften und Medizin. Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam aus Jülich, Aachen, Düsseldorf, Jerusalem und Stanford analysierte dazu die Gehirne von Kindern und Erwachsenen in einem Magnetresonanztomografen und im Mikroskop.

Schon im Mutterleib nimmt das menschliche Gehirn Informationen auf und verarbeitet sie. Kommt ein Baby zur Welt, kann es sehen, hören und auf Berührungen reagieren. Allerdings sind all diese Funktionen noch nicht ausgereift. Bedingt durch Wahrnehmung und Erfahrung nimmt die Zahl der Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen in den ersten drei Lebensjahren rasant zu. Mit zwei Jahren entspricht die Menge der Synapsen derjenigen von Erwachsenen; ein Dreijähriger hat mit einer Anzahl von 200 Billionen bereits doppelt so viele. Bis zum Jugendalter wird dann rund die Hälfte davon wieder abgebaut, bis die für Erwachsene typische Menge von 100 Billionen erreicht wird. Man nahm bisher an, dass ein großer Teil der Gehirnentwicklung und plastischen Anpassung an Lebensbedingungen bei Kindern im Abbau der für ihre Lebenswelt nicht relevanten Synapsen besteht, dem sogenannten "Pruning" oder der "Ausdünnung".
Die Wissenschaftler untersuchten über mehrere Monate die funktionelle Organisation und mikroskopische Struktur von Gehirnen von Kindern und jungen Erwachsenen. Die Kinder in der Studie waren zwischen fünf und zwölf Jahre alt, die Erwachsenen zwischen 22 und 28 – ein Alter, in dem bisher die strukturelle und funktionelle Entwicklung des sogenannten Schläfenlappens, einem Teil des Großhirns, als abgeschlossen angesehen wurde. Sie konzentrierten sich dabei auf eine bestimmte Hirnregion, den sogenannten Gyrus fusiformis, der unter anderem wichtige Strukturen für kognitive Leistungen wie Gesichts- und Worterkennung, aber auch für die Erkennung bestimmter räumlicher Aspekte sowie für Symbole (z.B. Buchstaben) enthält.
Alle Versuchsteilnehmer betrachteten eine Reihe von Bildern: Gesichter, Körper, Orte, Objekte und Symbole. Mithilfe von funktioneller Magnetresonanztomografie identifizierten die Forscher dabei die Bereiche des Gehirns mit der größten spezifischen Aktivität für diese Stimuli. So lokalisierten sie zwei benachbarte Hirnregionen: Mit der einen erkennt der Mensch Orte, mit der anderen Gesichter.

Erst Erwachsene können sich Gesichter gut merken

Ein Vergleich der Daten zeigte zusätzliches Gewebe bei den Erwachsenen – jedoch nur in einer der beiden Hirnregionen, der für die Gesichtserkennung. Die Forscher vermuten, dass besonders das Wachstum der sogenannten Dendriten – Zellfortsätze der Nervenzellen, welche vorwiegend der Reizaufnahme dienen – für das zusätzliche Gewebe sorgt. "Dendriten sammeln Informationen aus unterschiedlichen Hirnregionen und bringen sie zu den einzelnen Nervenzellen", erklärt Karl Zilles, JARA Senior-Professor am Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin und an der Klinik für Psychiatrie der RWTH Aachen. "Wir denken, dass sich die Dendriten und somit auch Synapsen sowie das Myelin um die dort vorhandenen Axone der Nervenzellen stark in der Region für Gesichtserkennung entwickeln."
Die Fähigkeit, Gesichter zu erkennen, ist bei Kindern noch nicht voll ausgeprägt. Sie wird im Laufe des Erwachsenwerdens entwickelt. Auch diese Annahme überprüften die Wissenschaftler. Sie unterzogen die Kinder und Erwachsenen zwei verschiedenen Tests, um festzustellen, wie gut sie Gesichter und Orte wiedererkennen konnten. Für die Gesichtserkennung benutzten sie eine Variante des sogenannten Cambridge Face Memory Tests. Dieser prüft die Fähigkeit, einmal gesehene Gesichter wiederzuerkennen, unter zunehmend schwierigeren Bedingungen – etwa die Paarung mit ähnlichen Gesichtern, anderen Lichtverhältnissen oder überlagerten Bildstörungen. Während die Originalform des Cambridge-Tests mit Gesichtern von erwachsenen Männern arbeitet, wurden hier Bilder von Kindergesichtern verwendet – denn für die jungen Testteilnehmer ist es schwieriger, Gesichter von Erwachsenen auseinanderzuhalten. Für die Ortserkennung wurde ein ähnlicher Test benutzt, in dem Häuser und Korridore wiederzuerkennen waren.
Kinder schnitten bei beiden Tests ähnlich ab. Anders war es bei den Erwachsenen. "Sie konnten sich einmal eingeprägte Gesichter wesentlich besser merken als Orte", erklärt Katrin Amunts. "Das unterstützt die Hypothese, dass Gesichtserkennung eine Fähigkeit ist, die sich noch im Jugendalter weiterentwickelt." Diese Entwicklung hängt eng zusammen mit dem Wachstum von Dendriten, Synapsen und Myelin in der entsprechenden Region im Schläfenlappen. "Im Hirnareal für Gesichtserkennung war das Gewebewachstum nachzuweisen, nicht jedoch im Gebiet für Ortserkennung. Dies stimmt mit den funktionellen Befunden perfekt überein", stellt Karl Zilles fest.
Ähnliche Wachstumsprozesse seien auch in anderen Bereichen zu vermuten, so Amunts – etwa im Sprachzentrum. "Schließlich entwickeln sich die sprachlichen Fähigkeiten über einen relativ großen Zeitraum." Die vorliegende Publikation zeigt somit erstmals ein regional- und funktionsspezifisches Wachstum bestimmter, aber nicht aller Hirnregionen im Zeitraum zwischen Kindes- und Erwachsenenalter.
Originalpublikation:
"Microstructural proliferation in human cortex is coupled with the development of face processing" Jesse Gomez, Michael A. Barnett, Vaidehi Natu, Aviv Mezer, Nicola Palomero-Gallagher, Kevin S. Weiner, Katrin Amunts, Karl Zilles, Kalanit Grill-Spector, Science 06 Jan 2017, Vol. 355, Issue 6320, pp. 68-71, DOI: 10.1126/science.aag0311

Karten aus dem JuBrain-Atlas für zwei Regionen des Gysus FusiformusDer Gyrus Fusiformis, dargestellt von der Unterseite des Gehirns. Die dunklen Bereiche zeigen Furchen, die hellen Bereiche entsprechen Windungen. Die beiden Areale für das Erkennen von Gesichtern und Orten sind durch Wahrscheinlichkeits-Karten repräsentiert: Sie zeigen an, wie wahrscheinlich es ist, dass dieses Areal an einer bestimmten Stelle gefunden wird (höchste Wahrscheinlichkeit in Rot). Die Befunde basieren auf Kartierungen an Gewebeschnitten, die das Forschungszentrum Jülich auch der Öffentlichkeit über den JuBrain-Atlas zur Verfügung stellt. Die Funktion - also ob ein Areal in Orts- oder Gesichtserkennung eingebunden ist - wurde durch die Überlagerung der Karten mit den Ergebnissen funktionell bildgebender Untersuchungen (funktionelle MRT) festgestellt. Die anschließende Analyse der Feinstruktur der Hirnschnitte ermöglichte den Rückschluss auf das Wachstum der Dendriten.
Copyright: Forschungszentrum Jülich

Weitere Informationen:

Ansprechpartner:

Prof. Katrin Amunts
Institut für Neurowissenschaften und Medizin
Bereich Strukturelle und funktionelle Organisation des Gehirns (INM-1)
Tel.: 02461 61-4300
Email: k.amunts@fz-juelich.de
Prof. Karl Zilles
Institut für Neurowissenschaften und Medizin
Strukturelle und funktionelle Organisation des Gehirns
Tel.: 02461 61-3015
Email: k.zilles@fz-juelich.de

Pressekontakt:

Dr. Regine Panknin
Unternehmenskommunikation
Tel.: 02461 61-9054
Email: r.panknin@fz-juelich.de

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Dienstag, 17. Januar 2017

Uni Köln: Erfolgreiche Antikörperstudie bei HIV-Infektion



Seit kurzem werden sogenannte breit-neutralisierende Antikörper bei Patienten mit einer HIV-Infektion experimentell eingesetzt. Das Forscherteam um Prof. Dr. Florian Klein, Klinik I für Innere Medizin und Zentrum für Molekulare Medizin der Uniklinik Köln, hat einen neuen HIV neutralisierenden Antikörper nun erstmals im Menschen untersucht. Die Studie, die in enger Kooperation mit der Rockefeller University in New York durchgeführt wurde, ist  am 16.01.2017 in dem renommierten Wissenschaftsmagazin Nature Medicine veröffentlicht worden.

