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Freitag, 6. Januar 2017

Dramatische Lage im Jemen: 8 Millionen Kinder ohne medizinische Versorgung – Zugang für humanitäre Hilfe im ganzen Land sofort nötig




Berlin, 06. Januar 2017. Das Gesundheitssystem im vom Krieg gebeutelten Jemen steht vor dem Kollaps. Das stellt eine neue Analyse von Save the Children fest, in der auch Ärzte und Eltern zu Wort kommen. Mehr als die Hälfte aller geschätzten 3.500 medizinischen Einrichtungen des Landes sind wegen des Konflikts geschlossen oder nur teilweise funktionsfähig. Somit haben laut UN [1] 8 Mio. Kinder keinen Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung.

Der Bericht  „Der Kampf ums Überleben: Geschichten von Jemens kollabierendem Gesundheitssystem“ belegt, dass die Kindersterblichkeit im Jemen steigt. Mindestens 1.219 Kinder sind direkt durch die Kampfhandlungen zu Tode gekommen. Der dauerhafte Mangel an medizinischer Ausrüstung und Personal führen allerdings zu weiteren 10.000 vermeidbaren Todesfällen, die die Studie als die „unsichtbaren Opfer des jemenitischen Kriegs“ („invisible casualties of Yemen’s war") bezeichnet.

Im ganzen Land fehlt es an qualifiziertem Personal, da viele Ärzte entweder Jemen verlassen oder als Binnenvertriebene von ihren Heimatort fliehen müssen. „Schon vor dem Krieg starben Zehntausende Kinder an vermeidbaren Ursachen“, klagt Edward Santiago, Länderdirektor von Save the Children im Jemen. „Aber jetzt ist die Situation dramatisch schlechter: Wir verlieren wöchentlich ca. 1.000 Kinder an Durchfall, Mangelernährung und Atemwegsinfektionen – alles Todesfälle, die wir normalerweise verhindern könnten.“

„Eltern verlieren durch das Kriegschaos ihre Arbeit und ihre Lebensgrundlage. Viele haben uns erzählt, dass sie ihren Schmuck, Fahrzeuge, Benzinkanister und Land verkaufen müssen, nur um sich die Fahrt in ein Krankenhaus leisten zu können. Andere machen Schulden, nur um im Krankenhaus festzustellen, dass sie sich die Arznei, die ihre Kinder dringend bräuchten, trotzdem nicht leisten können oder dass die Klinik gar keine lebensrettenden Medikamente mehr hat.“

Der Vize-Direktor des Al-Sabeen Krankenhauses in Sanaa, Hilel Mohammed al-Bahri, bestätigt einen 300%igen Kostenanstieg für Medikamente seit dem Beginn des Kriegs im März 2015. Für die meisten Familien ist das unbezahlbar. „Wir können weder Medikamente noch Ärzte und Angestellte bezahlen. Wir hängen von den geringen Gebühren ab, die uns unsere Patienten bezahlen. Für Wartung oder Ersatzteile haben wir kein Geld, ohnehin macht die Blockade alles unmöglich. Wir können nur Babys unter neun Monaten auf der Intensivstation unterbringen, für die älteren haben wir keinen Platz. Überhaupt haben wir nur 20 Plätze auf der Intensivstation, dabei sind wir das einzige Kinderkrankenhaus weit und breit.“

Zahlreiche Kinder müssen abgewiesen werden oder, wie im Al-Sabeen-Krankenhaus, sich die Station mit hochinfektiösen Kindern teilen. Für Masern oder andere ansteckende Krankheiten hat die Klinik weder Isolationsräume noch die entsprechende Ausrüstung.

Save the Children fordert die Konfliktparteien daher auf, den Import von wichtigen Handelswaren und humanitären Lieferungen nicht weiter zu behindern, sondern humanitärer Hilfe sofort und ungehindert Zugang in ganz Jemen zu verschaffen. Außerdem müssen die Parteien ihren Verpflichtungen zur Einhaltung von internationalem Völker- und  Menschenrecht nachkommen und sofort Maßnahmen ergreifen, um grobe Vergehen gegen Kinder zu beenden und verhindern.
Dazu zählen das Morden, Verletzen und Verstümmeln von Kindern, das Angreifen von Krankenhäusern und die Rekrutierung und Ausbeutung von Kindern für militärische Zwecke.

Save the Children unterstützt 60 ärztliche Einrichtungen mit entscheidenden Apparaturen, Medikamenten und Schulungen im Jemen. Die Kinderrechtsorganisation hat auch mobile medizinische Teams, die Ernährungsunterstützung leisten. 2016 haben wir so 400.000 Menschen erreicht, wovon mehr als die Hälfte Kinder waren.

Kontakt:

Save the Children Deutschland e.V.
Pressestelle – Diane Nakschbandi                   
Tel.: +49 (30) 27 59 59 79 – 120            


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Mit neuem Rollweg den Verkehr am Flughafen Zürich optimieren


Quelle: DLR (CC-BY 3.0)


Der Flughafen Zürich wird von einer aktiven Start- und Landebahn in zwei Bereiche geteilt. Diese zentral gelegene Bahn muss von einem Großteil der ankommenden und abfliegenden Flugzeuge gekreuzt werden. Mit dem Projekt "Umrollung Piste 28" soll die Anzahl der Kreuzungen deutlich reduziert und die Sicherheit weiter erhöht werden, indem die Flugzeuge einen neuen Rollweg östlich der Start- und Landebahn nutzen. Doch kann solch ein neuer Weg auch problemlos betrieben werden und wie lassen sich die Betriebsverfahren möglichst optimieren? Um diese Fragen zu untersuchen, hat der Flughafen Zürich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Im Rahmen der Studie konnten Fluglotsen aus Zürich im November und Dezember 2016 den neuen Rollweg virtuell beim DLR testen.

Den Flughafen von morgen schon heute testen

Möglich macht die Untersuchungen der Apron- und Tower-Simulator (ATS) am DLR-Institut für Flugführung in Braunschweig, der Teil des Validierungszentrums Luftverkehr ist. Dort kann der Flughafenaufbau für morgen schon heute dargestellt werden. Der Lotse sitzt während der Simulation wie in der Realität an seinem Arbeitsplatz und kann die Luftfahrzeuge gemäß der realen Betriebsverfahren lotsen und die betrieblichen Abläufe koordinieren.

"In der Machbarkeitsstudie haben wir den Tower und Apron Lotsen aus Zürich ein möglichst realitätsnahes Abbild der neuen Rollwegsituation zur Verfügung gestellt und so die damit einhergehenden Änderungen in der Rollverkehrsführung erlebbar gemacht", sagt Ronny Scharf, Projektleiter vom Flughafen Zürich. "Dabei standen Aspekte wie der erweiterte Zuständigkeitsbereich oder eine möglichst handhabbare Anpassung der Rollanweisungen im Fokus, ebenso wie die Frage, wie betriebliche Sondersituationen im neuen Vorfeldlayout abgearbeitet werden können."

Lotsen und Simulationspiloten

Im ATS werden für die virtuelle Darstellung des Flughafens hochauflösende Projektoren und Bildschirme genutzt. Die Flugverkehrskontrollfreigaben geben die Lotsen über ein simuliertes Funksystem. Ausgeführt werden ihre Befehle dann von sogenannten "Simulationspiloten". Diese DLR-Mitarbeiter führen den Funkverkehr wie echte Piloten und können dabei mehrere virtuelle Flugzeuge über vereinfachte Verfahren gleichzeitig steuern. So ist das DLR in der Lage, für den Flughafen Zürich den neuen Rollweg unter unterschiedlichsten Verkehrs- und Wetterbedingungen zu testen.

"Neben dem möglichst realitätsgetreuen technischen Aufbau legt unser gesamtes Team sehr viel Wert auf eine umfassende Untersuchung", erklärt DLR-Forscher Schier vom DLR-Institut für Flugführung, der die ATS-Aktivitäten leitet. Neben den Simulationspiloten unterstützen Psychologen, Simulations- und Luftfahrtexperten die Studie. Die Eindrücke der Lotsen, ihre Arbeitsbeanspruchung sowie ihr Situationsbewusstsein werden genauso analysiert wie die Roll- und Wartezeiten der Flugzeuge oder die Häufigkeit und die Dauer der im Funk gegebenen Anweisungen und Freigaben. "Nur wenn wir alle Aspekte - von der Lotsenmeinung bis zur Anzahl der Starts - und Landungen - mit einbeziehen, können wir am Ende beurteilen, welche Verbesserungen der neue Rollweg bringt", so Schier weiter.

Eine der größten Simulationsaufbauten der Welt

Für die Studie des Flughafens Zürich wird der ATS in einer seiner größten Ausbaustufen verwendet. Nur wenige Simulatoren in der Welt sind in der Lage, so große und komplexe Möglichkeiten zu realisieren, wie sie für diese Studie nötig sind. Acht Lotsen in zwei getrennten Kontrollräumen führen die virtuellen Luft- und Bodenfahrzeuge. In einem dritten Raum sitzen zehn Simulationspiloten, Bodenfahrzeugoperateure und Koordinatoren. Sie steuern die Luftfahrzeuge, fahren die Flugzeugschlepper zum Zurückschieben der Flugzeuge oder nehmen Telefonanrufe als Flughafenmanagement- oder Enteisungskoordinatoren entgegen. Gesteuert wird die ganze Simulation von einem vierköpfigen Team aus Versuchsbeobachtern und Simulationsleitern. Über zwei Simulationswochen mit unterschiedlichen Lotsen wird so der neue Rollweg unter Winter- wie Sommerbedingungen getestet. Die Lotsen müssen vom einfachen Flugverkehr nach Plan bis zu komplexen Sonderfällen verschiedene Situationen lösen. Egal ob Flugzeuge mit Fahrwerksdefekt oder Startabbruch, alle Situationen werden vom DLR-Team analysiert und mit den Lotsen besprochen, um Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten.