Bei vielen Infektionskrankheiten gelingt es dem Körper problemlos, mit Hilfe von Antikörpern die ursächlichen Erreger zu zerstören und so eine Heilung herbeizuführen. Bei HIV ist das anders. Zum einen befällt und schädigt HIV wichtige Zellen des Immunsystems, zum anderen ist HIV extrem wandelbar und kann so immer wieder der Immunantwort entweichen. In den vergangenen Jahren wurde eine neue Generation an sogenannten breit-neutralisierenden Antikörpern identifiziert. „Diese Antikörper können eine große Anzahl an unterschiedlichen HI-Viren effektiv neutralisieren und sind daher von besonderer Bedeutung bei der Suche und Entwicklung eines HIV-Impfstoffs“, erklärt Prof. Klein. Zudem untersucht die Arbeitsgruppe von Prof. Klein in enger Kooperation mit der Klinischen Infektiologie der Uniklinik Köln (Leitung: Prof. Dr. Gerd Fätkenheuer) und Wissenschaftlern der Rockefeller University in New York, ob und wie breit-neutralisierende Antikörper zur Therapie der HIV Erkrankung eingesetzt werden können.

Die jetzt veröffentlichte Studie untersucht diesen Ansatz. Der breit-neutralisierende anti-HIV Antikörper mit der Bezeichnung „10-1074“ erkennt eine spezifische Struktur (V3 loop) auf dem Hüllprotein von HIV und wurde erstmalig in gesunden Probanden und in Patienten mit einer HIV-Infektion untersucht. In der Phase I Studie konnten die Wissenschaftler zeigen, dass der Antikörper gut vertragen wurde und günstige pharmakokinetische Eigenschaften aufweist. Zudem zeigte der Antikörper in HIV-infizierten Teilnehmern eine hohe antivirale Aktivität, die zu einer Absenkung der Viruslast im Blut führte. Darüber hinaus konnte das Team die Entwicklung von resistenten HIV-Varianten genau untersuchen. „Die sehr umfangreichen genetischen Sequenzanalysen des HI-Virus erlauben es uns darzustellen, mit welcher Dynamik und welchen Mechanismen HIV auf den Antikörper reagiert“, so Dr. Henning Gruell, einer der Erstautoren der aktuellen Arbeit.

„Die sehr aufwendige Studie war nur möglich durch die intensive Kooperation mit dem infektiologischen Studienteam, und besonders der Infektionsambulanz der Uniklinik Köln (Leitung: Priv.-Doz. Dr. Clara Lehmann), sowie unseren Partnern an der Rockefeller University“, so Prof. Klein, Studienleiter in Deutschland und CO-Letztautor der Studie.

Der große Aufwand dieser klinischen Untersuchungen ist allerdings berechtigt. „Diese Studien erlauben uns, die Erkenntnisse unserer Forschung in optimaler Weise wieder zum Patienten zu bringen“, so Prof. Klein. „Nur dadurch sind wir in der Lage, erste klinische Ergebnisse zu erhalten und zu verstehen, wie Antikörper zu einer verbesserten Abwehr und Therapie von Infektionskrankheiten eingesetzt werden können.“    

Die Wissenschaftler planen weitere Studien, die einen Antikörper-vermittelten Therapieansatz in HIV-infizierten Patienten untersuchen sollen. Bereits im Frühjahr ist der Start weiterer Studien geplant.


Für Rückfragen:

Christoph Wanko
Referent Unternehmenskommunikation Uniklinik Köln
Stabsabteilung Unternehmenskommunikation und Marketing
Telefon: 0221 478-5548
E-Mail: presse@uk-koeln.de


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Wettbewerbsbeginn beim Grimme Online Award 2017



Einreichen bis 15. März / Unterschiedlichste Web-Angebote gewünscht

(Marl) Bis einschließlich 15. März 2017 können jetzt wieder Websites, Apps, Social-Media-Angebote oder besondere Leistungen für den Grimme Online Award eingereicht werden. „Nicht so bekannt ist, dass die Nominierungskommission nicht nur Webangebote und Apps mit publizistischem Charakter auswählen kann, sondern auch entsprechende Social-Media-Accounts. Facebook-Seiten und Instagram- oder Twitter-Profile könnten also auch vorgeschlagen werden. Wir suchen außerdem nach Persönlichkeiten, die das Netz beispielhaft nutzen“, erläutert Christian Nuernbergk vom Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Ludwig-Maximilians-Universität München, der in diesem Jahr zum zweiten Mal in der Nominierungskommission ist. „Schwierig sind für uns im Grunde nur Live-Angebote, wie Snapchat oder Facebook live, denn wir können nur beurteilen, was dauerhaft öffentlich abrufbar ist.“

Unter www.grimme-online-award.de können Anbieter und Internetnutzer Vorschläge für die Auszeichnung über ein Online-Formular abgeben – und dabei auch gewinnen. Unter allen Nutzern, die einen gültigen Vorschlag für den Grimme Online Award einreichen, werden zwei hochwertige Samsung-Tablets verlost. Mit Eingang der ersten Angebote nimmt die siebenköpfige Nominierungskommission ihre Arbeit auf und wählt die besten Beiträge in den vier Wettbewerbskategorien Information, Wissen und Bildung, Kultur und Unterhaltung sowie Spezial aus. Nach der Bekanntgabe der Nominierungen mit einer Diskussionsveranstaltung Anfang Mai sind alle Internetnutzer aufgerufen, aus den Nominierten den Publikumspreis zu ermitteln. Dieser, wie auch die maximal acht Jurypreise, werden am 30. Juni bei der Preisverleihung in der Kölner Flora verliehen.

Bei der Preisverleihung wird auch der „klicksafe Preis für Sicherheit im Internet“ vergeben. Die EU-Initiative „klicksafe“ prämiert – in Zusammenarbeit mit der Stiftung Digitale Chancen – Angebote, die sich in vorbildlicher Weise mit Risiken im Internet und angemessenem Nutzerverhalten im Netz beschäftigen.

Erst Partner und Förderer machen den Grimme Online Award 2017 möglich! Für die finanzielle Basis des Preises sorgt die Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, ein weiterer Beitrag kommt von der Stadt Köln. Die Preispublikation wird nunmehr im neunten Jahr vom Düsseldorfer Studio für Gestaltung, Pre-Press und digitale Medien, Digibox, gestaltet. Die bei der Preisverleihung gezeigten Einspielfilme werden erneut von der Full-Service-Kommunikationsagentur wildcard communications produziert, Videoproduktion und Livestream der Veranstaltung kommen von Quadia, einem Anbieter von Online-Video-Lösungen.

Weitere Informationen über die Zusammensetzung der Nominierungskommission und Jury, die Bewertungskriterien und das Auswahlverfahren gibt es im Internet:

blog.grimme-online-award.de (Blog „quergewebt“) www.facebook.com/grimme.online.award

Ansprechpartner:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Lars Gräßer
Telefon: 02365 - 918924


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Europäischer Spitzenfußball in USA immer beliebter


Tübinger Sportökonomen befragen US-Bürger – Internationale Fußball-Übertragungen vor allem bei der jüngeren Generation und beim spanisch-sprachigen Publikum gefragt

Der europäische Profifußball hat auch in den USA eine wachsende Fangemeinde: In einer repräsentativen Befragung zeige inzwischen fast jeder zweite US-Bürger mindestens ein Grundinteresse an Fußballspielen, berichten Professor Tim Pawlowski und Georgios Nalbantis von der Universität Tübingen. Zu den beliebtesten internationalen Fußballclubs in den USA zählen die beiden englischen Clubs Manchester United und Chelsea FC sowie die beiden spanischen Clubs FC Barcelona und Real Madrid.
Die Tübinger Sportökonomen hatten erstmals das Interesse der US-Bürger an Europäischen Fußballwettbewerben und der Major League Soccer (MLS) analysiert, der höchsten Spielklasse im US-amerikanischen und kanadischen Fußball. Der Fokus lag dabei auf Faktoren, die die Nachfrage nach Fußballübertragungen beeinflussen. Anhand ihrer Auswertungen konnten die Wissenschaftler unter anderem ein Ranking der beliebtesten internationalen Fußballwettbewerbe beim US-amerikanischen TV-Publikum erstellen.