"Am Ende hilft unsere Machbarkeitsstudie dem Flughafen Zürich das Potenzial des neuen Rollwegs optimal auszunutzen und die entsprechenden Verfahren zu finden, damit Safety- und Effizienzverbesserungen im Rollverkehr in Zürich optimal ausgeschöpft werden können", so Schier. Bis März 2017 sollen die jetzt ermittelten Daten ausgewertet sein.


Kontakte:

Falk Dambowsky  
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Kommunikation, Redaktion Luftfahrt
Tel.: +49 2203 601-3959
Fax: +49 2203 601-3249

Sebastian Schier  
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Institut für Flugführung
Tel.: +49 53 12952-180

Ronny Scharf  
Flughafen Zürich AG
Tel.: +41 43 8167-283



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Besuchermagnet Künstliche Erde: "Wunder der Natur" erfolgreichste Sonderausstellung 2016


Quelle: Gasometer Oberhausen

 
Einmal wie ein Astronaut um die Erde kreisen und die irdische Pracht der wandernden Jahreszeiten bestaunen. Seit März 2016 können Besucher des Gasometers Oberhausen dieses Schauspiel erleben. Insgesamt 750.000 Menschen strömten im vergangenen Jahr in das 100 Meter hohe Industriedenkmal und haben die "Wunder der Natur" zur erfolgreichsten Einzelausstellung des Jahres 2016 in Deutschland gemacht und gleichzeitig einen Besucherrekord am Gasometer aufgestellt. "Die vielen Besucher machen die Faszination für die Erdbeobachtung deutlich", sagt Nils Sparwasser vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Insgesamt 1,5 Millionen Bilder erzeugten die Forscher, um die Schönheit der Erde zu zeigen und gleichzeitig einen Blick aus dem All auf unseren Heimatplaneten zu ermöglichen. Das Ergebnis: Eine Erdkugel mit einem Durchmesser von 20 Metern, auf der sich aufwendig projiziert Tag und Nacht abwechseln oder auch Wolkenbänder die Luftströmungen um die Erde sichtbar machen. "Wenn die Besucher im Gasometer Oberhausen auf die künstliche Erde blicken, sehen sie die Vielfalt der Erdbeobachtungsdaten, die wir Tag für Tag empfangen und nutzen, um die Wunder der Natur besser zu verstehen und zu erhalten."

Verlängert bis November 2017

Den besonderen außerirdischen Blick auf unseren Heimatplaneten bietet eine Fahrt im gläsernen Panoramaaufzug auf das Dach des Gasometers. Unter der künstlichen Erde können die Besucher die Facetten des Lebens bestaunen. "Der außergewöhnliche Erfolg der Ausstellung zeigt uns, welche Faszination das Leben selbst in seiner Intelligenz und Vielfalt auf die Menschen ausübt – und wie erhaltenswert diese unglaublich genialen biologischen Systeme im Großen wie im Kleinen sind", sagt Kurator Prof. Peter Pachnicke. "Wunder der Natur" folgt dem Wachsen und Werden auf unserem Planeten. Rund 150 einzigartige großformatige Bilder international renommierter Naturfotografen und überwältigende Filmausschnitte zeigen die faszinierenden, schöpferischen Kräfte des Lebens. Sie erzählen von ungewöhnlichen sinnlichen Fähigkeiten und genialen Strategien im Kampf ums Dasein, von sexuellen Ritualen, dem Reichtum sozialer Beziehungen und dem Vermögen, mit anderen Arten zusammen zu leben. Aufgrund des anhaltend großen Besucherechos wurde die Ausstellung bereits im Herbst bis zum 30. November 2017 verlängert.

Die Erde als riesiges Puzzle

Am Anfang der künstlichen Erde standen Datensätze von verschiedensten Satelliten, mit und ohne Wolkenbedeckung, bei Tag und Nacht und auch mit Phänomenen, die das menschliche Auge selbst nicht wahrnehmen kann. "Für uns war es eine große Herausforderung aus dieser Datenmenge ein einheitliches Bild entstehen zu lassen und daraus die bestmögliche Animation der Erde zu erstellen", erklärt Nils Sparwasser, der am Earth Observation Center (EOC) des DLR tätig ist. Aus einzelnen Stücken und Informationen der Fernerkundungsdaten von Radarsatelliten, der SRTM-Mission bis hin zu Messungen der Wettersatelliten, wurde so nach und nach das große Ganze. Alle Puzzleteile wurden aufeinander abgestimmt und zusammengesetzt, bis sich schließlich das nun zu bestaunende 3D-Abbild der Erde ergab. Insgesamt 115 Tage rund um die Uhr rechneten die Computer, um die Animation mit einer Auflösung von 58 Millionen Pixeln zu erstellen.


Kontakte:

Falk Dambowsky  
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Kommunikation, Redaktion Luftfahrt
Tel.: +49 2203 601-3959
Fax: +49 2203 601-3249

Nils Sparwasser  
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Deutsches Fernerkundungsdatenzentrum, Wissenschaftskommunikation und Visualisierung
Tel.: +49 8153 28-1316
Fax: +49 8153 28-1313




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Donnerstag, 5. Januar 2017

Protein Associated with Parkinson’s Travels from Brain to Gut

A new laboratory study provides clues on a particular pathway of “alpha-synuclein” diffusion

Bonn (Germany), January, 5th, 2017. Researchers of the German Center for Neurodegenerative Diseases (DZNE) have found that “alpha-synuclein”, a protein involved in a series of neurological disorders including Parkinson’s disease, is capable of travelling from brain to stomach and that it does so following a specific pathway. Donato Di Monte and co-workers report on this in the journal “Acta Neuropathologica”. Their study, carried out in rats, sheds new light on pathological processes that could underlie disease progression in humans.
In a laboratory study, DZNE researchers have found that "alpha-synuclein", a protein involved in Parkinson's disease, is capable of travelling from the brain to the stomach using the vagus nerve as a conduit. This image shows fibers of the rat vagus nerve (green); one of these fibers (orange-red, indicated by white arrows) contains alpha-synuclein on its way to the stomach. Source: DZNE/Ayse Ulusoy
Click on the magnifying glass for a large image.
Alpha-synuclein occurs naturally in the nervous system, where it plays an important role in synaptic function. However, in Parkinson’s disease, dementia with Lewy bodies and other neurodegenerative diseases termed “synucleinopathies”, this protein is accumulated within neurons, forming pathological aggregates. Distinct areas of the brain become progressively affected by this condition. The specific mechanisms and pathways involved in this widespread distribution of alpha-synuclein pathology remain to be fully elucidated. Clinical and experimental evidence suggests however that alpha-synuclein - or abnormal forms of it - could “jump” from one neuron to another and thus spread between anatomically interconnected regions.
Alpha-synuclein lesions have also been observed within neurons of the peripheral nervous system, such as those in the gastric wall. In some Parkinson’s patients, these lesions were detected at early disease stages. “Based on these intriguing observations, it has been hypothesized that the pathological process underlying Parkinson’s disease may actually start in the gastrointestinal tract and then move toward the brain”, Professor Di Monte says. “Our present approach was to look at this long-distance transmission of alpha-synuclein from the opposite perspective, investigating the possibility that alpha-synuclein may travel from the brain to the gut.”

Experimental setting

Di Monte and co-workers tested this hypothesis in a laboratory study. With the help of a tailor-made viral vector they triggered production of human alpha-synuclein in rats. The virus transferred the blueprint of the human alpha-synuclein gene specifically into neurons of the midbrain, which then began producing large quantities of the foreign protein. “Some forms of Parkinson’s disease are associated with an overproduction of alpha-synuclein. Thus, our model mimics events of likely relevance to humans”, Di Monte notes.
Tissue analysis by collaborators at Purdue University revealed that, after its midbrain expression, the protein was capable of reaching nerve endings in the gastric wall. Further work in the Di Monte’s laboratory established the precise pathway used by human alpha-synuclein to complete its journey from the brain to the stomach. The protein first moved from the midbrain to the “medulla oblongata”, the lowest brainstem region; in the medulla oblongata, it was detected within neurons whose long fibers form the “vagus nerve”. Fibers of the vagus nerve connect the brain to a variety of internal organs; travelling within these fibers, human alpha-synuclein was ultimately able to reach the gastric wall about six months after its initial midbrain expression. Progressive accumulation of human alpha-synuclein within gastric nerve terminals was accompanied by evidence of neuronal damage.