Seit die USA als Gastgeberland der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 1994 nominiert wurden, ist das Interesse an Fußball im Land gestiegen. Dies sei bekannt, sagen die Wissenschaftler, und lasse sich unter anderem an den TV-Einschaltquoten ablesen: Hier haben beispielsweise Spielübertragungen der englischen Premier League inzwischen reguläre Saison-spiele der National Hockey League (NHL) überholt, der höchsten nordamerikanischen Eishockey-Liga. Sie liegen allerdings weiterhin deutlich hinter den in den USA führenden Sportarten Football, Basketball und Baseball.

Die Tübinger Studie erhebt nun erstmals ausführlich Zahlen zu verschiedenen Aspekten des US-amerikanischen Fußballmarkts: Für die umfangreiche Datenerhebung wurde eine repräsentative Stichprobe mit mehr als 6500 Bürgern aus allen US-Bundesstaaten gezogen. Eine Ausschluss-Frage zu Beginn ermöglichte die gezielte Befragung von den Bürgern, die mindestens ein Grundinteresse am Fußball zeigen. „Das waren in den zwei Erhebungswellen fast 50 Prozent und damit deutlich mehr als für den von den drei großen Sportarten dominierten US-Markt zu erwarten war“, konstatierten die Wissenschaftler.

Die Teilnehmer wurden unter anderem nach ihren bevorzugten Fußball-Wettbewerben gefragt: Unter den sieben Wettbewerben entfiel das größte Interesse auf die englische Premier League, gefolgt von der UEFA Champions League, der amerikanischen MLS und der spanischen La Liga. Die deutsche Bundesliga lag dabei mit Platz fünf vor der italienische Serie A und der französische Ligue 1. Die meisten Sympathisanten für europäische Clubs fanden sich in den Bundesstaaten Kalifornien und New York. Rund 3,5 Prozent der Fußball-affinen Befragten gaben als Lieblingsverein den FC Bayern München an. Damit liegt Bayern München unter den Top 10 der beliebtesten europäischen und nordamerikanische Fußballvereine in den USA. Angeführt wird die Liste von Englands Club Manchester United gefolgt von Spaniens Club FC Barcelona.

Im Fokus der Studie stand die Analyse von Faktoren, die die Nachfrage nach Fußballübertragungen beeinflussen. Dabei zeigte sich, dass Fußballfans aus einer MLS-Stadt im Schnitt auch mehr Interesse an internationalen Fußballspielen haben und, dass Live-Übertragungen im Fernsehen vor allem von der jüngeren Generation verfolgt werden. Es zeigte sich zudem, dass unter den Fußballfans überproportional die spanisch sprechende Bevölkerung vertreten ist. „Dies könnte erklären, warum in der Saison 2015/2016 die Spiele von Bayer Leverkusen mit dem mexikanischen Star Javier Herández Balcázar (aka Chicharito) sehr beliebt waren“, so die Sportökonomen. Zusätzlich bestätigt die Studie erstmals empirisch, dass „Ausgeglichenheit“ bei Fußballwettbewerben eine wichtige Rolle in den USA spielt: Als spannend wahrgenommene Ligen, deren Meisterschaftsausgang ungewiss ist, ziehen mehr Zuschauer an, als Wettbewerbe, in denen ein Verein klar dominiert.

Die Studie entstand durch eine Förderung des João Havelange Research Scholarships, mit dem die FIFA unabhängige Forschungsprojekte zum Fußballsport unterstützt, und wurde nun als Buch veröffentlicht.


Publikation:  Nalbantis, G. & Pawlowski, T. (2017). The Demand for International Football Telecasts in the United States (Palgrave Pivots in Sports Economics Issue 1, edited by W. Andreff & A. Zimbalist). Houndmills (UK): Palgrave.


Kontakt:
Georgios Nalbantis
Universität Tübingen
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Arbeitsbereich Sportökonomik, Sportmanagement und Sportpublizistik
Telefon: +49 7071 29-76545

Prof. Dr. Tim Pawlowski
Universität Tübingen
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Leiter des Arbeitsbereichs Sportökonomik, Sportmanagement und Sportpublizistik
Telefon: +49 7071 29-76544


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Samstag, 14. Januar 2017

NASA Invites Media to Pre-Super Bowl Event at Johnson Space Center



Football floats aboard the space station

The regulation football floated aboard the International Space Station.
Credits: NASA

Media are invited to visit NASA’s Johnson Space Center in Houston ahead of Super Bowl LI to get an insider’s look at the central hub of human space exploration and interview experts from across the agency and industry. The event will be held from 7:30 a.m. to 1 p.m. CST on Wednesday, Feb. 1.
During this behind-the-scenes visit, media will see real-world examples of astronaut training, NASA’s Orion spacecraft, deep space technologies, and current work aboard the International Space Station. The event will include a live, interactive conversation with NASA astronauts Shane Kimbrough and Peggy Whitson, who are currently living and working 250 miles off the Earth on the space station.

To apply, media must email jsccommu@mail.nasa.gov no later than 5 p.m. Friday, Jan. 27.

NASA experts, including an astronaut, will be available for interviews about a variety of human spaceflight activities.

Reporters also will have the opportunity to:

·         Meet an astronaut and the people who train and support them in space
·         Tour special locations around Johnson, including the current International Space Station and historic Apollo Mission Control rooms, mockups of the space station, the Orion spacecraft and the Neutral Buoyancy Laboratory, a huge pool where astronauts train for spacewalks
·         Hear from NASA experts as they explain the many analogies between America’s space program and football
·         Learn about current scientific experiments underway aboard the space station and new experiments planned to launch in the future
·         See how the space station is being used as a scientific laboratory to test groundbreaking new technologies that will help astronauts safely reach deep space destinations

NASA is on an ambitious Journey to Mars that includes sending humans to the Red Planet in the 2030s, and the agency’s robotic spacecraft are already leading the way. Orion and the agency’s Space Launch System rocket will launch together for the first time in 2018 and be capable of sending humans farther from Earth than humans have ever traveled. Aboard the International Space Station, astronauts are researching many science disciplines, conducting cutting-edge technology development and growing a commercial marketplace in space.
NASA will tweet about the event using the hashtag #SpaceBowl. For more on NASA’s connections to football, visit:


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Mittwoch, 11. Januar 2017

Ein Dutzend und ein Neutronensterne


Mit der Hilfe von zehntausenden von Freiwilligen entdeckt das verteilte Rechenprojekt Einstein@Home 13 neue Gammapulsare

11. Januar 2017
Eine Untersuchung, die länger als tausend Jahre auf einem einzelnen Computer gedauert hätte, hat binnen eines Jahres mehr als ein Dutzend neuer schnell rotierender Neutronensterne in Daten des Gammasatelliten Fermi entdeckt. Ein internationales Team unter Leitung von Forschenden des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik in Hannover untersuchte mit der von Freiwilligen aus aller Welt gespendeten Rechenleistung 118 unidentifizierte Objekte aus dem Fermi-Katalog. In 13 entdeckten sie einen rotierenden Neutronenstern im Herzen der Quelle. Alle Entdeckungen sind – nach astronomischen Maßstäben – junge Himmelsobjekte mit einem Alter von mehren zehn- und hunderttausend Jahren. Zwei von ihnen drehen sich überraschend langsam – gemächlicher als alle anderen bekannten Gammapulsare. Eine andere Entdeckung erfuhr einen sogenannten „glitch“, eine plötzliche Änderung der ansonsten gleichmäßigen Rotation mit unbekannter Ursache.
„Es gibt drei Gründe, warum wir so viele neue Pulsare entdeckt haben: die gewaltige Rechenleistung, die Einstein@Home bereit stellte, unsere Entwicklung neuer und effizienterer Suchmethoden, und die Nutzung von kürzlich verbesserten Fermi-Daten. Alles zusammen ergab eine beispiellos hohe Empfindlichkeit für unsere große Durchmusterung von mehr als 100 Quellen des Fermi-Katalogs“, sagt Dr. Colin Clark, Erstautor der Veröffentlichung, die nun im The Astrophysical Journal erschien.
Neutronsterne sind kompakte Überreste von Supernova-Explosionen und bestehen aus exotischer und extrem dichter Materie. Sie haben einen Durchmesser von etwa 20 Kilometern und wiegen so viel wie rund eine halbe Million Erden. Aufgrund ihrer starken Magnetfelder und schnellen Eigendrehung strahlen sie gerichtet Radiowellen und energetische Gammastrahlen ab – ähnlich eines kosmischen Leuchtturms. Wenn diese Strahlen ein- oder zweimal pro Umdrehung in Richtung Erde zeigen, wird der Neutronenstern als pulsierende Radio- oder Gammastrahlungsquelle sichtbar – als sogenannter Pulsar.