From brain to gut along specific routes

“Our study shows that alpha-synuclein is able to travel quite far through the body, passing from one neuron to another and using long nerve fibers as conduits”, Di Monte says. “Our findings do not rule out the possibility that diseases associated with alpha-synuclein may originate in the gut. This may happen in some patients. Our results indicate however, that if pathological alpha-synuclein is detected outside the brain, this does not necessarily mark the site where the disease started.”
The study also reveals a preferential route of alpha-synuclein transmission via the vagus nerve. The vagus nerve is composed of two kinds of fibers: 10-20% of fibers are “efferents” whereas the remaining 80-90% are “afferents”. Efferent fibers are projections of motor neurons that control the gut’s motility. In contrast, afferent fibers relay sensory input from the gut to the brain. For its journey from the brain to the stomach, alpha-synuclein only used the less abundant efferent vagal projections.
“This is quite remarkable”, Di Monte says. “It shows that transmission of alpha-synuclein is not just a matter of anatomical connections. Certain neurons appear to have a particular propensity to take up, transfer and accumulate alpha-synuclein. We don’t know the precise mechanisms underlying this selective neuronal behavior. It is likely, however, that these mechanisms could explain why certain neuronal populations and brain regions are particularly susceptible to alpha-synuclein pathology. This is something we intend to look at in further studies.”
Original publicationBrain-to-stomach transfer of α-synuclein via vagal preganglionic projections.
Ayse Ulusoy, Robert J. Phillips, Michael Helwig, Michael Klinkenberg, Terry L. Powley, Donato A. Di Monte.
Acta Neuropathologica. DOI: http://dx.doi.org/10.1007/s00401-016-1661-y
ContactDr. Marcus Neitzert
DZNE, Communications
+49 (0) 228 / 43302-267marcus.neitzert(at)dzne.de
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An Parkinson beteiligtes Protein reist vom Hirn zum Magen

Eine neue Laborstudie liefert Hinweise über einen besonderen Transportweg von „Alpha-Synuclein“

Bonn, 5. Januar 2017. Forscher DZNE haben herausgefunden, dass ein bestimmtes Protein, das an Parkinson und weiteren neurologischen Störungen beteiligt ist, vom Gehirn zum Magen gelangen kann. Das Molekül mit dem Namen „Alpha-Synuclein“ folgt dabei einer speziellen Transportroute. Donato Di Monte und Kollegen berichten darüber in der Zeitschrift „Acta Neuropathologica“. Ihre Studie, die an Ratten durchgeführt wurde, wirft ein neues Licht auf Vorgänge, die dem Krankheitsverlauf beim Menschen zugrunde liegen könnten.
DZNE-Forscher haben bei Laboruntersuchungen herausgefunden, dass das an der Parkinson-Erkrankung beteiligte Protein „Alpha-Synuclein“ vom Gehirn zum Magen gelangen kann. Dabei nutzt es den „Nervus Vagus“ als Transportweg. Diese Aufnahme zeigt Fasern des Nervus Vagus einer Ratte (grün). Eine dieser Fasern (orange-rot, markiert mit weißen Pfeilen) enthält Alpha-Synuclein auf dem Weg zum Magen. Quelle: DZNE/Ayse Ulusoy
Zum Vergrößern bitte auf die Lupe klicken.
Alpha-Synuclein kommt im Nervensystem natürlicherweise vor und spielt eine wichtige Rolle für die Funktion der Synapsen. So werden die Verbindungsstellen genannt, über die Nervenzellen miteinander kommunizieren. Doch bei Parkinson, Lewy-Körperchen-Demenz und anderen neurodegenerativen Erkrankungen, die als „Synucleinopathien“ bezeichnet werden, sammelt sich das Protein in Nervenzellen an und bildet abnorme Aggregate. Im Laufe der Erkrankung werden bestimmte Bereiche des Gehirns immer weiter von dieser Entwicklung erfasst. Wenig weiß man über die Mechanismen und Wege, die an dieser Verbreitung der Krankheitsmerkmale beteiligt sind. Untersuchungen legen jedoch nahe, dass Alpha-Synuclein – oder eine krankhafte Version des Proteins – von einer Nervenzelle zur anderen gelangen kann und sich somit über miteinander verbundene Regionen des Nervensystems verteilt.
Schäden durch Alpha-Synuclein wurden auch im peripheren Nervensystem beobachtet – etwa in Nervenzellen der Magenwand. Bei einigen Parkinson-Patienten wurden solche Schäden im frühen Krankheitsstadium festgestellt. „Auf Grund dieser bemerkenswerten Beobachtungen wurde die Vermutung aufgestellt, dass der pathologische Prozess, der der Parkinson‘schen Krankheit zugrunde liegt, tatsächlich im Magen-Darm-Trakt beginnt und von dort auf das Gehirn übergeht“, so Professor Di Monte. „Unser Ansatz war es nun, diese Fernübertragung von Alpha-Synuclein aus der entgegengesetzten Perspektive zu betrachten. Wir haben untersucht, ob die Möglichkeit besteht, dass Alpha-Synuclein vom Gehirn zum Verdauungssystem reisen kann.“

Versuchssituation

Di Monte und seine Kollegen testeten diese Hypothese in einer Laborstudie. Dazu schleusten sie per maßgeschneidertem Virus-Teilchen den Bauplan der menschlichen Variante von Alpha-Synuclein gezielt in Nervenzellen des Mittelhirns von Ratten. Infolgedessen begannen diese Zellen große Mengen des fremden Proteins herzustellen. „Einige Formen von Parkinson gehen mit einer Überproduktion von Alpha-Synuclein einher. Unser Modell ahmt daher Geschehnisse nach, die für den Menschen wahrscheinlich relevant sind“, so Di Monte.
Gewebeanalysen von Forscherkollegen der US-amerikanischen Purdue University ergaben, dass das Protein vom Mittelhirn bis in Nervenendigungen in der Magenwand vordringen konnte. Weitere Untersuchungen im Labor von Di Monte konnten den genauen Weg nachzeichnen: Das Protein gelangte zunächst vom Mittelhirn zur „Medulla oblongata“, dem untersten Bereich des Hirnstamms. In der Medulla oblongata, wurde es innerhalb von Nervenzellen nachgewiesen, deren lange Fortsätze den „Nervus Vagus“ bilden. Dieses Nervenbündel verbindet das Gehirn mit einer Vielzahl innerer Organe. Das menschliche Alpha-Synuclein folgte diesen Nervenleitungen bis zum Magen, den es etwa sechs Monate nach Herstellung im Mittelhirn erreichte. Das Molekül sammelte sich in Nervenendigungen in der Magenwand an. Dort fanden die Forscher auch Anzeichen neuronaler Schäden.

Vom Hirn zum Magen auf speziellen Wegen

„Unsere Studie zeigt, dass Alpha-Synuclein ziemlich weit durch den Körper reisen kann. Es ist dazu fähig, von einer Nervenzelle zur anderen zu gelangen und lange Nervenfasern als Transportwege zu nutzen“, sagt Di Monte. „Unsere Ergebnisse schließen nicht aus, dass Erkrankungen, die mit Alpha-Synuclein assoziiert sind, im Verdauungssystem entstehen können. Dies kann bei einigen Patienten der Fall sein. Unsere Ergebnisse weisen jedoch darauf hin, dass krankhaftes Alpha-Synuclein, das außerhalb des Gehirns nachgewiesen wird, nicht unbedingt den Ausgangspunkt der Erkrankung markiert.“
Die Studie zeigt zudem, dass Alpha-Synuclein bei seiner Reise entlang des Nervus Vagus eine bestimmte Route bevorzugt. Der Nervus Vagus besteht nämlich aus zwei Arten von Nervenfasern: 10 bis 20 Prozent der Fasern sind „efferent“, die restlichen 80 bis 90 Prozent sind „afferent“. Efferente Fasern sind Fortsätze von Nervenzellen, die die Magen-Darm-Bewegung steuern. Afferente Fasern hingegen übermitteln Sinneseindrücke vom Verdauungssystem zum Gehirn. Die Forscher stellten fest: Für seine Reise vom Gehirn zum Magen nutzte Alpha-Synuclein nur die relativ seltenen efferenten Fasern.
„Das ist recht bemerkenswert“, sagt Di Monte. „Es zeigt, dass die Übertragung von Alpha-Synuclein nicht nur eine Frage anatomischer Verbindungen ist. Bestimmte Nervenzellen scheinen eine besondere Neigung zu haben, Alpha-Synuclein aufzunehmen, zu transportieren und anzuhäufen. Wir kennen die genauen Mechanismen nicht, die diesem selektiven Verhalten der Nervenzellen zugrunde liegen. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass diese Mechanismen erklären könnten, wieso bestimmte Gruppen von Nervenzellen und bestimmte Hirnregionen besonders anfällig sind für die Alpha-Synuclein-Pathologie. Das wollen wir in weiteren Studien untersuchen.“
OriginalveröffentlichungBrain-to-stomach transfer of α-synuclein via vagal preganglionic projections.
Ayse Ulusoy, Robert J. Phillips, Michael Helwig, Michael Klinkenberg, Terry L. Powley, Donato A. Di Monte.
Acta Neuropathologica. DOI: http://dx.doi.org/10.1007/s00401-016-1661-y
KontaktDr. Marcus Neitzert
DZNE, Wissenschaftsredakteur
+49 (0) 228 / 43302-267
marcus.neitzert(at)dzne.de 
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Mittwoch, 4. Januar 2017

NASA Assigns Upcoming Space Station Crew Members


 
NASA astronaut Drew Feustel
Credits: NASA

 
NASA astronaut Jeanette Epps
Credits: NASA
NASA is assigning veteran astronaut Andrew Feustel and first-flight astronaut Jeanette Epps to missions aboard the International Space Station in 2018.

Feustel will launch in March 2018 for his first long-duration mission, serving as a flight engineer on Expedition 55, and later as commander of Expedition 56. Epps will become the first African American space station crew member when she launches on her first spaceflight in May 2018. She’ll join Feustel as a flight engineer on Expedition 56, and remain on board for Expedition 57.

“Each space station crew brings something different to the table, and Drew and Jeanette both have a lot to offer,” said Chris Cassidy, chief of the Astronaut Office at NASA’s Johnson Space Center in Houston. “The space station will benefit from having them on board.”

A native of Lake Orion, Michigan, Feustel was selected as part of the 2000 astronaut class and, in 2009, flew on the space shuttle Atlantis for the final servicing mission of NASA’s Hubble Space Telescope. He made his first trip to the space station in 2011 as a member of the STS-134 crew on space shuttle Endeavour’s final mission.

Feustel has a bachelor’s degree in solid Earth sciences and a master’s degree in geophysics from Purdue University in West Lafayette, Indiana. In 1995, he completed his doctorate in geological sciences, with a specialization in seismology, from Queen’s University in Kingston, Ontario, Canada.

Epps earned a bachelor’s degree in physics in 1992 at LeMoyne College in her hometown of Syracuse, New York. She went on to complete a master’s of science in 1994 and a doctorate in 2000 in aerospace engineering from the University of Maryland.

While earning her doctorate, Epps was a NASA Graduate Student Researchers Project fellow, authoring several journal and conference articles on her research. After completing graduate school, she went on to work in a research laboratory for more than two years, co-authoring several patents, before being recruited by the Central Intelligence Agency. She spent seven years as a CIA technical intelligence officer before being selected as a member of the 2009 astronaut class.  

Feustel and Epps will join a long and distinguished line of astronauts who have crewed the International Space Station since November 2000. With the help of the more than 200 astronauts who have visited, the space station enables us to demonstrate new technologies and make research breakthroughs not possible on Earth. Its convergence of science, technology and human innovation provide a springboard to NASA's next giant leap in exploration, including the Journey to Mars.

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Wo die arktische Küste zerfällt, verändert sich das Leben im Meer


Quelle: AWI

Die ökologischen Folgen der zunehmenden Küstenerosion in der Arktis müssen besser erforscht werden


[04. Januar 2017] 
Das Auftauen und die Erosion der arktischen Permafrostküsten hat in den zurückliegenden Jahren so stark zugenommen, dass sich das Meer in manchen Regionen weiter als 20 Meter pro Jahr in das Land frisst. Die dabei abgetragenen Erdmassen trüben zunehmend die Flachwasserbereiche und setzen Nähr- und Schadstoffe frei. Welche Folgen diese Prozesse jedoch für das Leben in der Küstenzone und somit auch für Fischgründe haben, ist unerforscht. Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung rufen deshalb in der Januar-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Climate Change dazu auf, die ökologischen Folgen der Küstenerosion in den Fokus zu rücken. Gebraucht werde ein interdisziplinäres Forschungsprogramm, welches politische Entscheidungsträger sowie die Bewohner der arktischen Küsten von Anfang an mit einbeziehe, so die Wissenschaftler.

Der Unterschied könnte kaum größer sein. Im Winter, wenn die Beaufortsee rund um die nordkanadische Permafrostinsel Herschel Island zugefroren ist, sieht das Meerwasser in den Probenfläschchen des AWI-Forschers Dr. Michael Fritz glasklar aus. Im Sommer aber, wenn die Eisschollen geschmolzen sind und Sonne und Wellen an der Steilküste nagen, enthält der Probenschöpfer des Potsdamer Geowissenschaftlers eine trübe Brühe.

„Herschel Island verliert pro Jahr bis zu 22 Meter seiner Steilküste. Der aufgetaute Permafrostboden rutscht dann in Form von Schlammlawinen ins Meer und trübt die umgebenden Flachwasserbereiche so großflächig ein, dass die braun-grauen Sedimentfahnen viele Kilometer weit ins Meer hineinreichen“, berichtet der Polarforscher.
Seine Beobachtungen von Herschel Island lassen sich inzwischen auf weite Teile der Arktis übertragen. 34 Prozent der Küsten weltweit sind Permafrostküsten. Das heißt, vor allem in der Arktis enthält ihr Boden jede Menge gefrorenes Wasser, welches die eingelagerten Sedimente wie Zement zusammenhält. Taut der Permafrost auf, versagt die bindende Wirkung. Die zuvor im Eis eingeschlossenen Sedimente, Tier- und Pflanzenreste lösen sich und werden von den Wellen davongewaschen.
Bei diesem Vorgang werden nicht nur die klimarelevanten Treibhausgase Kohlendioxid und Methan freigesetzt. Das erodierte Material enthält auch jede Menge Nähr- und Schadstoffe wie Stickstoff, Phosphor oder Quecksilber. Diese Stoffe gelangen in das Meer, werden dort weiter transportiert, abgebaut oder angereichert und verändern nachhaltig die Lebensbedingungen im Flachwasserbereich. „Die Folgen für das Nahrungsnetz können wir bisher nur erahnen. Bis heute ist nämlich so gut wie gar nicht untersucht worden, wie sich die Biogeochemie der Küstenzone im Zuge der zunehmenden Erosion verändert und welche Konsequenzen dies für die Ökosysteme, für wichtige Fischgründe und somit am Ende auch für die Menschen in der Arktis hat“, sagt Michael Fritz.
Aus diesem Grund rufen er, die niederländische Permafrostexpertin Jorien Vonk und AWI-Forscher Hugues Lantuit in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Climate Change die Polarforschungsgemeinde dazu auf, die Folgen der Küstenerosion für die arktischen Flachwasserbereiche systematisch zu untersuchen. „Die Prozesse in der arktischen Küstenzone spielen aus vier Gründen eine herausragende Rolle. Erstens wird hier das abgetragene organische Material von Mikroorganismen zersetzt, wobei Treibhausgase entstehen. Zweitens kurbeln freigesetzte Nährstoffe das Wachstum der Algen an, was unter Umständen zur Bildung sauerstoffarmer Zonen führen kann. Drittens verstärkt der Eintrag organischen Kohlenstoffs die Versauerung des Meeres und viertens werden die Sedimente am Meeresboden abgelagert oder aber auf die offene See hinaustransportiert. Beides hat unmittelbare Folgen für die Biologie des Meeres“, so die Autoren.
Die Dringlichkeit des Themas steige zudem mit der Erwärmung der Arktis: „Wir gehen davon aus, dass die Erosion der arktischen Küsten drastisch zunehmen wird – bedingt durch die steigenden Temperaturen, das Schrumpfen der schützenden Meereisdecke sowie durch den steigenden Meeresspiegel. Er führt dazu, dass die Wellen in der meereisfreien Zeit immer höher und weiter an die Küsten schlagen“, sagt AWI-Permafrostexperte und Co-Author Prof. Dr. Hugues Lantuit. Eine Erosion in diesem Ausmaß werde zweifelsohne die Nahrungsnetze in der Küstenzone verändern und somit vor allem jene Menschen treffen, die vom Fischfang abhängig sind und ihre traditionelle Lebensweise entlang der arktischen Küsten pflegen.
Der Hauptgrund dafür, warum bis heute zu diesem Thema kaum geforscht wurde, sind vor allem logistische Probleme. Viele der arktischen Küsten- und Flachwasserzonen sind weder per Auto und Flugzeug noch mit großen Eisbrechern zu erreichen. Es gibt auch kein arktisumspannendes Stationsnetzwerk, welches Forschern dazu dienen könnte, verlässliche Daten zu erheben. „Politik und Wissenschaft müssen hier gemeinsame Lösungen finden, zum Beispiel im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Horizon 2020. Denn um konkrete Aussagen zu den Folgen der Erosion machen zu können, brauchen wir ein interdisziplinäres Forschungsprogramm, welches politische Entscheider und die arktische Bevölkerung von Anfang an mit einbezieht“, so Michael Fritz.

Originalpublikation

Michael Fritz, Jorien E. Vonk, Hugues Lantuit: Collapsing Arctic coastlines. Nature Climate Change. Januar 2017, DOI: 10.1038/nclimate3188
Ihre wissenschaftlichen Ansprechpartner am Alfred-Wegener-Institut sind:
•     Dr. Michael Fritz (Tel.: +49 (0) 331 288 – 2203; E-Mail: Micheal.Fritz@awi.de)
•     Prof. Dr. Hugues Lantuit (Tel.: +49 (0) 331 288 – 2216; Mobil: +49 (0)170 45 40 677; E-Mail: Hugues.Lantuit@awi.de)

Ihre Ansprechpartnerin in der Abteilung Kommunikation und Medien ist Sina Löschke (Tel: +49 (0)471 4831 - 2008; E-Mail: medien@awi.de).


Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der 18 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.


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NASA Selects Mission to Study Black Holes, Cosmic X-ray Mysteries

NASA has selected a science mission that will allow astronomers to explore, for the first time, the hidden details of some of the most extreme and exotic astronomical objects, such as stellar and supermassive black holes, neutron stars and pulsars.

Objects such as black holes can heat surrounding gases to more than a million degrees. The high-energy X-ray radiation from this gas can be polarized – vibrating in a particular direction. The Imaging X-ray Polarimetry Explorer (IXPE) mission will fly three space telescopes with cameras capable of measuring the polarization of these cosmic X-rays, allowing scientists to answer fundamental questions about these turbulent and extreme environments where gravitational, electric and magnetic fields are at their limits. 

“We cannot directly image what’s going on near objects like black holes and neutron stars, but studying the polarization of X-rays emitted from their surrounding environments reveals the physics of these enigmatic objects,” said Paul Hertz, astrophysics division director for the Science Mission Directorate at NASA Headquarters in Washington. “NASA has a great history of launching observatories in the Astrophysics Explorers Program with new and unique observational capabilities. IXPE will open a new window on the universe for astronomers to peer through. Today, we can only guess what we will find.”
NASA's Astrophysics Explorers Program requested proposals for new missions in September 2014. Fourteen proposals were submitted, and three mission concepts were selected for additional review by a panel of agency and external scientists. NASA determined the IXPE proposal provided the best science potential and most feasible development plan.

The mission, slated for launch in 2020, will cost $188 million. This figure includes the cost of the launch vehicle and post-launch operations and data analysis. Principal Investigator Martin Weisskopf of NASA’s Marshall Space Flight Center in Huntsville, Alabama, will lead the mission. Ball Aerospace in Broomfield, Colorado, will provide the spacecraft and mission integration. The Italian Space Agency will contribute the polarization sensitive X-ray detectors, which were developed in Italy.