Gammapulsare „blind“ entdecken

Ein Gammapulsar ist ein kompakter Neutronenstern, der in seinem extrem starken Magnetfeld geladene Teilchen auf relativistische Geschwindigkeiten beschleunigt. Dabei entsteht unter anderem Gammastrahlung (violett) weit über der Oberfläche des kompakten Sternrests, während Radiowellen (grün) kegelförmig über den Magnetpolen ausgesendet werden. Die Rotation schwenkt die Abstrahlungsgebiete über die irdische Sichtlinie und lässt den Pulsar so periodisch am Himmel aufleuchten.Bild vergrößern
Ein Gammapulsar ist ein kompakter Neutronenstern, der in seinem extrem starken Magnetfeld geladene Teilchen auf ... [mehr]
Dieses periodische Pulsieren von Gammapulsaren aufzuspüren ist sehr schwierig. Im Schnitt detektiert das Large Area Telescope (LAT) an Bord des Fermi-Satelliten nur 10 Photonen pro Tag von einem typischen Pulsar. Um das Pulsieren nachzuweisen, müssen Daten von vielen Jahren analysiert werden, während der sich der Pulsar milliardenfach um die eigene Achse drehen kann. Für jedes einzelne Photon muss genau bestimmt werden, während welcher Phase der weniger als einer Sekunde dauernden Rotation es abgestrahlt wurde. So müssen die Astronomen Jahre überspannende Datensätze mit sehr feiner Auflösung durchkämmen, damit Ihnen kein Signal entgeht. Die Rechenleistung für diese „Blindsuchen“ – bei denen wenig bis keine Information über die Pulsare vorab bekannt ist – ist enorm.
Vorherige ähnliche Blindsuchen spürten 37 Gammapulsare in Fermi-LAT-Daten auf. Einstein@Home macht sämtliche Entdeckungen mit Blindsuchen in den vergangenen vier Jahren. Das Projekt hat so insgesamt 21 Gammapulsare entdeckt – mehr als ein Drittel aller in solchen Blindsuchen gefunden Objekte.

Rechenressource Einstein@Home

Mit der Hilfe von zehntausenden Freiwilligen aus aller Welt, die ungenutzte Rechenleistung auf ihren Computern zuhause für Einstein@Home spendeten, konnte das Team eine groß angelegte Durchmusterung durchführen. Insgesamt benötigte diese Suche eine Rechenzeit von rund 10.000 Jahren CPU-Kern-Zeit. Mit einem einzelnen Heim-PC hätte sie mehr als 1000 Jahre gedauert. Einstein@Home schaffte es binnen eines Jahres, obwohl nur ein Teil der Rechenleistung des Projekts dafür eingesetzt wurde.
Die Forschenden wählten aus 1000 unidentifizierten Qellen im Fermi-LAT Third Source Catalog ihre Ziele nach der Ähnlichkeit ihrer Energieverteilung der Gammastrahlung mit der von Pularen aus. Für jedes der 118 ausgewählten Objekte setzten sie neue hocheffiziente Methoden ein, um ein verstecktes Pulsieren in den registrierten Gammaphotonen zu entdecken.

Ein Dutzend und ein neuer Neutronenstern

<span>Der gesamte Himmel im Blick des Gammasatelliten </span><em>Fermi</em><span> und die 13 nun publizierten von Einstein@Home entdeckten Gammapulsare. Die Felder unterhalb der Ausschnitte zeigen den Namen des jeweiligen Pulsars und seine Rotationsfrequenz. Die Flaggen in den Ausschnitten zeigen die Nationalitäten der Freiwilligen an, deren Computer die Pulsare gefunden haben.</span>Bild vergrößern
Der gesamte Himmel im Blick des Gammasatelliten Fermi und die 13 nun publizierten von Einstein@Home entdeckten ... [mehr]
„Bislang haben wir 17 neue Pulsare in den 118 Gammastrahlungsquellen identifiziert, die wir mit Einstein@Home untersucht haben. Die neue Veröffentlichung in The Astrophysical Journal enthält 13 von diesen Entdeckungen“, sagt Clark. „Wir wussten, dass sich viele unidentifizierte Pulsare in den Fermi-Daten verstecken mussten. Aber es ist immer sehr aufregend tatsächlich einen von ihnen zu entdecken und gleichzeitig sehr befriedigend zu verstehen was seine Eigenschaften sind.“ Frühere Einstein@Home-Suchen hätten rund die Hälfte der Entdeckungen verpasst, aber die neuen verbesserten Suchmethoden machten nun den entscheidenden Unterschied.
Die meisten Entdeckungen sind so wie die Wissenschaftler erwarteten: relativ junge Gammapulsare, die vor einigen zehn- oder hunderttausend Jahren in Supernovae geboren wurden. Zwei von ihnen drehen sich jedoch langsamer als alle anderen bekannten Gammapulsare. Langsam rotierende junge Radiopulsare geben in der Regel weniger Gammastrahlung ab als schneller rotierende. Diese schwächeren Objekte zu entdecken ist daher hilfreich, um die gesamte Population der Gammapulsare zu erfassen. Ein weiterer neu entdeckter Pulsar erfuhr einen starken „glitch“, eine plötzliche Beschleunigung seiner sonst extrem gleichmäßigen Rotation mit unbekannter Ursache. Diese Phänomen ist von anderen jungen Pulsaren bekannt, allerdings noch nicht genau verstanden. Es könnte mit Neuanordnungen der Materie im Inneren der Neutronensterne zusammenhängen.

Die Suche nach Gammapulsaren in Doppelsternsystemen

„Einstein@Home hat 118 unidentifizierte pulsar-ähnliche Quellen aus dem Fermi-LAT-Katalog untersucht“, sagt Prof. Dr. Bruce Allen, Direktor von Einstein@Home und Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik. „Colin hat gezeigt, dass 17 von diesen in der Tat Pulsare sind und ich würde wetten, dass viele von den verbleibenden 101 es ebenfalls sind, die sich aber in Doppelsternsystemen befinden, für die uns derzeit noch die notwendige Empfindlichkeit fehlt. In der Zukunft wird Einstein@Home mit verbesserten Methoden auch diesen nachspüren und ich bin zuversichtlich, dass wir zumindest einige von ihnen finden werden.“
Hintergrundinformationen „Wer hat die Entdeckungen gemacht?“, „Einstein@Home im Überblick“, „Schritt für Schritt zum Ziel – die neuen Rechenmethoden“ nach dem Seitenumbruch.


Hintergrundinformation: Wer hat die Entdeckungen gemacht?

Zehntausende Einstein@Home-Freiwillige, die dem Projekt Rechenzeit gespendet haben, haben die Entdeckungen ermöglicht. Ohne sie hätte die Durchmusterung nicht durchgeführt werden und diese Entdeckungen nicht gemacht werden können. Das Team dankt insbesondere den Freiwilligen, deren Computer die 13 Pulsare entdeckten, die in der ApJ-Publikation vorgestellt werden. (In den Fällen, wo der Name des Freiwilligen unbekannt oder privat ist, geben wir den Einstein@Home-Benutzernamen an.)
PSR J0002+6216: James Drews von der UW-Madison, WI, USA und Ralph Elwell aus Richland, WA, USA; PSR J0359+5414: Whelton A. Miller III, Lincoln University of Pennsylvania & University of Pennsylvania, USA; der ATLAS-Cluster, AEI, Hannover, Deutschland und Philip “Delty” Horney von der GPU Users Group, Fort Wright, KY, USA; PSR J0631+0646: Katagiri, Atsushi aus Kawasaki, Japan und Nicholas Huwar aus Houston, TX, USA; PSR J1057−5851: Syracuse University HTC Campus Grid, NY, USA; Igor Yakushin aus Chicago, IL, USA und das LIGO Laboratory, USA; PSR J1105−6037: der ATLAS-Cluster, AEI, Hannover, Deutschland und Syracuse University HTC Campus Grid, NY, USA; PSR J1350−6225: Petr Ruzicka aus Brno, Tschechische Republik und Bryden Kanngiesser aus Calgary, Canada; PSR J1528−5838: “fred c” und Gabriel Vasquez aus Miami, FL, USA; PSR J1623−5005: Lars Bollwinkel aus Kiel, Deutschland und Greg Dorais aus Martinez, CA, USA; PSR J1624−4041: Xio of NYC und Hung Tran aus Chandler, AZ, USA; PSR J1650−4601: Syracuse University HTC Campus Grid, NY, USA und Eric Schwartz aus Vashon Island, WA, USA; PSR J1827−1446: der ATLAS-Cluster, AEI, Hannover, Deutschland; Igor Yakushin aus Chicago, IL, USA und das LIGO Laboratory, USA; PSR J1844−0346: Aurélien Faucheux aus Antibes, Frankreich und Roger Gulbranson, Ph.D. aus Wickliffe, OH, USA; PSR J2017+3625: Kurt Gramoll, Ph.D., University of Oklahoma, OK, USA und Michael Brandau aus Kassel, Germany.