NASA's Explorers Program provides frequent, low-cost access to space using principal investigator-led space science investigations relevant to the agency’s astrophysics and heliophysics programs. The program has launched more than 90 missions, including Explorer 1 in 1958, which discovered the Van Allen radiation belts around the Earth, and the Cosmic Background Explorer mission, which led to a Nobel Prize. NASA's Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland, manages the Explorers Program for the agency's Science Mission Directorate.

For more information about the Explorers program, visit:


For information about NASA, visit:



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Deutsches Arktisbüro nimmt Arbeit als Ratgeber für Politik und Wirtschaft auf


Das Alfred-Wegener-Institut richtet am Standort Potsdam das erste institutionenübergreifende Kom-petenzzentrum für Fragen zur Arktis ein
[04. Januar 2017] 
Die rasanten Klimaveränderungen in der Arktis beschäftigen inzwischen nicht mehr nur die Wissenschaft. Schrumpfendes Meereis und zerfallende Permafrostküsten rücken als Themen auch auf die Agenda der internationalen Politik und Wirtschaft. Um Entscheidungsträgern auf direktem Wege wissenschaftliche Beratung anbieten zu können, hat das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) an seinem Potsdamer Standort nun ein Büro für Arktisangelegenheiten eingerichtet. Das Deutsche Arktisbüro hat am 1. Januar 2017 offiziell seine Arbeit aufgenommen und setzt auf ein Expertennetzwerk aus Wissenschaftlern aller deutschen Forschungsinstitutionen, die zu Arktisthemen arbeiten.
  • Wer in den arktischen Gewässern künftig auf Fischfang gehen darf, ist eine der vielen Fragestellungen, in denen politische Entscheidungsträger wissenschaftlich fundierte Beratung benötigen.
  • Porträt des AWI-Experten Dr. Volker Rachold. Der Geochemiker und langjährige IASC-Geschäftsführer leitet das Deutsche Arktisbüro am AWI Potsdam.
Obwohl die Bundesrepublik Deutschland kein Arktis-Anrainerstaat ist, gehört sie zu den führenden Forschungsnationen in der Arktis. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, auch die politische Rolle Deutschlands in Arktis-Angelegenheiten zu stärken. Aufgrund der geopolitischen, geoökonomischen und geoökologischen Bedeutung der sich durch die Klimaerwärmung besonders rasant verändernden Nordpolarregion strebt die Bundesregierung an, die Arktis zu einem zentralen Thema deutscher Politik zu machen. „Dazu benötigt sie jede Menge wissenschaftliche Beratung und Unterstützung – eine Aufgabe, die wir als Deutsches Arktisbüro übernehmen werden“, sagt Dr. Volker Rachold.
Der AWI-Wissenschaftler und langjährige Geschäftsführer des International Arctic Science Committee (IASC) leitet das neue Deutsche Arktisbüro, das im Januar 2017 seine Arbeit am Potsdamer Standort des Alfred-Wegener-Institutes aufgenommen hat.

Wissenschaftlicher, neutraler Ansprechpartner für Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft

Die Initiative zum Deutschen Arktisbüro kam vom Auswärtigen Amt, welches die Bundesrepublik Deutschland als Beobachter im Arktischen Rat vertritt, sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, welches die deutsche Arktisforschung fördert.
Volker Rachold und seine zwei Mitarbeiterinnen werden Vertretern aus Politik, Forschung und Wirtschaft in Arktisangelegenheiten als wissenschaftlich-neutrale Ansprechpartner dienen und dabei auch eng mit den Berliner Botschaften der Arktis-Anrainerstaaten zusammenarbeiten. Das Arktisbüro dient als Kooperationsplattform, die kontinuierlich, mit Sachverstand und einem umfassenden Überblick über die verschiedenen Aktivitäten als Nahtstelle zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft fungiert.
Außerdem will das Team die vom AWI und dem Auswärtigen Amt initiierte Veranstaltungsreihe „Arktis-Dialog“ fortsetzen. An ihr nehmen mittlerweile Vertreter aus sechs Bundesministerien regelmäßig teil. Im Rahmen des Arktis-Dialogs stehen Experten aus unterschiedlichen Forschungszweigen den Regierungsvertretern Rede und Antwort. „Zu unserem Netzwerk zählen nicht nur Polarforscher des Alfred-Wegener-Institutes, sondern auch Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen anderer Forschungsinstitutionen wie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, dem Deutschen Forschungszentrum für Luft- und Raumfahrt, dem Institute for Advanced Sustainability Studies oder dem GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung. Ihre Mithilfe brauchen wir zum Beispiel, wenn es darum geht, deutsche Experten zu benennen, welche in die unterschiedlichen Arbeitsgruppen des Arktischen Rates entsandt werden“, sagt Volker Rachold.  

Arktis-Anrainerstaaten interessieren sich für deutsche Forschungsexpertise und Umwelttechnik

Welche Erwartungen die Mitglieder des Arktischen Rates an den „Beobachter“ Deutschland haben, weiß der Geochemiker aus seiner langjährigen Tätigkeit als IASC-Geschäftsführer. „Die Anrainer interessieren sich zum einen für deutsche Forschungsergebnisse, zum Beispiel im Hinblick auf die Auszeichnung von Meeresschutzgebieten. Zum anderen setzen sie auf deutsches Knowhow und deutsche Technologien, wenn es um die wirtschaftliche Entwicklung und den Klima- und Umweltschutz arktischer Regionen geht, wobei Deutschland zum Beispiel zur besseren Eisvorhersage für die Schifffahrt und zur Abwehr möglicher Umweltgefahren durch verstärkte Schifffahrt beitragen kann“, erläutert Volker Rachold.
Investitionen der Wirtschaft und Politik in den arktischen Raum lassen sich seiner Meinung nach nicht aufhalten, sondern nur wachsam und nachhaltig begleiten – zum Beispiel durch den Einsatz moderner Umwelttechnik und mithilfe einer vorausdenkenden Forschung. „Als Arktisbüro haben wir auch die Aufgabe, die konkreten Fragen der Regierungen und Unternehmen mit den Instituten und Universitäten zu erörtern, sodass die Forschung diese Fragen bearbeiten kann. Wenn es uns dann gelingt, die Forschungsergebnisse an die Stakeholder und Entscheidungsträger zurückzuspielen, werden wir dem wachsenden Anspruch nach einer gesellschaftlich relevanten Wissenschaft gerecht. Dazu aber muss der Dialog zwischen Forschung und Stakeholdern intensiv und stets in beide Richtungen gepflegt werden“, sagt Volker Rachold.
Ausführliche Informationen zur Arbeit des Arktisbüros stellt das Team demnächst auf einer büroeigenen Webseite zur Verfügung. Erste Termine stehen ebenfalls schon fest. Den Auftakt bildet Ende Mai eine gemeinsam mit Finnland organisierte Informationsveranstaltung in der finnischen Botschaft in Berlin. Finnland wird im Mai 2017 den Vorsitz des Arktischen Rates übernehmen. 
Ihr wissenschaftlicher Ansprechpartner am Alfred-Wegener-Institut ist:

•     Dr. Volker Rachold (Tel: +49 (0)331 288-2212; Mobil: +49 (0)160 90664174, E-Mail: Volker.Rachold@awi.de)

Ihre Ansprechpartnerin in der Abteilung Kommunikation und Medien ist Sina Löschke (Tel: +49 (0)471 4831 - 2008; E-Mail: medien@awi.de).


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Montag, 2. Januar 2017

Schlaflos im DLR - Übermüdet für eine Forschungsstudie


Messung der Gehirnströme
Quelle: DLR (CC-BY 3.0)


Der Wecker klingelt rücksichtslos um Punkt 07:00 Uhr. Aufstehen, duschen, frühstücken! Halb schlaftrunken bewegt man sich dann, nach einer viel zu kurzen Nacht, durch den Berufsverkehr zur Arbeit und so richtig wach fühlt man sich erst nach der zweiten Tasse Kaffee. Sie kennen das? - Schlafmangel ist ein alltägliches Problem, das alltägliche Risiken verstärkt: Wahrnehmung und Reaktionsvermögen sind eingeschränkt, das Konzentrationsvermögen lässt ebenfalls nach. In einer Langzeitstudie gehen Wissenschaftlerinnen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) den medizinischen Ursachen dieser Phänomene auf den Grund.

Übermüdete Verkehrsteilnehmer stellen ein Risiko dar, ganz gleich, ob es sich um die Fahrer von LKW und PKW, Piloten oder Astronauten handelt. Neben dem Unfallrisiko besteht auch eine erhöhte Anfälligkeit für Stoffwechselerkrankungen und verminderte Insulinsenibilität.

Studien über das Schlafverhalten von Astronauten auf der ISS belegen, dass die effektive Schlafperiode trotz einer Bettruhe von achteinhalb Stunden lediglich zwischen fünf und sechs Stunden liegt.

Kürzere Schlafzeiten sowie eine niedrige Schlafqualität werden mit Leistungsabfall, einem vermehrten Schlafbedürfnis, einem erhöhten subjektiven Stressempfinden und mit körperlicher Erschöpfung in Verbindung gebracht. Der Schlafmangel wird also deutlich wahrgenommen und kann auch der Grund für die Einnahme von Medikamenten sein.

Rund um den Schlaf

So wie im Weltall ist der chronische Schlafmangel auch ein irdisches Thema. Auf der Erde versucht man oft den Schlafmangel, der sich unter der Woche ansammelt, am Wochenende zu kompensieren, was allerdings nur bedingt effektiv ist.

Der Rhythmus von Wach- und Schlafphasen ist abhängig von der Tageszeit (zirkadianer Prozess) und dem Schlafdruck (homöostatischer Prozess), also der Müdigkeit. Während der Schlafphase sind Dauer und Qualität des Schlafes von Bedeutung.