Hintergrundinformation: Einstein@Home im Überblick

Das Projekt für verteiltes Rechnen verbindet PC-Nutzer aus der ganzen Welt, die freiwillig brachliegende Rechenzeit ihrer Heim- und Bürocomputer und Smartphones zur Verfügung stellen. Mit mehr als 440.000 Teilnehmern ist es eines der größten Projekte dieser Art. Die Gesamtrechenleistung liegt bei rund 1,6 petaFLOPS und würde Einstein@Home einen Platz unter den schnellsten 60 Rechner der Welt sichern.
Seit 2005 durchsucht Einstein@Home Daten der Gravitationswellendetektoren innerhalb der LIGO-Virgo-Science Collaboration (LVC) nach Gravitationswellen von unbekannten, schnell rotierenden Neutronensternen. Ab März 2009 widmete sich Einstein@Home auch der Suche nach Signalen von Radiopulsaren in Beobachtungen des Arecibo Observatoriums in Puerto Rico und des Parkes Observatory in Australien. Seit der ersten Entdeckung eines Radio-Pulsars im August 2010 mit Einstein@Home hat das weltweite Computernetzwerk insgesamt 55 Radiopulsare aus den Daten gefischt. Neu hinzugekommen ist im August 2011 ein Projekt zur Suche nach Gammapulsaren in den Daten des Fermi-Satelliten. Diese hat bislang 21 neue Gammapulsare entdeckt.
Wissenschaftlicher Träger sind das Center for Gravitation and Cosmology an der University of Wisconsin–Milwaukee und das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut, Hannover) mit finanzieller Unterstützung der National Science Foundation und der Max-Planck-Gesellschaft.

Hintergrundinformation: Schritt für Schritt zum Ziel – die neuen Rechenmethoden

Ihre neuen Methoden verbessern die Suchempfindlichkeit ohne die Rechenkosten dafür zu erhöhen. Sie bestehen aus einem Anfangsschritt, der empfindlicher als in allen vorigen Einstein@Home-Suchen nach Gammapulsaren ist. Dieser erste Schritt produziert eine große Zahl vielversprechender Kandidatensignale, die dann mit einem noch empfindlicheren zweiten Folgeschritt untersucht werden. Dieser zoomt auf den Kandidaten zu und verringert die Unsicherheit in den astrophysikalischen Parametern des Pulsars. Der letzte Untersuchungsschritt wird nicht auf Einstein@Home, sondern auf dem Großrechner Atlas am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover durchgeführt.

Wissenschaftliche Publikation: “The Einstein@Home gamma-ray pulsar survey I: search methods, sensitivity and discovery of new young gamma-ray pulsars”, The Astrophysical Journal, Volume 834, Number 2 (2017), http://iopscience.iop.org/article/10.3847/1538-4357/834/2/106, freier Zugriff auf dem arXiv: https://arxiv.org/abs/1611.01015


Wissenschaftlicher Kontakt:
Dr. Colin Clark
Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung „Beobachtungsbasierte Relativität und Kosmologie“
Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik Hannover
Telefon:+49 511 762-17187

Prof. Dr. Bruce Allen
Direktor der Abteilung „Beobachtungsbasierte Relativität und Kosmologie“, Direktor von Einstein@Home
Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik Hannover
Telefon:+49 511 762-17148

Medienkontakt:
Dr. Benjamin Knispel
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik Hannover
Telefon:+49 511 762-19104

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Was heißt Islamismus? Neue Erklärfilme der Bundeszentrale für politische Bildung online



Seit dem 11. September 2001 hat ein Wort Hochkonjunktur: Islamismus. Aber was genau versteht man unter Islamismus? Wie und warum radikalisieren sich Jugendliche? Und was kann man dagegen tun?

Mit einer neuen Reihe von Erklärfilmen bietet die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb einen audiovisuellen Einstieg in das komplexe Thema Islamismus. Wissenschaftler, Intellektuelle und andere Experten äußern sich in vier Filmen zur Gefahr, die von Islamisten ausgeht, zu Prävention, Deradikalisierung und dem Verhältnis von Islam und Gewalt. Verhandelt wird auch die Frage, wie sich Freiheit und Sicherheit in Zeiten terroristischer Bedrohung zueinander verhalten.

Der 10-minütige Film "Was heißt Islamismus?" beleuchtet wichtige Ideologien der radikalen Herrschaftstheorie, bettet sie überblicksartig ein und blickt auf jüngere Entwicklungen wie die Ausbreitung der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS): www.bpb.de/233982

Der 20-minütige Film "Radi! kalisieru ng von Muslimen" erklärt, warum und wie sich junge Menschen radikalisieren - und welche Rolle biografische Brüche, Migrationserfahrungen, politische Faktoren oder religiöse Bezüge dabei spielen: www.bpb.de/236880

Der dritte, ebenfalls 20-minütige Film "Strategien gegen Radikalisierung" beschäftigt sich mit Prävention, Deradikalisierung und Strafverfolgung. Der vierte Film der Reihe erscheint im ersten Quartal 2017 und geht der Frage nach, wie sich Freiheit und Sicherheit in Zeiten terroristischer Bedrohung zueinander verhalten und welche Auswirkungen dies für die Gesellschaft hat.

"Mit den Filmen will die bpb einen Beitrag zur Aufklärung über den Islamismus leisten.", sagt Thomas Krüger, Präsident der bpb. "Denn die Gefährdung der Demokratie beginnt nicht e! rst mit d em bewaffneten Kampf islamistischer Gruppen. Hassideologien und Ungleichwertigkeitsvorstellungen spalten unsere Gesellschaft und bereiten den Nährboden für den dschihadistischen Islamismus. Politische Bildung muss deshalb früh ansetzen, um islamistischer Propaganda die Grundlage zu entziehen."

Der Film ist im Online-Dossier Islamismus erschienen. Dort sind auch die weiteren Angebote der bpb zum Thema zusammengefasst.

Weitere Informationen unter www.bpb.de/islamismus

Bundeszentrale für politische Bildung
Stabsstelle Kommunikation
Adenauerallee 86
53113 Bonn
Tel +49 (0)228 99515-200
Fax +49 (0)228 99515-293
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Montag, 9. Januar 2017

Atlanta Students to Speak to NASA Astronaut on Space Station



NASA astronaut Shane Kimbrough

NASA astronaut Shane Kimbrough harvests fresh red romaine lettuce on the International Space Station as part of the Veggie investigation. The lettuce was soon consumed by crew members as part of their evening meal.
Credits: NASA

Students at The Lovett School in Atlanta will have the opportunity to speak with a NASA astronaut living and working aboard the International Space Station at 9 a.m. EST on Tuesday, Jan. 10. The 20-minute, Earth-to-space call will air live on NASA Television and the agency’s website.

Expedition 50 Commander, and Lovett School alumnus, Shane Kimbrough will answer questions from sixth grade and 12th grade astronomy students at the school. Kimbrough launched to the space station on Oct. 19 and will live aboard until late February.

Media interested in covering the event should contact Jen Sarginson at jennifer.sarginson@lovett.org. The school is located at 4075 Paces Ferry Road, N.W., and the event will take place in the Hendrix-Chenault Theater.
This in-flight education downlink is an integral component of the NASA Office of Education’s efforts to improve science, technology, engineering and mathematics (STEM) teaching and learning in the United States. Linking students directly to astronauts aboard the space station through the agency Office of Education’s STEM on Station activity provides authentic, live experiences in space exploration, space study and the scientific components of space travel, while introducing the possibilities of life in space.