Wie gut oder schlecht ein Mensch auf Schlafmangel reagiert, ist individuell unterschiedlich. Bezüglich individueller Unterschiede scheint der Botenstoff Adenosin ein wichtiger Einflussfaktor zu sein, der im Rahmen der "SomnoSafe"-Studie des DLR-Instituts für Luft- und Raumfahrtmedizin genauer untersucht werden soll.

Das Ziel der Studie ist die Erforschung des Zusammenhangs der Adenosinrezeptor-Dichte und Störungen des Schlafs sowie der kognitiven Leistung aufgrund von Schlafmangel und dem "Nachholen" von Schlaf. Um den Beginn eines Leistungsabfalles in frühen Stadien festzustellen, werden zusätzlich sogenannte Ermüdungsbiomarker bezüglich ihrer Vorhersagekraft überprüft.

Aus dem Takt

Die  36 Probanden verbringen je elf Tage und Nächte im Schlaflabor der Forschungsanlage :envihab. In den ersten drei Nächten sollen die Probanden acht Stunden schlafen. Danach erfolgt die Aufteilung in zwei Gruppen à 18 Personen. Während die erste Gruppe fünf Nächte lang wiederum acht Stunden schlafen kann, wird die Nachtruhe der zweiten Gruppe in diesem Zeitraum auf fünf Stunden reduziert. Anschließend folgt für beide Gruppen eine Nacht mit acht Stunden Schlaf. Darauf folgt für alle eine Phase von 38 Stunden ohne jeglichen Schlaf und abschließend eine Nacht mit neun Stunden Ruhe.

Im Verlauf der Studie wird eine Vielzahl von Untersuchungen durchgeführt, um die kognitiven Fähigkeiten zu messen, die Qualität des Schlafes zu bestimmen und die Aktivität des Gehirns zu dokumentieren. Zusätzlich wird die Stoffwechselfunktion mittels eines Tests zur Bestimmung des Blutzuckerspiegels überprüft.

Die erste Phase der SomnoSafe-Studie ist abgeschlossen, weitere Phasen folgen bis Februar 2017. Die Ergebnisse der Studie fließen dabei nicht nur in die Raumfahrtmedizin ein, sondern dienen auch dem Erkennen und Vermeiden von irdischen Risiken, die durch Schlafmangel verursacht werden.


Kontakte:

Michel Winand  
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Kommunikation Köln
Tel.: +49 2203 601-2144
Fax: +49 2203 601-3502

PD Dr. med. Eva-Maria Elmenhorst  
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin
Tel.: +49 2203 601-4735
mailto:Eva-Maria.Elmenhorst@dlr.de



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Frauen in Europa

Frauen in Europa
Frauen in Europa by Lilli Cremer-Altgeld. „Frauen in Europa“. Seien Sie dabei! Mit Ihren Gedichten. Mit Ihren Ideen. Mit Ihren Visionen. Mit Ihren Werken. Mit Ihrer Homepage. Bitte schreiben Sie eine Mail an Lilli Cremer-Altgeld frauenineuropa@t-online.de Bitte klicken Sie auf das Bild: So kommen Sie direkt zum Blog „FRAUEN IN EUROPA“.

Was die anderen Hochbegabten anders machen – ein Beispiel aus der Wirtschaft für die Politik


Foto: Ralf Voigt


Man erkennt sie.

Es sind die kleinen Einsteins, die Picassos und die Mozarts. Sie lesen schon mit sechs Jahren „The New York Times“, korrespondieren mit fünf Jahren in Mandarin und spielen mit vier Jahren die Spatzenmesse in C-Dur. Später studieren sie dann bereits mit 14 an einer Uni und werden jüngster Professor oder jüngste Professorin.

Man kennt sie.

Dann gibt es noch die anderen.

Ihre Begabung ist nicht so offensichtlich. Oder: offensichtlich nur für Eingeweihte. Für Kennerinnen und Kenner. Wahrscheinlich stehen sie nicht in einem Labor. Ob sie mit dem Pinsel umgehen können? Seien Sie tapfer: Wohl eher nicht so. Ob sie eine Stradivari zu schätzen wissen? Hm.

Und doch haben sie ihre Begabung. Erkennbar wie gesagt fast nur für Eingeweihte.

Ein Beispiel: Ich war Mitglied in einem Verband, der das Wort „Wirtschaft“ in seinem Namen trägt. Es ging um ein Thema, das alle Menschen bewegt. Wirklich alle. Wirklich jeden. Es ging um Politik. Und um den Anlauf zu einem neuen Gesetz. Man diskutierte. Und fragte sich, wie man denn überzeugend argumentieren könnte.

Ich erwähnte den Gedanken einer Befragung. Sie kennen das: In jeder grösseren Stadt stehen diese Interviewer auf der grossen Einkaufsstrasse und wollen wissen, welche Zahnpasta, welches Waschmittel, welche Automarke Sie bevorzugen. Strasseninterviews nennen wir das. Wir, das sind meine Kolleg*innen aus der Marktforschung und ich. Ich hatte damals ein Institut für Markt- und Kommunikationsforschung. Unsere Klienten aus der Politik und Wirtschaft waren bekannt und angesehen und wir waren stolz darauf, für sie forschen zu dürfen.

In meinem Verband war das bekannt.

Ja. Sagte man: Eine Befragung auf der Strasse ist ein überzeugendes Argument. Wir – wer auch immer „wir“ sein sollte – wir stellen uns auf die Strasse und befragen die Menschen. Und dann geben wir – und das war der Sinn der Sache – das Ergebnis an den OB der Stadt. Einer von meinen Kollegen im Verband meinte dann: Ob wir wohl 50 Menschen dazu bewegen können, mit uns zu reden?

Wie, sagte ich: 50 Menschen?

Ja. Sagten die anderen. 50 Menschen wäre eine tolle Sache.

Klar sind 50 Menschen eine tolle Sache. Aber: Wie wollen wir einen OB mit den Stimmen von 50 Menschen motivieren, ein neues Gesetz in Gang zu bringen? Nach einer halben Stunde hatte man sich auf 100 Menschen geeinigt. Mit dem Zusatz: Ob wir das wohl schaffen werden?

Warum so zaghaft?

Die Jungs und Mädels, die hier zusammen sassen, waren die Menschen, die täglich über Millionen entschieden. Ihre Denkweisen waren nicht 100 oder 1.000. Es waren 1.000.000 und mehr!

Mir war klar, dass ich meine lieben Kolleginnen und Kollegen jetzt schockieren musste. Nicht weil ich Schocks mag – aber ich musste ihnen schon sagen, wie so etwas in der Realität funktioniert. Dass man an den verantwortlichen Stellen – sorry – 100 Menschen als Beweis nicht gelten lassen wird. Man wird schmunzeln und zur Tagesordnung übergehen.

Noch bevor ich den Gedanken: „Wie sag‘ ich es das denn jetzt?“ zu einem Satz modellieren konnte, war es raus:

1.000 INTERVIEWS!
1.000 Interviews?

Das Entsetzen war gross. Nur unser Präsident war begeistert. Und dann ging das los, was zumeist los geht, wenn ein Hochbegabter – eine Hochbegabte – eine Idee und einen Weg vor Augen hat: GEHT NICHT! FUNKTIONIERT NICHT! SCHAFFEN WIR NICHT! WIR SIND DOCH NICHT VERRÜCKT! WER SOLL DAS DENN ALLES ZAHLEN?

Ich hörte mir das eine Stunde an, während ich das Konzept schrieb, die Umsetzung des Konzepts plante und einen Entwurf für den Fragebogen entwarf. Unser Präsident hatte mich aus den Augenwinkeln beobachtet und rief mich auf – nach vorne zu kommen und die Einzelheiten zu präsentieren. Gesagt. Getan.
Wir fanden über 50 Mitglieder aus dem Wirtschafts-Verband, die mitmachten. Manager*innen, die ich mit meinem Team für diesen Einsatz schulte. Es waren wohl die Interviewer*innen mit den höchsten Stundenlöhnen, die hier und heute ehrenamtlich auf die Strasse gingen und sehr mutig die Menschen nach ihrer Meinung befragten.

Um Mitternacht hatten wir 1.037 Interviews geschafft. Alle von meinen Forscherkollegen und mir kontrolliert. Alle perfekt. Es war ein harter Job – aber selten habe ich ein Team von fast 100 „Mitarbeiter*innen“ so begeistert arbeiten gesehen.

Am nächsten Morgen wurde noch einmal kontrolliert. Und dann gingen die Fragebögen ins Rechenzentrum zur Uni. Ich schrieb dazu einen Bericht für die Präsentation. Mein Team zeigte einen bewundernswerten Einsatz. Und so konnte ich meiner Assistentin auch nicht die Bitte abschlagen, die Ergebnisse beim OB präsentieren zu dürfen.

Der OB schien sehr zufrieden. Und so wanderten unsere Ergebnisse weiter „nach oben“. Und so wurde aus unserer Idee der Beweis, dass die Menschen diese Verbesserung ihres Alltags wirklich wollten.

Schliesslich wurde aus dem Beweis ein Gesetz in Deutschland, das jedem Menschen den Alltag etwas besser macht. Zur Freude der Menschen.
Nein, so faszinierend wie ein Picasso ist dieses Gesetz nicht.

Aber es erleichtert seitdem allen Menschen ihr Leben. Und das Tag für Tag in Deutschland.

Wenn Sie Unternehmer*in sind: Gründen Sie einen Think Tank mit Ihren Hochbegabten und allen, die mutig sind und gross denken und handeln können. Dann sind Sie nicht nur Ihre Probleme los. Sie haben auch die Chance, die Welt ein bisschen besser machen zu können.