For NASA TV streaming video, schedule and downlink information, visit:


For more information, videos and lesson plans highlighting research on the International Space Station, visit:




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Frauen in Europa

Frauen in Europa
Frauen in Europa by Lilli Cremer-Altgeld. „Frauen in Europa“. Seien Sie dabei! Mit Ihren Gedichten. Mit Ihren Ideen. Mit Ihren Visionen. Mit Ihren Werken. Mit Ihrer Homepage. Bitte schreiben Sie eine Mail an Lilli Cremer-Altgeld frauenineuropa@t-online.de Bitte klicken Sie auf das Bild: So kommen Sie direkt zum Blog „FRAUEN IN EUROPA“.

Was die anderen Hochbegabten anders machen – ein Beispiel aus der Wirtschaft für die Politik


Foto: Ralf Voigt


Man erkennt sie.

Es sind die kleinen Einsteins, die Picassos und die Mozarts. Sie lesen schon mit sechs Jahren „The New York Times“, korrespondieren mit fünf Jahren in Mandarin und spielen mit vier Jahren die Spatzenmesse in C-Dur. Später studieren sie dann bereits mit 14 an einer Uni und werden jüngster Professor oder jüngste Professorin.

Man kennt sie.

Dann gibt es noch die anderen.

Ihre Begabung ist nicht so offensichtlich. Oder: offensichtlich nur für Eingeweihte. Für Kennerinnen und Kenner. Wahrscheinlich stehen sie nicht in einem Labor. Ob sie mit dem Pinsel umgehen können? Seien Sie tapfer: Wohl eher nicht so. Ob sie eine Stradivari zu schätzen wissen? Hm.

Und doch haben sie ihre Begabung. Erkennbar wie gesagt fast nur für Eingeweihte.

Ein Beispiel: Ich war Mitglied in einem Verband, der das Wort „Wirtschaft“ in seinem Namen trägt. Es ging um ein Thema, das alle Menschen bewegt. Wirklich alle. Wirklich jeden. Es ging um Politik. Und um den Anlauf zu einem neuen Gesetz. Man diskutierte. Und fragte sich, wie man denn überzeugend argumentieren könnte.

Ich erwähnte den Gedanken einer Befragung. Sie kennen das: In jeder grösseren Stadt stehen diese Interviewer auf der grossen Einkaufsstrasse und wollen wissen, welche Zahnpasta, welches Waschmittel, welche Automarke Sie bevorzugen. Strasseninterviews nennen wir das. Wir, das sind meine Kolleg*innen aus der Marktforschung und ich. Ich hatte damals ein Institut für Markt- und Kommunikationsforschung. Unsere Klienten aus der Politik und Wirtschaft waren bekannt und angesehen und wir waren stolz darauf, für sie forschen zu dürfen.

In meinem Verband war das bekannt.

Ja. Sagte man: Eine Befragung auf der Strasse ist ein überzeugendes Argument. Wir – wer auch immer „wir“ sein sollte – wir stellen uns auf die Strasse und befragen die Menschen. Und dann geben wir – und das war der Sinn der Sache – das Ergebnis an den OB der Stadt. Einer von meinen Kollegen im Verband meinte dann: Ob wir wohl 50 Menschen dazu bewegen können, mit uns zu reden?

Wie, sagte ich: 50 Menschen?

Ja. Sagten die anderen. 50 Menschen wäre eine tolle Sache.

Klar sind 50 Menschen eine tolle Sache. Aber: Wie wollen wir einen OB mit den Stimmen von 50 Menschen motivieren, ein neues Gesetz in Gang zu bringen? Nach einer halben Stunde hatte man sich auf 100 Menschen geeinigt. Mit dem Zusatz: Ob wir das wohl schaffen werden?

Warum so zaghaft?

Die Jungs und Mädels, die hier zusammen sassen, waren die Menschen, die täglich über Millionen entschieden. Ihre Denkweisen waren nicht 100 oder 1.000. Es waren 1.000.000 und mehr!

Mir war klar, dass ich meine lieben Kolleginnen und Kollegen jetzt schockieren musste. Nicht weil ich Schocks mag – aber ich musste ihnen schon sagen, wie so etwas in der Realität funktioniert. Dass man an den verantwortlichen Stellen – sorry – 100 Menschen als Beweis nicht gelten lassen wird. Man wird schmunzeln und zur Tagesordnung übergehen.

Noch bevor ich den Gedanken: „Wie sag‘ ich es das denn jetzt?“ zu einem Satz modellieren konnte, war es raus:

1.000 INTERVIEWS!
1.000 Interviews?

Das Entsetzen war gross. Nur unser Präsident war begeistert. Und dann ging das los, was zumeist los geht, wenn ein Hochbegabter – eine Hochbegabte – eine Idee und einen Weg vor Augen hat: GEHT NICHT! FUNKTIONIERT NICHT! SCHAFFEN WIR NICHT! WIR SIND DOCH NICHT VERRÜCKT! WER SOLL DAS DENN ALLES ZAHLEN?

Ich hörte mir das eine Stunde an, während ich das Konzept schrieb, die Umsetzung des Konzepts plante und einen Entwurf für den Fragebogen entwarf. Unser Präsident hatte mich aus den Augenwinkeln beobachtet und rief mich auf – nach vorne zu kommen und die Einzelheiten zu präsentieren. Gesagt. Getan.
Wir fanden über 50 Mitglieder aus dem Wirtschafts-Verband, die mitmachten. Manager*innen, die ich mit meinem Team für diesen Einsatz schulte. Es waren wohl die Interviewer*innen mit den höchsten Stundenlöhnen, die hier und heute ehrenamtlich auf die Strasse gingen und sehr mutig die Menschen nach ihrer Meinung befragten.

Um Mitternacht hatten wir 1.037 Interviews geschafft. Alle von meinen Forscherkollegen und mir kontrolliert. Alle perfekt. Es war ein harter Job – aber selten habe ich ein Team von fast 100 „Mitarbeiter*innen“ so begeistert arbeiten gesehen.

Am nächsten Morgen wurde noch einmal kontrolliert. Und dann gingen die Fragebögen ins Rechenzentrum zur Uni. Ich schrieb dazu einen Bericht für die Präsentation. Mein Team zeigte einen bewundernswerten Einsatz. Und so konnte ich meiner Assistentin auch nicht die Bitte abschlagen, die Ergebnisse beim OB präsentieren zu dürfen.

Der OB schien sehr zufrieden. Und so wanderten unsere Ergebnisse weiter „nach oben“. Und so wurde aus unserer Idee der Beweis, dass die Menschen diese Verbesserung ihres Alltags wirklich wollten.

Schliesslich wurde aus dem Beweis ein Gesetz in Deutschland, das jedem Menschen den Alltag etwas besser macht. Zur Freude der Menschen.
Nein, so faszinierend wie ein Picasso ist dieses Gesetz nicht.

Aber es erleichtert seitdem allen Menschen ihr Leben. Und das Tag für Tag in Deutschland.

Wenn Sie Unternehmer*in sind: Gründen Sie einen Think Tank mit Ihren Hochbegabten und allen, die mutig sind und gross denken und handeln können. Dann sind Sie nicht nur Ihre Probleme los. Sie haben auch die Chance, die Welt ein bisschen besser machen zu können.

Was sagte John F. Kennedy in seiner Antrittsrede am 20. Januar 1961 in Washington, D.C.:

„Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt (…) fragt, was wir gemeinsam tun können für die Freiheit des Menschen.“ [1]

Lilli Cremer-Altgeld
Mobil 0049 1575 5167 001





Meine persönliche Einführung in die Hochbegabung

Wenn Sie sich die Frage stellen: „Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?“ – dann werden Sie hier Antworten finden. Ich habe die Informationen davon abhängig gemacht, wie gesichert Sie wissen wollen, ob Sie hochbegabt sind. Deshalb meine Frage an Sie: „Wie GESICHERT wollen Sie wissen, ob Sie hochbegabt sind?“

Meine Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen:

❤ Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier können Sie mal schnuppern, wie Hochbegabte so ticken.

❤ Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier bekommen Sie Tipps, was Sie tun können, um herauszufinden, ob Sie tendenziell hochbegabt sind.

❤ Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – Adressen. Hier können Sie sich zum IQ-Test anmelden. Das Ergebnis des IQ-Test sagt Ihnen, wie hoch Ihr IQ ist. Ist er über 130 Punkte, sind Sie hochbegabt. Über 145 Punkte sind Sie höchstbegabt.

Aber was ist überhaupt Hochbegabung?

Die Antwort ist einfach. Treffend hat sie einmal der Psychologe Dr. Jürgen vom Scheidt so beantwortet: „Es ist das intellektuelle Potenzial von jemandem, der in einem der gängigen und anerkannten Intelligenztest einen IQ-Wert von 130 Punkten und mehr erzielt. Dies betrifft, streng genommen, 2,27 Prozent der Bevölkerung.“ http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 20.09.2015

Und was ist HÖCHSTBEGABUNG?

Ganz einfach. Dr. Sylvia Zinser schreibt: „Ist der IQ über 145 so spricht man von Höchstbegabung.“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

Allen Hochbegabten und Höchstbegabten empfehle ich das informative, spannende und vergnügliche „Sylvia Zinser's Sammelsurium“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/ Stand: 19.09.2015 Hier erfahren Sie nicht nur etwas über den IQ, sondern auch über „Brot, Schwaebische Traeubleskuchen sowie über diverse Weihnachtsplätzchen“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/backen.htmlx Stand: 19.09.2015

❤ Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Man sagt oft von Hochbegabten: „Die haben eine 1 (Bestnote) in Mathe – können aber ihre Schuhe nicht richtig zubinden“. Soll heissen: das Denken funktioniert (in bestimmten Bereichen) ausgezeichnet – aber im Alltäglichen kommen sie mit bestimmten Situationen nicht gut zurecht. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aussage für einige Hochbegabte wirklich sehr zutreffend – für andere weniger bis gar nicht.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Bei meinem Mathelehrer hatte ich so gut wie immer eine 1. Allerdings hatte ich auch eine Mathelehrerin. Sie war eher der Typ „Geschichtenerzählerin“. Sie sprach gerne über ihre Lieblingsrezepte, ihre Backkunst und ihren Hund. Ich war so damit beschäftigt, herauszufinden, was das mit Arithmetik zu tun hatte, dass ich ihr, wenn es denn mal was zu rechnen gab, kaum noch folgen konnte.

Meine Noten in Mathe lagen bei ihr im Mittelfeld. Und ich war richtig dankbar als der in meinen Augen „richtige“ Lehrer kam. Der mir Mathe so erklärte, dass ich es verstanden habe. Ich machte Überstunden in Mathe und liess mir extra Hausaufgaben geben. Nein, ich war keine Streberin. Ich hatte einfach Spass an Problemlösungen. Aber wenn ich meine Strickjacke zuknöpfen sollte – da gab es Stress für mich. Jedenfalls dieser Lehrer schickte mich zum Schulpsychologen, der mich positiv auf Hochbegabung testete. Da er sagte: „Du darfst mit niemandem darüber reden, dass Du diesen IQ von … hast.“ – dachte ich: vielleicht ist es eine Krankheit oder sonst wie ansteckend. Ich habe nie darüber gesprochen. Erst vor gut zehn Jahren habe ich mich in meiner Familie geoutet.

Meine Kollegin Alexandra in unserem Markt- und Sozialforschungs-Institut war da ähnlich unterschiedlich in ihrer Mathe-Begabung. Obwohl sie ein echtes Mathe-Genie ist, gab es auch für sie Grauzonen. Normalerweise hörte sie von einer Aufgabe oder schaute auf das Papier. Und schwupp – schon hatte sie die Lösung. Manchmal trat sie einen Wettstreit mit unserem Computer an. Nicht immer war unser PC der Gewinner. Doch dann gab es für sie echte Herausforderungen: Wenn sie ohne Hilfsmittel Prozent rechnen sollte, versagte sie fast jedes Mal. Nicht mal 10 Prozent von 100 konnte sie richtig errechnen. Allein bei dem Wort „Prozentrechnen“ driftete sie immer ab. Im Laufe der Zeit wurde es allerdings besser.

Ich will damit sagen: Nicht alle Hochbegabte sind Mathe-Genies. Nicht alle Mathe-Genies sind fehlerlos. Tröstlich ist, was Albert Einstein einmal über Mathe gesagt hat: „Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“

Mit anderen Worten: Nicht jeder Hochbegabte glänzt in Mathe. Eine Klientin von mir war die Vorgesetzte der ehemaligen Lehrerin eines Fußballnationalspielers (Weltmeister!). Er hatte wenig Interesse an Zahlen und sagte bereits in jungen Jahren zu der Lehrerin: „Warum soll ich Rechnen lernen? Ich werde mal ein berühmter Fußballspieler. Und dann kann ich mir so viele Rechenkünstler leisten wie will.“ Die Lehrerin staunte. Doch der Junge hatte Recht. Er ist hochbegabt UND hochsensitiv.

Hochbegabte können sehr gut oder gut rechnen – oder auch gar nicht. Was sind nun die die typischen Eigenschaften von Hochbegabten?

Gehen wir noch einen Schritt zurück. Genauso wie nicht alle Kölner lustig sind, nicht alle Münchner Lederhosen tragen und nicht alle Hamburger einen Segelschein haben – so sind auch nicht alle überdurchschnittlich intelligenten Menschen so oder so.

Nehmen wir einmal eine Einteilung der Hochbegabten vor, die Jürgen vom Scheidt heraus gearbeitet hat. Er unterteilt fünf (drei plus zwei) Gruppen. Selbstredend gibt es noch andere Kategorien – dazu komme ich noch.

Scheidt zufolge gibt es – vereinfacht ausgedrückt – bei den Hochbegabten, abhängig von dem Kriterium „Erfolg in der Schule, im Beruf“ folgende Trias:

O Ein Drittel, die ihre „Begabung erfolgreich verwirklicht“ haben. Sie sind Topmanager/innen, Spitzensportler/innen, Unternehmer/innen, Künstler/innen, Wissenschaftler/innen usw. Sie wurden z.B. von der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ oder anderen Institutionen erkannt und gefördert.

O Ein Drittel sind sogenannte „Latente“: Sie spüren, ahnen oder wissen um ihre Begabung, kommen aber nicht so einfach aus dem Quark. Die Psychologin und Expertin für Hochbegabung, Andrea Brackmann, schreibt in ihrem zweiten Buch, dass „Hochbegabung Mut erfordere“ http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015. Bei dieser Gruppe verstehen wir, warum das so ist.

O Ein Drittel sind nach Scheidt die „Underachiever“ („Minderleister“). Sie könnten schon – wollen aber (noch?) nicht erfolgreich sein. Speziell zu Minderleister/innen in der Schule noch einmal Sylvia Zinser: Ihr Geheimtipp J: MOTIVIEREN! http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

So, das sind unsere drei Gruppen – zwei kleine Gruppen fehlen noch:

O Es sind die „Entgleisten“: sie sind erfolgreich – aber auf kriminelle oder soziopathische Weise.

O Dies sind die Höchstbegabten wie etwa Einstein und Freud.

Alle Infos zu dieser Einteilung in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt: http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015

Wer bis hierher tapfer durchgehalten hat – wird jetzt belohnt. Jeder Mensch, der denkt: Analyse? Mathe? Logik? Das sind jetzt nicht so meine Stärken. Ich bin eher der Musiker, die Malerin, der Tänzer, die Fotografin, der Praktiker. Gut so. Es gibt insgesamt sieben Felder der Hochbegabung: mein Bruder Helmut glänzt z.B. durch „Praktische Intelligenz“: Er erkennt sofort im realen Leben wie man es richtig zumindest aber besser machen kann. Mir bleibt diese Art zu denken verborgen. Zumindest müsste ich viele Bücher lesen, um diese Dinge verstehen zu können. Mir fällt es schon schwer genug, meine Jacke richtig zuzuknöpfen.

Prof. Werner Stangl zitiert Prof. Kurt Heller auf seinen Seiten zu den Themen „Intelligenz und Hochbegabung“ wie folgt:

„Nach Heller (2000) gibt es folgende Begabungsfaktoren:

O Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)

O Sozial-emotionale Fähigkeiten

O Musisch-künstlerische Fähigkeiten

O Musikalische Fähigkeiten

O Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische, etc. Kreativität)

O Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)

O Praktische Intelligenz“

http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testintelligenzhochbegabt.html Stand: 19.09.2015

Wir sehen: Hochbegabung ist spannend. Und es wird noch spannender.