Was sagte John F. Kennedy in seiner Antrittsrede am 20. Januar 1961 in Washington, D.C.:

„Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann - fragt, was ihr für euer Land tun könnt (…) fragt, was wir gemeinsam tun können für die Freiheit des Menschen.“ [1]

Lilli Cremer-Altgeld
Mobil 0049 1575 5167 001





Meine persönliche Einführung in die Hochbegabung

Wenn Sie sich die Frage stellen: „Wie finde ich heraus, ob ich hochbegabt bin?“ – dann werden Sie hier Antworten finden. Ich habe die Informationen davon abhängig gemacht, wie gesichert Sie wissen wollen, ob Sie hochbegabt sind. Deshalb meine Frage an Sie: „Wie GESICHERT wollen Sie wissen, ob Sie hochbegabt sind?“

Meine Antworten lassen sich in drei Kategorien einteilen:

❤ Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier können Sie mal schnuppern, wie Hochbegabte so ticken.

❤ Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – hier bekommen Sie Tipps, was Sie tun können, um herauszufinden, ob Sie tendenziell hochbegabt sind.

❤ Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“ – Adressen. Hier können Sie sich zum IQ-Test anmelden. Das Ergebnis des IQ-Test sagt Ihnen, wie hoch Ihr IQ ist. Ist er über 130 Punkte, sind Sie hochbegabt. Über 145 Punkte sind Sie höchstbegabt.

Aber was ist überhaupt Hochbegabung?

Die Antwort ist einfach. Treffend hat sie einmal der Psychologe Dr. Jürgen vom Scheidt so beantwortet: „Es ist das intellektuelle Potenzial von jemandem, der in einem der gängigen und anerkannten Intelligenztest einen IQ-Wert von 130 Punkten und mehr erzielt. Dies betrifft, streng genommen, 2,27 Prozent der Bevölkerung.“ http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 20.09.2015

Und was ist HÖCHSTBEGABUNG?

Ganz einfach. Dr. Sylvia Zinser schreibt: „Ist der IQ über 145 so spricht man von Höchstbegabung.“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

Allen Hochbegabten und Höchstbegabten empfehle ich das informative, spannende und vergnügliche „Sylvia Zinser's Sammelsurium“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/ Stand: 19.09.2015 Hier erfahren Sie nicht nur etwas über den IQ, sondern auch über „Brot, Schwaebische Traeubleskuchen sowie über diverse Weihnachtsplätzchen“ http://zinser.no-ip.info/~szinser/backen.htmlx Stand: 19.09.2015

❤ Sicherheitsstufe 1: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Man sagt oft von Hochbegabten: „Die haben eine 1 (Bestnote) in Mathe – können aber ihre Schuhe nicht richtig zubinden“. Soll heissen: das Denken funktioniert (in bestimmten Bereichen) ausgezeichnet – aber im Alltäglichen kommen sie mit bestimmten Situationen nicht gut zurecht. Nach meinen Erfahrungen ist diese Aussage für einige Hochbegabte wirklich sehr zutreffend – für andere weniger bis gar nicht.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Bei meinem Mathelehrer hatte ich so gut wie immer eine 1. Allerdings hatte ich auch eine Mathelehrerin. Sie war eher der Typ „Geschichtenerzählerin“. Sie sprach gerne über ihre Lieblingsrezepte, ihre Backkunst und ihren Hund. Ich war so damit beschäftigt, herauszufinden, was das mit Arithmetik zu tun hatte, dass ich ihr, wenn es denn mal was zu rechnen gab, kaum noch folgen konnte.

Meine Noten in Mathe lagen bei ihr im Mittelfeld. Und ich war richtig dankbar als der in meinen Augen „richtige“ Lehrer kam. Der mir Mathe so erklärte, dass ich es verstanden habe. Ich machte Überstunden in Mathe und liess mir extra Hausaufgaben geben. Nein, ich war keine Streberin. Ich hatte einfach Spass an Problemlösungen. Aber wenn ich meine Strickjacke zuknöpfen sollte – da gab es Stress für mich. Jedenfalls dieser Lehrer schickte mich zum Schulpsychologen, der mich positiv auf Hochbegabung testete. Da er sagte: „Du darfst mit niemandem darüber reden, dass Du diesen IQ von … hast.“ – dachte ich: vielleicht ist es eine Krankheit oder sonst wie ansteckend. Ich habe nie darüber gesprochen. Erst vor gut zehn Jahren habe ich mich in meiner Familie geoutet.

Meine Kollegin Alexandra in unserem Markt- und Sozialforschungs-Institut war da ähnlich unterschiedlich in ihrer Mathe-Begabung. Obwohl sie ein echtes Mathe-Genie ist, gab es auch für sie Grauzonen. Normalerweise hörte sie von einer Aufgabe oder schaute auf das Papier. Und schwupp – schon hatte sie die Lösung. Manchmal trat sie einen Wettstreit mit unserem Computer an. Nicht immer war unser PC der Gewinner. Doch dann gab es für sie echte Herausforderungen: Wenn sie ohne Hilfsmittel Prozent rechnen sollte, versagte sie fast jedes Mal. Nicht mal 10 Prozent von 100 konnte sie richtig errechnen. Allein bei dem Wort „Prozentrechnen“ driftete sie immer ab. Im Laufe der Zeit wurde es allerdings besser.

Ich will damit sagen: Nicht alle Hochbegabte sind Mathe-Genies. Nicht alle Mathe-Genies sind fehlerlos. Tröstlich ist, was Albert Einstein einmal über Mathe gesagt hat: „Mach' dir keine Sorgen wegen deiner Schwierigkeiten mit der Mathematik. Ich kann dir versichern, dass meine noch größer sind.“

Mit anderen Worten: Nicht jeder Hochbegabte glänzt in Mathe. Eine Klientin von mir war die Vorgesetzte der ehemaligen Lehrerin eines Fußballnationalspielers (Weltmeister!). Er hatte wenig Interesse an Zahlen und sagte bereits in jungen Jahren zu der Lehrerin: „Warum soll ich Rechnen lernen? Ich werde mal ein berühmter Fußballspieler. Und dann kann ich mir so viele Rechenkünstler leisten wie will.“ Die Lehrerin staunte. Doch der Junge hatte Recht. Er ist hochbegabt UND hochsensitiv.

Hochbegabte können sehr gut oder gut rechnen – oder auch gar nicht. Was sind nun die die typischen Eigenschaften von Hochbegabten?

Gehen wir noch einen Schritt zurück. Genauso wie nicht alle Kölner lustig sind, nicht alle Münchner Lederhosen tragen und nicht alle Hamburger einen Segelschein haben – so sind auch nicht alle überdurchschnittlich intelligenten Menschen so oder so.

Nehmen wir einmal eine Einteilung der Hochbegabten vor, die Jürgen vom Scheidt heraus gearbeitet hat. Er unterteilt fünf (drei plus zwei) Gruppen. Selbstredend gibt es noch andere Kategorien – dazu komme ich noch.

Scheidt zufolge gibt es – vereinfacht ausgedrückt – bei den Hochbegabten, abhängig von dem Kriterium „Erfolg in der Schule, im Beruf“ folgende Trias:

O Ein Drittel, die ihre „Begabung erfolgreich verwirklicht“ haben. Sie sind Topmanager/innen, Spitzensportler/innen, Unternehmer/innen, Künstler/innen, Wissenschaftler/innen usw. Sie wurden z.B. von der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ oder anderen Institutionen erkannt und gefördert.

O Ein Drittel sind sogenannte „Latente“: Sie spüren, ahnen oder wissen um ihre Begabung, kommen aber nicht so einfach aus dem Quark. Die Psychologin und Expertin für Hochbegabung, Andrea Brackmann, schreibt in ihrem zweiten Buch, dass „Hochbegabung Mut erfordere“ http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015. Bei dieser Gruppe verstehen wir, warum das so ist.

O Ein Drittel sind nach Scheidt die „Underachiever“ („Minderleister“). Sie könnten schon – wollen aber (noch?) nicht erfolgreich sein. Speziell zu Minderleister/innen in der Schule noch einmal Sylvia Zinser: Ihr Geheimtipp J: MOTIVIEREN! http://zinser.no-ip.info/~szinser/gifted/faqhg.htmlx Stand: 19.09.2015

So, das sind unsere drei Gruppen – zwei kleine Gruppen fehlen noch:

O Es sind die „Entgleisten“: sie sind erfolgreich – aber auf kriminelle oder soziopathische Weise.

O Dies sind die Höchstbegabten wie etwa Einstein und Freud.

Alle Infos zu dieser Einteilung in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt: http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015

Wer bis hierher tapfer durchgehalten hat – wird jetzt belohnt. Jeder Mensch, der denkt: Analyse? Mathe? Logik? Das sind jetzt nicht so meine Stärken. Ich bin eher der Musiker, die Malerin, der Tänzer, die Fotografin, der Praktiker. Gut so. Es gibt insgesamt sieben Felder der Hochbegabung: mein Bruder Helmut glänzt z.B. durch „Praktische Intelligenz“: Er erkennt sofort im realen Leben wie man es richtig zumindest aber besser machen kann. Mir bleibt diese Art zu denken verborgen. Zumindest müsste ich viele Bücher lesen, um diese Dinge verstehen zu können. Mir fällt es schon schwer genug, meine Jacke richtig zuzuknöpfen.

Prof. Werner Stangl zitiert Prof. Kurt Heller auf seinen Seiten zu den Themen „Intelligenz und Hochbegabung“ wie folgt:

„Nach Heller (2000) gibt es folgende Begabungsfaktoren:

O Intellektuelle Fähigkeiten (sprachliche, mathematische, technisch-konstruktive, abstrakte, begrifflich-logische, etc. Fähigkeiten)

O Sozial-emotionale Fähigkeiten

O Musisch-künstlerische Fähigkeiten

O Musikalische Fähigkeiten

O Kreativität (sprachliche, mathematische, technische, gestalterische, etc. Kreativität)

O Psychomotorische Fähigkeiten (Sport, Tanz, etc.)