Nehmen wir noch eine weitere Differenzierung vor: Hochbegabte sind oft auch hochsensibel und/oder hochsensitiv. Ihre Sinne sind stärker ausgeprägt. Zum einen (hochsensibel) sind ihre normalen Sinne (hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen) intensiver (Künstler/innen, Star-Köch/innen, Parfümeur/innen – einige haben auch ein begnadetes „Fingerspitzengefühl“ wie etwa Handerker/innen und Chirurg/innen u.a.m.). Und/oder andererseits ist ihre Wahrnehmung (hochsensitiv) tiefer: Diese Hochbegabten haben den sechsten (hellhörig), siebten (hellfühlig) und achten (hellsichtig) Sinn wie etwa Goethe, Einstein und Leonardo da Vinci. Wie sagte Albert Einstein?: „Was wirklich zählt, ist Intuition.“

Bei einer solchen Differenzierung: Wo gibt es da noch Gemeinsamkeiten?

Ich fange mal mit den Tendenzen an: Diejenigen, die in der ‚Flüchtlingszeit im Sommer 2015‘ kreativ, beherzt und schnell helfen – können hochbegabt sein. Denn diese Merkmale findet man oft unter den hohen IQ’lern. Der eine organisiert geschickt, die andere übersetzt, der nächste weiss, wer wo wie helfen kann. Schnelligkeit ist für Hochbegabte so natürlich wie das Atmen. Klar, dass nicht jede/r in allen Bereichen gleich schnell ist. Wenn Sie wüssten, wie lange ich brauche, um meine Jacke zuzuknöpfen …

Doch weiter: Gerechtigkeit für jedermann ist stark vorhanden bei den Begabten ebenso so wie vernetztes Denken und Handeln. Nach Andrea Brackmann gehört das „Mehr von allem“ oft zum Repertoire. Wie etwa das „Erfassen kompletter Zusammenhänge“, „Auffinden vielfältiger Lösungswege“ sowie „hohes Einfühlungsvermögen“. Wie gut, dass Hochbegabte oft nur wenig Schlaf brauchen (4 bis 6 Stunden).

Selbstredend gibt es nicht nur diese sonnigen Seiten der hochtalentierten Menschen. Ihre Schattenseiten sind nicht nur für die Beteiligten selbst unangenehm: Oftmals übersteigerte Konzentration bei den SPEZIALISTEN auf ein Spezialthema (Musik oder Sport oder Politik oder Finanzen oder Sprachen oder oder oder). Bei den Generalisten ist es etwas anders: Hier überwiegt die Vielseitigkeit, die sich in mehreren Berufen und Hobbies zeigt. Bei beiden wird die Familie, werden Freund/innen und Kolleg/innen schon mal etwas vernachlässigt. Denn Hochbegabte sind oft Perfektionist/innen. Und es kann mal etwas länger dauern bis sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

Routine ist ihnen oft ein Gräuel. Manche finden kreativ alternative Wege um dieser Routine immer wieder auszuweichen. Andere plagen Zweifel und Gewissensbisse. Geduld ist ebenfalls keine Stärke der Hochbegabten. Auch nicht begabt sind diese Menschen, wenn es um „einfache Aufgaben“ geht. Die Hochtalentierten sind zumeist empfindlich. Empfindlich gegenüber Lärm, Licht und manche auch gegenüber Berührungen.

So ist es zu verstehen, dass Hochbegabte an bestimmten „Allergien“ leiden, die Andrea Brackmann in ihrem Buch so schlüssig schreibt. Es sind die „hässlichen Worte“ für Hochbegabte wie etwa „Betriebsausflug“, „Stammtisch“, „Schützenfest“, „Höflichkeitsfloskeln“, „Grossraumbüro“. http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015

Hingegen lieben Hochbegabte oft „Querdenker/innen“, „Nobelpreisträger/innen“, „Verarbeitungsgeschwindigkeit“, „Freiheit“, „Endlos-Fragen“, „Monologe“ sowie „Spezielle Themen wie etwa die frühkindliche Entwicklungsphase des Kaiserschnurrbarttamarins, die Pflege der Araukarie oder den „Compte rendu au Roi“ des Finanzminister Jacques Neckers in der Zeit der Französischen Revolution.

Für Hochbegabte ist das alles „normal“ – während das „Normale“ schon sehr schwierig sein kann. Viele habe da ein Selbstverständnis wie Albert Einstein: "Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."

Wenn Sie das alles gelesen haben, sind Sie an Hochbegabung interessiert. Die anderen haben eh längst das Weite gesucht. Vielleicht wollen Sie genauer wissen, ob Sie hb sind – „hb“ ist das Kürzel bei den „HB“ (Hochbegabten) für „hochbegabt“. Und deshalb gehen wir jetzt auf die nächste Stufe über.

❤ Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Ich habe hier IQ-Informationen zusammen gestellt, die Ihnen eine Tendenz Ihrer Begabung aufzeigen können.

O Den ersten IQ-Test habe ich 2005 in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt gefunden http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015. Obwohl ich mit einiger Skepsis an diese Fragen heranging – mein Test beim Schulpsychologen hat damals mehr als eine Stunde gedauert, wie soll man in wenigen Minuten ein ähnliches Ergebnis erzielen können? – war die Antwort jedoch fast exakt dieselbe, die ich Jahre zuvor vom Psychologen in meiner Schule erhalten habe. Chapeau! Für den Autor.

O Auch wenn mir die Headline sehr plakativ erscheint – diese Information verdient ebenfalls Ihr Interesse: „IQ-Test: Gehören Sie zur Grips-Elite?“ http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/iq-test-gehoeren-sie-zur-grips-elite-a-505427.html Stand: 19.09.2015

O Ein weiterer Test, der Ihnen tendenziell Informationen über Ihre Begabung geben wird, ist von der „Süddeutsche Zeitung“: „Der kostenlose IQ-Test online mit Sofortergebnis http://iqtest.sueddeutsche.de/ Stand: 19.09.2015

O “MENSA” ist das grösste Netzwerk für Hochbegabte. Der Mensa Online-Test ist jedoch eher ein „Spiel“ als ein zuverlässiges Instrument der Begabungsanalyse. Wenn Sie Lust haben: Spielen Sie mal. Mensa weist ausdrücklich darauf hin: „Sie sollten die Ergebnisse dementsprechend nicht allzu ernst nehmen.“ https://www.mensa.de/online-iq-test-raetsel/mensa-online-test/ Stand: 20.09.2015

O Und hier ist die englische Variante von Mensa International: „Mensa Workout“ https://www.mensa.org/workout/quiz/1 Stand: 20.09.2015

❤ Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Wenn Sie jetzt bereit sind und der Stunde der Wahrheit – dem wirklich und wahrhaftigen IQ-Test – ins Auge blicken wollen… Dann melden Sie sich an – zum anerkannten IQ-Test.

Meine Empfehlungen:

O Mensa. Der Test dauert 90 Minuten, kostet 49 Euro und wird in 80 Städten in Deutschland durchgeführt. Getestet werden Menschen ab 14 Jahre. https://www.mensa.de/intelligenztest Stand: 20.09.2015

O Bei einer Psychologin – einem Psychologen – aus dem Expertenkreis Hochbegabung/Potentiale der Sektion "Freiberufliche Psychologen" im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) e.V. den IQ-Test machen http://www.die-hochbegabung.de/german/index.html Stand: 20.09.2015

O Sie fragen im Familienkreis, bei Freund/innen oder in der Schule/Universität nach einer Empfehlung für den IQ-Test.

Ich drücke schon mal die Daumen!

Für das Campus-Radio Bonn interviewte ich einmal die höchstbegabte „First“ Lady – Gründungsmitglied – von Mensa Deutschland, Dr. Ida Fleiß. Dabei lernte ich eine kluge, warmherzige und höchst kreative Dame kennen, der es „zu simpel“ war, ihren „Doktor“ in Europa zu machen. Kurz entschlossen reiste sie nach Asien, lernte die Sprache und schaffte auf Anhieb ihre Promotion. Sie konnte schon immer weit und um die Ecke denken.

Als ich sie jedoch fragte: Haben wir schon für jede Intelligenz ein angemessenes Messverfahren – will sagen: Können wir schon jede Begabung testen – sagte sie traurig: Nein. Daran müssen wir noch arbeiten.

Ich möchte diese Erkenntnis all denen mit auf den Weg geben, die sich zwar für hochbegabt halten, aber in einem der IQ-Tests nicht die Schallgrenze von 130 durchbrechen konnten.

Allen Menschen, die Spass an Mathe haben – ja, die speziell eine Vorliebe für das Kopfrechnen hegen, empfehle ich die Seite eines Freundes von Ida Fleiss: Dr. Dr. Gert Mittring http://www.gertmittring.de Gert Mittring ist der amtierende Weltmeister im Kopfrechnen.

© Lilli Cremer-Altgeld, 2015