O Praktische Intelligenz“

http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/testintelligenzhochbegabt.html Stand: 19.09.2015

Wir sehen: Hochbegabung ist spannend. Und es wird noch spannender.

Nehmen wir noch eine weitere Differenzierung vor: Hochbegabte sind oft auch hochsensibel und/oder hochsensitiv. Ihre Sinne sind stärker ausgeprägt. Zum einen (hochsensibel) sind ihre normalen Sinne (hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen) intensiver (Künstler/innen, Star-Köch/innen, Parfümeur/innen – einige haben auch ein begnadetes „Fingerspitzengefühl“ wie etwa Handerker/innen und Chirurg/innen u.a.m.). Und/oder andererseits ist ihre Wahrnehmung (hochsensitiv) tiefer: Diese Hochbegabten haben den sechsten (hellhörig), siebten (hellfühlig) und achten (hellsichtig) Sinn wie etwa Goethe, Einstein und Leonardo da Vinci. Wie sagte Albert Einstein?: „Was wirklich zählt, ist Intuition.“

Bei einer solchen Differenzierung: Wo gibt es da noch Gemeinsamkeiten?

Ich fange mal mit den Tendenzen an: Diejenigen, die in der ‚Flüchtlingszeit im Sommer 2015‘ kreativ, beherzt und schnell helfen – können hochbegabt sein. Denn diese Merkmale findet man oft unter den hohen IQ’lern. Der eine organisiert geschickt, die andere übersetzt, der nächste weiss, wer wo wie helfen kann. Schnelligkeit ist für Hochbegabte so natürlich wie das Atmen. Klar, dass nicht jede/r in allen Bereichen gleich schnell ist. Wenn Sie wüssten, wie lange ich brauche, um meine Jacke zuzuknöpfen …

Doch weiter: Gerechtigkeit für jedermann ist stark vorhanden bei den Begabten ebenso so wie vernetztes Denken und Handeln. Nach Andrea Brackmann gehört das „Mehr von allem“ oft zum Repertoire. Wie etwa das „Erfassen kompletter Zusammenhänge“, „Auffinden vielfältiger Lösungswege“ sowie „hohes Einfühlungsvermögen“. Wie gut, dass Hochbegabte oft nur wenig Schlaf brauchen (4 bis 6 Stunden).

Selbstredend gibt es nicht nur diese sonnigen Seiten der hochtalentierten Menschen. Ihre Schattenseiten sind nicht nur für die Beteiligten selbst unangenehm: Oftmals übersteigerte Konzentration bei den SPEZIALISTEN auf ein Spezialthema (Musik oder Sport oder Politik oder Finanzen oder Sprachen oder oder oder). Bei den Generalisten ist es etwas anders: Hier überwiegt die Vielseitigkeit, die sich in mehreren Berufen und Hobbies zeigt. Bei beiden wird die Familie, werden Freund/innen und Kolleg/innen schon mal etwas vernachlässigt. Denn Hochbegabte sind oft Perfektionist/innen. Und es kann mal etwas länger dauern bis sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind.

Routine ist ihnen oft ein Gräuel. Manche finden kreativ alternative Wege um dieser Routine immer wieder auszuweichen. Andere plagen Zweifel und Gewissensbisse. Geduld ist ebenfalls keine Stärke der Hochbegabten. Auch nicht begabt sind diese Menschen, wenn es um „einfache Aufgaben“ geht. Die Hochtalentierten sind zumeist empfindlich. Empfindlich gegenüber Lärm, Licht und manche auch gegenüber Berührungen.

So ist es zu verstehen, dass Hochbegabte an bestimmten „Allergien“ leiden, die Andrea Brackmann in ihrem Buch so schlüssig schreibt. Es sind die „hässlichen Worte“ für Hochbegabte wie etwa „Betriebsausflug“, „Stammtisch“, „Schützenfest“, „Höflichkeitsfloskeln“, „Grossraumbüro“. http://www.klett-cotta.de/buch/Klett-Cotta_Leben!/Ganz_normal_hochbegabt/13265 Stand: 19.09.2015

Hingegen lieben Hochbegabte oft „Querdenker/innen“, „Nobelpreisträger/innen“, „Verarbeitungsgeschwindigkeit“, „Freiheit“, „Endlos-Fragen“, „Monologe“ sowie „Spezielle Themen wie etwa die frühkindliche Entwicklungsphase des Kaiserschnurrbarttamarins, die Pflege der Araukarie oder den „Compte rendu au Roi“ des Finanzminister Jacques Neckers in der Zeit der Französischen Revolution.

Für Hochbegabte ist das alles „normal“ – während das „Normale“ schon sehr schwierig sein kann. Viele habe da ein Selbstverständnis wie Albert Einstein: "Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig."

Wenn Sie das alles gelesen haben, sind Sie an Hochbegabung interessiert. Die anderen haben eh längst das Weite gesucht. Vielleicht wollen Sie genauer wissen, ob Sie hb sind – „hb“ ist das Kürzel bei den „HB“ (Hochbegabten) für „hochbegabt“. Und deshalb gehen wir jetzt auf die nächste Stufe über.

❤ Sicherheitsstufe 2: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Ich habe hier IQ-Informationen zusammen gestellt, die Ihnen eine Tendenz Ihrer Begabung aufzeigen können.

O Den ersten IQ-Test habe ich 2005 in der Veröffentlichung von Jürgen vom Scheidt gefunden http://www.hyperwriting.de/loader.php?pid=276 Stand: 19.09.2015. Obwohl ich mit einiger Skepsis an diese Fragen heranging – mein Test beim Schulpsychologen hat damals mehr als eine Stunde gedauert, wie soll man in wenigen Minuten ein ähnliches Ergebnis erzielen können? – war die Antwort jedoch fast exakt dieselbe, die ich Jahre zuvor vom Psychologen in meiner Schule erhalten habe. Chapeau! Für den Autor.

O Auch wenn mir die Headline sehr plakativ erscheint – diese Information verdient ebenfalls Ihr Interesse: „IQ-Test: Gehören Sie zur Grips-Elite?“ http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/iq-test-gehoeren-sie-zur-grips-elite-a-505427.html Stand: 19.09.2015

O Ein weiterer Test, der Ihnen tendenziell Informationen über Ihre Begabung geben wird, ist von der „Süddeutsche Zeitung“: „Der kostenlose IQ-Test online mit Sofortergebnis http://iqtest.sueddeutsche.de/ Stand: 19.09.2015

O “MENSA” ist das grösste Netzwerk für Hochbegabte. Der Mensa Online-Test ist jedoch eher ein „Spiel“ als ein zuverlässiges Instrument der Begabungsanalyse. Wenn Sie Lust haben: Spielen Sie mal. Mensa weist ausdrücklich darauf hin: „Sie sollten die Ergebnisse dementsprechend nicht allzu ernst nehmen.“ https://www.mensa.de/online-iq-test-raetsel/mensa-online-test/ Stand: 20.09.2015

O Und hier ist die englische Variante von Mensa International: „Mensa Workout“ https://www.mensa.org/workout/quiz/1 Stand: 20.09.2015

❤ Sicherheitsstufe 3: Sicherheit im Hinblick auf das Wissen „Ich bin hochbegabt“

Wenn Sie jetzt bereit sind und der Stunde der Wahrheit – dem wirklich und wahrhaftigen IQ-Test – ins Auge blicken wollen… Dann melden Sie sich an – zum anerkannten IQ-Test.

Meine Empfehlungen:

O Mensa. Der Test dauert 90 Minuten, kostet 49 Euro und wird in 80 Städten in Deutschland durchgeführt. Getestet werden Menschen ab 14 Jahre. https://www.mensa.de/intelligenztest Stand: 20.09.2015

O Bei einer Psychologin – einem Psychologen – aus dem Expertenkreis Hochbegabung/Potentiale der Sektion "Freiberufliche Psychologen" im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) e.V. den IQ-Test machen http://www.die-hochbegabung.de/german/index.html Stand: 20.09.2015

O Sie fragen im Familienkreis, bei Freund/innen oder in der Schule/Universität nach einer Empfehlung für den IQ-Test.

Ich drücke schon mal die Daumen!

Für das Campus-Radio Bonn interviewte ich einmal die höchstbegabte „First“ Lady – Gründungsmitglied – von Mensa Deutschland, Dr. Ida Fleiß. Dabei lernte ich eine kluge, warmherzige und höchst kreative Dame kennen, der es „zu simpel“ war, ihren „Doktor“ in Europa zu machen. Kurz entschlossen reiste sie nach Asien, lernte die Sprache und schaffte auf Anhieb ihre Promotion. Sie konnte schon immer weit und um die Ecke denken.

Als ich sie jedoch fragte: Haben wir schon für jede Intelligenz ein angemessenes Messverfahren – will sagen: Können wir schon jede Begabung testen – sagte sie traurig: Nein. Daran müssen wir noch arbeiten.

Ich möchte diese Erkenntnis all denen mit auf den Weg geben, die sich zwar für hochbegabt halten, aber in einem der IQ-Tests nicht die Schallgrenze von 130 durchbrechen konnten.

Allen Menschen, die Spass an Mathe haben – ja, die speziell eine Vorliebe für das Kopfrechnen hegen, empfehle ich die Seite eines Freundes von Ida Fleiss: Dr. Dr. Gert Mittring http://www.gertmittring.de Gert Mittring ist der amtierende Weltmeister im Kopfrechnen.

© Lilli Cremer-Altgeld, 2015